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Veröffentlicht am 06.11.2025

Gelebte Diversität

Wir sind (die) Weltklasse
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„Wir sind (die) Weltklasse“ richtet sich an Kinder ab etwa acht Jahren und überzeugt durch seine lebendige, alltagsnahe und diverse Darstellung des Schullebens. Die Geschichte folgt Adam, der mit seiner ...

„Wir sind (die) Weltklasse“ richtet sich an Kinder ab etwa acht Jahren und überzeugt durch seine lebendige, alltagsnahe und diverse Darstellung des Schullebens. Die Geschichte folgt Adam, der mit seiner Familie von Polen nach Deutschland zieht und sich an einer neuen Schule in der "Igelklasse" zurechtfinden muss. Zum Glück findet er schnell Anschluss, denn in seiner Klasse kommt jeder „von irgendwoher“.

Die Figuren wachsen einem schnell ans Herz. Besonders die Lehrerin beeindruckt durch ihre einfühlsame und kompetente Art, große und kleine Probleme der Kinder zu lösen. Auch die anderen Kinder sind bunt und vielfältig – die gelebte Diversität der Klasse wird authentisch dargestellt und bietet gleichzeitig Einblicke in die polnische Kultur.

Der Sprachstil ist bewusst einfach gehalten, passend für die Zielgruppe. Die Handlung wirkt stellenweise etwas chaotisch und der rote Faden ist nicht immer klar erkennbar, dennoch macht gerade die lebendige Erzählweise den Charme des Buches aus. Lustige Szenen lockern die Geschichte auf, und die Illustrationen unterstützen das Lesevergnügen zusätzlich.

Die Botschaft des Buches ist wertvoll und klar: Herkunft spielt keine Rolle – alle Kinder sind gleich viel wert, jeder bringt eigene Stärken und Schwächen mit. Das Buch vermittelt Zusammenhalt, Freundschaft und das Überwinden kultureller Unterschiede – Themen, die in Zeiten zunehmender rechtsgerichteter Tendenzen besonders wichtig sind.

Alles in allem ist „Wir sind (die) Weltklasse“ ein warmherziges, lebensnahes Buch, das Kinder zum Nachdenken anregt, Empathie fördert und Mut macht, Vielfalt zu leben. Eine klare Empfehlung für junge Leser:innen und ein bereichernder Beitrag zu Themen wie Inklusion, Freundschaft und Zusammenhalt.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Ein vielversprechender Auftakt

House of Ash and Shadow - Die goldene Stadt 1
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Fallon lebt von Geburt an mit einem Fluch: Jede Berührung bereitet ihr unerträgliche Schmerzen. Als sie, um ihren sterbenskranken Vater zu retten, einen Heiler aus der nahe gelegenen goldenen Stadt der ...

Fallon lebt von Geburt an mit einem Fluch: Jede Berührung bereitet ihr unerträgliche Schmerzen. Als sie, um ihren sterbenskranken Vater zu retten, einen Heiler aus der nahe gelegenen goldenen Stadt der Fae engagiert und dieser sie versehentlich berührt, bleiben erstmals in ihrem Leben die Schmerzen aus. Nachdem der Heiler Ariyon von ihrem Fluch erfährt, flieht er jedoch und Fallon wird nachfolgend von der Fae-Königin der goldenen Stadt an die Akademie verschleppt. Vor Ort erfährt Fallon nach und nach, was es mit ihrem Fluch und ihrer wahren Herkunft auf sich hat. Schon bald muss sie sich fragen, wer im Spiel Böse und wer wirklich Gut ist...

Ich bin ganz ohne Erwartungen in dieses Buch gestartet (es ist mein erstes der Autorin gewesen) und wurde positiv überrascht! Zwar deutete sich von Anfang an an, dass wir in eine Romantasy-Welt eintauchen, aber im Mittelpunkt stand erfreulicherweise nicht die Liebesgeschichte, sondern Fallons Herkunft, ihre Kräfte und ihre Zukunft. Das fand ich sehr erfrischend, denn nichts nervt mich mehr, als wenn eine Protagonistin nach dem ersten Blickkontakt mit dem Love Interest plötzlich jede Handlungskompetenz verliert.

