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Veröffentlicht am 04.01.2026

Gnadenlose Welt

Vesselless – Mein verräterisches Herz
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Nizzara ist eine Prinzessin, doch statt aus Tanzstunden oder gemütlichen Nachmittagstees besteht ihr Tag aus erbarmungslosem Kampftraining, Rettungsaktionen der unterdrückten Untertanen und Gesprächen ...

Nizzara ist eine Prinzessin, doch statt aus Tanzstunden oder gemütlichen Nachmittagstees besteht ihr Tag aus erbarmungslosem Kampftraining, Rettungsaktionen der unterdrückten Untertanen und Gesprächen mit Geistern.
Einer dieser Geister ist der ermordete frühere König, der seine ganz eigenen Ziele verfolgt und Nizzara gefährlich werden könnte - oder doch sie ihm?
Die Gestaltung der deutschen Ausgabe wartet mit einer nützlichen Landkarte sowie Stammbäumen der Königsfamilien auf, was doch sehr hilfreich war.
Eher nutzlos war hingegen das Glossar, hier fehlte wirklich so einiges an Infos (um Spoiler zu vermeiden?).

Allgemein gab es nämlich wirklich viel, das man ins Glossar hätte schreiben können: Die Geschichte entführt den Leser in eine komplett neue Welt mit mehreren Königreichen, Dimensionen, Spezies, Magiesystemen, Geistern...
Gerade am Anfang ist dies teilweise doch sehr verwirrend und auch später gibt es immer noch Momente, in denen man nicht alles perfekt versteht, auch wenn es hier dann eher daran liegt, dass man die Geheimnisse der Welt so entdeckt.
Generell mochte ich die verschiedenen (Magie-)Systeme und Kulturen sehr, die Idee wirkte auf mich erfrischend und gut durchdacht.
Auch der Mix der verschiedenen Themen bot viel Abwechslung: Es gab Action und Turnierkämpfe, romantische Szenen, Freundschaften, Politik und familiäre Beziehungen.
Dabei ist der Großteil doch sehr düster und auch vor viel Gewalt und heiklen Beschreibungen wird nicht zurückgeschreckt - macht die Erzählung irgendwie authentisch, ist aber auch nichts für zarte Gemüter.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen Nizzara und Dagen, sodass man beide Charaktere gut kennenlernen und verstehen kann. Auch ermöglicht dies mehrere Handlungsstränge und -orte, besonders wenn beide getrennt voneinander agieren. Nizzaras Perspektive fand ich etwas gelungener, jedoch ließ sich beides gut lesen - auch wenn nicht "viel" passiert ist, wollte ich doch immer weiterlesen und mehr über diese Welt erfahren.
Manche Nebencharaktere sind vielleicht ein wenig zu kurz gekommen, aber hier bin ich einfach mal auf die Fortsetzung gespannt.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Märchenwelt mit düsterer Atmosphäre

Das Dreizehnte Kind
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Neuerzählungen von Märchen sind ein ganz besonderes Genre: Man nimmt eine bekannte Geschichte und interpretiert sie auf seine ganz eigene Art komplett neu. Auch dieses Buch basiert auf einem Märchen, jedoch ...

Neuerzählungen von Märchen sind ein ganz besonderes Genre: Man nimmt eine bekannte Geschichte und interpretiert sie auf seine ganz eigene Art komplett neu. Auch dieses Buch basiert auf einem Märchen, jedoch war es mir vorher diesmal nicht bekannt - und trotzdem spürte man auf jeder Seite das Märchenhafte.
Hazel ist das ungewollte 13. Kind und wurde deshalb schon vor ihrer Geburt dem Gott des Todes versprochen. Wir verfolgen ihre Kindheit, zunächst bei ihrer Familie, später bei ihrem göttlichen Paten, und erleben wie sie zur Heilerin wird und welche Herausforderungen dieser Beruf mit sich bringt.

Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen, Hazel erzählt aus ihrer Perspektive, aber trotzdem wirkt es gleichzeitig auch wie ein Märchen mit teilweise fast poetischen Elementen, das man erzählt bekommt.
Auch die Atmosphäre hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen, es wirkt alles sehr düster, aber trotzdem gibt es immer wieder kleine Lichtblicke, wie Kerzenflammen in der Dunkelheit.
Die angesprochenen Themen und moralischen Konflikte fand ich gut eingebaut: Man wird nicht davon erschlagen, aber trotzdem auch zum Nachdenken motiviert.
Generell hat mir auch das Erzähltempo gefallen, alles wird eher in ruhigen Tönen erzählt, was wiederum gut zur Stimmung beiträgt. Dies führt zwischendurch jedoch auch dazu, dass es doch mal kleinere Längen gibt und sich manche Erzählpassagen ein wenig ziehen.

