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Veröffentlicht am 28.10.2025

Winterlicher Roman um ein rätselhaftes Gemälde und ein Familiengeheimnis

Das Geheimnis einer Winternacht
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Darcy ist Kunststudentin und arbeitet an der Kunstakademie in Kopenhagen an ihrer Dissertation.
Ihr Freund hat sie betrogen und es kam zur Trennung.
Da Weihnachten bevor steht, ist ihre beste Freundin ...

Darcy ist Kunststudentin und arbeitet an der Kunstakademie in Kopenhagen an ihrer Dissertation.
Ihr Freund hat sie betrogen und es kam zur Trennung.
Da Weihnachten bevor steht, ist ihre beste Freundin Freja, selbst sehr verliebt in ihren Chef, der Meinung, dass Darcy nicht alleine bleiben darf. Sie meldet sie auf einer Datingplattform an und drängt sie, sich bis Weihnachten mit drei Männern zu treffen. Darcy willigt widerwillig ein, denn eigentlich möchte sie nur arbeiten und dann erhält sie auch noch einen besonderen Forschungsauftrag. Auf dem Gemälde eines berühmten Malers wird auf der Rückeite ein weiteres Gemälde entdeckt.
Es zeigt das Portrait einer Frau und Darcy soll herausfinden, um wen es sich dabei handelt.
Ausgerechnet am Abend ihres ersten Dates begegnet Darcy dem attraktiven Anwalt Max, der sich als einer der weiteren ausgewählten Männer entpuppt. Zwischen beiden sprühen gleich die Funken, aber da ist neben dem weiteren Date ja auch noch die berufliche Verbindung.
Max arbeitet für eine Stiftung, die den Nachlass des Malers verwaltet und er hat ein Geheimnis, auf das Darcy aber erst später stößt.
Kann Darcy die Geheimnisse lüften?

Die Geschichte spielt in der Vorweihnachtszeit und endet dann zum Fest.
Karen Swan beschreibt in ihrem lebendigen, bildhaften Schreibstil so einige hübsche Szenerien in der Stadt, Winterwetter und Kälte, Weihnachtseinkäufe, den Kauf eines Weihnachtsbaumes usw. und erzeugt so eine schöne vorweihnachtliche Stimmung, in die die Handlung eingebettet ist.
Im Vordergrund stehen eindeutig das geheimnisvolle Bild und Darcys Recherchen dazu. Im Archiv der Stiftung sichtet sie Kiste um Kiste mit altem Material und versucht, der abgebildeten Frau im Umfeld des Malers auf die Spur zu kommen.
Dabei trifft sie immer wieder auf Max, arbeitet sogar zeitweise in seinem Haus, das in der Nähe des Archivs steht und die beiden kommen sich näher.
Trotzdem geht sie nebenbei noch zu den weiteren Dates, die ihre Freundin für sie geplant hat und trifft sich auch mit ihr und lernt deren Chef und neuen Freund kennen. Hier erfährt man in einer Nebenhandlung noch etwas über eine weitere Liebesgeschichte.

Ich fand die Recherchen über das geheimnisvolle Bild sehr spannend, denn hier geht es nicht nur um kunsthistorische Hinweise und Fakten, denn irgendwann wird klar, dass es sich auch um ein Familiengeheimnis handelt. Dabei kommt dann wieder Max ins Spiel und Darcy erkennt auch sein Geheimnis. Dennoch nimmt sie ihre Arbeit, mit der sie ja ausdrücklich beauftragt wurde, sehr ernst. Plötzlich sind die beiden Gegner, denn Max möchte das Geheimnis unter allen Umständen wahren.

Max wirkte auf mich anfangs oberflächlich, stellt sich im Verlauf der Geschichte oft als undurchsichtig heraus, zeigt aber immer wieder auch sein gutes Herz und seine Emotionen.
Deshalb habe ich gespannt verfolgt, ob die beiden ihre Probleme lösen können und ob das Familiengeheimnis am Ende offenbart wird oder nicht.

