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Veröffentlicht am 12.10.2025

Verschickungskinder auf Borkum

Der Sommer am Ende der Welt
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Ich habe schon mehrere Bücher der Autorin gelesen, und auch von den so genannten Verschickungskindern habe ich immer wieder gehört. Da ich selbet schon mehrmals auf Borkum im Urlaub war, hat der Roman ...

Ich habe schon mehrere Bücher der Autorin gelesen, und auch von den so genannten Verschickungskindern habe ich immer wieder gehört. Da ich selbet schon mehrmals auf Borkum im Urlaub war, hat der Roman mein Interesse dann besonders geweckt. Was die Gestaltung des Covers angeht, finde ich die Farbgestaltung und das Motiv grundsätzlich erstmal passend zur Thematik gewählt, allerdings hätte ich mir zugleich noch einen offensichtlicheren Bezug zu Borkum gewünscht.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart reist die Journalistin Hanna mit ihrer Teenager-Tochter nach Borkum, um für einen Artikel über ein ehemaliges Kinderkurheim zu recherchieren, in dem in den 1960er Jahren auch ihre Mutter als Kleinkind traumatische Erfahrungen machen musste. Dabei wohnen Hanna und ihre Tochter ausgerechnet im gleichen Gebäude, das mittlerweile ein luxuriöses Hotel ist. Nach und nach findet Hanna mehr darüber heraus, was den Verschickungskindern damals angetan wurde, unter anderem auch durch ein ihr heimlich zugespieltes Tagebuch einer ehemaligen Betreuerin. Auch die im Nachbargebäude lebenden Vorfahren des Inselarztes Ole, zu dem Hanna sich schnell hingezogen fühlte, scheint mit den Verschickungskindern zu tun gehabt zu haben.

Ich fand den Roman sehr fesselnd, weil man nach und nach immer etwas mehr über die Vergangenheit erfahren hat. Es ist wirklich ein sehr ungutes Kapitel der Vergangenheit, was man den Verschickungskindern damals angetan hat. Zudem waren dafür teilweise noch die gleichen Personen verantwortlich, die bereits in der Zeit des Nationalsozialismus andere Menschen gequält oder sogar getötet haben. Und zu viele wurden auch dafür wieder nicht zur Verantwortung gezogen, da die Zustände in den Heimen heruntergespielt wurden und die Kinder oft nicht für voll genommen wurden, wenn sie nach ihrer Rückkehr von ihren schrecklichen Erfahrungen berichteten. Das Buch ist daher auf jeden Fall sehr lesenswert. Um dem Thema etwas die Schwere zu nehmen, bietet die Rahmenhandlung aber dann auch noch eine Liebesgeschichte und eine ordentliche Dosis Lokalkolorit Borkum betreffend. Die Charaktere der Hauptpersonen empfand ich als überzeugend ausgestaltet und auch der Schreibstil der Autorin war gewohnt gut lesbar.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Wenig Idylle im Schwarzwald

Schattengrünes Tal
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Da mir die anderen Bücher der Autorin bereits gut gefallen haben, hat auch dieses direkt meine Neugier geweckt. Der Schauplatz der Handlung ist diesmal ein kleiner Ort im Schwarzwald, wo der Tourismus ...

Da mir die anderen Bücher der Autorin bereits gut gefallen haben, hat auch dieses direkt meine Neugier geweckt. Der Schauplatz der Handlung ist diesmal ein kleiner Ort im Schwarzwald, wo der Tourismus nicht allzu sehr boomt. Dort betreibt Lisas Vater zusammen mit seiner inoffiziellen Lebensgefährtin ein in die Jahre gekommenes Hotel. Lisa hat Tourismus studiert und würde die Zügel gerne in die Hand nehmen und frischen Wind in den Laden bringen, zumal sie auf eine Beförderung verzichtet hat, um Zeit für die Buchhaltung des Hotels zu haben. Doch der Vater wartet immer noch darauf, dass Lisas Bruder doch noch Interesse daran bekommt, das Hotel zu übernehmen.

