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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2025

Jahreshighlight!

Black Witch - Prophezeiung
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„Alsbald wird ein Großer Geflügelter sich erheben und seinen furchterregenden Schatten über die Lande werfen. Und so, wie die Nacht den Tag bezwingt, so bezwingt auch der Tag die Nacht, und siehe, eine ...

„Alsbald wird ein Großer Geflügelter sich erheben und seinen furchterregenden Schatten über die Lande werfen. Und so, wie die Nacht den Tag bezwingt, so bezwingt auch der Tag die Nacht, und siehe, eine neue Schwarze Hexe wird sich erheben, und ihre Macht wird alle Vorstellungskraft übersteigen.“ (Erster Teil, Kapitel 10)



Worum geht’s?

Elloren Gardner ist die Enkelin der letzten Schwarzen Hexe und sieht aus wie ihr Ebenbild. Anders als ihre Großmutter verfügt sie jedoch über keinerlei magische Fähigkeiten. Als Elloren schließlich die Chance bekommt sich an der Universität zur Apothekerin ausbilden zu lassen, erkennt sie, dass nicht alle Völker gleich behandelt werden. Und während sie selbst mit Vorurteilen und ihrem familiären Erbe zu kämpfen hat, stellt sich ihr immer mehr die Frage, wer der Gesellschaft wirklich schadet.


Wie war‘s?

Black Witch hat mich absolut positiv überrascht und es verdient weitaus mehr Aufmerksamkeit, als es bisher bekommt!
Insgesamt hat das Buch eine düstere Grundstimmung, die mir von Anfang an durch den Schreibstil und die detailierten Beschreibungen sehr gut gefällt.

Elloren selbst ist zu Beginn noch eine naive, gutgläubige Protagonistin, die jedoch eine großartige Charakterentwicklung durchmacht und zu einer wissbegierigen, hinterfragenden, rebellischen jungen Frau wird.
Sie wird in eine Welt gestoßen, in der Rassismus, Diskriminierung und Unterdrückung Teil des Alltags sind. Dadurch bekommt das Buch eine ganz unerwartete gesellschaftskritische Tiefe.
Besonders gut, gefällt mir das Worldbuilding. Es ist recht komplex durch die vielen verschiedenen Völker, Länder und ihre Beziehungen zueinander. Ähnlich gut finde ich das Magisystem ausgearbeitet. Dadurch ist es ein Buch, das die volle Aufmerksamkeit fordert.

Eine Lovestory bahnt sich ganz slow burn (also wirklich slow) an. Der Fokus liegt klar auf der Story und dem Wordlbuilding. Zum Ende sind immer noch so viele offene Fragen, dass ich gleich im Anschluss mit Band 2 weiter machen musste!

Für mich ein völlig unterschätzter Fantasy-Schatz.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Keine typische Fantasy, aber dennoch besonders

Babel
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„Indem wir die Kunst der Übersetzung perfektionieren, können wir das zurückgewinnen, was die Menschheit in Babel verloren hat.“ (Kapitel 6)


Worum geht’s?

Als seine Familie an der Cholera stirbt, nimmt ...

„Indem wir die Kunst der Übersetzung perfektionieren, können wir das zurückgewinnen, was die Menschheit in Babel verloren hat.“ (Kapitel 6)


Worum geht’s?

Als seine Familie an der Cholera stirbt, nimmt Professor Lovell den jungen Robin von Kanton mit nach England. Dort wächst er zu einem Sprachtalent heran und ergattert einen Studienplatz am legendären Institut für Übersetzung in Oxford: Babel. Hier findet er zum ersten Mal Freunde, lernt aber auch die Schattenseiten der Gesellschaft kennen und es stellt sich für ihn die Frage: Ist Babel das, was er will?


Wie war’s?

Was für ein großartiges Buch! Vorweg: Babel ist kein typisches Fantasybuch. Obwohl es ein Magiesystem gibt, das ein zentraler Punkt des Buches ist, nimmt die Magie selbst wenig Raum ein. Insofern lässt sich Babel vielleicht als historischer Fantasyroman beschreiben.

