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Veröffentlicht am 26.11.2025

Rezension (Spoilerfrei)

Nocticadia
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⭐ Rezension (spoilerfrei)

Dark Gothic Horror mit richtigem Sog - ungewöhnlich, atmosphärisch und auf eine sehr eigentümliche Art unglaublich faszinierend.

Dieses Buch hat mich komplett überrascht. Was ...

⭐ Rezension (spoilerfrei)

Dark Gothic Horror mit richtigem Sog - ungewöhnlich, atmosphärisch und auf eine sehr eigentümliche Art unglaublich faszinierend.

Dieses Buch hat mich komplett überrascht. Was am Anfang wie ein klassisch-düsteres Dark-Academia-Setting wirkt, kippt schnell in etwas Komplexes, Unheimliches, fast Albtraumhaftes. Wissenschaft, Parasiten, Geheimnisse, Experimente, Machtspiele - alles greift ineinander und erzeugt diese bedrückende Stimmung, die man kaum abschütteln kann. Das Worldbuilding fühlt sich richtig eigen an, detailreich, dicht, manchmal fast klinisch-kalt, und gleichzeitig so lebendig, dass man das Labor, die Motten-Symbolik und Doctor Deaths Präsenz dauernd vor Augen hat. Das hat mich stellenweise an The Strain erinnert, an anderer Stelle eher an Dr. Jekyll & Mr. Hyde. Düstere Mischung, aber unfassbar packend.

Die Nebenfiguren tragen viel zum Nervenkitzel bei. Viele wirken merkwürdig oder undurchschaubar, und bei manchen hatte ich sofort dieses "Irgendwas stimmt hier nicht"-Gefühl. Gilchrist und Spencer waren da ganz vorne - beide umweht ständig diese Art von Fragezeichen, die man neugierig weiterverfolgt, weil man nie weiß, ob sie Freund, Feind oder etwas ganz anderes sind.

Die Dynamik zwischen Devryck und Lilia hat für mich auch super funktioniert. Zwischen den beiden liegt diese rohe, magnetische Spannung, ohne dass es direkt in große Liebeserklärungen abrutscht. Eher so ein "Ich kann nicht wegsehen", das sich langsam hochschaukelt. Die Erotik kommt in Wellen - mal sehr subtil, mal heftig intensiv, manchmal wahnsinnig heiß, ohne plump oder überzogen zu werden. Die Mischung aus Dark Romance, Slow Burn und dieser unterschwelligen Gefahr war echt gut gesetzt.

Ja, es gibt ein paar ruhigere Stellen, aber für mich haben die nie gestört. Sie haben der Geschichte mehr Raum gegeben und die Atmosphäre dichter gemacht. Manche Wendungen habe ich geahnt, andere haben mich eiskalt erwischt - besonders rund um all die Intrigen und die Frage, wer in welchem Netz aus Lügen, Macht und Schuld steckt.

Am Ende bleibt für mich ein wirklich außergewöhnliches Leseerlebnis:
eine Mischung aus Dark Gothic Horror, wissenschaftlicher Morbidität, einem unheimlich guten Akademie-Setting und einer prickelnden, gefährlichen Tension, die so eigen ist, dass sie einem länger nachhängt, als man denkt.

⭐ Fazit

Ein dunkles, atmosphärisch starkes und ungewöhnliches Buch mit toll aufgebauter Welt, großartigen Nebenfiguren und einer elektrisierenden Spannung zwischen den Hauptcharakteren. Für Fans von düsteren Settings, moralisch grauen Figuren, Dark Academia, Gothic Horror und langsam köchelnder Anziehung ein echtes Highlight. Nicht perfekt - aber absolut faszinierend.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

📖 Rezension zu Saving 6 von Chloe Walsh

Boys of Tommen 3: Saving 6
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Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Diese Reihe hat mich in ein richtig großes Loch geschmissen – im besten und gleichzeitig im schlimmsten Sinn überhaupt. Ich komme einfach nicht davon los. Nach ...

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Diese Reihe hat mich in ein richtig großes Loch geschmissen – im besten und gleichzeitig im schlimmsten Sinn überhaupt. Ich komme einfach nicht davon los. Nach jedem Band brauche ich eine Pause, weil ich emotional komplett leer bin … und trotzdem will ich sofort zurück zu den Boys of Tommen.

Saving 6 war für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Ich bin eigentlich ein Fantasy-Leser, aber diese Reihe ist einfach anders – intensiver, echter, roher. Die Zeitsprünge in Saving 6 fand ich großartig. Sie picken genau die wichtigsten, emotionalsten Momente raus, die zeigen, warum Joey Lynch so ist, wie er ist. Ich habe es geliebt, ihn wirklich zu verstehen. Und Aoife (ja, dieser Name!) – ihre Kennenlerngeschichte war so anders, so ehrlich, so unerwartet.

Für mich kommt Saving 6 nicht ganz an Keeping 13 ran – das bleibt mein Favorit. Aber es war auf jeden Fall stärker, bewegender und vielschichtiger als Binding 13. Joeys Geschichte ist härter, düsterer, emotionaler. Und seine Dynamik mit Aoife? Für mich spannender und greifbarer als die von Johnny und Shannon.

