Zwischen Skalpell und dunklen Geheimnissen: Ein packendes Finale
Academy of Lies (Band 2) - Autopsie einer IntrigeDie Fortsetzung von Nina Schewelings Jugendthriller-Dilogie hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in Atem gehalten! Nachdem der erste Band mit einem solchen Paukenschlag endete, war es eine reine ...
Die Fortsetzung von Nina Schewelings Jugendthriller-Dilogie hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in Atem gehalten! Nachdem der erste Band mit einem solchen Paukenschlag endete, war es eine reine Qual, auf "Autopsie einer Intrige" warten zu müssen – aber das Warten hat sich mehr als gelohnt. Das Buch knüpft unmittelbar an die Geschehnisse des Vorgängers an, weshalb ich jedem rate, die Bücher unbedingt nacheinander zu lesen, um die Komplexität der Intrige voll erfassen zu können.
Die Geschichte um Medizinstudentin Quinn, die mit einem transplantierten Herzen lebt und sich mit einem geheimnisvollen, gefährlichen Zirkel anlegt, zieht die Spannungsschraube noch einmal ordentlich an. Das akademische Leben an der Uni rückt hier zwar etwas in den Hintergrund, stattdessen tauchen wir tief in das verwobene Netz aus Lügen, Machtspielen und einem fragwürdigen Wundermittel ein. Ich war ehrlich überrascht, welche bisher unscheinbaren Charaktere plötzlich eine zentrale Rolle spielen – diese unerwarteten Wendungen sind ein großer Pluspunkt der Erzählung. Die Auflösung der Geheimnisse aus Band eins ist schlüssig und befriedigend, wenn auch oft beklemmend und düster.
Was mir besonders gefallen hat, war Schewelings Schreibstil. Er ist unheimlich flüssig und leicht zugänglich, was selbst die komplexeren medizinischen Themen, die Quinn in ihren Bucheinträgen beisteuert, leicht verständlich macht. Diese kleinen Einblicke in Biologie und Medizin sind clever in die Handlung eingeflochten und fühlen sich nie wie erzwungene Lektionen an. Wer sie überflüssig findet, kann sie leicht überlesen, aber ich habe sie als spannende Ergänzung empfunden, die dem Thriller eine einzigartige Tiefe verleiht. Die Autorin schafft es, eine elektrisierende, düstere Atmosphäre zu erzeugen, die perfekt zu der geheimen Welt des Zirkels passt.
Quinn als Protagonistin ist alles andere als perfekt. Ihre Verletzlichkeit durch das kranke Herz, ihr Sarkasmus und ihre Entschlossenheit, trotz aller Gefahr die Wahrheit aufzudecken, machen sie zu einer Figur, mit der man intensiv mitfiebert. Es ist ein temporeiches Rennen gegen die Zeit, bei dem die Grenzen zwischen Moral und Wissenschaft auf erschreckende Weise verschwimmen.
Mein einziger Wermutstropfen ist, dass es sich hierbei um den Abschluss der Dilogie handelt. Dieses Finale ist intensiv, klug konstruiert und lässt einen mit Gänsehaut zurück, aber ich hätte Quinn und ihre düstere Welt gerne noch länger begleitet. Klare Leseempfehlung!