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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2025

Inspirierende Lebenslektionen über Verlust, Resilienz und Lebensfreude

Das Leben ist ungerecht
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Das Buch hat mich mit den ersten Sätzen in den Bann gezogen. Wer Miriam Höller kennt, weiß, was ihr widerfahren wird. Wer sie kennt, weiß auch, was für eine starke Frau sie ist. Beim Lesen ihres Buchs ...

Das Buch hat mich mit den ersten Sätzen in den Bann gezogen. Wer Miriam Höller kennt, weiß, was ihr widerfahren wird. Wer sie kennt, weiß auch, was für eine starke Frau sie ist. Beim Lesen ihres Buchs erfährt man nun mehr über ihren Verlust, ihre Resilienz und wie sie ihre Lebensfreude wiedergefunden hat.

Cover und Gestaltung
Das Cover gefällt mir persönlich nicht so gut. Der Titel mutet etwas plump und reißerisch an, was wirklich schade ist, denn die Erzählweise finde ich viel feinfühliger und differenzierter.

Thema und Umsetzung
Das Buch beschäftigt sich mit einschneidenden Lebensveränderungen und der Kunst, sich davon nicht unterkriegen zu lassen. Trotz der teils schweren Thematik verliert es nie an Leichtigkeit und Hoffnung. Mir gefällt auch ihr Blickwinkel auf das Gefühl von Ungerechtigkeit. So schreibt sie an einer Stelle: "Das, was sich ungerecht anfühlt, ist nicht das Leben, sondern der Verlust der Illusion vom Leben, an die wir uns klammern." Sätze wie diese regen zum Nachdenken an.

Schreibstil
Miriam Höllers Sprache ist zugänglich, flüssig und direkt. Folgendes Zitat spiegelt das für mich gut wieder: "Erst der Tod macht das Leben wertvoll. Erst der Misserfolg adelt den Erfolg. Erst die Zerbrechlichkeit lässt uns die Gesundheit wertschätzen." Zahlreiche Sätze wie diese habe ich mir markiert, weil sie wertvolle Denkanstöße bieten. Insgesamt merkt man, dass sie authentisch schreibt und ihre persönlichen Erfahrungen ungeschönt wiedergibt. Die Kombination aus erzählerischen Passagen und reflektierenden Abschnitten macht das Buch sowohl spannend als auch inspirierend.

Fazit
„Das Leben ist ungerecht – und das ist gut so“ ist weit mehr als eine autobiografische Erzählung. Es ist ein Mutmachbuch, das inspiriert, ohne belehrend zu wirken. Miriam Höller beweist, dass persönliche Schicksalsschläge nicht das Ende, sondern der Beginn eines neuen Weges sein können.
Sie erfüllt mit ihrem Buch genau das, was sie selbst an einer Stelle zum Umgang mit Herausforderungen schreibt: "Dabei helfen uns die Beispiele anderer, denn sie inspirieren uns, Lösungen für unseren Schmerz zu finden. Mit ihrer Unterstützung lernen wir sehen, was wir selbst als Gefangene unserer Emotionen gerade nicht aus eigener Kraft sehen können."
Ihr Buch ist genau so ein Beispiel. Daher für mich eine klare Leseempfehlung für alle, die nach einer motivierenden und lebensbejahenden Perspektive suchen.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ehrlich, traurig und mutmachend zugleich

All the Way to the River
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„Wie in vielen Beziehungen zeigten sich unsere besten Eigenschaften und unsere Charakterfehler gleichzeitig“, schreibt Elizabeth Gilbert über ihre Freundin und spätere Geliebte Rayya und sich selbst. Ich ...

„Wie in vielen Beziehungen zeigten sich unsere besten Eigenschaften und unsere Charakterfehler gleichzeitig“, schreibt Elizabeth Gilbert über ihre Freundin und spätere Geliebte Rayya und sich selbst. Ich liebe die Bücher von Elizabeth Gilbert und dieses Buch ist wirklich besonders.

