Solides Fundament für die folgenden Bände
House of Ash and Shadow - Die goldene Stadt 1In „House of Ash and Shadow“ geht es um Fallon, die aufgrund eines Fluches nicht berührt werden kann. Erst die Begegnung mit dem Heiler Ariyon gibt ihr Hoffnung, da sie bei seiner Berührung keine Schmerzen ...
In „House of Ash and Shadow“ geht es um Fallon, die aufgrund eines Fluches nicht berührt werden kann. Erst die Begegnung mit dem Heiler Ariyon gibt ihr Hoffnung, da sie bei seiner Berührung keine Schmerzen verspürt. Gleichzeitig sorgt das Aufeinandertreffen der beiden dafür, dass Fallon sich an einer magischen Akademie wiederfindet und dunkle Geheimnisse ans Licht kommen…
Der Schreibstil von Leia Stone ist transparent und auf den Punkt, da sie wenig fantastisches Fachvokabular einfließen lässt. Hierdurch eignet sich das Buch sowohl für erfahrene Fantasieleser als auch für Genreeinsteiger. Entsprechend habe ich gut in die Handlung gefunden, da die fantastischen Elemente erst nach und nach eingeführt wurden und der Fokus zuerst auf Fallon und ihrem Fluch lag.
Fallon ist eine Figur, die aufgrund des Fluches bereits einiges durchgemacht hat. Ihr größter Traum ist es, eine eigene Familie zu gründen. Ich habe sie als sehr nahbar wahrgenommen, auch wenn es für mich etwas befremdlich war, dass sie sofort von einem gemeinsamen Leben mit Ariyon träumt. An sich konnte ich ihr Verlangen nach Nähe nachvollziehen, jedoch dominierte ihr Wunsch auch in eher unpassenden Momenten – wie zu Beginn beim drohenden Tod des Vaters – ihre Gedanken.
Meine liebste Figur war in jedem Fall der Vogel Yanric. Tierische Begleiter mag ich sowieso sehr und Yanric hat mit seinen Sprüchen – und zum Teil auch fiesen Gedanken – mein Herz erobert.
Beim Aufbau der Liebesgeschichte habe ich gemerkt, dass das Buch eher ein jüngeres Publikum ansprechen soll. Meinem Empfinden nach richtet sich die Geschichte nicht primär an Young Adults, sondern lässt sich eher dem Bereich Middle-Grade-Books zuordnen. Es gibt ein Liebesdreieck, das aber nicht viel Mehrwert bietet, da Fallon sowieso nur eine Option hat. Zudem blieben beide Love Interests blass und alle Figuren waren – was ihre Gefühle betrifft – ziemlich wankelmütig. Zum Glück wurde das Dreieck am Ende aufgelöst, weshalb ich Hoffnung habe, dass die Liebesgeschichte im nächsten Band mehr Tiefe erhält.
Zum Schluss habe ich noch einen kleinen Kritikpunkt, der die Übersetzung betrifft. Ausnahmslos alle Figuren – selbst die Lehrer und die Königin – werden von Fallon geduzt. Dieser Umstand hat mich beim Lesen ziemlich irritiert.
Alles in allem ein Auftakt, der in einigen Aspekten noch eher oberflächlich bleibt, jedoch ein solides Fundament für die weiteren Bände legt. Empfehlen würde ich das Buch vor allem jüngeren Lesern und Genreeinsteigern.