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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2025

Zwischen Anziehung und Abgrund liegt manchmal nur ein einziger Kuss…

Hamptons Prestige - Sparks & Scandals
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Inhalt:
June freut sich auf entspannte Semesterferien mit ihrer besten Freundin in den Hamptons, doch als sie im exklusiven Luxusclub der High Society ankommt, wird schnell klar, dass dieser Sommer alles ...

Inhalt:
June freut sich auf entspannte Semesterferien mit ihrer besten Freundin in den Hamptons, doch als sie im exklusiven Luxusclub der High Society ankommt, wird schnell klar, dass dieser Sommer alles andere als gewöhnlich wird. Zwischen Partys, Intrigen und reichlich Glamour trifft sie auf Cameron, den charmanten Mitarbeiter des Clubs, der ihr sofort den Kopf verdreht. Gleichzeitig gerät sie mit Weston, dem verschlossenen Bruder ihrer Freundin, immer wieder aneinander – bis auch zwischen ihnen unerwartet die Funken sprühen. Während June versucht, ihren Platz in dieser glitzernden Welt zu finden, merkt sie schnell: In den Hamptons hat jeder ein Geheimnis…

Meinung:
Ich bin mit eher gemischten Erwartungen an dieses Buch herangegangen, denn auf der einen Seite lockte das sommerliche Setting in den Hamptons, auf der anderen Seite wusste ich, dass mich ein klassisches Love-Triangle erwartet, mit dem ich persönlich oft meine Schwierigkeiten habe. Und was soll ich sagen? Es wurde genau das, was ich befürchtet, aber auch ein kleines bisschen gehofft hatte: Drama, Glamour, Gossip – mit ein paar Längen und einigen Lichtblicken. Zunächst einmal: Das Setting hat mich sofort abgeholt. Die Autorin versteht es wirklich gut, sommerliche Bilder entstehen zu lassen. Ich konnte das Meer beinahe riechen und den Sand unter den Füßen spüren. Die Kulisse war lebendig und detailreich beschrieben – gerade die luxuriöse Welt des „Hamptons Prestige“-Clubs hatte für mich einen gewissen Reiz, der mich trotz inhaltlicher Schwächen bei der Stange gehalten hat. Der Einstieg in die Story war angenehm leicht, auch durch den locker-flockigen Schreibstil. Allerdings hatte ich schnell das Gefühl, dass sich viele Phrasen und Formulierungen wiederholten – insbesondere bestimmte Gesten oder Sätze traten so oft auf, dass es irgendwann unfreiwillig komisch wurde. Auch die Dialoge zwischen June und Weston, die offenbar frech und charmant sein sollten, wirkten auf mich eher gezwungen als natürlich. Die Figuren selbst blieben für mich leider eher blass. Ich konnte weder mit June noch mit den beiden Love Interests wirklich mitfühlen. Ihre Gefühle schienen manchmal aus dem Nichts zu kommen, und ihre Entscheidungen wirkten oft impulsiv oder konstruiert, um Spannung zu erzeugen. Ich habe mich oft gefragt, warum genau Cameron und Weston so an June hängen – und umgekehrt. Eine tiefere emotionale Verbindung blieb für mich aus. Dazu kommt, dass einige Nebenfiguren – wie Ashlyn, Junes beste Freundin – zwar Potenzial hatten, aber oberflächlich behandelt wurden. Gerade in ihrer Beziehung zu June hätte ich mir mehr echte Nähe und Wärme gewünscht. Was mich aber trotz dieser Kritikpunkte zum Weiterlesen gebracht hat, war das Gefühl, dass unter der Oberfläche doch etwas passiert. Geheimnisse werden angedeutet, Twists bahnen sich an – und auch wenn vieles davon noch im Verborgenen bleibt, war die Neugier groß genug, um am Ball zu bleiben. Das letzte Drittel hat dann nochmal ordentlich Tempo aufgenommen, auch wenn ich finde, dass der Cliffhanger fast ein bisschen zu kalkuliert daherkommt. Man spürt sehr deutlich, dass hier unbedingt Spannung für Band 2 erzeugt werden sollte. Letztlich war das Buch für mich eine typische “Sommerlektüre mit schönen Vibes, aber wenig Tiefe“-Erfahrung. Es liest sich weg, unterhält durchaus, hinterlässt aber nicht allzu viele Spuren. Gerade in der Figurenzeichnung und in der emotionalen Tiefe hätte ich mir mehr gewünscht.

