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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2025

Eine richtig gute Geschichte

Little Germany - Der Geschmack von Freiheit
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New York 1904: Little Germany ist erstarrt in Trauer um die Toten der Katastrophe auf der "General Slocum". Auch Lissi und Julia hat das Schicksal nicht verschont, doch sie kämpfen um den Erhalt ihrer ...

New York 1904: Little Germany ist erstarrt in Trauer um die Toten der Katastrophe auf der "General Slocum". Auch Lissi und Julia hat das Schicksal nicht verschont, doch sie kämpfen um den Erhalt ihrer Bäckerei. Als immer mehr vertraute Menschen Little Germany verlassen, sehen die Freundinnen ein, daß auch sie einen Neuanfang wagen müssen. Sie eröffnen eine Confiserie am German Broadway und bald werden sie durch ihre internationalen Leckereien berühmt. Auch privat müssen sie Entscheidungen treffen, die ihr Leben stark verändern werden. Aber zum Glücklichsein muß man manchmal Mut beweisen.

Der zweite Teil der "Little Germany" Saga beginnt gleich mit der Tragödie auf der "General Slocum". Dadurch ist der Teil, der den Titel "Der Geschmack von Freiheit" trägt, zunächst von Trauer gezeichnet. Das erzählt die Autorin Maria Nikolai mit sehr bewegenden Worten. Auch den Kampf der Menschen um Normalität nach der Trauer beschreibt die Autorin einfühlsam. Die Handlung wirkt so natürlich und lebensnah, als wäre alles genau so gewesen und nicht erdacht. Obwohl mir der erste Teil vielleicht eine Spur besser gefallen hat, finde ich dieses Buch ganz hervorragend. Man vergisst beim Lesen schnell den eigenen Alltag und träumt sich in die neue Welt zu Anfang des jungen 20. Jahrhunderts. Für mich ist dieses Buch einfach sehr gelungen!

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Schwedische Gemütlichkeit trifft Spannung

Knäckeblut
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Es ist Inas erster Winter in Smaland. Die Bewohner des Tingsmälahofes veranstalten einen Kunsthandwerkermarkt. Der Höhepunkt des Festes soll ein Weltrekordversuch des Glasbläsers Oskar sein. Doch der erscheint ...

Es ist Inas erster Winter in Smaland. Die Bewohner des Tingsmälahofes veranstalten einen Kunsthandwerkermarkt. Der Höhepunkt des Festes soll ein Weltrekordversuch des Glasbläsers Oskar sein. Doch der erscheint einfach nicht und bleibt auch Tage später noch verschwunden. Für Krimiöiebhaberin Ina ist die Sache klar: Ein Verbrechen ist geschehen! Nun muß sie ihren Beinahe-Schwiegersohn und Polizisten Lars nur noch davon überzeugen, daß er Ermittlungen aufnehmen soll. Als dann der Schlittenhundeführer Ingmar tot im Schnee gefunden wird und es in der Gegend zu kuriosen Einbrüchen kommt, kann Ina nicht anders: Sie ermittelt auf eigene Faust!

Der neue Krimi von Björn Berenz ist mal wieder sehr humorvoll. Der Titel "Knäckeblut" verspricht nicht zu viel: Es fließt Blut! Trotzdem ist dieser Krimi eine locker geschriebene Geschichte über das Leben in Schweden. Die Menschen sind auch im tiefsten Winter ganz entspannt und genießen das Leben in der Gemeinschaft ihres Seniorenhofes. Daß diese Gemeinschaft immer größer wird, dafür sorgen schon die Familienmitglieder der Hauptperson Ina. Die Geschichte verbreitet so eine Gemütlichkeit, daß man sich sofort auf den Weg nach Schweden machen möchte, um auch dabei zu sein. Der schwedische Sprachkurs wird im Buch sogar mitgeliefert. Und spannend ist dieser Krimi natürlich auch! Eben ein echter Wohlfühlkrimi!

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Vote for Renate

Ihr habt es gut, ihr habt ja mich
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Renate Bergmann wird gebraucht! Sohn Stefan benötigt im brandenburgischen Spreeweide Hilfe im Haushalt, denn Ehefrau Ariane muß ihrem Vater im elterlichen Betrieb helfen. Kaum in Spreeweide angekommen, ...

Renate Bergmann wird gebraucht! Sohn Stefan benötigt im brandenburgischen Spreeweide Hilfe im Haushalt, denn Ehefrau Ariane muß ihrem Vater im elterlichen Betrieb helfen. Kaum in Spreeweide angekommen, prangert sie bei Bürgermeister Brummer Mißstände an. Sein Kommentar: "Dann kandidieren Sie doch!" bringt Renate Bergmann auf den Plan. Sie kandidiert als Gemeinderätin. Geschickt mischt sie sich unter die Bewohner, um möglichst viel über das Dorf zu erfahren.