„Das Geheimnis einer Winternacht“ ist eine schöne Mischung aus Weihnachtsroman, rätselhaftem Familiengeheimnis und Liebesgeschichte. Romantik, Wendungen und winterliche Stimmung haben mich gut unterhalten und auf die Jahreszeit eingestimmt!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 24.10.2025

Winterlicher Roman über Freundschaft und Hilfsbereitschaft in St. Peter-Ording

Winterlicht am Meer
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Dieser winterliche Roman spielt, wie die meisten Romane der Autorin, in St. Peter-Ording an der nordfriesischen Küste.
Hier ist die Heimat von Pastorin Imke, deren Eltern auch noch hier leben. Imke ging ...

Dieser winterliche Roman spielt, wie die meisten Romane der Autorin, in St. Peter-Ording an der nordfriesischen Küste.
Hier ist die Heimat von Pastorin Imke, deren Eltern auch noch hier leben. Imke ging einst nach Hamburg zum Studium und landete dann in einer Gemeinde im Münsterland. Die dortige Kirche wurde jedoch geschlossen, so dass Imke zunächst einen befristeten Arbeitsvertrag in einem Jugendzentrum angenommen hat, wo sie Freizeitangebote für Kinder organisiert, Seelsorgespräche anbietet und versucht eine Ansprechpartnerin für die jungen Menschen zu sein.
Dann erhält Imke einen Anruf ihrer Mutter. Ihr Vater ist gestürzt und hat sich ein Bein gebrochen. Da es ein komplizierter Bruch ist, muss er operiert werden und wird für eine Zeit lang ausfallen. Da es kurz vor dem ersten Advent ist, bittet Imkes Mutter sie um Hilfe. Sie soll nach St. Peter-Ording kommen und anstelle ihres Vaters die Gottesdienste halten und die Veranstaltungen in der Kirchengemeinde organisieren. Imke zögert zunächst, weil sie Gründe hat, warum sie St. Peter-Ording seinerzeit verließ. Aber dann gelingt es ihr, sich bei ihrer Arbeit freistellen zu lassen und sie reist nach St. Peter-Ording.

Ich fand es mutig, eine Pastorin als Protagonistin zu wählen, auch wenn das Thema natürlich gut zur Adventszeit passt.
Ehrlich gestanden war es mir insgesamt ein bisschen zu viel Kirchenthema mit Gottesdiensten und Predigten, aber das ist natürlich Geschmackssache und muss jeder für sich selbst entscheiden.

Imke als Person und Hauptfigur ist aber eine liebenswerte und sympathische Figur. Man merkt, dass sie sich nicht nur aufgrund ihres Glaubens für diesen Beruf entschieden hat sondern auch weil ihr Nächstenliebe, Jugendarbeit und Hilfsbereitschaft am Herzen liegt.
In St. Peter-Ording begegnet sie dann auch schnell ihrer ehemals besten Freundin Sinja, die sie dort zurückließ als sie zum Studium weg ging. Der Kontakt riss irgendwann ab, auch weil Imke sich nicht mehr gemeldet hat.
Es war wirklich schön zu erleben, wie die beiden jungen Frauen sich wieder annähern und ihre Freundschaft neu auflebt.

Auch ihre Jugendliebe Simo hat sie seinerzeit zurückgelassen, weil die Liebe zerbrochen war. Es war natürlich absehbar, dass die beiden ebenfalls in kurzer Zeit wieder aufeinander treffen werden und ich war gespannt, warum die Liebe seinerzeit zerbrach und ob die beiden noch einmal zusammenfinden können. Diese Liebesgeschichte fügt sich zart in die gesamte Handlung ein.