Fazit:
„Hamptons Prestige – Sparks & Scandals“ von Maren Vivien Haase bietet ein unterhaltsames Setting mit jeder Menge Glamour, Sommervibes und dramatischen Verwicklungen. Der Auftakt zur „The Hamptons“-Reihe liest sich leicht und kurzweilig, bleibt jedoch hinter seinem Potenzial zurück. Wer Lust auf ein bisschen Gossip-Girl-Flair und ein klassisches Love-Triangle hat, wird hier gut bedient – sollte aber kein allzu ausgefeiltes Drama erwarten. Von mir gibt es lieb gemeinte 3,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 06.08.2025

Ein ehrliches und motivierendes Buch über den Weg an die Spitze des Frauenfußballs

Write your own story
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Inhalt:
Bereits als kleines Kind wusste Giulia Gwinn, was sie wollte – Fußball spielen, am liebsten mit den Jungs. Schritt für Schritt kämpfte sie sich nach oben, wurde Nationalspielerin, feierte große ...

Inhalt:
Bereits als kleines Kind wusste Giulia Gwinn, was sie wollte – Fußball spielen, am liebsten mit den Jungs. Schritt für Schritt kämpfte sie sich nach oben, wurde Nationalspielerin, feierte große Erfolge mit dem FC Bayern München und dem DFB-Team – auch zwei Kreuzbandrisse warfen sie nicht dauerhaft aus der Bahn. Ihre Geschichte erzählt von Mut, Ausdauer und der festen Überzeugung, dass es sich lohnt, für seine Ziele zu kämpfen – ganz egal, was andere sagen.

Meinung:
Wenn ein aktiver Fußballstar seine Lebensgeschichte aufschreibt – oder mitschreiben lässt –, sind Erwartungen meist hoch: Emotionen, persönliche Einblicke, große Momente, aber auch ehrliche Rückblicke auf harte Zeiten. All das bietet „Write your own story“ grundsätzlich auch, allerdings in einer sprachlich sehr einfachen, fast schon kindlich wirkenden Form. Der Schreibstil ist geprägt von kurzen, knappen Sätzen, was das Lesen für mich persönlich eher zäh gemacht hat. Es erinnerte mich stark an Julien Wolffs frühere Projekte mit Thomas Müller, bei denen das Buchformat bewusst auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten war – hier hätte ich mir stilistisch deutlich mehr Tiefe und Dynamik gewünscht. Dennoch gibt es auch berührende, nachvollziehbare Passagen. Besonders in Giulias Schilderungen ihrer Anfänge habe ich mich selbst wiedergefunden: Ich habe bereits mit fünf Jahren in einer Jungsmannschaft gespielt und bekam sehr oft eine eigene Umkleide – weil einige Eltern kein Mädchen in der Kabine ihrer Söhne haben wollten. Man bedenke, dass wir im Bambini-Alter bereits in Trainingskleidung zum Sportplatz kamen und eigentlich nur noch die Fußballschuhe angezogen werden mussten. Da geht einem tatsächlich der Teamgeist verloren, bevor er sich entwickeln kann. Insofern ist es absolut nachvollziehbar, wenn Giulia über diese Zeit schreibt. Allerdings fand ich es persönlich etwas ermüdend, wie oft sie betont, als „das Mädchen“ abgestempelt worden zu sein. Ja, es war schwer. Ja, das war verletzend. Aber sie hat sich durchgesetzt – mit Bravour sogar – und das hätte für mich mehr im Fokus stehen dürfen als das ständige Wiederholen des Labels, das ihr einst verpasst wurde. Was positiv heraussticht, sind die wiederkehrenden Botschaften: sich selbst treu bleiben, Werte leben, an sich glauben. Diese Aspekte sind sicher besonders für jüngere Lesende inspirierend. Auch die Einblicke in ihr Privatleben, ihr Studium und ihre Interessen außerhalb des Platzes machen die Person Giulia Gwinn greifbarer und nahbar. Doch trotz dieser gelungenen Elemente bleibt der Eindruck eines Buchs zurück, das mehr verspricht, als es inhaltlich wirklich einlöst.

