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Veröffentlicht am 01.11.2025

Spezieller Blumenladen

Plant Lady
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Yu-hee kann mit Menschen nur wenig anfangen. Ihre wahre Leidenschaft gilt den Pflanzen, und so tauscht sie ihren frustrierenden Bürojob gegen einen eigenen kleinen Pflanzenladen in Sejin. Zwischen Avocado, ...

Yu-hee kann mit Menschen nur wenig anfangen. Ihre wahre Leidenschaft gilt den Pflanzen, und so tauscht sie ihren frustrierenden Bürojob gegen einen eigenen kleinen Pflanzenladen in Sejin. Zwischen Avocado, Agave und Rosmarin fühlt sie sich endlich zuhause. Ihr „Pflanzen-Shop“ wird schnell zu einer Oase – nicht nur für sie selbst, sondern auch für andere Frauen, die hier einen Rückzugsort vor ihren persönlichen Sorgen und Dramen finden, die häufig mit übergriffigen Männern zu tun haben. Für ihre Kundinnen hat Yu-hee immer ein offenes Ohr. Doch sie geht noch weiter: Sie sorgt dafür, dass die Männer, die Frauen schaden, verschwinden. Für immer.
Lange bleibt sie jedoch nicht unentdeckt. Detective Cha Do-kyung beginnt, Nachforschungen anzustellen, und schon bald hängt er sich an ihre Fersen. Die Geschichte ist in mehrere Kurzgeschichten unterteilt, in denen immer wieder ein Mann bestraft wird, weil er Frauen oder Yu-hees Pflanzen missachtet hat. Ein roter Faden zieht sich über die Ermittlungen des Polizisten, der Hinweise sammelt und versucht, die Taten zu verstehen.

Trotz der spannenden Grundidee hatte ich Schwierigkeiten, das Buch durchgehend zu genießen. Der Schreibstil ist eher sprunghaft, es gibt häufige Perspektiv- und Zeitsprünge, die das Geschehen schwer nachvollziehbar machen. Man rätselt oft, was genau passiert ist, und verliert leicht den Überblick. Die langen Kapitel erschweren zusätzlich den Einstieg, sodass man nicht einfach ein neues Kapitel beginnen kann, ohne den Faden zu verlieren.
Insgesamt bietet das Buch interessante Ansätze und eine ungewöhnliche, düstere Prämisse, die den Leser in eine Welt zwischen Pflanzenliebe und Rache entführt. Dennoch wird die Spannung durch die unübersichtliche Erzählweise geschmälert, sodass es sich eher zäh liest.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2025

Ho Ho Ho

Rumkugeln bis zum Tod. Ein Hansel & Pretzel Krimi
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Im Café Hansel & Pretzel liegt der Duft von Zimt und Vanille in der Luft, und in der kanadischen Stadt Kitchener herrscht festliche Stimmung. Der berühmte Christkindlmarkt nach deutschem Vorbild lockt ...

Im Café Hansel & Pretzel liegt der Duft von Zimt und Vanille in der Luft, und in der kanadischen Stadt Kitchener herrscht festliche Stimmung. Der berühmte Christkindlmarkt nach deutschem Vorbild lockt Besucher aus Nah und Fern an. Alles scheint perfekt – bis eines Morgens die Idylle zerbricht: Santa Claus wird tot aufgefunden, mit einem Messer im Rücken, direkt hinter seiner festlich geschmückten Hütte.
Für Linn, die Cafébesitzerin, ist der Mord ein Schock. Eigentlich hatte sie sich auf ein lang ersehntes Date mit dem charmanten Polizeiinspektor Bas van de Groot gefreut. Doch der wird sofort zum Tatort gerufen, und Linn bleibt enttäuscht zurück. Tee trinken und abwarten? Das ist nichts für sie. Neugierig beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln, um herauszufinden, wer hinter dem Mord steckt.
Schon bald merkt sie, dass der tote Weihnachtsmann keineswegs der perfekte Wohltäter war, für den ihn alle hielten. Sein Leben gleicht einem Baumkuchen – Schicht um Schicht enthüllt Linn dunkle Geheimnisse, gebrochene Versprechen und versteckte Feindschaften. Je tiefer sie gräbt, desto gefährlicher wird es. Und gleichzeitig spürt sie, dass Bas ihr etwas verschweigt – seine plötzliche Distanz lässt sie an seiner Ehrlichkeit zweifeln.