Es ist dennoch ein ganz besonderes Buch und behandelt aus historischer Perspektive viele gesellschaftskritische Themen wie Rassismus, Kolonialismus, Sklaverei, Industrialisierung, den Opiumkrieg und Frauenrechte. Hut ab vor der Recherchearbeit!

Ein weiterer Fokus liegt auf Sprache und ihrer Bedeutung, da hierauf das Magiesystem aufbaut. Diese Kombination gefällt mir richtig gut, weil sie zeigt, welche Macht Sprache und Worte haben können. Total spannend umgesetzt finde ich auch, dass die Autorin in Kombination mit dem Magiesystem der Geschichte eine ganz neue Deutungsperspektive gibt.

Babel ist auf jeden Fall ein Buch auf das man sich einlassen muss und von dem man keine krassen Plotttwists erwarten darf. Es hat Ansprüche, ist schonungslos, macht betroffen, wütend und hat mich nachdenklich zurückgelassen. Wenn man sich darauf einstellt, wird man mit einem großartigen Leseerlebnis belohnt.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein absolutes Sommer Must-Read

Carrie Soto is back
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“Lass nicht zu, dass etwas, was jemand über die sagt, dein Selbstwertgefühl beeinflusst.“ (S. 32)


Worum geht’s?

Carrie Soto hat sich als erfolgreichste Tennisspielerin ihrer Zeit einen Namen gemacht. ...

“Lass nicht zu, dass etwas, was jemand über die sagt, dein Selbstwertgefühl beeinflusst.“ (S. 32)


Worum geht’s?

Carrie Soto hat sich als erfolgreichste Tennisspielerin ihrer Zeit einen Namen gemacht. Doch als 6 Jahre nach dem Ende ihrer Karriere ihre jüngere Konkurrentin Nicki Chan droht ihre Rekorde zu brechen, trifft Carrie die Entscheidung mit 37 Jahren ein Comeback zu starten und es allen zu zeigen.


Wie war’s?

Was soll ich sagen? Das ist nun mein viertes Buch von TJR und ich war wieder von Anfang bis Ende gefesselt. Diese Frau schafft es einfach, dass ich kein Buch von ihr aus der Hand legen kann.

TJR zeichnet mit Carrie wieder einen besonderen Charakter. Carrie ist wahnsinnig ehrgeizig und vergisst darüber hinaus so einiges. Sie ist nicht unbedingt sympathisch, aber in ihren Charakterzügen dennoch so menschlich und lernt im „Alter“ ganz neue Seiten an sich selbst kennen. Der Schreibstil ist wie gewohnt locker und unkompliziert und absolut mitreißend. So lässt TJR mich leicht in dem Glauben, dass es Carrie und ihre Karriere ganz klar gegeben hat. Nein, natürlich ist auch das wieder eine rein fiktive Geschichte, aber die wirklich gute Recherche gibt mir wieder das Gefühl dabei gewesen zu sein.

Besonders sind hier auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und wie sie sich verändern und weiterentwickeln, auch weil Carrie sich weiterentwickelt. Besonders gefallen hat mir die Beziehung zu ihrem Vater. Die Rollenambivalent zwischen Trainer und Vater hat auch ihre Komplikationen mit sich gebracht, aber dennoch zeichnet sich eine sehr innige Vater-Tochter-Beziehung ab.

Ich fasse es mich kurz: Riesige Leseempfehlung (mal wieder)!

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein feministisches Highlight

Beklaute Frauen
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„Die scheinbar klare Rollenverteilung diente als Argument, dass dies die natürliche Ordnung zwischen Mann und Frau sein müsse.“ (S. 9)


Worum geht’s?

In Beklaute Frauen durchleuchtet Leonie Schöler die ...

„Die scheinbar klare Rollenverteilung diente als Argument, dass dies die natürliche Ordnung zwischen Mann und Frau sein müsse.“ (S. 9)


Worum geht’s?