Fazit:
„Write your own story: Mein Weg vom Bolzplatz in die Weltspitze“ von Giulia Gwinn und Julien Wolff ist ein ehrliches und motivierendes Buch über den Weg an die Spitze des Frauenfußballs. Wer Giulia Gwinn bewundert oder sich für ihren Werdegang interessiert, wird hier viele persönliche Einblicke und inspirierende Gedanken finden. Sprachlich bleibt das Buch jedoch sehr einfach, was es besonders für ein jüngeres Publikum geeignet macht. Insgesamt ein lesenswertes Werk mit kleinen Schwächen, weshalb ich 3,5 von 5 Sternchen vergebe.

Veröffentlicht am 06.08.2025

Wie behältst du deinen Traum-Mann, wenn ihn auch alle anderen wollen?

Und plötzlich ist es wunderbar
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Inhalt:
Edie lebt in Nottingham, fernab vom Glamour der Filmwelt, während Elliot, ein berühmter Schauspieler, in Hollywood Karriere macht. Einst verband sie eine intensive Liebe, doch der Druck von Öffentlichkeit, ...

Inhalt:
Edie lebt in Nottingham, fernab vom Glamour der Filmwelt, während Elliot, ein berühmter Schauspieler, in Hollywood Karriere macht. Einst verband sie eine intensive Liebe, doch der Druck von Öffentlichkeit, Zeitverschiebung und grundverschiedenen Lebenswelten ließ ihre Beziehung zerbrechen. Nun, an Weihnachten, steht Elliot plötzlich wieder vor Edies Tür – mit einem Geständnis: Er will es noch einmal versuchen. Die alten Gefühle flammen auf, doch schon bald werden Edie und Elliot erneut von Problemen eingeholt – zwischen Medienrummel, räumlicher Trennung und Zweifeln am Fundament ihrer Beziehung. Als auch noch Edies neuer Kollege Declan ins Spiel kommt, stellt sich die Frage, ob Liebe allein wirklich reicht.

Meinung:
Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, denn Mhairi McFarlane steht für scharfsinnige Dialoge, unaufgeregten Humor und echte Emotionen. Doch diesmal fiel mir der Einstieg ungewöhnlich schwer. Vielleicht, weil ich den Vorgängerroman vor Jahren gelesen hatte und mir kaum etwas aus der damaligen Geschichte präsent war. Es wurde zwar behauptet, man könne beide Bände unabhängig voneinander lesen, doch davon hatte ich beim Lesen wenig gemerkt. Viele Figurenbeziehungen wirkten zunächst unklar, manche Nebenfiguren fast schon überflüssig oder blass. Die Ausgangsidee – Was passiert nach dem Happy End? – finde ich grundsätzlich spannend und realitätsnah. Nur leider fühlte sich genau dieses „Danach“ über weite Strecken erstaunlich spannungsarm an. Edie und Elliot führen eine Fernbeziehung, aber statt Fernweh und Herzklopfen spürt man vor allem Unsicherheit, Misstrauen und emotionale Distanz. Es fehlt die Chemie. Es fehlt das Prickeln. Die wenigen gemeinsamen Szenen der beiden wirken eher bemüht als berührend. Zwar wird mit dem Einfluss der Medien ein reales Thema angesprochen, doch auch diese Spannungsebene verliert mit der Zeit an Zugkraft, weil sich vieles wiederholt und die Handlung oft auf der Stelle tritt. Declan, die neue Figur, hätte frischen Wind bringen können – potenzieller Love Interest oder wenigstens ein Katalysator für Edies Entwicklung. Aber auch er bleibt farblos und wird letztlich kaum relevant für die Handlung. Statt überraschender Wendungen gibt es vorhersehbare Konflikte, statt Aufbruch eher ein Kreisen um alte Unsicherheiten. Der Sprachstil bleibt zwar typisch McFarlane – pointiert, stellenweise witzig –, aber ohne die gewohnte emotionale Tiefe. Nur einige Dialoge und Nebenfiguren wie Edies schräge Schwester oder Elliots Bruder konnten mich aufhorchen lassen. Ich habe das Buch nicht abgebrochen – es war nett, streckenweise unterhaltsam, stellenweise sogar klug – aber es hat mich nicht gepackt. Das Gefühl, unbedingt weiterlesen zu müssen, stellte sich einfach nicht ein.

