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Veröffentlicht am 15.10.2025

"Ferrari ist kein Auto, das man kauft, Ferrari ist ein Versprechen, dem man sich verschreibt"

The Ferrari Book
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Meint jedenfalls der Autor dieses Prachtbandes. Um dann noch zu formulieren: "Ferrari ist einfach die heißeste Automarke der Welt." Mag sein, dass das manche so sehen. Auf jeden Fall ist so ein Auto eine ...

Meint jedenfalls der Autor dieses Prachtbandes. Um dann noch zu formulieren: "Ferrari ist einfach die heißeste Automarke der Welt." Mag sein, dass das manche so sehen. Auf jeden Fall ist so ein Auto eine Ansage und ein Statussymbol. In letzter Zeit hat die Marke etwas gelitten, den in der Formel 1 fehlen die Erfolge. Da nützt es auch nichts, wenn man Lewis Hamilton im feinen Zwirn vor einen straßentauglichen Ferrari platziert. Die Firma scheint irgendwie im Rennsport vom Wege abgekommen zu sein.

Dessen ungeachtet bleibt Ferrari natürlich eine heiße Marke. Hauptinhalt dieses Buches sind die sogenannten Meilensteine in der Entwicklung der Marke, also Modelle, die Ferrari im Laufe der Zeit erfolgreich im doch recht kleinen Marktsegment der Sportwagen platziert hat. Es beginnt mit dem ersten Auto, das Enzo Ferrari 1948 auf einer Autoshow vorstellte: Der 166 MM "begründete nicht nur den Autotyp …, sondern wird auch zur Basis für alle späteren Erfolge aus Maranello". Dieser Wagen wog knapp eine Tonne, besaß einen V12-Motor mit einer Leistung von 66 KW und erreichte eine Maximalgeschwindigkeit von 150 Km/h.

Das jüngste Modell ist der F80 von 2024, dessen Bezeichnung auf den 80. Geburtstag der Firma im Jahre 2027 hinweist. Er besitzt einen Twin-Turbo V6-Motor und zusätzlich vier Elektromotoren, die 883 KW auf die Straße bringen, eine Maximalgeschwindigkeit von 350 Km/h erreichen, wo das Auto in etwas mehr als zwei Sekunden von Null auf Hundert Km/h beschleunigen kann. Es wiegt anderthalb Tonnen.

In diesen Unterschieden sieht man eigentlich die ganze Entwicklung von Sportwagen. Ob sich Ferrari mit der Entwicklung rein elektrischer Modelle einen Gefallen tut, wird die Zukunft zeigen. Ich bezweifle das. Dieses Modell wird übrigens auch im Buch vorgestellt, ebenso wie viele andere aus der Zeit von 1948 bis 2024. Jedes Modell wird natürlich im besten Glanze abgelichtet vorgestellt und recht ausführlich beschrieben. Auf diese Weise erhält man einen hervorragenden Überblick.

Auf den letzten Seiten folgen dann Fotos mit prominenten Ferrari-Nutzern. Mancher soll der Legende nach sogar mit so einem Wagen zum Einkaufen gefahren sein. Ob das im heutigen Deutschland eine gute Idee ist, sollte man sich besser überlegen.

Das Buch jedenfalls ist für alle Ferrari-Fans ein Geschenk. Auf der einen Seite heizt es natürlich Emotionen an, was schon immer eine kluge Marketing-Strategie von Ferrari war, andererseits zeigen die einzelnen Modelle die erstaunliche technische Entwicklung über die Jahrzehnte. Und das Ferrari-Design war schon immer eine Augenweide. Italiener halt.

Das Buch ist keinesfalls nur eine englische Ausgabe, denn der englische Text wird danach immer ins Deutsche übersetzt.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

"Schuhe putzen und schwierige Fragen beantworten"

Frag Philomena Freud
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Das soll Philomena Freud am besten können, meint jedenfalls einer ihrer Freunde. Tatsächlich sitzt Philomena täglich mit ihrem Schuhputzkasten und ihrem Hund Kaiser Franz vor der Haustüre von Siegmund ...