Sie schreibt mit einer Mischung aus schonungsloser Ehrlichkeit, leiser Ironie und einer tiefen Menschlichkeit, die mich gleichzeitig lachen, schlucken und nachdenken ließ. Mehrfach kam mir beim Lesen der Gedanke: „Das hat sie nicht wirklich gedacht / gesagt / getan.“ Gilbert seziert die dysfunktionalen Dynamiken zwischen sich und Rayya mit einer unglaublichen Klarheit und Selbstreflexion. Selten habe ich erlebt, dass jemand so mutig über die eigenen Fehler, Muster und Verletzlichkeiten schreibt, ohne sich dabei zu verstecken

Ich habe das Buch in vier Tagen verschlungen, mitten im Umzugschaos.
Am Ende bleibt nichts als Bewunderung für diesen Mut, sich vor der eigenen Leserschaft quasi so nackt zu machen und so bedingungslos die eigenen Verfehlungen und Schwächen zu reflektieren.

Das Buch ist keine leichte Kost und dennoch in meinen Augen eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Wunderbarer Wohlfühl-Roman mit Tiefgang

Die geheime Sehnsucht der Bücher
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Mein Fazit in aller Kürze: Ich habe wirklich alles an diesem Buch geliebt. Wenn man sich bei und nach dem Lesen wohler, zuversichtlicher und glücklicher fühlt als vorher scheint das Buch eine ganz hervorragende ...

Mein Fazit in aller Kürze: Ich habe wirklich alles an diesem Buch geliebt. Wenn man sich bei und nach dem Lesen wohler, zuversichtlicher und glücklicher fühlt als vorher scheint das Buch eine ganz hervorragende "literaturmedizinische" Unterstützung gewesen zu sein. Und damit sind wir dann auch schon beim Thema des Buchs ;)

Das ausführlichere Fazit:
Nina George lädt in "Die geheime Sehnsucht der Bücher" die Leser:innen erneut auf das Bücherschiff von Monsieur Perdu ein. Erst beim Lesen des Buches ist mir aufgefallen, dass es ein Folge-Roman ist. Die zwei Vorgänger-Bücher habe ich nicht gelesen. Das werde ich auf jeden Fall nachholen. Gleichwohl habe ich nicht den Eindruck gehabt, dass mir Kontext fehlt.
Die Atmosphäre des Buchs ist bezaubernd, die Charaktere liebenswürdig, die Sprache feinfühlig und gewitzt. Ich habe mich wirklich rundum wohl gefühlt beim Lesen und wäre gern noch länger in dieser Welt geblieben.

Als bibliophile Person mag ich das zentrale Motiv des Romans sehr, welche Kraft die Bücher haben. So ist die "Pharmacie Littéraire" eine ganz wundervolle Metapher für die heilende Wirkung von Geschichten. Dabei bleibt es aber nicht. Denn auch erschreckend aktuelle Themen wie Zensur und Bücherverbote greift die Autorin auf, was dem Buch noch mehr Aktualität und Tiefgang verleiht.

Für mich ist der einzige kleine Wermutstropfen das Ende, welches im Vergleich zum sonst sehr fein ausbalancierten Roman etwas "klebrig-zuckergussartig" daherkommt. Dennoch bleibt der Gesamteindruck durchweg positiv!

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Wie eine Packung Pralinen

Segen und Glück
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„Segen und Glück“ von Paulo Coelho ist eine Sammlung kurzer Texte, Fabeln und Gedanken, die zur persönlichen Reflexion und inneren Weiterentwicklung einladen. In knapper, leicht zugänglicher Form greift ...

„Segen und Glück“ von Paulo Coelho ist eine Sammlung kurzer Texte, Fabeln und Gedanken, die zur persönlichen Reflexion und inneren Weiterentwicklung einladen. In knapper, leicht zugänglicher Form greift Coelho Themen wie Achtsamkeit, Demut, Großzügigkeit und den bewussten Umgang mit dem eigenen Leben auf.