In Beklaute Frauen durchleuchtet Leonie Schöler die Biografien verschiedener Frauen, hinsichtlich ihrer Rolle z. B. bei wissenschaftlichen Entdeckungen oder künstlerischen Schaffensprozessen. Sie zeigt immer wieder, wie die Deutungshoheit von Geschichte durch die Machtverhältnisse bestimmt wird. Und nun werdet ihr sicherlich überrascht sein, dass die größte Macht (immer noch) bei weißen Männern liegt und die Frauen immer wieder zurückstecken mussten.



Wie war’s?

Wow, ein absolut unerwartetes Highlight! Dieses Buch finde ich aus feministischer Sicht so, so wichtig und jede (und vielleicht viel wichtiger: jeder) sollte es gelesen haben. Es hat mich beim Lesen wütend und fassungslos gemacht. Und ich habe gelacht. Ja, richtig gelesen! Leonie Schöler weiß mich als Leserin bei Laune zu halten und schreibt absolut fesselnd (Wir reden hier von einem Sachbuch!). Während ich mir in einem Moment noch die Hände ungläubig über dem Kopf zusammenschlage, muss ich im nächsten Moment schon wieder schmunzeln. Aber trotz der ernsten Thematik behält Leonie Schöler ihren Humor und schreibt immer wieder mit einem Augenzwinkern. So gelingt ihr das Kunststück ein faktenbasiertes, gut recherchiertes Thema mit einem geschichts- und sozialwissenschaftlichen Hintergrund, einfach verständlich und unterhaltsam zu verpacken. Sie zeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, um die Gegenwart zu verstehen. Und ich bin mir sicher, nur Verständnis führt dazu, dass sich etwas ändern kann. Also: Leseempfehlung!😉

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Große Liebe für Band 2

Glow of the Everflame
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„Die Dunkelheit kommt näher“, flüsterte ich, „und ich habe nicht die Kraft, um das Licht zu suchen.“ „Dann schaff dir dein eigenes Licht.“ (Kapitel 37)



Worum geht's?

Diem wurde als neue Crown ausgewählt ...

„Die Dunkelheit kommt näher“, flüsterte ich, „und ich habe nicht die Kraft, um das Licht zu suchen.“ „Dann schaff dir dein eigenes Licht.“ (Kapitel 37)



Worum geht's?

Diem wurde als neue Crown ausgewählt und entscheidet sich dazu, dies als Chance für Veränderung zu nutzen. Um sich als Crown zu etablieren und zu überleben, verbündet sie sich mit dem Haus Corbois. Während einige Mitglieder auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, beweisen sich andere als überaus loyal. So erkennt Diem, dass sich die Welt nicht einfach in Decended und Mortals, Gut und Böse einteilen lässt.



Wie war’s?

Ich liebe das Buch, ich liebe diese Reihe bisher! (Achtung, das Wort „liebe“ könnte im Folgenden inflationär genutzt werden. Aber es gibt einfach kein passenderes Wort zur Beschreibung.) Band 1 hat mich schon völlig begeistert und Band 2 konnte das nochmal toppen. Ich war von Anfang bis Ende gefesselt und konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Diem liebe ich als Protagonistin sehr! Sie ist kein Naivchen, (willens)stark und bereit alles, für eine faire, bessere Welt zu riskieren. Penn Cole schafft es den Spannungsbogen durchgehend aufrechtzuerhalten und mich als Leserin emotional völlig in die Geschichte eintauchen zu lassen und mit Diem zu fühlen. Ich liebe die Umsetzung der Tropes in dieser Reihe (Slow Burn, He falls first, He falls Harder, Found Family) – Die geben mir ein bisschen Acotar-Vibes. Eigentlich sogar besser 😊 Und was für mich auch ein riesiger Pluspunkt ist: Der Fokus liegt klar auf dem Aufbau der Handlung und der Charakterentwicklung und nicht auf der Beziehung. Große Liebe für dieses Buch!

Dies ist wieder eine Reihe, bei der ich es nicht erwarten kann weiterzulesen!

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