Die Geschichte entwickelte sich eher langsam, was mir anfangs etwas schleppend vorkam. Als ich dann gesehen habe, dass die Reihe nicht zwei, sondern drei Bände umfasst, passte das Tempo für mich jedoch wieder. So hat Leia Stone genügend Raum, um ihre Welt, das Magiesystem und die Akademie einzuführen. Seit Fallon an eben dieser angekommen ist, war ich komplett in der Geschichte angekommen und habe als Academia-Setting-Fan die Seiten verschlungen.

Fallon selbst war mir unglaublich sympathisch. Sie hat so viel durchgemacht, und ich habe jede Emotion mit ihr mitgefühlt. Ich mochte sehr, dass Fallon tough ist, aber gleichzeitig verletzlich blieb. Auch andere Figuren wie ihre Freundin Eden oder auch ihr Vater waren gut ausgearbeitet und boten etwas für's Herz! Die beiden Love Interests Ayden und Ariyon dagegen blieben für mich zwiespältig. Der Romantasy-Anteil mit Fallon und ihren Love Interests wirkte auf mich teilweise ein bisschen jugendlich-naiv. Hier merkte ich deutlich das jüngere Zielpublikum. Mir gefiel allerdings, dass man nicht von Beginn an vorhersehen konnte, wer von den Figuren Böse oder Gut ist.

Mein heimlicher Favorit ist und bleibt jedoch Fallons Rabe, der im Verlauf der Geschichte in Erscheinung tritt. Ich musste so lachen, als er zum ersten Mal auftauchte – seine sarkastischen Kommentare haben einfach jedes Kapitel aufgelockert.

Die Sprache ist insgesamt einfach gehalten. Das machte das Buch leicht lesbar, ließ aber manchmal etwas von der „Magie“ in der Erzählweise vermissen. Es entspricht damit Jugendfantasy für 14–16 Jährige. Seit Fallon an der Akademie war, hatte mich die Geschichte dann aber völlig gepackt. Ich mochte sehr, dass wir mit ihr zusammen alles entdecken.

Das Ende des Romans hat mich dann mit seiner Wendung völlig überrascht! Es war spannend, emotional und hat extrem viele Fragen offengelassen. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf Band 2 und muss mich nun bis Februar gedulden.

Fazit: "House of Ast and Shadow – Die goldene Stadt 1" hat mich trotz kleiner Schwächen echt begeistert. Ich habe mit Fallon mitgelitten, mitgefiebert und gelacht und, obwohl die Sprache etwas schlicht war und die Lovestory nicht immer überzeugt hat, konnte ich das Buch am Ende kaum noch aus der Hand legen.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

6 Schicksale, 1 Wettkampf

Immortal Consequences – Die Blackwood Academy Trials
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Inhalt: Seit sie nach ihrem Tod an der Blackwood Academy gelandet ist, muss Wren verlorene Seelen auf die andere Seite begleiten. Nur alle zehn Jahre gibt es die Möglichkeit, einen magischen Wettkampf ...

Inhalt: Seit sie nach ihrem Tod an der Blackwood Academy gelandet ist, muss Wren verlorene Seelen auf die andere Seite begleiten. Nur alle zehn Jahre gibt es die Möglichkeit, einen magischen Wettkampf zu gewinnen und von dieser Aufgabe erlöst zu werden – um zur Elite aufzusteigen oder für immer auf die Andere Seite zu gehen. Wren tut alles dafür, sich die Nominierung zu sichern. Doch mit diesem Wunsch ist sie nicht allein. Sie muss gegen den gut aussehenden August antreten, ihren härtesten Rivalen und Gegenstand ihrer Träume. Und er ist nicht der Einzige: Irene und Masika, Emilio und Olivier – an der Blackwood Academy gibt es starke Konkurrenz und noch mehr Geheimnisse ...

