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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2025

Unterhaltsam

Pleasure and Pain - Fessle mein Herz
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Violet und Elijah sind für sich stimmig aufgebaut, allerdings fand ich ihr Miteinander zu reduziert auf die sexuelle Anziehung. Was mir gefehlt hat, war eine Entwicklung zwischen Violet und Elijah außerhalb ...

Violet und Elijah sind für sich stimmig aufgebaut, allerdings fand ich ihr Miteinander zu reduziert auf die sexuelle Anziehung. Was mir gefehlt hat, war eine Entwicklung zwischen Violet und Elijah außerhalb der sexuellen Ebene. Nicht nur der alte Vertrauensbruch wurde für mich zu wenig aufgearbeitet, insgesamt spürte ich zu wenig Verbindung zwischen den beiden jenseits ihrer Dom-Sub-Beziehung. Ich kenne mich in der BDSM Szene nicht aus und vertraue bei der Darstellung der Autorin, allerdings fiel es mir schwer zu glauben, dass sich eine Devote so schnell ihrem „alten“ Meister unterordnen will. Für mich wirkte das zu stark abhängig und ich hätte mir eine stärkere Aufarbeitung des Vertrauensbruch aus der Vergangenheit gewünscht, bevor sie sich wieder auf ihn einlässt. Die BDSM Thematik selbst fand ich für Unwissende wie mich gut erklärt und auch die Gründe, wieso sich jemand dominieren lässt und Schmerzen wünscht, fand ich gut dargestellt.

Die Handlung liegt nachdem Violet den Club betreten hat, hauptsächlich auf der Beziehung zwischen den beiden. Ihr Auftrag für den Verlag zu spionieren und auch das Verhältnis zu ihrer Chefin und ihrem besten Freund rücken in den Hintergrund. Vielleicht wäre die Story für mich spannender gewesen, wenn auch dieser Teil mehr Raum bekommen hätte. So hätte man stärker gesehen, dass Violet zwar von ihrem Partner dominiert werden möchte, aber ansonsten selbst eine starke Frau ist, die ihren Weg geht.

Letztendlich hat mich das Buch unterhalten, aber mehr Tiefgang hätte mich bewogen, auch die anderen Bücher der Reihe zu lesen. Diese werden aber wohl unberührt bleiben.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Wunderschön, und neuartig

Mirror: Weiß wie Schnee
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n den Hausmärchen der Gebrüder Grimm trifft man böse Stiefmütter, Wölfe und andere Zauberwesen. Doch was wäre, wenn diese gar nicht so böse sind, wie uns die Gebrüder Grimm weismachen wollen? Dieser Frage ...

n den Hausmärchen der Gebrüder Grimm trifft man böse Stiefmütter, Wölfe und andere Zauberwesen. Doch was wäre, wenn diese gar nicht so böse sind, wie uns die Gebrüder Grimm weismachen wollen? Dieser Frage geht Lucia Herbst in ihrer Reihe „Spieglein, Spieglein“ nach und lässt Menschen aus der realen Welt die Märchenwelt neu kennenlernen.


Ich liebe ja Märchenadaptionen, habe aber sehr lange nach keiner mehr gegriffen. Daher hat es mich umso mehr gefreut, dass mich der Auftakt der Reihe von sich überzeugen konnte. Lena, aus der realen Welt, wirbelt mit ihrem Wissen über das Ende der Figuren und ihrem Wunsch für alle ein Happy End zu zaubern, die Märchenwelt gehörig durcheinander. Dabei deckt sie Geheimnisse auf, findet neue Freunde und lernt auch etwas Neues über sich selbst.

Lucia Herbst schafft es, dass man einen neuen Blick auf die Märchen und vor allem auf die Bösewichte wirft. Warum will Rumpelstilzchen das Kind der Königin stellen? Warum lockt die Hexe mit ihrem Knusperhäuschen Kinder an und will diese essen? Hier bekommen die Zauberwesen eine Stimme und ein Motiv für ihre Handlungen. Lenas Umgang mit den Bösewichten hat mir gefallen und ich fand vor allem bei der Knusperhexe die Begründung ein bisschen lustig.

Während man zu Beginn aus der Sicht der bösen Königin in die Story eintaucht, ihre Beweggründe kennenlernt und merkt, irgendwas stimmt da doch nicht, folgt man nach dem Tausch Lena und erlebt den Rest der Story aus ihrer Sicht. Dieser Sichtwechsel ist aber sehr gut gelungen, sodass es mir nicht wie ein Bruch vorkam. Die Handlung setzt sich danach gemächlich vor. Ich lernte Lena und all die anderen Personen besser kennen und konnte in Ruhe in die Märchenwelt miteintauchen.