Das soll Philomena Freud am besten können, meint jedenfalls einer ihrer Freunde. Tatsächlich sitzt Philomena täglich mit ihrem Schuhputzkasten und ihrem Hund Kaiser Franz vor der Haustüre von Siegmund Freud. Allerdings ist sie nicht seine Tochter, sondern eigentlich Zögling Nr. 34, der aus einem Kinderheim entlaufen ist und nun von der Sprengelfürsorgerin Ilse Schnürschuh gesucht wird.

Vor Freuds Haustüre lernt sie Baronin Wallersee und deren Adoptivtochter Sidonie kennen. Bald darauf beginnen sich die Dinge zu überschlagen. Baronin Wallersee wird heimtückisch ermordet, und Sidonie gerät in Verdacht. Doch Philomena, die eine sehr gute Beobachterin ist, wird schnell klar, dass das nicht sein kann. Sidonie ist bei Prof. Freud wegen einer Spinnenphobie in Behandlung. Und ausgerechnet sie soll die Baronin mit einer Perlenspinne ermordet haben?

Bis Philomena begreift, wer der wahre Bösewicht ist, dauert es allerdings eine ganze Weile, in der sie zahlreiche Abenteuer bei ihren Ermittlungen hinter sich bringt und dabei auch noch von Ilse Schnürschuh wieder eingefangen wird.

Der Autorin ist ein wirklich guter Kinderkrimi gelungen, bei dem die sympathische Philomena sicher nicht ihr letztes Rätsel gelöst haben wird. Dabei versucht sie das Wiener Leben von 1922 und den Wiener Dialekt glaubhaft nachzumachen. Lustig ist allerdings, dass sie dabei das generische Maskulinum umgeht, also immer den männlichen und weiblichen Plural in der wörtlichen Rede zusammen benutzt. So deppert hat im Wien von 1922 mit Sicherheit niemand geredet.

Man kann gespannt auf die nächsten Folgen sein.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

"… detaillierter Einblick in den rechtsmedizinischen Alltag …"

Dem Tod auf der Spur
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Ein wenig geschummelt ist diese Aussage mit Sicherheit, denn natürlich weiß ein Bestsellerautor wie Tsokos sehr genau, wie man ein Publikum begeistert. Er hat deshalb nur sehr spektakuläre Fälle in diesem ...

Ein wenig geschummelt ist diese Aussage mit Sicherheit, denn natürlich weiß ein Bestsellerautor wie Tsokos sehr genau, wie man ein Publikum begeistert. Er hat deshalb nur sehr spektakuläre Fälle in diesem Buch zusammengetragen. Der Alltag wird tatsächlich anders aussehen.

Das Buch erschien übrigens erstmals 2009, deshalb sollte man sich nicht wundern, wenn einem vielleicht einiges bekannt vorkommt. Das Original wurde nur durch wenige Neuheuten ergänzt.

Immerhin vermag es Prof. Tsokos wie immer Spannung mit Wissensvermittlung zusammenzuführen. Das Buch ist also schon allein deshalb lesenswert, weil es der Flut von Fernseh-Rechtsmedizinern einen tatsächlich existierenden Menschen und seine Arbeit entgegensetzt. In allen im Buch beschriebenen Fällen, vielleicht mit Ausnahme des letzten, hat die Rechtsmedizin entscheidende Hinweise zur Aufklärung geliefert.

Der letzte Fall, in dem es um eine unbekannte Leiche geht, die in Berlin immer noch konserviert aufbewahrt wird, soll es sich vielleicht um Rosa Luxemburg handeln. Allerdings wird man das nie aufklären können, weil es weder einen Kopf zur Leiche noch DNA-Material von Luxemburg gibt.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Spinnen, Würmer, Wanzen, Asseln und ähnlich sympathische Lebewesen

Im Schatten von Giganten
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Vermutlich gehen die meisten Menschen den in diesem wunderbaren Buch beschriebenen Viechern gerne aus dem Weg. Die Autorin vermutet dabei ein Sympathieproblem. Schließlich erzeugen diese Winzlinge keinen ...

