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Veröffentlicht am 08.11.2025

Das geile Leben der Französischen Bulldogge Toffik

Der Hund, der sprechen konnte
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"Der Hund, der sprechen konnte" von Günter Krieger ist eine satirische Geschichte über einen Hund, der auf witzige Weise in einer Familie aus dem fiktiven Eifeldorf Tupping für jede Menge Aufregung sorgt. ...

"Der Hund, der sprechen konnte" von Günter Krieger ist eine satirische Geschichte über einen Hund, der auf witzige Weise in einer Familie aus dem fiktiven Eifeldorf Tupping für jede Menge Aufregung sorgt.
Das Cover mit dem drolligen Toffik und der Katze Leeroy vor dem Tannenbaum stellt dar, dass die Geschichte zur Weihnachtszeit und dem Jahreswechsel spielt. Der Hund im Vordergrund ist der Hauptprotagonist und die Farben auf dem Cover, das dunkle Grün der Tanne, die roten Kugeln am Tannenbaum sowie dem heller werdenden Hintergrund strahlen eine Ruhe aus, die im Gegensatz zu den Ereignissen steht.
Die Geschichte beginnt in Polen, als Marek von seinem verstorbenen Onkel einen Hund mit Fledermausohren, kurzen Beinen, Stummelschwanz und einem Maul platt wie eine Flunder, erbt. Zunächst scheint Toffik wenig willkommen, schon während der Autofahrt sorgt er für leichte Aufruhr, als es Zeit für ihn wird zu defäkieren. Mit diesen und ähnlichen Worten, welche die Leserschaft zum Schmunzeln bringen, schafft Günter Krieger es mit seinem Sprachwitz eine lustige, interessante und teilweise satirische Story zu erzählen, die zum wahren Pageturner wird. Denn der Hund, der seine Sprachkünste zunächst einem Sachsen auf einem Parkplatz offenbart, indem er Beleidigungen ausspricht und damit das sagt, was sein neues Herrchen Marek denkt, spricht als nächstes auch mit seinem Herrchen. Er mahnt später auch die Tochter Leonie, an Silvester nicht zu viel Alkohol zu trinken, Marek sollte nicht so viel spielen und er verpetzt sein Herrchen vor dessen Ehefrau! Keine leichte Zeit für die Familie, die lernt, wie es ist, eine Berühmtheit im Haus zu haben, welche sämtliche Aufmerksamkeit, nicht nur die der Presse, auf sich zieht. Marek, seine Ehefrau Daria und Tochter Leonie sind von nun auf der Hut, um ihren Alltag nicht vollkommen aus dem Ruder laufen zu lassen.
Es wird schnell deutlich, dass der Hund ein vollwertiges Familienmitglied geworden ist, der sich in seinem neuen Zuhause auch sehr wohl fühlt, wenn man das aus seinen Äußerungen, in denen er kundtut, dass er alles geil findet, schließen möchte. Dass der Hund in seinem Zuhause die Hauptrolle spielt, wird auch darin deutlich, dass er der Einzige ist, der charakteristisch beschreibbar ist, während die Menschen um ihn herum eher blass bleiben. Da dies jedoch eine Geschichte ist, die allein vom Titel her darauf schließen lässt, dass der Hund der Hauptprotagonist ist, fällt es nicht weiter auf. Trotzdem wird die Leserschaft mit der Frage der Wertigkeit eines Tieres, im speziellen eines Hundes, konfrontiert. Sind materielle Güter von höherem Wert als ein Lebewesen, welches fühlt, lebt und Liebe zeigt? Wer tiefer in die Geschichte eintaucht, wird diese Frage für sich beantworten müssen.
Das Buch brilliert auch mit spannenden Entwicklungen oder gar Hindernissen, die zeitweise auf ein Neues bewältigt werden müssen und somit von Marek, Daria und Leonie eine klare Entscheidung forcieren. Wie weit ist ein Familienvater bereit zu gehen, um seiner Familie, vor allem seiner Tochter zu gefallen? Ist das Bild eines Vaters, der ein Held für seine Tochter darstellt, auch heute noch zeitgemäß? Die Fragen nach Werten und die Suche nach Antworten ist in unserer heutigen Gesellschaft ein viel diskutiertes Thema und wird in diesem Buch als Sinnbild aufgegriffen.
Fazit: Ob das Buch nun eine Satire, ein modernes Märchen oder gar ein Eindruck von möglichen technischen Errungenschaften für die Zukunft, eine Fiktion ist, muss jeder Einzelne für sich entscheiden. Das Buch kann helfen, manche grundlegende Dinge zu überdenken.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Zuhause ist, wo Heilung passiert...