In der Kirchengemeinde begegnet Imke natürlich viel Dankbarkeit. Die Menschen sind erfreut, dass die Tochter ihres Pastors die Vertretung übernimmt und all die liebgewonnenen, traditionellen Veranstaltungen wie Weihnachtsbasar und Krippenspiel organisieren und natürlich auch die Gottesdienste an den Adventssonntagen und an Weihnachten abhalten wird. Aber Imke trifft auch auf Ablehnung, da es jemanden gibt, der ihr all das nicht zutraut.
In der Gemeinde trifft Imke auch auf die beiden Jungen Finn und Lasse, die durch einen Verkehrsunfall ihre Eltern verloren haben und nun bei den Großeltern aufwachsen. Dort werden sie zwar liebevoll betreut und umsorgt aber für die sehnlichsten Wünsche der beiden Jungen fehlt das Geld. Hier hilft Imke, indem sie an die Hilfsbereitschaft der Einheimischen appelliert und im Rahmen des Weihnachtsbasars Spenden sammelt, damit beide Jungen glücklich gemacht werden können. Das war auch ein Thema bzw. ein Handlungsstrang der mich bewegt hat.

„Winterlicht am Meer“ ist ein berührender Roman mit vielen weihnachtlichen Themen, ein bisschen Tiefgang, einer Liebesgeschichte und erzählt ebenfalls von Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Familie. Ich habe mich im winterlichen St. Peter-Ording und auch in dieser Geschichte wieder wohlgefühlt und empfehle sie gerne weiter!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 20.10.2025

Emotionaler Roman mit viel Hoffnung und Strickthemen

Sternenfunkeln im kleinen Strickladen in den Highlands
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Zum siebten Mal sind wir zu Gast im fiktiven Ort Callwell am Loch Lomond in den schottischen Highlands, wo der Winter eingekehrt ist.
Das junge Ehepaar Maighread und Joshua plant die Gründung einer Familie ...

Zum siebten Mal sind wir zu Gast im fiktiven Ort Callwell am Loch Lomond in den schottischen Highlands, wo der Winter eingekehrt ist.
Das junge Ehepaar Maighread und Joshua plant die Gründung einer Familie und wünscht sich ein Kind.
Als sie einen Termin in Glasgow haben und vorher noch ein Café aufsuchen, sieht Maighread eine frierende Obdachlose mit ihrem Hund in einem Eingang sitzen. Spontan bringt sie ihr ein heißes Getränk und etwas zu essen und schenkt ihr das warme, selbstgestrickte Tuch, das sie gerade trägt.
Durch diese Begegnung entwickelt sie eine Idee, die sie mit ihren Freundinnen ausarbeitet und organisiert.
Es gibt regelmäßige Stricktreffen, bei denen Socken gestrickt werden und ein Weltrekord ist das Ziel, der am Ende für Aufmerksamkeit sorgen soll und den Obdachlosen zu Gute kommen.
Doch neben diesen positiven Gedanken plagen Maighread und Joshua leider auch traurige Gedanken.

Es war schön, wieder nach Callwell in die schottischen Highlands zurückzukehren und all die lieb gewordenen Figuren wieder zu erleben.
Das junge Glück von Maighread und Joshua ist natürlich warmherzig und romantisch. Die beiden wünschen sich sehnlichst ein Kind und als Maighread dann endlich schwanger wird, ist die Freude und das Glück groß. Doch es trifft sie ein Schicksalsschlag, der mich beim Lesen auch traurig gemacht hat. Ich habe sehr für die beiden gehofft, dass ihre Liebe stark ist und sich alles für die junge Familie zum Guten wendet. Dabei war es schön zu beobachten, wie all die Freunde in Callwell den beiden zur Seite stehen.