Der Krimi überzeugt mit winterlicher Atmosphäre, charmantem Humor und einem spannenden Mordfall, der die besinnliche Weihnachtszeit in ein gefährliches Spiel aus Täuschung und Wahrheit verwandelt. Besonders fesselnd ist die Frage, ob Santa wirklich der gute Mensch war, für den ihn alle hielten – oder ob er selbst dunkle Geheimnisse hatte. Etwas unglaubwürdig wirkt nur, dass scheinbar jeder Mann in Linn verliebt ist. Kaum funktioniert es mit Bas nicht, flirtet sie schon mit dem nächsten. Trotzdem bleibt die Geschichte unterhaltsam, geheimnisvoll und mit einem Schuss Romantik – perfekt für kalte Winterabende mit einer Tasse Tee und Lebkuchen.

Veröffentlicht am 13.10.2025

Yoko und die Triaden

Yoko
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Yoko ist Ende zwanzig, als sie einen mutigen Schritt wagt: Statt weiterhin die traditionsreiche Metzgerei ihres Vaters zu führen, verwandelt sie den Betrieb in eine kleine Manufaktur, in der sie mit viel ...

Yoko ist Ende zwanzig, als sie einen mutigen Schritt wagt: Statt weiterhin die traditionsreiche Metzgerei ihres Vaters zu führen, verwandelt sie den Betrieb in eine kleine Manufaktur, in der sie mit viel Hingabe Glückskekse herstellt. Statt Schweinehälften zu zerlegen, verpackt sie nun Hoffnung und Zuversicht in zarte Teighüllen. Yoko ist verliebt, ihr Leben wirkt leicht, erfüllt und friedlich – bis ein einziger Moment alles zerstört.
Bei einer Lieferung ihrer Kekse an ein chinesisches Restaurant begegnet sie im Hinterhof einem kleinen Hund, der grausam misshandelt wird. Ohne zu zögern greift Yoko ein, doch ihr Mut wird grausam bestraft. Die Täter wenden sich gegen sie, der Hund stirbt – und Yokos Leben gerät aus den Fugen.
Noch ahnt sie nicht, mit welchen Menschen sie sich angelegt hat. Doch schnell wird klar: Diese Begegnung war erst der Anfang eines Albtraums. Gewalt und Leid brechen über sie herein, Stück für Stück wird ihr alles genommen, was ihr wichtig ist. Aus der sensiblen jungen Frau wird eine Kämpferin. Getrieben von Schmerz, Wut und Verzweiflung beschließt Yoko, nicht mehr Opfer zu sein. Sie schlägt zurück – gnadenlos und mit einer Entschlossenheit, die sie selbst überrascht.


Es ist erschreckend intensiv, wie sehr man beim Lesen mit Yoko mitfiebert und hofft, dass sie den Häschern entkommt. Der Schreibstil war für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, stellenweise sogar sperrig, aber die Handlung hat mich trotzdem gepackt. Die Geschichte ist düster, brutal und voller Spannung. Realistisch betrachtet wäre Yokos Rachefeldzug wohl kaum so umsetzbar – aber in der Welt der Bücher gelten andere Regeln. Und genau das macht den Reiz dieses Romans aus: zu erleben, wie jemand, dem alles genommen wurde, seine Stärke zurückgewinnt.

Veröffentlicht am 27.09.2025

Bibliotheksvampir

Bite the Bride (Darkthorn Archives 1)
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Studentin Katherine Campbell hat ein klares Feindbild: Vampire. Doch als sie versucht, ein verbotenes Zauberbuch aus der geheimen Bibliothek der Darkthorn University zu stehlen, entfesselt sie versehentlich ...

Studentin Katherine Campbell hat ein klares Feindbild: Vampire. Doch als sie versucht, ein verbotenes Zauberbuch aus der geheimen Bibliothek der Darkthorn University zu stehlen, entfesselt sie versehentlich einen mächtigen Fluch. Ausgerechnet Ethan Hawthorn rettet sie – Chef-Bibliothekar, mächtiger Vampir, unverschämt attraktiv und Katherines erklärter Erzfeind. Um den Fluch unter Kontrolle zu halten, muss Ethan sie regelmäßig beißen – etwas, das seit 1899 streng verboten ist. Der einzige Ausweg: eine Heirat. Von nun an muss Kat alles mit ihrem griesgrämigen Beschützer teilen, auch sein Bett. Egal, wie sehr sie seine Selbstbeherrschung auf die Probe stellt. Egal, wer sonst noch Interesse an Kat und dem Fluch zeigt. Klar ist nur: Ethan wird seine „Frau“ um jeden Preis beschützen. Auch wenn die Ehe eigentlich nur ein Fake sein sollte … oder doch nicht?