Hazel als Erzählerin/Protagonistin mochte ich sehr, wir lernen sie als Kind kennen und verfolgen ihre Entwicklung über die Jahre, was natürlich die Bindung zu diesem Charakter verstärkt. Davon mal abgesehen war sie mir aber auch generell sympathisch und ich konnte ihre Entscheidungen und Handlungen oft gut nachvollziehen.
Zwar gibt es auch noch weitere tolle Charaktere, jedoch bleiben sie im Vergleich zu Hazel dann natürlich doch etwas blasser. Bei manchen von ihnen hätte ich mir vielleicht noch etwas mehr Charaktertiefe gewünscht.
Insgesamt eine gelungene Märchenerzählung, die jedoch durchaus auch sehr düster zwischendurch wird.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Schöne neue Welt

Evermind. Sie kennt dich
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200 Jahre in der Zukunft leben die Menschen in unterirdischen Städten, die von einer Künstlichen Intelligenz namens MAM gesteuert werden. Tagesablauf, Essen, Beruf, Rolle in der Gesellschaft, alles wird ...

200 Jahre in der Zukunft leben die Menschen in unterirdischen Städten, die von einer Künstlichen Intelligenz namens MAM gesteuert werden. Tagesablauf, Essen, Beruf, Rolle in der Gesellschaft, alles wird durch ihre Berechnungen entschieden.
Die junge Livia bekommt zu Beginn ihren Job zugewiesen, stellt sich jedoch mehr und mehr die Frage, ob MAM wirklich so unfehlbar ist und was sie alles verbirgt...
Auch wenn diese dystopische Handlung recht weit in der Zukunft spielt, ist das Thema vermutlich so aktuell wie nie, bereits angefangen bei der Frage, für welche Berufe man noch Menschen braucht und was auch einfach von einer KI übernommen werden könnte.
Die Überlegungen wie eine solche KI-gesteuerte Zukunft aussehen könnte erscheinen fast durchgängig nachvollziehbar, lediglich an vereinzelten Stellen war die Darstellung und MAMs Aktionen nicht komplett schlüssig aus meiner Sicht.
Generell fand ichs sehr interessant und auch spannend, diese dystopische Welt zusammen mit Livia zu erkunden. Viele Details und gut überlegte Systeme machen alles realistisch und gut vorstellbar.
Teilweise hätte ich mir noch mehr Infos oder Kontext gewünscht, z.b. noch andere Teile der Stadt kennenzulernen, jedoch war dies vermutlich der begrenzten Seitenzahl und der Ich-Perspektive geschuldet.
Auch das Ende erscheint aus selbigen Gründen etwas übereilt mit kleineren Logikfehlern, weshalb ich einen halben Stern abziehe, jedoch ist der Großteil besonders als Jugendbuch echt gut gelungen.

Positiv erwähnen würde ich hier zunächst den Schreibstil: Trotz des leicht technischen Hintergrundes bleibt alles super verständlich, auch lässt sich die Geschichte sehr flüssig lesen. Immer wieder werden auch kleine Liebeserklärungen an das Schreiben und die Macht des Wortes eingebaut, diese habe ich besonders gerne gelesen.
Der Kontrast zwischen technischem Kalkül und unperfekter Menschlichkeit wurde schön eingefangen, besonders auch im Hinblick auf die Entwicklungen der Charaktere.
Livia und Cassian sind ein sehr süßes Duo, ihre Liebesgeschichte war toll zu verfolgen und konnte einige gefühlvolle Momente aufweisen.
Aber auch die Nebencharaktere sind mir teilweise ans Herz gewachsen, mit all ihren Fehlern, die die KI nicht zu schätzen weiß.
Klare Empfehlung für alle, die mal wieder eine interessante Dystopie mit aktuellem Bezug lesen wollen!

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Frauenbeziehungen

Bestie
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Delia will sich neu erfinden und raus aus ihrem alten Leben - und wie ginge das besser als direkt mit einem neuen Namen in einer fremden Stadt. Dort zieht sie mit einigen Lügen im Gepäck als Lilly bei ...

Delia will sich neu erfinden und raus aus ihrem alten Leben - und wie ginge das besser als direkt mit einem neuen Namen in einer fremden Stadt. Dort zieht sie mit einigen Lügen im Gepäck als Lilly bei Influencerin Anouk ein und wir verfolgen aus beiden Perspektiven, wie ihre Beziehung sich entwickelt.