Eines Tages quartiert sich Daniela in dem Hotel ein und lässt sich auch von einem Ausfall der Heizung nicht vertreiben. Sehr schnell beschließt sie sogar, in dem kleinen Ort bleiben und dort neu beginnen zu wollen. Lisa bestärkt und unterstützt sie zunächst, aber irgendwann wird es ihr unheimlich, wie Daniela sich sowohl im Hotel bei Lisas Vater als auch in Lisas sonstigem Umfeld immer mehr in den Mittelpunkt drängt und Lisa sogar schlecht macht und mehr und mehr ins Abseits drängt.

Der Autorin ist es wieder sehr gut gelungen, die Atmosphäre des Ortes, an dem alles spielt, einzufangen. So kann man sich das Hotel, das seine besten Jahre hinter sich hat, den kleinen Ort und das eher finstere Tal sehr gut vorstellen. Auch die Personen sind überzeugend ausgestaltet, auch wenn ich persönlich mich nicht in all ihre Entscheidungen und Handlungen hineinversetzen konnte. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und gut lesbar. Auch Sprecherin des Hörbuchs war zum Roman passend ausgewählt und man konnte ihrer Stimme angenehm folgen.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Runder Abschluss der Trilogie um starke Frauen

Wir sehen uns wieder am Meer
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Mit dem dritten Teil „Wir sehen uns wieder am Meer“ beendet die norwegische Autorin Trude Teige ihre Trilogie um Juni Bjerkes Großmutter und Menschen, die dieser nahestanden. Die Gestaltung des Covers ...

Mit dem dritten Teil „Wir sehen uns wieder am Meer“ beendet die norwegische Autorin Trude Teige ihre Trilogie um Juni Bjerkes Großmutter und Menschen, die dieser nahestanden. Die Gestaltung des Covers fügt sich gut in die Reihe der beiden Vorgänger ein und bietet so einen großen Wiedererkennungswert. Ich selbst habe auch die ersten beiden Teile gelesen, dadurch, dass die einzelnen Bände aber doch in einem recht großen zeitlichen Abstand herauskamen, erinnerte ich mich kaum noch an Details der Handlung, sodass ich sagen würde, dass man den dritten Roman auch gut unabhängig von den beiden Vorgängern lesen kann, auch wenn diese ebenfalls sehr lesenswert sind und der Gesamtzusammenhang nur durch die Kenntnis aller drei Romane richtig klar wird.

Die Freundinnen Birgit, Tekla und Anneliese stammen aus Kragero, einem Dorf in Norwegen. Birgit absolviert dann eine Ausbildung zur Krankenschwester in Oslo und lernt dort den viel älteren Russen Ilja kennen, bei dem sie Russisch lernen will, dann aber eine Beziehung mit ihm beginnt und nach dessen Tod sogar seine Osloer Wohnung erbt. Während des Zweiten Weltkrieges geht sie dann aber nach Bodo, um dort als Krankenschwester zu arbeiten. Dort setzt sie ihre Russisch-Kenntnisse auch ein, um Ostarbeiterinnen zu helfen und ist im Widerstand aktiv. Dabei lernt sie den verletzten Russen Sascha kennen und verliebt sich in ihn. Nach Kriegsende lässt sich Birgit dann als Spionin in Moskau anwerben, um Sascha wiederzufinden, was alles andere als ungefährlich ist.

Ich fand es wieder sehr interessant, mehr über die Zeit des Zweiten Weltkrieges in Nordnorwegen und das Leid, das die Nationalsozialisten auch dort angerichtet haben, sowie über die Widerstandsbewegung in Norwegen zu erfahren. Die Autorin erzählt dies alles gut nachvollziehbar und anschaulich und die Geschichte um die verschiedenen Frauen und insbesondere Birgit hat mich sehr gefesselt. Die Sprecherin des Hörbuches ist gut gewählt und trägt den Roman in einer passenden Stimmlage vor. Das Erzähltempo ist angenehm, sodass man ihr gut folgen kann. Ich bin schon auf weitere Bücher der Autorin gespannt.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Der Griff nach den Sternen

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
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Da ich schon einige Bücher der Autorin gelesen habe und auch die Covergestaltung großen Wiedererkennungswert hat und optisch ansprechend gestaltet ist, war mein Interesse an dem Roman direkt geweckt.