Zum Ende hin passierte sehr viel. Die Geschehnisse überschlugen sich. Das störte mich nur in Bezug zu einer Sache und zwar der Liebesgeschichte. Lena ist verpartnert und weder das Verhalten am Ende von ihrem Partner noch die Gefühle zu einer der Figuren aus der Märchenwelt konnten mich so richtig überzeugen. Ersteres hatte für mich nur ein laue Erklärung, weil ich die Person ja gar nicht kennenlernen konnte und zweiteres fand ich auch etwas zu „schnell“. Bei romantischen Sachen bin ich sowieso eher die Slow Burn Liebhaberin. Eine weitere Sache, die mich am Ende etwas verwirrt zurückgelassen hat, ist die Entscheidung von Lena. Aber aus Spoilergründen kann ich darauf nicht weiter eingehen. Jedenfalls wirkte diese etwas gezwungen auf mich.

Der zweite Band „Schön wie Rosen“ wird ganz sicher hier einziehen und ich hoffe, dass man dort alte Bekannte wiedertreffen darf.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Wunderbar

Der Spiegel des Drachen - Weltenwandel
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Wie im Klappentext schon beschrieben, begleitet der Leser vier sehr unterschiedliche Personen auf einer Mission. Und das Zusammenspiel der Personen war eher konfliktreich. Vor allem die Dialoge zwischen ...

Wie im Klappentext schon beschrieben, begleitet der Leser vier sehr unterschiedliche Personen auf einer Mission. Und das Zusammenspiel der Personen war eher konfliktreich. Vor allem die Dialoge zwischen Langara, der Hure, und Rylo, dem Leibwächter, fand ich köstlich. Langaras Art mit Rylos Vorurteilen umzugehen war herrlich. Aber wirklich in mein Herz geschlichen hat sich Taran, der Einzelgänger und Aylia, die Assassine. Vielleicht weil deren Hintergrund auf mich emotional mehr gewirkt hat als die der anderen beiden. Auch wenn die Story nur an wenigen Tagen spielt, lernt man einiges über den Hintergrund der Personen durch Erzählungen und Erinnerungen. Ihre Beweggründe, die Mission erfüllen zu wollen, obwohl sie zu dieser gezwungen werden, sind dadurch nachvollziehbar. Und mir gefiel es sehr, dass sich die vier erst kennenlernen mussten und sich nicht sofort aufeinander verlassen haben. Vertrauen muss man sich verdienen. Oder wie Aylia sagen würde: „Vertraue niemals einer Assassine.“

Wie oben schon erwähnt, befinden wir uns nur für wenige Tage in dieser Fantasywelt. Auch wenn die Welt und die Magie kurz umrissen werden, liegt der Kern auf der Mission/Quest und dem Zusammenspiel der vier Protagonisten. Eine große Charakterentwicklung oder eine tiefer Einblick ins Worldbuilding darf man sich nicht erhoffen. Trotzdem darf man sich auf immer neue Überraschungen freuen. Sei es durch eine neue Information zu den Personen oder aber durch Entdeckungen, die sie machen. Vor allem letzteres sorgt dafür, dass man das bisher Geglaubte infrage stellen muss. Während sich unsere vier Helden bei der Frage, was denn nun die Wahrheit ist, nicht einig sind, wurde es mir als Leser schnell klar, wem ich glauben schenken sollte. Ein bisschen längeres in der Luft schweben bei der Frage, hätte ich mir gewünscht. Trotzdem ist es bis zum Ende nicht ersichtlich, ob die Mission scheitert oder nicht. Ob die Helden ihre Welt retten oder ob sie zerstört. Und am Ende muss sich der Leser auch fragen, was das moralisch richtige ist.

Was mir besonders gefallen hat, kann ich nicht verraten, da es ein wirklich fetter Spoiler wäre. Aber am Ende des Buches lässt die Autorin etwas geschehen, was ich bei den wenigsten Büchern lese. Ich war da auf der einen Seite etwas traurig, aber auf der anderen Seite muss ich sagen, dass diese Geschehnisse so gut zur Story gepasst haben, dass ich froh bin, dass die Autorin dies geschehen ließ.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Überraschend anders als erwartet

The Dragon Writer's Game - Der magische Wettkampf
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Ich bin ehrlich, vom Klappentext her hatte ich etwas vollkommen anderes erwartet, bin aber positiv überrascht worden. Der Einstieg in die Geschichte lässt einen schon viel von Emmy erfahren, auch wenn ...