Maighreads gutes Herz zeigt sich aber auch deutlich bei der Begegnung mit der Obdachlosen.
Es war so eine schöne Idee, die sie dann gemeinsam mit ihren Freundinnen Chloe und Amely entwickelt und organisiert.
Es sollen 36.000 Paar Socken gestrickt werden, die dann zum Wollfestival auf die längste Sockenleine der Welt gehangen werden. Dieser Weltrekordversuch soll Aufmerksamkeit für die Obdachlosen erzeugen, die nicht nur im Winter Hilfe benötigen, sondern die Socken sollen im Anschluss auch an sie verschenkt werden.
Begeistert war ich von der Nachricht aus dem Nachwort der Autorin, dass es diesen Weltrekordversuch auch in der Realität geben wird. Der Socken-Anstrick wird beim Swiss Yarn Festival 2026 sein und dann werden ein Jahr lang Socken gestrickt, die zu Sammelstellen gegeben werden können. Eine großartige Idee wie ich finde!

Gut gefallen haben mir auch die Begegnungen mit all den anderen bekannten und liebenswerten Figuren, über die es im Anhang auch ein Personenverzeichnis gibt. Chloe und ihr Mann Scott samt dem süßen kleinen Töchterchen Sheona, das Maighreads Patenkind ist. Aber auch Amely und Peter und das Granny-Kleeblatt Eilidh, die Haushälterin von Callwell Castle, Maighreads Großmutter Elisabeth und Chloes Großmutter Gwendolyn dürfen wieder ihren liebenswürdigen Charme in die Geschichte einbringen.
Wie gewohnt gibt es am Ende auch wieder Strickanleitungen für zwei Tücher und natürlich auch für Socken.

Dieser siebte Teil der Reihe um den kleinen Strickladen in den Highlands ist nicht nur von Leichtigkeit geprägt sondern behandelt auch ernstere Themen, die mich berührt haben. Trauer, Hoffnung und Liebe liegen im Leben nah beieinander und machen dieses Wohlfühlbuch zu einer emotionalen Geschichte, die ich gerne empfehle!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 16.10.2025

True Crime mit interessanten rechtsmedizinischen Themen

Mit kalter Hand
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Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao aus der BKA-Einheit „Extremdelikte“ in Berlin löst ihren dritten Fall.
Eigentlich sind es sogar zwei Fälle.
Sabine Yao wird als rechtsmedizinische Expertin um Unterstützung ...

Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao aus der BKA-Einheit „Extremdelikte“ in Berlin löst ihren dritten Fall.
Eigentlich sind es sogar zwei Fälle.
Sabine Yao wird als rechtsmedizinische Expertin um Unterstützung in einer Sonderkommission gebeten, die im Fall des „Pferderippers von Lübars“ ermitteln. Es wird befürchtet, dass die Tötung der Pferde nur der Anfang ist und der Täter auf die Tötung von Menschen umschwenkt.
Daneben gibt es einen weiteren Fall, denn es wird ein erhängter Mann in seiner Wohnung gefunden und eine Spaziergängerin findet in einem Waldstück einen menschlichen Fuss. Hängen diese Fälle zusammen und gibt es weitere Leichenteile?
Sabine Yao hat alle Hände voll zu tun.

Wie gewohnt startet der Fall mit der allmorgendlichen Frühbesprechung im rechtsmedizinischen Institut, in der die anliegenden Fälle verteilt werden. So erhält Sabine Yao auch den Auftrag, den Leiter der Soko im Fall des Pferderippers zu unterstützen. Auch wenn sie von sich sagt, sie habe keine Ahnung von der rechtsmedizinischen Untersuchung an Tieren.

Der Schwerpunkt dieses dritten Bandes der Reihe liegt diesmal eindeutig auf dem Thema der Rechtsmedizin, was ein bisschen zu Lasten der Spannung in Bezug auf die Taten geht. Dennoch fand ich es spannend zu erleben, in welchen kleinen Schritten und mit welchen detailreichen rechtsmedizinischen Untersuchungen Hinweise und Fakten gefunden werden können, die den polizeilichen Ermittlern dann weiterhelfen, um die Täter zu überführen.
Allerdings war das Ganze diesmal sehr detailliert und oft auch etwas sehr unappetitlich, da die Obduktionen bis ins kleinste Detail beschrieben werden. Es gibt zwar spannende Einblicke in dieses komplexe Thema, denen man auch als Laie gut folgen kann aber diesmal werden auch sehr viele Fachausdrücke verwendet, die man dann eigentlichen nachschlagen müsste. Hier hat der Autor uns vielleicht etwas zu viel zugemutet, aber das ist ja auch immer Geschmackssache.