Winterzauber in den Highlands
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Mit ihrem weihnachtlichen Roman "Winterzauber in den Highlands: Ein weihnachtlicher Wohlfühlroman voller Liebe, Hoffnung und schottischem Charme (Highland Hearts - Eine Liebe in Schottland)" hat Skye MacDonald ...

Mit ihrem weihnachtlichen Roman "Winterzauber in den Highlands: Ein weihnachtlicher Wohlfühlroman voller Liebe, Hoffnung und schottischem Charme (Highland Hearts - Eine Liebe in Schottland)" hat Skye MacDonald zwischen Schneegestöber, Weihnachtsmagie und romantischen Gefühlen einen Wohlfühlroman erschaffen, der aufgrund seiner Intention perfekt in die Weihnachtszeit passt.
Da bereits der Titel "Winterzauber in den Highlights" sowie das Cover mit dem eingeschneiten Haus, Tannen ringsherum, Schneefall und hübschen Ornamente darauf hinweist, dass wir mit einer weihnachtlichen und winterlichen Atmosphäre rechnen können, werden alle Genrefans begeistert sein. Die Autorin versteht es nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt das passende Ambiente zu schaffen, wenn wir erfahren, dass die Verkaufsstände wie verpackte Geschenke bereitstehen, während Lichterketten im Schneefall funkeln und die frische Highland-Luft von einem Zimt- und Tannenduft erfüllt ist. Auch in dem kleinen Cottage stellt sich eine Gemütlichkeit ein, da der Schneefall auf die Highland-Hügel zu beobachten ist, während die Protagonisten in der Wärme ihres Zuhauses mit Freunden und Bekannten Weihnachten feiern.
Während eines Schneesturms lernen Holly und Angus sich kennen, da sie gezwungen sind, in seinem kleinen Cottage viel Zeit miteinander zu verbringen. Beide erkennen, dass sie ein ähnliches Schicksal teilen. Holly ist erfolgreiche Leiterin eines Unternehmens gewesen und zeichnete sich durch ihr gutes Unternehmenskrisenmanagement aus. Hinzu kommen ihre Zuversicht, Optimismus und Energie, welche sie trotz ihrer Rückschläge in der Vergangenheit nicht verloren hat. Angus hat ebenso eine schwere Zeit hinter sich und wählte die Einsamkeit seines Cottages, welche er Geselligkeit und Miteinander innerhalb der Dorfgemeinschaft vorgezogen hat. Seine Werte, anderen Menschen zu helfen, zu unterstützen und Freude zu bereiten, sind vorhanden, jedoch hat er eine sehr differenzierte Umgangsform damit gewählt. So kommt es in seinem gemütlichen Cottage zwischen Holz, Schnitzereien und Ornamenten nicht nur zu tiefgründigen Gesprächen, sondern auch dazu, dass Holly und Angus aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit, ihrem differenzierten Umgang mit Problemen und der Problembewältigung weitreichende Erkenntnisse erlangen.
Während die beiden auch nach dem Schneesturm weiterhin zusammenarbeiten, lernen sie sich in ihren Gesprächen immer besser kennen. Die meiste Zeit der Story spielt in der Werkstatt zwischen Kaffee, Holz-Ornamenten und tiefgründigen Gesprächen, die teilweise sehr vielschichtig sind und Gefühle wie Verletzlichkeit, Ängste und sogar Feigheit davor, öffentlich zu versagen, aufgreifen. Auch die Gedanken, sich klein und als Versager zu fühlen, nichts mehr leisten zu können und eine große Enttäuschung für sich selbst zu sein, sind in dieser Geschichte elementar, wobei auch stets zu beachten sei, dass Dinge anders zu machen, im positiven Sinne bedeutet, neue Möglichkeiten zu haben und die Chance zu erkennen, die sich daraus bietet. Heilung von Rückschlägen muss im eigenen Tempo geschehen und kann niemals erzwungen werden. Insgesamt ist dabei im Laufe der Geschichte ein Wandel der Charaktere zu erkennen. Beide können voneinander lernen und akzeptieren, dass neue Möglichkeiten eine große Bereicherung sein können.
Der Lesefluss ist teilweise leicht eingeschränkt, was nicht bedeutet, dass es Rechtschreibfehler gibt. Es scheint durch die Übersetzung an einigen Stellen holprig zu sein, Satzstellungen wirken etwas unglücklich, was jedoch nicht den Sinn der Geschichte verändert. Wobei auch die Tatsache, dass einige Sätze, welche in direkter Rede geschrieben sind, sehr kurzgehalten und nicht als Satz formuliert wurden, darin begründet sein könnte, dass die Autorin dies als Stilmitteln nutzt, um den Protagonisten Angus deutlich zu charakterisieren.
Die Geschichte ist jedoch spannend erzählt, gleich zu Beginn wird die Leserschaft auf ein Problem aufmerksam, welches sich im Laufe der Geschichte wiederholt und wofür es auf die Schnelle und spontan keine Lösung zu geben scheint. Die Weihnachtsfans unter den Lesern werden mitbangen, wie und wann sich eine Möglichkeit ergeben kann, um den Weihnachtsmarkt zum Erfolg zu führen.
Fazit: Eine tiefgründige und vielschichtige Geschichte, die Sorgen und Nöte der Protagonisten aufgreift und Mut macht sowie Hoffnung sät.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Sehnsucht nach den eigenen Wurzeln und Heimkehr zu sich selbst

StrandHausKüsse (Bretagne-Träume)
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Mit ihrem Roman "StrandHausKüsse" hat Hanna Holmgren ihren zweiten Liebesroman aus der Reihe der Bretagne-Träume erschaffen. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus dem ersten Teil "Einmal ...

Mit ihrem Roman "StrandHausKüsse" hat Hanna Holmgren ihren zweiten Liebesroman aus der Reihe der Bretagne-Träume erschaffen. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus dem ersten Teil "Einmal Crêpes mit Liebe, bitte!". Es kommen neue Gesichter hinzu und Philippe, der mit seinen beiden Töchtern Léa und Yuna bereits der treuen Leserschaft bekannt ist, trifft in dem kleinen pittoresken Örtchen Menhirville, welches seine Besucher gefühlt in längst vergangene Zeiten zurückversetzt, auf Anna, die das Haus von Geneviève geerbt hat.

Dieser Ort und vor allem das Haus sind der Schauplatz der Geschichte. Das Haus, welches auf einer kleinen Anhöhe mit Blick auf das Meer steht und von dort aus man die Wellen in der Ferne rauschen hört, und ebenso der Ruf der Möwen und spät am Abend das nächtliche Zirpen der Grillen hinzukommt, unterliegt in dieser Geschichte einem Wandel. Zum Haus gehört ein schöner Garten mit seinen steinigen Mauern ringsum, welche uralt sind und mit blühendem Efeu sowie wildem Wein bewachsen. Aber auch die zarten Kamillen mit ihren weißen Blütenblättern, die einen süßlichen Duft verströmen, fröhliche gelbe Löwenzahnköpfe, die in die Höhe geschossen sind, und vereinzelte Blüten des Klatschmohns, geben der Story ihr passendes Ambiente. Hanna Holmgren hat einen wunderbaren Schreibstil, mit dem sie es schafft, ihren Lesern das Gefühl zu vermitteln, sich selbst zu fühlen, als seien sie ein Teil der Geschichte und würden sich in einem verwunschenen Reich mit einem knorrigen Apfelbaum, üppigen Hortensien und versteckten Winkeln befinden. Es fühlt sich gut an, die vielen Sehenswürdigkeiten, die Besonderheiten der Landschaft in der Bretagne, mystische Orte und die von ihnen ausgehende Anziehungskraft, welche Hanna Holmgren so wunderbar beschreibt, vor Augen zu sehen.

Die Autorin spricht mit ihren Beschreibungen sämtliche Sinne der Leserschaft an. Selbst die Gerüche, wie die salzige Meeresluft, vermischt mit dem Duft von Thymian und Rosmarin, der Geruch nach Tang, feucht und sonnengetrocknet, mit einem leicht erdigen, mineralischen Unterton, der an Muscheln, Felsen und das langsame Atmen des Meeres erinnert, werden detailgetreu geschildert. Die Flora der Bretagne ist mit seinen Eichenbäumen, Kiefernwäldern, den bunten Wildblumen, die am Straßenrand blühen, sehr eindrucksvoll charakterisiert.

Für die besondere Authentizität in diesem Roman sorgen französische Begriffe und Sätze, die immer wieder eingestreut werden. Die Zen-Weisheiten, welche Anna in einem alten Bonbonglas von Geneviève findet, sind sehr schön und ein wertvoller Begleiter von Anna auf ihrem Weg der Erkenntnis.

Anna ist die Hauptprotagonisten und wir erfahren innerhalb der Geschichte, wie ihre Kindheit, die Zeit des Erwachsenwerdens und ihr aktuelles Leben bis dato ausgesehen hat. Dabei schafft es die Autorin in angenehmer Weise, die Konflikte auf der einen Seite und Annas Träume und Wünsche auf der anderen Seite klar zu benennen. Charakteristisch durchläuft sie einen Wandel und es ist zu spüren, auf welche Widerstände sie stößt, welche inneren Widersprüche sie durchlebt und wie sie sich entwickelt und aus all ihrem bisherigen Erleben gestärkt hervorgeht, bis sie mit ihrem inneren Ich ins Reine kommt und eine Wärme erlebt, die durch die Menschen, die neu in ihr Leben getreten sind, aber auch den Dingen und den alten Mauern selbst entsteht und ihr ein Gefühl der Umarmung vermittelt.

Philippe, der männliche Hauptprotagonist, den wir bereits im ersten Bretagne-Roman kennenlernen durften, ist ebenfalls sehr authentisch und tiefgründig sowie charmant und als liebevoller Familienmensch mit einer Leidenschaft für das Bewahren von Traditionen dargestellt. Anna lernt schnell Menschen kennen, mit denen sie auf einer Wellenlänge ist, und beginnt Freundschaften aufzubauen. Auch hat sie zwei gute Freundinnen, die seit Jahren an ihrer Seite sind und ihr ein Gefühl von Beständigkeit vermitteln.

Fazit: Das Ende ist ein bisschen vorhersehbar, was der Spannung wenig zuträglich ist. Die Geschichte hat besonders am Anfang seine Längen, wenn die Umgebung, das Meer, das Haus und die Charaktere zu sehr detailliert dargestellt sind. Für Genrefans und die treue Leserschaft von Hanna Holmgren ist der Roman trotzdem lesenswert.
Ein besonderes Schmankerl am Ende des Romans sind Rezepte, die im Laufe des Romans gekocht oder erwähnt wurden.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Verbunden mit der Vergangenheit einen Schritt in die Zukunft wagen

Weihnachten in Applemore
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"Weihnachten in Applemore - Das Erbe von Applemore" von Rachael Lucas ist der vierte Band der beliebten Applemore Reihe. Die Autorin hat einen stimmungsvollen slow-burner in eindrucksvoller verschneiter ...

"Weihnachten in Applemore - Das Erbe von Applemore" von Rachael Lucas ist der vierte Band der beliebten Applemore Reihe. Die Autorin hat einen stimmungsvollen slow-burner in eindrucksvoller verschneiter Landschaft zur Weihnachtszeit verfasst, der gut lesbar und verständlich ist, auch, wenn man die vorherigen drei Romane nicht gelesen hat.

Wie auf dem Cover zu erkennen ist, steht die Liebe im romantischen Wintersetting in diesem Roman an erster Stelle. Es liegt viel Schnee, die Häuser sind eingeschneit, die Tannen tragen rote Beeren und das Paar im Vordergrund küsst sich, während es einen Tannenbaum nach Hause trägt.

Polly eröffnete in einem Gebäude am ehemaligen Wirtschaftshof von Gut Applemore in den Highlands einen Hofladen, in welchem regelmäßiger Tratsch und Klatsch ausgetauscht wird. Sie ist oft versunken in eine Zeitschrift und fasziniert von der Welt der Reichen und Schönen in Hollywood. Da passt es gut, dass sich die Influencerin Ivy und ihr Verlobter Ben in den kleinen Ort verirren und bei den Bewohnern ordentlich für Aufsehen sorgen. Seit einiger Zeit ist Polly aus London zurückgekehrt, wo sie studiert und als Kindermädchen gearbeitet hat. Sie ist die jüngste von insgesamt vier Kindern. (Sie hat einen Bruder Lachlan sowie die beiden Schwestern Charlotte und Beth). Mit fast dreißig Jahren, wird sie von den Geschwistern noch wie ein Kind gesehen und oft dementsprechend behandelt. Polly wirkt bezaubernd und schnuckelig sowie hinreißend, witzig, clever und verbreitet stets Freude, während sie selbst sich als knallharte Geschäftsfrau sieht, die wohl ihr Leben lang Single sein wird. Sie hat ein altes Stallgebäude in ein blühendes Geschäft verwandelt und zusätzlich Räume für eine Bäckerei und eine Galerie geschaffen. Polly hat somit die Grundlage für eine florierende Reihe von Geschäften gelegt, wo ein großer Teil der Handlung seinen Schauplatz hat.

Ihr Bruder ist mit Harry Robertson befreundet, mit dem Polly sich gut versteht und glücklich ist, dass dieser ziemlich zeitgleich mit ihr wieder in Applemore angekommen ist. Er war zuvor in Australien und führt jetzt das Applemore Hotel. Pollys ältere Schwester ist mit Rob liiert, der Harry dabei hilft, das Hotel Applemore auf den neusten Stand zu bringen. Als ehemaliger Börsenmakler und Sohn reicher Eltern ist es ihm leichtgefallen, sich als Investor am Hotel zu beteiligen. Dieses ist jedoch nur eine kleine Anzahl von zahlreichen Charakteren, die in dieser Geschichte eine Rolle spielen. Manchmal ist es schwierig, den Durchblick zu behalten, wer in welcher Verbindung zueinandersteht, da auch noch Kinder und die Namen von Haustieren erwähnt werden. So sind es insgesamt vier Hunde, die teilweise miteinander im Schnee toben und mit ihrer süßen Art, die Herzen der Leserschaft erfreuen. Auch sind von den zahlreichen Charakteren einige blass geblieben, wobei die Haupt-Protagonisten gut beschrieben sind.

Wenn aus Freundschaft Liebe wird, besteht die Gefahr, durch ein Scheitern der Beziehung die Freundschaft zu riskieren. Dies ist den beiden Hauptprotagonisten bewusst und trotzdem ist dieses Knistern und die hochkochenden Emotionen spürbar. Sie sind stets füreinander da, helfen sich, wo es nur geht und jeder in ihrer Umgebung spürt, was die beiden nicht merken. Auch, wenn das Ende ein wenig vorhersehbar ist, so ist es für Genrefans eine Story, in die sich gut eintauchen lässt. Allerdings leidet die Spannung an einigen Stellen darunter.

Am besten gefallen hat mir stets der Zusammenhalt sowie die Freundschaft, die an diesem Ort sehr eindrucksvoll ist. So stellt auch eine leichte Katastrophe keine allzu großen Probleme für die Bewohner da. Auch die wunderschön beschriebenen Landschaften in der Adventszeit, wenn es früh dunkel wurde und die Fenster in einem warmen Geld leuchteten, sorgen für ein harmonisches Stimmungsbild. Wenn zwischen den Straßenlaternen und in Häusern und Geschäften die Lichterketten hängen, die Straßen und Gassen beleuchten und alles funkelt und glitzert, so dass der Zauber der Weihnacht spürbar ist. Ebenso die Atmosphäre auf dem Weihnachtsmarkt, den Polly vor ihrem und den weiteren Geschäften sowie der Gin Brennerei organisiert hat, ist sehr eindrucksvoll beschrieben.

Fazit: Dieses Buch ist ein Wohlfühlroman mit überschaubarer Handlung, wenn man einfach nur abschalten möchte.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Ein Weihnachtswunder

Kleine Pfoten, großes Glück – Ein Weihnachtsstern über Langeoog
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Der Roman "Kleine Pfoten, großes Glück – Ein Weihnachtsstern über Langeoog" von Bente Sommer ist eine Geschichte, welche in zwei Teilen erzählt wird. Bereits das wundervolle Cover mit zwei kleinen Hunden, ...

Der Roman "Kleine Pfoten, großes Glück – Ein Weihnachtsstern über Langeoog" von Bente Sommer ist eine Geschichte, welche in zwei Teilen erzählt wird. Bereits das wundervolle Cover mit zwei kleinen Hunden, von denen einer eine Weihnachtsmannmütze trägt, Schneeflocken und weihnachtliche Tannen mit Beeren und Lichterketten sowie auf der anderen Seite ein Hund, ein Leuchtturm, die Dünen und Gräser deuten darauf hin.

Die Autorin hat eine Leidenschaft für die Insel Langeoog entwickelt, und die Menschen, das Meer sowie der salzige Wind inspirieren sie zu ihren Geschichten. Zusätzlich engagiert sie sich für den Tierschutz. Diese Kombination hat dazu geführt, dass sie diesen emotionalen und gefühlvollen Roman so authentisch und greifbar darstellt.

Die Geschichte beginnt bereits im Spätsommer, wobei die Leserschaft gleich einen Eindruck der unterschiedlichen Charaktere, der Atmosphäre und der Problematik, welche sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht, erhält. Bente Sommer hat einen guten Schreibstil und die Geschichte lässt sich zügig lesen. Einige Stellen sind besonders humorvoll formuliert, so dass man nicht umhinkommt, zu schmunzeln und sich selbst wie ein Teil der Geschichte zu fühlen.

Der Handlungsort ist eine Tierarztpraxis auf Langeoog, welche dem Tierarzt Dr. Mark Breden gehört. Er hat in der Vergangenheit ein traumatisches Erlebnis gehabt und wirkt teilweise kratzbürstig, aufbrausend und ist manchmal eine Herausforderung für seine Mitmenschen. Seit er mit der Tierärztin Dr. Clara Wahlmann liiert und die Hochzeit bereits geplant ist, hat er sich zum Positiven entwickelt. Sie hat sein Leben auf den Kopf gestellt, ist sehr freundlich, kompetent, aber sie hat ihr Geheimnis, von dem Mark nicht erfahren soll. Sie liebt ihn, wie noch nie zuvor einen anderen Mann, diese Liebe wird ebenso erwidert, aber es ist spürbar, dass seit einiger Zeit etwas zwischen ihnen steht. Doch dann trifft Clara eine einsame Entscheidung… Die systemische Betrachtung der Interaktionen entwickelt sich sehr spannend und es stellt sich die Frage, ob die Liebe allein stets die Antwort auf alle Fragen ist.

Auch die weiteren Charaktere, wie z.B. die Mutter von Clara, Brigitte Wahlmann, sind eine Bereicherung für die Geschichte. Wenn es Probleme gibt, ist Brigitte stets da, um zu helfen. Mit ihren feinen Antennen merkt sie genau, wann Not am Mann ist. Sie ist lustig, schlagfertig und bekocht auch gern Dr. Sebastian Gruber, den neuen Tierarzt in der Praxis sowie alten Studienkameraden von Mark. Er kommt bei den Frauen auf der Insel sowie den Patienten mit seinem guten Aussehen und seiner Kompetenz sehr gut an. Wobei auch kurzzeitig die Frage im Raum steht, ob er eher der Hühner-Held von Langeoog ist, da er besonders gut mit Hühnern umgehen kann, oder vielmehr der Insel-Casanova, nachdem er die flotte Sina kennengelernt hat.

Eine größere Rolle spielt die freundliche, loyale und hilfsbereite Sprechstundenhelferin Nelly, die gleich ein Auge auf Sebastian geworfen hat und die gute Seele der Praxis ist. Sie ist so gar nicht Sebastians Typ und doch fühlt er sich sehr wohl in ihrer Nähe und muss bei ihr keine Rolle spielen, sondern kann einfach er selbst sein. Ob sich zwischen den beiden Protagonisten eine Liebesgeschichte entwickeln wird?

Alle Charaktere sind sehr gut gezeichnet, so dass ein rundes Bild entsteht und die Leserschaft erahnen lässt, wie die nächste Reaktion der Protagonisten aussehen könnte.

Die Insel Langeoog ist als besonderer Schauplatz mit ihrem ganz eigenen Charme ebenso gut dargestellt. Es fahren keine Autos auf der Insel, so dass grundsätzliche schon eine stille Atmosphäre herrscht. Als es im zweiten Teil des Buches weihnachtlich wird, anstatt des Regens auch mal Schnee vom Himmel fällt, an sonnigen und klaren Tagen frostige Luft die Protagonisten umhüllt, die Wintersonne sich in den Fenstern spiegelt, Weihnachtsmusik erklingt und es nach weihnachtlichen Gewürzen im Haus duftet, ist das Weihnachtsfest gekommen. Dabei reflektieren unsere Protagonisten nicht nur die letzten Monate und wagen einen Blick in die Zukunft, sondern sie stellen fest, dass sie mit der Insel verbunden sind, hier ihre Freunde haben und selbst in Zeiten der Unsicherheit, Angst und Niedergeschlagenheit niemals allein sind.

Zum Ende des Buches gibt es zwei Rezepte für Hundekekse, die so gut klingen, dass wir Hunde-Liebhaber wissen, was als erstes auf unserer Zutatenliste für die Weihnachtsbäcker zu stehen hat.

Fazit: Kein reines Weihnachtsbuch und trotzdem eine kurzweilige Unterhaltung für die langen Abende im Herbst.

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