Ich bin ehrlich, vom Klappentext her hatte ich etwas vollkommen anderes erwartet, bin aber positiv überrascht worden. Der Einstieg in die Geschichte lässt einen schon viel von Emmy erfahren, auch wenn ich mit Cosplay nicht viel am Hut habe, schwappt Emmys Begeisterung davon rüber. Und ihr Wunsch den Dragonpark zu besuchen, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Habe ich doch auch eine „magische Schule“, deren Brief sicherlich verloren gegangen ist, damals als ich 11 Jahre alt war. Insgesamt schafft es Nicolas Mueller Emmys Gefühle, Wünsche, Sorgen nachvollziehbar rüberzubringen. Bis auf die Liebe … die Gefühle sind nicht mit zu mir rübergeschwappt, aber darauf lag ja auch zum Glück nicht der Schwerpunkt.

Die Zeit im Dragonpark hält nicht nur für Emmy Überraschungen bereit, auch ich war vom Plotverlauf überrascht, da ich irgendwie was anderes erwartet hatte. Das kann ich aber aus Spoilergründen nicht weiter erläutern. Trotz meiner anderen Erwartungen war ich positiv überrascht. Gemeinsam mit Emmy entdecken wir die Schule, finden Freunde und erleben Emmys Entwicklung. Sie ist zwar schon zu Beginn eine starke, zielstrebige Persönlichkeit, aber sie lernt in der Schule und bei dem Abenteuer auch viel über sich selbst.

Ein bisschen hätte ich mir gewünscht mehr von Dragontale zu erfahren. Diese Welt klingt einfach super interessant. Könnte mir ein weiteres Buch, welches in dieser Fantasywelt spielt, sehr gut vorstellen. Auch das Ende war irgendwie so offen … ich hätte mir einen Epilog gewünscht, wo vielleicht die Zukunft der Schule erwähnt wird. Wieso ich mir das gewünscht habe, kann ich aus Spoilergründen auch nicht sagen.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

eine schöne Liebesgeschichte ohne großes Drama

The Darlington - Henry & Kate
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Der Name Laura Kneidl ist mir schon öfters begegnet, aber das hier ist das erste Buch, welches ich von ihr lese. Und ich werde sicherlich die anderen Bände der Reihe auch lesen. Die Story ist eine schöne ...

Der Name Laura Kneidl ist mir schon öfters begegnet, aber das hier ist das erste Buch, welches ich von ihr lese. Und ich werde sicherlich die anderen Bände der Reihe auch lesen. Die Story ist eine schöne Mischung aus Gefühlen und ernsten Themen, die geschickt miteinander verwoben wurden.

Kates Hintergrundgeschichte ist traurig und ihre "Rettung" aus ihren aktuellen Verhältnissen klingt wahrlich wie im Märchen. Mit Henry, der ihr eine Rettungsleine zuwirft, die sie zum Glück annimmt. Dabei ist Kate niemand, der sich nun auf Henrys Kosten ausruht. Sie will unabhängig sein und sich nicht auf dem Reichtum eines anderen ausruhen. Die Klatschpresse sieht das natürlich anders, und hier hätte ich mir ein bisschen mehr Auseinandersetzung gehofft. Henry kennt das ja schon, aber für Kate war es ja doch etwas Neues auf einmal in der Zeitung zu stehen. Auch dass sie von der High Society und einem Teil von Henrys Familie abgelehnt wird, hätte noch zu mehr Konflikten führen können. Aber vielleicht ist es auch grad das das Schöne gewesen, dass nicht so viel Klischeedrama ausgeschlachtet wurde.

Henrys aktuelle Situation ist auch schwierig und ich bin ehrlich - ich hätte nicht gewusst, wie ich mit so einem Vater umgegangen wäre. Aber mir gefiel es, dass er sich nicht unterbuttern lassen hat, und wenigstens im privaten Raum den Mut hatte, seine Meinung kundzutun. Dass er noch ein ganz anderes Geheimnis hat, war für mich irgendwann ersichtlich, aber gut vor Kate versteckt. Dadurch ist ihre Reaktion darauf, sehr glaubwürdig gewesen.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und, wie schon erwähnt, werden hier die Punkte, die zu viel Drama führen könnten, nicht vertieft, sondern der Schwerpunkt liegt auf den beiden Protagonisten und wie sich zwei unterschiedliche Charaktere ergänzen können. Keine großen Wendungen, sondern Kleinigkeiten sorgen für eine interessante Dynamik zwischen den beiden. Es geht um Vertrauen, Mut und zu sich selbst zu stehen.

Der Skandal der Familie Darlington wird übrigens nicht aufgelöst. Stattdessen dürfen wir im Band 2 sicherlich mehr darüber herausfinden. Ich bin gespannt, welche neuen Erkenntnisse wir erhalten, wenn wir den Skandal aus der Sicht zweier anderer Personen betrachten.

Der Schreibstil ist ruhig. Keine unglaublich emotional triefenden Dialoge oder ausufernde Beschreibungen. Es lässt sich schön lesen und trägt durch die Geschichte.

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