Im ...

Da ich schon einige Bücher der Autorin gelesen habe und auch die Covergestaltung großen Wiedererkennungswert hat und optisch ansprechend gestaltet ist, war mein Interesse an dem Roman direkt geweckt.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Sophie, Tochter eines verstorbenen Sternekochs und selbst erfolgreiche Restaurantkritikerin in London. Sie ist frisch geschiedene Mutter einer Teenager Tochter und auch um ihre, recht extrovertierte Mutter muss sie sich kümmern, da diese aus ihrer Seniorenresidenz geworfen wurde. Dann bekommt Sophie selbst Probleme, nachdem sie aus einem Impuls heraus das neue Restaurant eines Models extrem schlecht dastehen lassen hat und man ihr nun die Schuld an den psychischen Problemen der Besitzerin geben will. Daher schlägt Sophies Chef vor, sie solle den Beweis antreten, dass sie es besser kann als das Model und ein recht heruntergekommenes Restaurant in Cornwall zum Sternelokal machen. Sophie hat keine große Wahl und zieht also mit Mutter und Tochter im Schlepptau von London in einen kleinen Ort in Cornwall, wo sie ein recht schrulliges Team in dem Lokal erwartet und auch die Gäste wenig Lust auf Veränderung haben.

Der Schreibstil der Autorin war gewohnt gut lesbar, anschaulich und unterhaltsam. Man kann sich recht gut an die Orte der Handlung versetzen. Die Protagonistin Sophie war mir sympathisch und ihre Familie und das Team des Restaurants sorgen immer wieder für kurzweilige Erlebnisse. Manches ist sicher ein bisschen vorhersehbar, aber, das ist bei diesem Genre ja nicht schlimm. Dafür erhält man einen schönen Roman für den Sommer, der auch Lust darauf macht, selbst einmal nach Cornwall zu reisen. Die Sprecherin des Hörbuchs passt auch gut zu dieser Geschichte und man kann ihrer angenehmen Stimme sehr gut folgen.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Weit weg von daheim

Am Meer ist es schön
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Bei diesem Roman haben sowohl die Autorin, von der ich schon einiges gelesen habe, als auch die Covergestaltung und der Titel mich neugierig gemacht. Das Foto des Mädchens am Strand zeigt, dass die Geschichte ...

Bei diesem Roman haben sowohl die Autorin, von der ich schon einiges gelesen habe, als auch die Covergestaltung und der Titel mich neugierig gemacht. Das Foto des Mädchens am Strand zeigt, dass die Geschichte vor einigen Jahrzehnten spielt.

Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt. 2018 und 1969. Damals war Susanne acht Jahre alt und ihr wurden vom Amtsarzt sechs Wochen Kur an der Nordsee verordnet. Zusammen mit anderen Kindern wird sie nach St. Peter Ording ins Haus Morgentau verschickt, wo verschiedene "Tanten" ein hartes Regiment führen. Diese Zeit und ein damit verbundenes besonders traumatisches Erlebnis verfolgt Susanne auch im hohen Erwachsenenalter noch bis in ihre Alpträume. 2018 liegt dann ihre Mutter in einer Seniorenresidenz im Sterben und Susanne beginnt langsam, sich den schlimmen Erlebnissen in ihrer Kindheit zu stellen und sich ihrer eigenen Tochter zu öffnen.

Ich fand den Roman um die so genannten Verschickungskinder sehr eindrucksvoll. Man kann sich sehr gut in die Kinder und das, was sie auf ihren Kuren an der See erleben mussten, hineinversetzen und erfährt mehr über das Unrecht, das ihnen im Namen der Gesundheitsvorsorge angetan wurde. Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar, so junge Kinder überhaupt so lange von ihren Eltern zu trennen und damals waren die Verhältnisse, in denen sie ihre Kuren verbrachten, obendrauf alles andere als liebevoll. Der Schreibstil der Autorin war gewohnt gut lesbar und machte das Leid der Kinder und die unerträglichen Bedingungen sehr anschaulich.

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