Ich habe mich schon vorab wahnsinnig auf diesen Roman gefreut - und allein der Farbschnitt und der Umschlag sind ja mal ein Hingucker! Der Einstieg fiel mir zunächst etwas schwer – vor allem, weil die Handlung aus den Perspektiven von insgesamt sechs Figuren erzählt wird. Durch diesen häufigen Wechsel brauchte ich eine Weile, um mich zurechtzufinden und eine emotionale Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Die Erzählweise in der dritten Person sorgte zusätzlich für eine gewisse Distanz – die Figuren wirken insgesamt eher unnahbar, auch wenn sie interessant und vielschichtig angelegt sind.

Trotzdem gelingt es der Autorin, eine spannende, geheimnisvolle Atmosphäre aufzubauen. Besonders wichtig empfand ich für das Verständnis die Infodump-Passagen, da sie mir halfen, das komplexe Gefüge der Blackwood Academy und der magischen Regeln besser zu verstehen.

Die Geschichte entfaltete sich langsam, aber stetig – zunächst undurchschaubar, dann immer packender. Das Setting der Trials erinnerte mich stellenweise an "Harry Potter und der Feuerkelch" mit seinem magischen Wettkampfcharakter, hatte aber gleichzeitig eine ganz eigene, düstere Note Richtung Tribute von Panem.

Der offene Ende ist fies – ich möchte am liebsten sofort weiterlesen und erfahren, wie es mit Wren, August, Irene, Masika, Emilio und Olivier weitergeht.

Fazit: Ein atmosphärischer, komplexer Auftakt mit vielen Perspektiven und einem interessanten Wettkampf-Setting. Der Einstieg erfordert Geduld, belohnt aber mit einer vielschichtigen Geschichte, die Lust auf die Fortsetzung macht.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Magie zum Wohlfühlen

A Dark and Secret Magic
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"A Dark and Secret Magic" von Wallis Kinney ist ein Roman, der auf leisen Sohlen daherkommt, aber schnell eine eindringliche Wirkung entfaltet. Mit warmen Herbsttönen, einer eindrucksvoll ausgestalteten ...

"A Dark and Secret Magic" von Wallis Kinney ist ein Roman, der auf leisen Sohlen daherkommt, aber schnell eine eindringliche Wirkung entfaltet. Mit warmen Herbsttönen, einer eindrucksvoll ausgestalteten Welt und einer stimmungsvoll erzählten Geschichte gelingt es der Autorin, ein besonderes Leseerlebnis zu schaffen, das zwischen Gemütlichkeit und angenehmer Spannung balanciert.

Im Fokus des Romans steht Protagonistin Hecate alias Kate. In ihrem gemütlichen Hexenhäuschen hat sie sich mit Kater Merlin ein geruhsames Leben eingerichtet. Als sie jedoch von heute auf morgen das Halloweenfest für ihren Hexenzirkel ausrichten soll und dann noch der geheimnisvolle Schattenmagier Matthew, auf den sie sich wegen seiner verbotenen Magie eigentlich gar nicht einlassen dürfte, vor der Tür steht, gerät ihre Welt langsam aber sicher aus den Fugen.

Hecate als Figur fand ich sehr interessant. Sie ist eine Heckenhexe, was mir so noch nicht begegnet war, und steht zu Beginn des Romans kurz vor ihrem 31. Geburtstag und ist damit wohltuend anders als viele Heldinnen des Genres. Ihre Perspektive verlieh der Handlung eine erwachsene Note und erlaubte feinere emotionale Nuancen, als man sie in vergleichbaren Fantasyromanen häufig findet. Matthew fungiert als männlicher Gegenpart zu Kate und vereint ein mysteriöses, verbotenes Element mit einer warmherzigen, respektvollen Art. Anstatt in stereotype Muster zu verfallen, präsentiert die Autorin mit Matthew einen Charakter, der sympathisch und glaubwürdig auf mich wirkte. Die langsam wachsende Bindung zwischen Kate und Matthew ist fein gezeichnet und entwickelte sich mit einem realistischen Tempo.

Das Worldbuilding empfand ich als außergewöhnlich detailreich. Die Autorin beschreibt ihre magische Welt so lebendig, dass sie beim Lesen greifbar wird: die klar strukturierte Magie, die an ein kunstvolles Handwerk erinnert, die liebevoll ausgestalteten Orte und nicht zuletzt die kulinarischen Details, die die Sinne ansprechen. Besonders eindrucksvoll ist die dichte Herbstatmosphäre, die das gesamte Buch trug. Das Herbstfest, das im Roman eine zentrale Rolle spielt, ist ein Paradebeispiel für diese gelungene Atmosphäre – so stimmungsvoll, dass man es am liebsten selbst besuchen würde.