Anfangs war ich ziemlich begeistert, doch mit der Zeit hat mich Kat zunehmend genervt. Ihr Verhalten erinnert oft an ein trotziges Kind: Man warnt sie, etwas nicht zu tun, und sie macht es trotzdem – um danach anderen die Schuld zu geben, wenn sie sich „die Finger verbrennt“. Das Thema des Fluchs wurde anfangs stark betont, dann aber immer wieder zugunsten anderer Handlungsstränge beiseitegeschoben. Statt konsequent daran zu arbeiten, den Fluch zu lösen, lag der Fokus häufig auf Nebenszenen und der Dynamik zwischen Kat und Ethan. Dadurch verlor die eigentliche Bedrohung an Gewicht. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen: Es wirkte so, als müsse die Geschichte schnell abgeschlossen werden, ohne der Auflösung genügend Raum zu geben. Positiv fand ich allerdings die Grundidee sowie das Setting an der Universität, das für eine besondere Atmosphäre sorgt. Auch Ethan als Figur war interessant – geheimnisvoll, stoisch und zugleich verletzlich. Insgesamt solide Unterhaltung, aber mit spürbaren Schwächen im Spannungsaufbau.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Handlung
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Veröffentlicht am 27.09.2025

Brumm Brumm

Crushing Souls (Driven Dreams-Dilogie, Band 1)
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Fiona MacKenzie liebt die Formel 1 – und sie hasst Duncan McKinnon. Der arrogante Renn-fahrer aus dem Team ihres Vaters erwidert diese Abneigung nur allzu gern. Für ihn verkörpert Fiona mit ihrem Luxusleben ...

Fiona MacKenzie liebt die Formel 1 – und sie hasst Duncan McKinnon. Der arrogante Renn-fahrer aus dem Team ihres Vaters erwidert diese Abneigung nur allzu gern. Für ihn verkörpert Fiona mit ihrem Luxusleben alles, was er verachtet. Doch Fiona versucht mit all dem nur, die Aufmerksamkeit ihres Vaters zu gewinnen, um die sie seit Jahren mit Duncan – seinem Goldjungen – konkurriert. Als ihr Vater sich schließlich auch noch gegen ihren größten Traum stellt, setzt Fiona alles auf eine Karte. Doch erneut ist es Duncan, der ihre Pläne durchkreuzt. Denn er will nur eins: Rennen fahren. Ablenkung kann er sich nicht leisten – schon gar nicht in Gestalt von Fiona MacKenzie …


Das Formel-1-Setting ist eigentlich nicht mein Gebiet, und für Außenstehende wirkt die Welt des Motorsports vielleicht wie „Autos, die im Kreis fahren“. Trotzdem hat mich die Geschichte positiv überrascht, denn die Autorin vermittelt Spannung und Atmosphäre so, dass man auch ohne großes Vorwissen mitfiebert. Im Verlauf passiert sehr viel, wodurch es manchmal an Tiefe bei den Figuren fehlt – vieles über sie erfährt man schon recht früh. Was mich etwas gestört hat: Nach nur einem gemeinsamen Tag spüren Fiona und Duncan plötzlich, dass sie nicht ohneeinander können. Diese schnelle Wendung wirkte auf mich etwas konstruiert und nahm der Liebesgeschichte an Glaubwürdigkeit. Dennoch ließ sich das Buch flüssig lesen und bot unterhaltsame Momente. Besonders gefallen hat mir, dass Fiona nicht nur als verwöhntes „Rennsport-Prinzesschen“ dargestellt wird, sondern auch ihre verletzliche Seite gezeigt wird. Duncan hingegen bleibt in seiner Rolle als kompromissloser Fahrer recht eindimensional, was dem Konflikt zwischen den beiden zwar Schärfe verleiht, aber auch vorhersehbar macht. Insgesamt ein leichter, kurzweiliger Roman, der sich gut zur lockeren Unterhaltung eignet – auch für Leserinnen, die mit der Formel 1 sonst wenig anfangen können.