Diese Reihe ist für mich ein Ausnahmefall. Sie frisst sich ins Herz, brennt sich in den Kopf – und lässt dich einfach nicht mehr los. Ich kann nichts anderes lesen, weil nichts so intensiv ist. Ich zähle jetzt schon die Tage bis Redeeming 6.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Noch besser als Binding 13

Boys of Tommen 2: Keeping 13
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Keeping 13 hat mich noch tiefer berührt als sein Vorgänger und gezeigt, wie groß und facettenreich diese Geschichte eigentlich ist. Was wie eine typische Highschool-Romance beginnt, entfaltet sich zu einem ...

Keeping 13 hat mich noch tiefer berührt als sein Vorgänger und gezeigt, wie groß und facettenreich diese Geschichte eigentlich ist. Was wie eine typische Highschool-Romance beginnt, entfaltet sich zu einem intensiven Epos über Familie, Freundschaft, Schmerz und Hoffnung. Besonders beeindruckt hat mich, wie feinfühlig Chloe Walsh die Dynamiken zwischen den Figuren zeichnet – nicht nur zwischen Johnny und Shannon, sondern auch innerhalb der Freundesgruppen und Familien. Die Liebesgeschichte ist zart, süß und voller Wärme, aber sie bleibt eingebettet in ein viel größeres Geflecht aus Emotionen, das jede Seite lebendig macht. Fast 900 Seiten wirken nicht überladen, sondern wie ein notwendiger Raum, um die Charaktere wirklich kennenzulernen. Es gibt Szenen, die so intensiv beschrieben sind, dass man Herzrasen bekommt und glaubt, selbst dabei zu sein. Dieses Buch ist für mich nicht einfach eine Fortsetzung, sondern eine Steigerung – und ein Beweis dafür, dass manche Geschichten so groß sind, dass man sie atmen muss, um sie zu begreifen.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Überraschend

Boys of Tommen 1: Binding 13
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Binding 13 ist ein 800-seitiger Sog, der mich komplett überrascht hat. Der Großteil des Buches ist ruhiger Aufbau – Schule, Freundschaften, erste Gefühle – aber durch die vielen Einblicke in die Charaktere ...

Binding 13 ist ein 800-seitiger Sog, der mich komplett überrascht hat. Der Großteil des Buches ist ruhiger Aufbau – Schule, Freundschaften, erste Gefühle – aber durch die vielen Einblicke in die Charaktere fühlt man sich, als würde man diese Menschen wirklich kennen. Besonders die Beziehung zwischen Shannon und Johnny ist voller Kribbeln, Unsicherheit und Wärme.

Und dann kommt das Finale: Johnnys Verletzung, Shannons Familie, die brutale Eskalation mit dem Vater – ich war sprachlos und körperlich angespannt beim Lesen. Es war gleichzeitig süß, lustig, schmerzhaft und zerstörerisch. Für mich ist Binding 13 kein typischer Liebesroman, sondern ein Coming-of-Age-Epos voller Trauma, Herz und Tiefe. Ich schwanke zwischen 4,5 und 5 Sternen – Tendenz: 5, einfach wegen der Intensität.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Einzigartig

Das Reich der sieben Höfe – Silbernes Feuer
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Das Reich der sieben Höfe – Silbernes Feuer unterscheidet sich spürbar von seinen Vorgängern. Statt eines großen, dramatischen Plots steht Nesta im Mittelpunkt – mit all ihrem Trauma, Selbsthass und ihrem ...

Das Reich der sieben Höfe – Silbernes Feuer unterscheidet sich spürbar von seinen Vorgängern. Statt eines großen, dramatischen Plots steht Nesta im Mittelpunkt – mit all ihrem Trauma, Selbsthass und ihrem langen Weg zur Selbstakzeptanz. Anfangs ist sie unsympathisch und schwer zugänglich, doch gerade dadurch entsteht eine der tiefgründigsten und intensivsten Charakterentwicklungen, die ich je gelesen habe. Über 800 Seiten hinweg entfaltet sich eine Geschichte, die langsam, introspektiv und zutiefst emotional ist – und genau das hat mir so gut gefallen.

Besonders stark war für mich, dass am Ende all das, was zusammengehört, tatsächlich auch zusammenfindet: verschiedene Handlungsstränge fließen ineinander, und es entsteht ein stimmiges, bewegendes Ganzes. Auch die Dynamik im Inner Circle war spannend zu beobachten – welche Rollen die Figuren im Hintergrund spielten, wie Nesta mal mehr, mal weniger involviert war, und wie dadurch die Beziehungen im gesamten Gefüge neu beleuchtet wurden.

Natürlich gibt es auf den letzten hundert Seiten den typischen Sarah-J.-Maas-Sog mit Dramatik, Wendungen und Emotionen, doch das Herzstück bleibt Nesta selbst. Sie hebt sich von Feyre und Elain deutlich ab und bringt eine ganz eigene Tiefe in die Reihe. Für mich war dieses Buch genau das, was der Reihe noch gefehlt hat: eine ruhige, aber unglaublich intensive Auseinandersetzung mit Selbsthass, Selbstfindung und Heilung. Ein langsamer, tiefgehender Band, der am Ende alles zusammenführt und mich berührt, stolz und beeindruckt zurückgelassen hat.

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