Fazit:
„Und plötzlich ist es wunderbar“ von Mhairi McFarlane setzt die Geschichte von Edie und Elliot fort, bleibt dabei aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der Roman ist nett geschrieben, mit gelungenen Dialogen und einer interessanten Grundidee – doch mangelt es an emotionaler Tiefe und erzählerischem Drive. Die Liebesgeschichte wirkt oft distanziert, die Figurenentwicklung bleibt flach, und auch potenzielle Spannungsmomente verlaufen im Sande. Wer den ersten Band mochte, mag sich über das Wiedersehen mit bekannten Figuren freuen – für alle anderen könnte es schwer sein, in diese Geschichte wirklich hineinzufinden. Von mir gibt es dieses Mal leider nur 3,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 01.06.2025

Die Geschichte punktet mit Atmosphäre, Gefühl und einem Hauch Nostalgie

What Happens After Midnight
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Inhalt:
Lily Hopper, ehrgeizige Schülerin und Tochter einer Lehrerin, möchte in ihrer letzten Nacht auf dem Eliteinternat einmal aus der Rolle der Vorzeigeschülerin ausbrechen. Sie schließt sich – nichtsahnend ...

Inhalt:
Lily Hopper, ehrgeizige Schülerin und Tochter einer Lehrerin, möchte in ihrer letzten Nacht auf dem Eliteinternat einmal aus der Rolle der Vorzeigeschülerin ausbrechen. Sie schließt sich – nichtsahnend – dem geheimen Abschlussstreich des sogenannten „Narren“ an, einer alten Schultradition. Als sich herausstellt, dass ihr Exfreund Tagg der Kopf hinter dem Streich ist, werden alte Gefühle neu entfacht. Während sie die Nacht gemeinsam durchleben und dabei Hindernisse überwinden, Erinnerungen aufleben lassen und neue schaffen, stehen sie vor der Frage: Können sie diesmal alles richtig machen?

Meinung:
Ich hatte große Lust auf dieses Buch – eine romantische Nacht voller Nostalgie, erste Liebe, Internatsflair und ein bisschen Chaos. K. L. Walthers Schreibstil hat mich auch sofort abgeholt: flüssig, bildhaft und gleichzeitig emotional. Es gelingt ihr wunderbar, die Magie einer Sommernacht zwischen Jugend und Erwachsensein einzufangen, in der alles möglich scheint. Die Struktur der Geschichte – konzentriert auf eine einzige Nacht, mit geschickt eingestreuten Rückblenden – hat mir besonders gefallen. Das verleiht der Handlung Tempo, eine gewisse Intimität und auch ein Gefühl von „Jetzt oder nie“. Lily und Tagg sind definitiv ein Paar, für das man mitfiebert, auch wenn ich persönlich einige ihrer Entscheidungen nicht ganz nachvollziehen konnte. Lilys Tendenz, sich zurückzuziehen statt zu kommunizieren, war stellenweise frustrierend, aber gleichzeitig auch authentisch für eine Achtzehnjährige in einem emotional aufgeladenen Moment. Was das Buch stark macht, sind seine kleinen Details: die tiefe Freundschaft, die zwischen Tagg und seinem besten Freund Andrew besteht, das Aufgreifen von Themen wie Eifersucht, Selbstwert oder Taggs Leben mit Diabetes – unaufgeregt, aber wichtig. Auch die Nebencharaktere sind liebenswert, wenngleich nicht alle gleichermaßen Tiefgang bekommen. Was mich jedoch ein wenig gestört hat, war das Gefühl, dass die Geschichte manchmal zu sehr auf die romantische Nostalgie drückt und sich dabei im Kreis dreht. Auch wenn ich die Stimmung genossen habe, fehlte mir an manchen Stellen ein klarerer emotionaler Fortschritt. Das ewige Hin und Her der Gefühle hat sich ein wenig gezogen. Es ist ein sehr schönes, aber kein perfektes Buch – eben eine bittersüße Erinnerung an die erste große Liebe.