Der Fall des Pferderippers war anfangs sehr undurchsichtig und man kam auch nicht so richtig voran. Doch irgendwann hatte auch Sabine Yao der Ehrgeiz gepackt sie schritt zur Tat, um die Ermittlungen voran zu bringen.
Interessant fand ich tatsächlich die Ähnlichkeiten bei der rechtsmedizinischen Untersuchung von Tieren zu denen bei Menschen. Auch hier können wichtige Schlüsse gezogen und Erkenntnisse gewonnen werden.

Der andere Fall gestaltete sich etwas spannender und hier gab es immer wieder mal Einblicke in die menschlichen Abgründe des Täters. Da habe ich gespannt verfolgt, wie die Ermittler ihm auf die Spur kommen können und schließlich den Fall auch aufklären.

Sabine Yaos Privatleben kommt auch diesmal wieder etwas zu kurz, was ich schade fand. Ich hätte gerne mehr persönliche Nähe zu dieser sympathischen Person gehabt.

Insgesamt war dieser dritte Band aus der Reihe um Sabine Yao nicht ganz so packend aber dennoch spannend und interessant. Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen für eine guten Lesefluss. Die fiktionale Erzählung echter Kriminalfälle war wieder interessant zu lesen und Liebhaber von True Crime und Rechtsmedizin werden ihre Freude daran haben!


Fazit: 4 von 5 Sternen




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Veröffentlicht am 10.10.2025

Sehr emotionale, bewegende Geschichte, traurig aber auch hoffnungsvoll

Seesternnächte
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Mit diesem Roman legt Manuela Inusa den zweiten Band ihrer Coastlines-Reihe vor. Die Romane sind aber unabhängig voneinander lesbar.

In dieser Geschichte geht es um die Schwestern Harmony und Hope, die ...

Mit diesem Roman legt Manuela Inusa den zweiten Band ihrer Coastlines-Reihe vor. Die Romane sind aber unabhängig voneinander lesbar.

In dieser Geschichte geht es um die Schwestern Harmony und Hope, die in Phoenix / Arizona leben.
Harmony ist Journalistin und hat der Liebe nach erlebten Enttäuschungen abgeschworen und möchte keine feste Beziehung mehr, da sie früher oder später doch wieder verlassen wird.
Beide Schwestern kümmern sich um ihre Mutter, die nach dem Tod des Vaters alleine lebt, das Haus nicht mehr verlässt und in ihrer eigenen Welt der TV-Seifenopern lebt.
Harmony ist Journalistin und gibt Menschen, die von der Gesellschaft oft übersehen werden, wie Obdachlose, die oft nur durch ein schlimmes Ereignis und unverschuldet in diese Situation geraten sind, eine Stimme. Sie spricht mit ihnen und erzählt deren Geschichten dann in der Zeitung, für die sie arbeitet.
Hope betreibt eine kleinen Schmuckladen und verlor ihren geliebten Ehemann nach nur wenigen Jahren Ehe.
Seit drei Jahren kämpft Hope gegen Leukämie. Nun zeigt eine erneute Kontrolluntersuchung, dass die Krankheit zurück ist, aggressiver denn je. Hope entscheidet sich gegen eine erneute Behandlung mit Chemotherapie. Sie äußert den Wunsch, ihre letzten Lebenswochen auf Key West zu verbringen, ihrem Herzensort, wo sie einst mit ihrem Ehemann so glücklich war. Und sie möchte gerne, dass Harmony sie dorthin begleitet.
Harmony tut sich sehr schwer damit, die Entscheidung von Hope zu akzeptieren, doch sie steht natürlich zu ihrer Schwester und verspricht ihr, sie zu begleiten. Sie bereitet noch einige Reportagen durch Gespräche vor und kann dann ihre Artikel auch auf Key West verfassen.
Die Schwestern bereiten alles vor und reisen dann nach Key West, wo sie ein Ferienhaus gemietet haben und Harmony tut alles, um Hope den Aufenthalt dort so schön wie möglich zu machen.