Das Buch besteht aus vielen kurzen Text-Häppchen, die sich schnell lesen lassen, dabei jedoch unterschiedlich tief wirken. Nicht jede Geschichte hat bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, doch es gab zahlreiche Passagen, die mich berührt und zum Nachdenken angeregt haben. Besonders schön ist, dass neben bekannten Erzählungen auch viele neue Texte enthalten sind, die man nicht bereits aus anderen Werken kennt.

Trotz der geringen Seitenzahl ist dies für mich kein Buch, das man am Stück verschlingen sollte. Vielmehr entfaltet es seine Wirkung, wenn man es langsam liest – ähnlich wie Pralinen, die man sich bewusst Stück für Stück gönnt. So bleibt Raum, die Gedanken wirken zu lassen, ohne sich geistig zu „überladen“.

Im direkten Vergleich konnte das Buch für mich persönlich nicht ganz mit anderen Textsammlungen dieses Genres mithalten, etwa mit Jorge Bucays „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“. Möglicherweise liegt das daran, dass Bucay seine Texte stärker in einen übergeordneten erzählerischen Rahmen einbettet und ihnen dadurch zusätzliche Tiefe verleiht.

Nichtsdestotrotz ist „Segen und Glück“ eine klare Empfehlung für alle, die kurze Weisheiten, Fabeln, Märchen und Aphorismen schätzen und gerne immer wieder kleine Impulse für den Alltag entdecken möchten. Ein Buch zum Innehalten, Wiederlesen und Weiterdenken.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Durchdacht, schön, motivierend

Smart & Steady – Erfolgreich sein, ohne sich zu verbiegen
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Ich habe mich unglaublich darüber gefreut, dass Sophia Thora ein Buch geschrieben hat und ich es auch als Rezensionsexemplar lesen durfte. Als ich das Buch ausgepackt habe, hat es mich direkt erst einmal ...

Ich habe mich unglaublich darüber gefreut, dass Sophia Thora ein Buch geschrieben hat und ich es auch als Rezensionsexemplar lesen durfte. Als ich das Buch ausgepackt habe, hat es mich direkt erst einmal mit Äußerlichkeiten begeistert. Das Hardcover-Buch fühlt sich schön an, hat ein tolles Format und die Gestaltung mit viel Farbe und ansprechenden Grafiken ist einfach komplett nach meinem Geschmack. Dieses Buch ist rein optisch schon rundum gelungen.

Nun zu den inneren Werten: Sophia Thoras Schreibstil ist klar, direkt und sehr reflektiert. Es fällt leicht, den sachlichen Inhalten aus dem Buch zu folgen. Besonders gut gefallen mir die persönlichen Beispiele von ihr, die die theoretischen Konzepte mit Leben füllen. Ebenfalls super gefallen haben mir die zahlreichen Übungen bzw. meist Reflexionsfragen. Ich liebe persönlich sowas sehr und kann mir gut vorstellen, einige davon auch beim Journaling zu integrieren für die stetige Reflexion meiner persönlichen Ziele.

Was mir nicht ganz so gut gefallen hat: Sophia Thora erläutert einige in meinen Augen sehr hinlänglich bekannte Konzepte recht ausführlich. So beschreibt sie beispielsweise anfangs direkt, in welchen Bereichen (z. B. Beruf, Finanzen, Freizeit) man sich Ziele setzen kann. Das war mir gelegentlich etwas zu selbsterklärend und damit auch langweilig / zäh beim Lesen. Für Einsteiger:innen mag das aber in der Tat hilfreich und interessant sein, somit ist die Bewertung sicherlich recht subjektiv.
Schade fand ich zudem, dass das Quellenverzeichnis sehr kurz war. Bei einem Sachbuch mag ich es, mich beim Lesen direkt weiter inspirieren zu lassen – dies fällt bei „Smart & Steady“ allerdings wirklich knapp aus.

Alles in allem ein gutes Einsteigerbuch in Sachen bedürfnisgerechter Zielsetzung und -realisierung, das inspiriert und motiviert ohne zu überfordern.

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