Fazit:
Mit „What Happens After Midnight“ hat K. L. Walther einen charmanten, emotional aufgeladenen Young-Adult-Roman geschrieben, der sich perfekt für laue Sommerabende eignet. Die Geschichte punktet mit Atmosphäre, Gefühl und einem Hauch Nostalgie, auch wenn die Charaktere nicht immer leicht zugänglich sind. Wer auf Internatsromantik, erste Liebe und zweite Chancen steht, wird hier fündig. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 16.05.2025

Ein gelungener Auftakt mit einer ungewöhnlichen, moralisch komplexen Heldin und einer zarten, berührenden Liebesgeschichte

Lakestone Campus of Seattle, Band 1 - What We Fear
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Inhalt:
Harlow wird für eine mutige, aber illegale Tat zur Rechenschaft gezogen: Um das Leben ihres Bruders zu retten, hat sie ein milliardenschweres Bankkonto gehackt. Statt Gefängnis erwartet sie jedoch ...

Inhalt:
Harlow wird für eine mutige, aber illegale Tat zur Rechenschaft gezogen: Um das Leben ihres Bruders zu retten, hat sie ein milliardenschweres Bankkonto gehackt. Statt Gefängnis erwartet sie jedoch ein ungewöhnlicher Deal – ein Stipendium an einer Eliteuniversität, dem Lakestone Campus in Seattle, kombiniert mit Sozialstunden. Dort beginnt für sie ein Neuanfang, den sie mit aller Kraft verteidigen will – auch wenn ihre dunkle Vergangenheit sie bald wieder einholt. Besonders schwierig wird es, als sie Zack begegnet – ein stiller, tiefgründiger Literaturstudent, der sie mehr berührt, als sie erwartet hätte.

Meinung:
Was mich gleich zu Beginn begeistert hat, war die ungewöhnliche Mischung aus Hightech-Hacking-Welt und typischem New-Adult-Campusroman. Eine Protagonistin wie Harlow, die sich mit ihrer kriminellen Vergangenheit herumschlägt und zugleich eine moralisch klare Motivation hat, ist selten in diesem Genre. Ihre Zerrissenheit, das ständige Schwanken zwischen Loyalität, Angst und Sehnsucht nach einem normalen Leben, hat mich emotional abgeholt. Auch dass die Autorin mit Zack einen stillen, verletzlichen, aber zugleich selbstbewussten Charakter einführt, der aufgrund seines Gendefekts nicht sprechen kann, fand ich sehr einfühlsam und gut umgesetzt. Ihre Verbindung entwickelt sich sanft und auf Augenhöhe – das war erfrischend anders als viele typische „Enemies to Lovers“-Dynamiken. Allerdings hatte das Buch auch Längen. Einige Szenen fühlten sich wie Wiederholungen an, und manche Nebenhandlungen oder Figuren schienen eher angedeutet als wirklich ausgearbeitet. Vor allem zum Ende hin zog sich die Handlung, obwohl man längst wusste, worauf alles hinausläuft. Der Campus selbst hätte als Setting noch greifbarer sein dürfen – vieles bleibt vage, besonders wenn es um den Uni-Alltag oder die Spezialisierungen der Figuren geht. Trotzdem hat mich die Geschichte durchgehend beschäftigt, vor allem wegen Harlows innerem Konflikt, der zwar manchmal etwas überdramatisiert, aber trotzdem nachvollziehbar war.

Fazit:
„Lakestone Campus of Seattle – What We Fear“ von Alexandra Flint ist ein gelungener Auftakt mit einer ungewöhnlichen, moralisch komplexen Heldin und einer zarten, berührenden Liebesgeschichte. Die Mischung aus Hacker-Thriller und romantischem Campusleben ist spannend und emotional – auch wenn der Plot nicht ganz frei von Klischees und Längen ist. Fans von New Adult mit Tiefgang und einem Hauch Spannung werden hier definitiv fündig. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternchen.