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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2025

Fantastisch, verrückt und trotzdem rund

Aus Sternen und Staub
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Worum geht’s?
Nate hatte nach seinem ungewollten Coming-out und später dem Tod seiner Eltern eine miese Zeit und beschließt sich eine Auszeit in einer Hütte in den Bergen zu nehmen. Doch dort halten sich ...

Worum geht’s?
Nate hatte nach seinem ungewollten Coming-out und später dem Tod seiner Eltern eine miese Zeit und beschließt sich eine Auszeit in einer Hütte in den Bergen zu nehmen. Doch dort halten sich ein mysteriöser Kerl namens Alex und kleines Mädchen, das sich Artemis Darth Vader nennt, versteckt. So verstrickt sich Nate in eine seltsame Sache und versucht herauszufinden, was es mit ihrer Flucht auf sich hat.

Wie war’s?
Dieses Buch habe ich schon länger auf meiner Leseliste und ich glaube, ich habe genau zum richtigen Zeitpunkt dazu gegriffen. Das Erzähltempo ist ehr langsam. Es passiert – insbesondere in der ersten Hälfte – nicht sehr viel, aber dennoch genug. Ich glaube, das hätte mir nicht zu jedem Zeitpunkt gefallen, aber in diesem Moment war es genau richtig für mich. Also habe ich es ganz entspannt, Stück für Stück gelesen und konnte die manchmal abstrusen (im positiven Sinne!) Charaktere doch sehr lieb gewinnen. Gerade Art hat mich einerseits mit ihrer „kindlichen“ Naivität, andererseits mit Neugierde und Weisheit immer wieder zum Schmunzeln bringen. Insgesamt würde ich das Buch als fantastischen Roman beschreiben. Gerade das Zwischenmenschliche bekommt einen großen Stellenwert.

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Veröffentlicht am 27.11.2025

Steh ein für dein Glück

This isn't happiness
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„𝘑𝘢, 𝘓𝘦𝘪𝘥𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘢𝘧𝘵 𝘦𝘹𝘪𝘴𝘵𝘪𝘦𝘳𝘵, 𝘢𝘣𝘦𝘳 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘸𝘪𝘦 𝘪𝘮 𝘍𝘪𝘭𝘮 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘦𝘳 𝘉ü𝘩𝘯𝘦."(S. 172f.)

𝗪𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗴𝗲𝗵𝘁’𝘀?
Amy und Josh sind seit dem College ein Paar und planen zu heiraten. Als der Termin steht, ist Amy aber ...

„𝘑𝘢, 𝘓𝘦𝘪𝘥𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘢𝘧𝘵 𝘦𝘹𝘪𝘴𝘵𝘪𝘦𝘳𝘵, 𝘢𝘣𝘦𝘳 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘸𝘪𝘦 𝘪𝘮 𝘍𝘪𝘭𝘮 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘢𝘶𝘧 𝘥𝘦𝘳 𝘉ü𝘩𝘯𝘦."(S. 172f.)

𝗪𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗴𝗲𝗵𝘁’𝘀?
Amy und Josh sind seit dem College ein Paar und planen zu heiraten. Als der Termin steht, ist Amy aber verunsichert, denn es gibt einen großen Elefanten in ihrer Beziehung, über den sie nie sprechen: Sie haben keinen Sex mehr. Also versucht Amy ihre Beziehung zu retten.

𝗪𝗶𝗲 𝘄𝗮𝗿'𝘀?
This isn’t Happiness ist ein absolut unterhaltsames, aber dennoch authentisches Buch. Es zeigt eindrücklich, dass das Leben manchmal anders verläuft als geplant und dass es völlig okay ist. Es macht Mut zur Veränderung und für sich selbst einzustehen.

Der Schreibstil von Mary Newham ist angenehm leicht und humorvoll, sodass ich das Buch in kürzester Zeit weggeatmet habe. Gleichzeitig gelingt es ihr immer wieder eine ernstere Atmosphäre rüberzubringen, die Amys Gefühlszustand wiederspiegelt. Denn Amy stellt mehr und mehr fest, dass sie und Josh sich in völlig unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. Sie dabei zu begleiten, wie sie hinterfragt, was dies für ihre Beziehung bedeutet und wie sie dabei an sich wächst, hat mir unglaublich viel Freude bereitet. Josh dagegen scheint in seiner Entwicklung zu stagnieren.

Und dann ist da noch Lace. Lace stürmt wie ein Wirbelwind in Amys Leben und bringt so vieles ins Rollen. Ich liebe sie und würde mir wünschen, dass zu jedem von uns eine Lace ins Leben platzt, wenn wir es gerade brauchen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Buches ist die fehlende Kommunikation. Da habe ich mich manchmal wirklich gefragt, warum keiner den Elefanten anspricht, obwohl er für beide klar da ist. Das muss man einfach aushalten können. Zum Ende fand ich ein paar Dinge auch zu überspitzt bzw. nicht rund gelöst.

Aber hey! Unterhalten haben mich auch diese Kritikpunkte, denn kommen sehen, habe ich sie nicht. Ich hatte mit diesen Buch auf jeden Fall eine wirklich gute Zeit.

Von mir gibt es 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Ein "cozy" Fantasybuch nach meinem Geschmack

Witches of Deadly Sins
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“Vielleicht hatten Kronos und Artemis die Macht der Büchse überschätzt, schließlich hat sie die Welt nicht zerstört. Und vielleicht suchten sämtliche Coven dieser Welt nicht nach ihr, weil sie Gutes tun ...

“Vielleicht hatten Kronos und Artemis die Macht der Büchse überschätzt, schließlich hat sie die Welt nicht zerstört. Und vielleicht suchten sämtliche Coven dieser Welt nicht nach ihr, weil sie Gutes tun wollten, sondern weil sie gierig waren und sich für etwas Bessere hielten.“ (Kapitel 5)

Worum geht’s?

Vor 10 Jahren wurde Sasha von ihrem Coven verbannt. Doch nun kehrt sie nach Amsterdam zu ihrer Familie zurück und hat die Wahl: Hilft sie dem Rat für ein Jahr bei der Suche nach der Büchse der Pandora, ist sie anschließend frei in ihren Entscheidungen. Trotz ihres Hasses auf den Rat, schließt sich Sasha der Suche an - zu ihren eigenen Bedingungen.



Wie war’s?

Mit Witches of deadly Sins habe ich ein für mich perfektes „cozy“ Herbstbuch gefunden, in dem die Atmosphäre stimmt, aber der Plott im Vordergrund steht. Der Schreibstil ist angenehm leicht und unkompliziert, sodass ich von Anfang an durch die Seiten geflogen bin.

Die Story an sich (die Suche nach einen mystischen Artefakt) ist nichts Neues. Aber in Kombi mit dem urbanen Setting in Amsterdam (gefällt mir total gut!), Hexen und griechischer Mythologie wird es doch wieder besonders. Ähnliches gilt für das Magiesystem: Magie, die auf den vier Elementen beruht, kennt man. Zusammen mit den vererbten Magiebegabungen, dem Tarot, dem Aufbau des Coven und dem familiären Zwist wird es interessant. Gerade zum Ende wurde die Handlung nochmal sehr spannend.

Sasha als starke Protagonistin mochte ich auch. Allerdings haben wir ein bisschen Zeit gebraucht, um miteinander warm zu werden. Zwischenzeitlich machte sie auf mich einen leicht verbitterten Eindruck. Die Tension zwischen Sasha und Dastan habe ich persönlich nicht so gefühlt. Das hat mich aber nicht weiter gestört. Sehr angetan haben es mir dagegen die Sidekicks: Das Haus, das wie in Encanto eine eigene Persönlichkeit besitzt und Atlas, Sashas kleiner Kauz.

Für mich ist Witches of deadly Sins ein tolles Buch für zwischendurch und ein guter Einstieg für Romantasy-Neulinge.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Eine Reise in die Hölle, but make it arcademic

Katabasis
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„In all den Mythen und Geschichten wird davon ausgegangen, dass Magier verschiedene Instrumente gebrauchen: Zepter, Kristalle, Kessel, Zauberstäbe. Doch gelehrte Geister wissen, dass ein wahrer Magier ...

„In all den Mythen und Geschichten wird davon ausgegangen, dass Magier verschiedene Instrumente gebrauchen: Zepter, Kristalle, Kessel, Zauberstäbe. Doch gelehrte Geister wissen, dass ein wahrer Magier nur ein Werkzeug braucht, und zwar ein einfaches Stück Kreide.“ (S. 143)


Worum geht’s?

Als Professor Grimes ums Leben kommt, ist für Alice sofort klar, dass sie in die Unterwelt reisen muss, um ihn zurückzuholen. Wer sonst könnte ihre Doktorarbeit in Analytischer Magie bewerten? Begleitet wird sie von ihrem Rivalen Peter. Bestens vorbereitet, stellen sie jedoch fest, dass die Hölle nicht so ist, wie erwartet.


Wie war’s?

Auf Katabasis hatte ich mich schon sehr gefreut und es hat mich nicht enttäuscht. Eine Reise durch die Hölle und das mit akademischem Setting? Klingt verrückt, aber sehr gut! Und das war’s auch!

Das Dark Academia Setting ist durch die wissenschaftlichen Einschübe auch in diesem Buch sehr detailliert. Rebecca Kuang lässt wieder sehr viel aus ihrem Erfahrungsgebiet einfließen, sodass ich abermals von ihrer Recherchearbeit beeindruckt bin. Dieses Mal wurde es mathematisch und vor allem philosophisch. Hier muss man sich davon frei machen, alles verstehen zu wollen. Das geht gar nicht. Aber dadurch werden das Setting und Feeling einfach sehr authentisch rübergebracht. Mir hat es ein bisschen The Atlas Six Vibes gegeben. Das ist Geschmackssache, ich mag es sehr!

Der rote Faden ist von Anfang an klar, man darf allerdings keine krassen Plottwists erwarten. Vielmehr stehen die Entwicklung der Charaktere, ihr Blick auf die Welt, kleinere Details und Wendungen sowie weitere (gesellschaftskritische) Themen im Vordergrund. Diese baut Rebecca Kuang geschickt mit Hilfe der Protagonisten ein: Z. B. Chronische Krankheiten und die Rolle der Frau im akademischen Raum. Allerdings muss ich sagen, dass mir das in Babel noch besser gefallen hat.

Die Protagonisten sind, wie so oft in Rebecca Kuangs Büchern, nicht unbedingt darauf angelegt besonders sympathisch zu sein. Dafür sind sie umso realer und greifbarer.

Katabasis ist für mich damit wieder ein sehr besonderes Fantasy-Erlebnis gewesen.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Was ist wirklich passiert?

Before we were innocent
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“Wir alle nahmen an, dass der Verlust von Evangeline das Schwierigste an der ganzen Sache sein würde. Aber wir lagen alle falsch.“ (Kapitel 5)


Worum geht’s?

Bess, Joni und Evangeline wollen mit 18 einen ...

“Wir alle nahmen an, dass der Verlust von Evangeline das Schwierigste an der ganzen Sache sein würde. Aber wir lagen alle falsch.“ (Kapitel 5)


Worum geht’s?

Bess, Joni und Evangeline wollen mit 18 einen gemeinsamen letzten Sommer verbringen, bevor sie auf unterschiedliche Unis gehen werden. Während dieses Urlaubs passiert das Tragischste überhaupt: Ev stirbt. Bess und Joni werden verdächtigt, aber schließlich freigesprochen. 10 Jahre später kreuzt Joni bei Bess wieder auf und bittet sie um ein Alibi. Und weil Bess ihr noch etwas schuldet, willigt sie ein…


Wie war’s?

Für mich war es das erste Buch der Autorin und bestimmt nicht das letzte. Was allerdings wie ein Thriller klingt, ist dennoch eher ein spannender Roman, angehaucht mit True-Crime und Coming-of-Age. Nicht falsch verstehen, das ist gar keine Kritik. Aufgrund des Klappentextes könnte aber eine andere Erwartungshaltung entstehen.
Vielmehr im Fokus steht die Beziehung der drei Mädchen zueinander, die teilweise doch schon sehr toxisch war und ist. Denn es gibt zwei Zeitstränge: Der Urlaub 2008, in welchem Ev stirbt und 10 Jahre später, 2018, als Joni wieder Kontakt zu Bess sucht.
Im Laufe der Handlung zeigt sich immer mehr, dass schon 2008 nicht alles so war, wie es scheint. Und genau das spielt auch für den zweiten Zeitstrang eine Rolle. Die Handlung baut sich eher slow auf, aber da immer wieder neue, kleine Aspekte aufgedeckt werden, passt es insgesamt total gut zusammen.
Ich kann das Buch sehr empfehlen.

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