Zunächst muss ich unbedingt den Schreibstil hervorheben! Die Geschichte liest sich sehr angenehm und flüssig, aber trotzdem habe ich immer wieder innegehalten, um einzelne Sätze und Textpassagen auf mich wirken zu lassen. Vieles hat einen poetischen Touch, anderes ist eher direkt, aber immer schwingt sehr viel Wahrheit in den Worten mit. Kluge Beobachtungen über die heutige Zeit und Beziehungen aller Art wechseln sich ab mit atmosphärischen Beschreibungen.
Dazu gibt es noch eher experimentelle Kapitel, die ein ungewöhnliches Format wählen.

Delia und Anouk sind alles andere als perfekte Charaktere und gewiss keine makellosen Vorbilder, aber das macht sie oft auch wieder irgendwie sympathisch. Manchmal mag man sie so gar nicht, in anderen Abschnitten kann man dann aber doch mit ihnen mitfühlen. Gerade ihre Fehler machen sie auch authentisch. Teilweise hätte man hier jedoch vielleicht noch ein wenig mehr in die Tiefe gehen können. Insgesamt mochte ich besonders die Darstellung ihrer Freundschaft bzw. ihrer Beziehung generell zueinander sehr.
Auch Themen wie Feminismus oder Social Media kommen nicht zu kurz und runden das Ganze schön ab.
Ein schönes Debüt, das mich neugierig auf die nächsten Werke der Autorin macht.

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Veröffentlicht am 09.10.2025

Familiäre Machtkämpfe und teuflische Prüfungen

Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed
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Soras Familie beherrscht nicht nur ein Imperium in Südkorea, sondern auch die Magie für ganz spezielle Vorteile. Das Problem hierbei ist nur, dass sie keinen Funken Magie in sich trägt und so zur Außenseiterin ...

Soras Familie beherrscht nicht nur ein Imperium in Südkorea, sondern auch die Magie für ganz spezielle Vorteile. Das Problem hierbei ist nur, dass sie keinen Funken Magie in sich trägt und so zur Außenseiterin in der Familie wird - bis sie durch eine Verkettung der Ereignisse plötzlich in gefährlichen Prüfungen um den Sitz des Familienoberhauptes kämpfen muss.
Die Gestaltung des Buches macht einen hochwertigen Eindruck mit schönen Illustrationen, einer Karte und einer Playlist mit exklusivem Song.

Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, nur manchmal musste ich für das bessere Verständnis nochmal zurückblättern.
Die Handlungsorte und Personen wurden gut beschrieben und ich konnte mir alles ohne Probleme vorstellen. Kleine Details haben das Worldbuilding immer wieder mal schön abgerundet. Auch von Busan bekam man einen ersten Eindruck, hier hätte ich jedoch gerne noch mehr über die Stadt und das dortige Leben gelesen.

Soras Charakter hat mir gut gefallen, sie ist keine perfekte Heldin und hat so einige Fehler, aber sie entwickelt sich weiter und ist selbstreflektiert. Die Ereignisse der Geschichte hinterlassen bei ihr auch Spuren, was alles authentischer gemacht hat.
Dafür trifft sie auch manche Entscheidungen, die etwas fragwürdig anmuten, aber auch dies hat sich noch im akzeptablem Rahmen bewegt.
Auch Love Interest Ran war mir sympathisch, seine Dynamik mit Sora war amüsant zu verfolgen und die Beziehung hat sich in einem angenehmen und realistischen Tempo entwickelt.
Manche der Nebencharaktere werden ebenfalls gut charakterisiert, andere hingegen blieben doch bis zum Ende hin eher blass oder leicht stereotypisch.

Die Geschichte selbst rund um die Familienpolitik und die Prüfungen war richtig spannend und sehr kreativ, eine tolle Mischung aus koreanischen Mythen und modernem K-Drama. Man konnte gut mitfiebern und sich von der Atmosphäre bezaubern oder erschrecken lassen. Kritisieren würde ich hier jedoch das Tempo, manche Prüfungen gingen einfach extrem schnell vorüber und manchmal hab ich nicht alles auf Anhieb verstanden.
Auch sind am Ende noch sehr viele Fragen offengeblieben, von denen man zumindest einige noch besser in diesem Band beantwortet hätte.
Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen bin ich jetzt sehr gespannt auf den Abschluss der Dilogie.

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