Die emotionale Dimension des Romans zeigte sich besonders in Hecates Einsamkeit zu Beginn der Geschichte. Ihre Isolation, eng verwoben mit ihrer magischen Begabung, verlieh der Erzählung Tiefe und Melancholie. Die Vielzahl an ambivalenten oder egoistischen Nebenfiguren – darunter Familienmitglieder und Zirkelmitglieder – sorgte für zusätzliche Spannung, auch wenn nicht alle Figuren am Ende eine klare Entwicklung oder Konsequenzen erfahren. Gerade diese moralischen Grauzonen machten den Roman interessant, auch wenn sie bisweilen etwas unausgewogen wirkten.

So überzeugend Atmosphäre und Figurenzeichnung sind, so zurückhaltend präsentierte sich der Showdown. Der finale Konflikt wirkte vergleichsweise schlicht und schnell aufgelöst – hier hätte die Geschichte mehr Raum und Komplexität vertragen können. Auch die Darstellung von Matthews Verhalten gegenüber Kate wirkte auf mich etwas idealisiert, zu überbehütend und weniger differenziert als der Rest der Figurenzeichnung. Ein Epilog hätte dem Buch gutgetan, um Kates Zukunft und mögliche Veränderungen in der magischen Gesellschaft nachzuzeichnen.

Fazit: A Dark and Secret Magic ist ein atmosphärisch dichter, liebevoll erzählter Fantasyroman, der mit einer reifen Protagonistin, sorgfältig gestaltetem Worldbuilding und einem starken Sinn für Stimmung überzeugt. Kleinere erzählerische Schwächen im Finale können die insgesamt gelungene Lektüre nur wenig schmälern und ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Magie im Teebecher

Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint
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Schon das Äußere von Thea Magica ist ein echter Hingucker: Das Cover ist wunderschön gestaltet, der Farbschnitt macht das Buch zu einem Schmuckstück im Regal und die kleinen Illustrationen, die den Text ...

Schon das Äußere von Thea Magica ist ein echter Hingucker: Das Cover ist wunderschön gestaltet, der Farbschnitt macht das Buch zu einem Schmuckstück im Regal und die kleinen Illustrationen, die den Text begleiten, runden das Leseerlebnis perfekt ab.

Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Robin, die mir von Anfang an sehr sympathisch war. Sie kommt neu an eine Schule in Port Mint, entdeckt dort nicht nur ihre magischen Fähigkeiten, sondern findet mit Mailin und Cornelius auch zwei neue Freunde. Gemeinsam gehen sie mysteriösen Ereignissen im Ort auf den Grund – während Robin ihre magische Gabe geheim halten muss, weil diese eigentlich als gefährdend erachtet wird. Die Dynamik zwischen den drei Freunden ist süß und angenehm zu lesen.

Besonders gut hat mir die Idee gefallen, Magie mit Tee zu verbinden – eine originelle und charmante Idee, die hervorragend zur cozy Stimmung passt. Die Geschichte selbst ist insgesamt rund erzählt und verliert sich nicht in endlosen Erklärungen. Ich mochte, dass Robin nicht naiv ist, sondern Dinge direkt anspricht und hinterfragt.

Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen – besonders am Anfang und im Finale – etwas mehr Tiefe und Erklärungen gewünscht. Die Handlung wird dort recht schnell abgehandelt, was schade ist, da die Grundidee so viel Potenzial bietet. Auch stilistisch hätte es an einigen Stellen noch ein wenig ausgefeilter sein dürfen.

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist Thea Magica für mich eine richtig gemütliche Jugendgeschichte mit einem schönen Setting, einer sympathischen Heldin und einer spannenden Idee. Das offene Ende macht definitiv Lust auf Band 2 und ich freue mich schon darauf, wieder in Robins magische Welt einzutauchen.

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