Vermutlich gehen die meisten Menschen den in diesem wunderbaren Buch beschriebenen Viechern gerne aus dem Weg. Die Autorin vermutet dabei ein Sympathieproblem. Schließlich erzeugen diese Winzlinge keinen Niedlichkeitsanfall bei einigen Zeitgenossen wie etwa ein Igel oder ein kleines Rehlein. Aber sie gehören nun einmal zu unserer Welt. Und ohne sie wäre das natürliche Gleichgewicht erheblich gestört. Zum Beispiel würden dann nur noch Bakterien für so manche Entsorgung in Wald und Feld übrigbleiben. Oder Vögel weniger Nahrung finden.

Wir wissen nicht viel über die Welt der Winzlinge, die in diesem Buch gezeigt und erklärt werden. Mit ihrem Buch versucht die Autorin das zu ändern. Und nach meinem Empfinden gelingt ihr das auch sehr gut. Manchem Insektenliebhaber unter uns geht das Buch nicht genug ins Detail, was die einzelnen Tiere anbelangt. Doch die Autorin hatte ein anderes Prinzip zur Strukturierung ihres Buches. Das Habitat ist immer der Ausgangspunkt. Sie gliedert ihren Text nach dem Leben unter Steinen, im Totholz, im Kraut, im Baum, im Moospolster, in der Blüte, in der Pfütze und anderen Orten. Um mit ihr zu sprechen: "Klingt vielleicht etwas eklig, ist aber superspannend."

Mit Ekel hat die Autorin, anders als vielleicht so mancher Betrachter oder Leser, offenbar seit Kindesbeinen kein Problem. Anders wäre sie auch nicht zu ihren wunderbaren Aufnahmen und ihren Beschreibungen gekommen. Der Ekel hat aber auch einen funktionalen Hintergrund. Wir wissen ganz von selbst, wem oder was wir besser aus dem Weg gehen. Das sind genetische Informationen aus einer langen Reihe unserer Vorfahren. Insekten stechen oder beißen, was sie nun mal nicht sympathisch macht. Und sie sind eben sehr klein, nicht immer gleich sichtbar, aber eben auch nicht ungefährlich.

Das Buch ist also kein Führer durch diese Welt, sondern eine Aufforderung, einmal nachzusehen, wer sich so in den von der Autorin beschriebenen Habitaten aufhält und welche Funktionen dabei erfüllt werden. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wer sich für ein solches Buch interessiert, denn schließlich beschreibt es nicht gerade unsere Lieblingstiere. Aber offenbar besitzt die Autorin zahlreiche Fans, was mich verblüfft. Wenn man jedoch ihr Buch liest, versteht man das. Sie kann sehr gut erklären und eröffnet vielleicht manchem Leser Welten, an denen er vorher achtlos vorbeizog.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Wenn ein Auto einen Nerv trifft: Die Geschichte des Porsche 911

Porsche 911
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Will man eine Automarke erfolgreich am Markt platzieren, dann sollte man wissen, wie dieser Markt funktioniert und nicht an ihm vorbei entwickeln oder gar produzieren. Das zeitlose Design des Porsche 911, ...

Will man eine Automarke erfolgreich am Markt platzieren, dann sollte man wissen, wie dieser Markt funktioniert und nicht an ihm vorbei entwickeln oder gar produzieren. Das zeitlose Design des Porsche 911, entwickelt vom Porsche-Enkel Ferdinand Alexander, ist ein Beispiel für einen solchen Erfolg. In diesem Text-Bild-Band kann man die Geschichte dieses außergewöhnlichen Autos von 1963 bis in die Gegenwart detailliert verfolgen.

Merkwürdigerweise scheint den Managern von Porsche des Gefühl für den Automarkt abhandengekommen zu sein, denn anders kann man ihren Schwenk zum E-Porsche nicht verstehen. Als der Markt sie abstrafte, kam nun die Rückbesinnung auf den Verbrenner. Mit ein wenig gesundem Menschenverstand und weniger ideologischem Gehorsam wäre diese sehr teure Dummheit ihnen erspart geblieben. Hätten sie dieses Buch ausgiebig betrachtet, wären sie wahrscheinlich auch nicht auf diesen Unfug gekommen, denn die Geschichte des 911 zeigt sehr genau, wie man erfolgreich ein Modell weiterentwickelt.

Wer sich für eine detailreiche Darstellung dieser Modellentwicklung interessiert, ist bei diesem Buch genau richtig. Besser kann man das eigentlich kaum in Text und Bild darstellen.

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