Renate Bergmann schmeißt in "Ihr habt es gut, ihr habt ja mich" ihren Hut in den Wahlkampfring. Wie gewohnt schreibt sie hier mit losem Mundwerk, was ihr alles so in Spreeweide passiert. Ihre Begegnungen mit Bürgermeister Brummer und den Dorfbewohnern sind einfach witzig. Dabei prangert sie Mißstände an, über die man ganz nebenbei nachdenklich wird. Renate packt an, so baut sie aus einer alten Telefonzelle eine Büchertauschstelle und auch so versucht sie, das Dorfleben ein wenig aufzumöbeln. Ihre Aktionen bringen hier Tiefgang ins Buch, wird hier doch versteckt aufgezeigt, was jeder selbst tun kann, ohne sich auf die Politiker zu verlassen. Gemeinsam mit ihren Freunden schafft sie einfach alles - und das auf ganz besonders liebreizende und sympathische Art. Nun kann man gespannt sein, was Renate noch so in Spreeweide anstellt. Ich bin schon sehr gespannt darauf!

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Absolut gelungen

Kruzifix und Kräuterschnaps
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Krindelsdorf soll durch eine archäologische Ausgrabung endlich einmal für positive Nachrichten sorgen. Doch daraus wird nichts, denn wieder gibt es eine Leiche! Der emerierte Professor für Kirchengeschichte, ...

Krindelsdorf soll durch eine archäologische Ausgrabung endlich einmal für positive Nachrichten sorgen. Doch daraus wird nichts, denn wieder gibt es eine Leiche! Der emerierte Professor für Kirchengeschichte, Theobald Gottlieb, liegt tot in der Grabungsstelle. Todesursache: Ein Kruzifix in seinem Schädel! Kommissar Hirschberg und Kommissarin Hansen finden schnell heraus, daß Gottlieb nicht nur ein Alkoholproblem hatte, sondern auch allseits unbeliebt war...

Jessica Müller schickt ihr bewährtes Team Hirschberg und Hansen wieder erfolgreich in die Ermittlungen. Hirschberg, der mit Frau Susan und Sohn Julian noch immer Tante Isobel und Dornberg mit ihren Möpsen Picasso und Queen Laurel beherbergt, muß sich diesmal nicht nur um den Mord kümmern, sondern auch noch einen Schock überwinden. Es kündigt sich Nachwuchs an - allerdings nicht bei Susan, sondern bei Picasso und Queen Laurel. Dazu steht er vor der Entscheidung, ob er eine ranghöhere Stelle annehmen soll. Die Ermittlungen im Fall Gottlieb gestalten sich ebenfalls schwierig, treffen er und Hansen auf sehr viele Verdächtige und bald steht das halbe Dorf unter Verdacht. Somit hat man auch als Leser sehr viel zu rätseln und die Lösung läßt bis zum Schluß auf sich warten. Dadurch bleibt dieser Fall von Beginn bis Ende spannend und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Jessica Müller schreibt locker und humorvoll. Die Passagen mit Pfarrer Schmalzengruber sind immer wieder herrlich und auf ihn kann man sich verlassen. Wenn er auftaucht, wird es urkomisch. Ich liebe Krindelsdorf und seine Bewohner, die allesamt auf ihre Art liebenswert und urig sind und bin schon sehr gespannt, wie es dort weitergeht - vor allem auch mit dem hündischen Nachwuchs. Denn da ist Spaß garantiert. Zumindest für den Leser - für die Hirschbergs wohl eher nicht.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Bären - groß und empfindsam

Botschafter des Waldes
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Michaela Skuban forscht seit fast 20 Jahren in der Slowakei zu wildlebenden Bären. Ihre Mission ist das Miteinander von Bären und Menschen. In ihrem Buch "Botschafter des Waldes" vermittelt sie ihr Wissen ...

Michaela Skuban forscht seit fast 20 Jahren in der Slowakei zu wildlebenden Bären. Ihre Mission ist das Miteinander von Bären und Menschen. In ihrem Buch "Botschafter des Waldes" vermittelt sie ihr Wissen und klärt auf, was Bären uns über uns und unseren Umgang mit der Natur lehren. Die jedoch nicht mit mahnend erhobenem Zeigefinger, sondern auf unterhaltsame und zum Teil vergnügliche Art. Sie berichtet von ihren Begegnungen und Erlebnissen mit "ihren" Bären. Hier bekommt jeder Bär nicht nur einen Namen, nein, auch sein Charakter wird hier sehr liebevoll beschrieben. Denn eines ist der Autorin wichtig: Jeder Bär ist ein individuelles Lebewesen mit Stärken und Schwächen. Es gibt die Heimatverbundenen, die nach einer Umsiedlung unbedingt zurück in ihre Heimat wollen, die zurückgezogen lebenden, sowie Bären, die Fast-Food lieben. Anhand der einzelnen Bären werden ihr Leben, Verhalten und die Ernährung beleuchtet. Michaela Skuban verherrlicht die Bären jedoch nicht, sondern berichtet auch von auffälligen Bären und Todesfällen. Sie beschäftigt sich auch mit der Frage, ob Bären im deutschsprachigen Alpenraum als Segen oder Fluch anzusehen sind und was der Mensch von ihnen lernen kann und muß, damit es ein problemloses Miteinander geben kann. Das Buch beinhaltet einen wunderbaren Bildteil, dessen Bilder das Herz eines jeden Tierfreundes höher schlagen läßt. Ich kann dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen, der sich für Tiere interessiert!

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