Der Roman beginnt mit einem Prolog, in dem wir 23 Jahre zuvor die beiden Schwestern als Kinder erleben und schon da kann man erkennen, wie nah sie sich stehen.
In der Gegenwart werden wir schnell mit Hopes furchtbarer Diagnose konfrontiert und ihrer Entscheidung, die sie dann auch ziemlich schnell trifft. Das ging mir sehr unter die Haut und ich hatte große Achtung vor Hope aber auch vor Harmony, die über ihre eigenen Grenzen gehen muss, wenn sie Hopes Entscheidung akzeptieren will.
Als die beiden gemeinsam zu der langen Reise von Arizona nach Key West / Florida, ganz im Süden der USA, aufbrechen, war klar, dass dies eine Reise ohne Wiederkehr für Hope werden wird.
Vor Ort erfüllt Harmony ihrer Schwester jeden Wunsch und die beiden genießen jeden Tag so gut es geht.
Im Nachbarhaus lebt Elias, ein Lehrer, der sich mit den Schwestern anfreundet und für Harmony schnell ein Freund und Unterstützer wird.
Als dann der Hurrikan aufzieht, wird die Situation bedrohlich und auch gefährlich. Ob es diese dramatische Situation nun wirklich gebraucht hätte, lasse ich mal dahin gestellt.
Doch in diesem Fall steht Elias, der sich mit dieser Gefahr auskennt, den Schwestern bei. Nach dem Hurrikan ist nichts mehr, wie es vorher war und Harmony muss Entscheidungen treffen.

Das Setting in Key West hat Manuela Inusa wunderbar beschrieben. Es gibt wunderschöne Strandszenen und Beschreibungen der Orte und auch schöne Erlebnisse wie Bootstouren um Delfine zu erleben und zu beobachten.
Ich war vor vielen Jahren mal für einen Tag auf Key West und hatte diesen wunderbaren Ort schnell wieder vor Augen und konnte gut verstehen, warum es für Hope ein Herzensort geworden ist.

Der Fokus der Handlung liegt sicher auf der engen Bindung der beiden Schwestern und allem, was Harmony für ihre Schwester tut.
Dennoch gibt es eine Liebesgeschichte, die zum Ende des Romans auch noch mal ein kleines Drama erfährt, was aus meiner Sicht auch nicht nötig gewesen wäre, aber zeigt, wie schwer sich Harmony mit der richtigen Entscheidung tut.

Manuela Inusa ist es wunderbar gelungen, die vielen dramatischen und auch traurigen Momente zwar eindringlich zu beschreiben aber dabei nicht zu dramatisch zu werden und auch nicht ständig auf die Tränendrüse zu drücken. Sie erzählt alles sehr feinfühlig und gefühlvoll, so dass die unterschiedlichen Emotionen gut bei mir ankommen. Beim Lesen ist mir klar, dass ich die letzten Wochen im Leben von Hope miterlebe und ich freue mich mit den beiden Schwestern über jeden glücklichen Moment.

„Seesternnächte“ ist ein emotionaler Roman über eine enge Schwesternbeziehung, Familienbande, Freundschaft, Verlust, Trauer, Hoffnung und Neuanfang. Es gibt viele schöne Botschaften, Freud und Leid liegen nah beieinander und dazu kommt noch eine Prise Liebe und ein zauberhaftes Setting! Ich empfehle den Roman trotz des traurigen Themas sehr gerne!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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