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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2025

"Ein undurchsichtiges Netz aus Betrug, Korruption und organisierter Kriminalität“

Gaditanos
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Es ist doch richtig wundersam, dass so etwas immer woanders passiert, aber nie in Deutschland. Nun also Spanien, Andalusien, Cadiz. Wer schon einmal in dieser herrlichen Stadt war, wird sie immer in guter ...

Es ist doch richtig wundersam, dass so etwas immer woanders passiert, aber nie in Deutschland. Nun also Spanien, Andalusien, Cadiz. Wer schon einmal in dieser herrlichen Stadt war, wird sie immer in guter Erinnerung behalten. Sie liegt faktisch im Meer und besitzt alles, was der typische Tourist mag.

Dort wird ein amerikanischer Tourist von einem Taxi angefahren als er fluchtartig durch die engen Gassen zu rennen beginnt. Dieser Tod birgt Rätsel, denn der Flüchtende wurde verfolgt. Von einem Beobachter, der im übertragenden Sinne Schmiere stand, weil sein Kumpan das Hotelzimmer des Amerikaners durchsuchte, und von einem motorisierten Polizisten. Das allerdings weiß nur der aufmerksame Leser, nicht aber die Ermittler in diesem Todesfall.

Mit diesem Wissen sieht man als Leser die Dinge auch im Weiteren anders, zumal man in Figuren eingeweiht wird, die das Folgende immer mehr beschleunigen. Leider kann man darauf hier nicht weiter eingehen, will man die Handlung nicht verraten. Dem Autor jedenfalls gelingt es prächtig die Dinge am Laufen zu halten ohne zu viel zu verraten. Dieser Krimi ist kryptisch bis zum Ende, rasant, ziemlich brutal und hinreichend spannend. Offenbar versteht der Autor sein Fach, was Hoffnung auf weitere Folgen oder ähnliche Bücher macht.

Einzig das Cover und der Titel sind nach meiner Ansicht wenig gelungen. Die vorne eingefügte Karte von Cadiz ist nutzlos, weil man auf ihr rein gar nichts erkennen kann. Und der Titel hat nichts oder nicht viel mit der Handlung zu tun. Ähnlich verhält es sich mit dem Cover. Da ist noch Marketing-Luft nach oben. Ansonsten bleibt nichts zu wünschen übrig. Russenmafia, Korruption bis in höchste Kreise und organisierte Kriminalität sind ein dauerhaft belastbares Themengebiet. Abgesehen von den Russen gilt das wohl auch für Tatorte in Deutschland. Nur Mut.

Aber vielleicht ist Spanien schöner.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Tatsachen widerlegen gestreute Buffett-Mythen

Die Deals von Warren Buffett - Vol. 1
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Zu den vielen Mythen, die in Börsenzeitschriften und Büchern gepflegt werden, gehört, dass man Warren Buffet nachmachen könne. Man müsse nur von ihm lernen. Wenn man sich auch nur ein wenig ernsthaft mit ...

Zu den vielen Mythen, die in Börsenzeitschriften und Büchern gepflegt werden, gehört, dass man Warren Buffet nachmachen könne. Man müsse nur von ihm lernen. Wenn man sich auch nur ein wenig ernsthaft mit dem tatsächlichen Handeln dieses Mannes beschäftigt, dann entdeckt man, dass hier kräftig gelogen wird. Oder dass die Autoren solcher Märchen Buffett nicht wirklich verstanden haben.

Im ersten Band dieser vierbändigen Serie zeigt sein Autor, was Buffett am Anfang seiner unglaublichen Karriere wirklich gemacht hat, wie man es verstehen sollte und welche Lehren man daraus ziehen kann. Besonders seine Anfänge offenbaren nämlich die deutlichen Unterschiede zu sogenannten Kleinanlegern, die glauben, sie würden durch das Lesen von Börsenbüchern oder Börsenzeitschriften reich werden können.

Zunächst sieht es so aus, als wäre Buffett auch als ein solcher Kleinanleger gestartet. Denn sein Ausgangskapital war tatsächlich gering. Doch sofort beginnen die gravierenden Unterschiede. Den naiven Kleinanlegern wird gerne weisgemacht, dass man unbedingt seine Anlagen diversifizieren sollte. Wenn ich mich nicht irre, war es Buffett, der das nur Leuten empfiehlt, die nicht wirklich wissen, was sie tun. Er nämlich tat genau das Gegenteil. Zunächst durchforstete er Aktiengesellschaften nach günstigen Gelegenheiten. Er wollte stets zu einem Preis kaufen, der deutlich unter dem tatsächlichen Wert des Unternehmens lag. Daran scheitern bereits die meisten sogenannten Kleinanleger, weil sie gar nicht in der Lage sind, den tatsächlichen Wert eines Unternehmens zu ermitteln. Ihnen fehlen dazu einfach die Informationen und die entsprechenden Fähigkeiten.

Dann sollten diese Gesellschaften für Buffett klein genug sein, um eine Aktienmehrheit zu erwerben. Buffett setzte also alles oder sehr viel auf eine Karte. Ein Horror für Autoren von Börsenbüchern. Hatte Buffett dann die Aktien-Mehrheit, begann er seine Vorstellungen im Unternehmen durchzusetzen. Auch das liegt weitab von den Fähigkeiten üblicher Kleinanleger. Wurden die Unternehmen dann entsprechend profitabel, verkaufte er sie oder nutzte ihren Kapitalfluss für neue Investitionen.

Das wiederum ist eine weitere Besonderheit von Buffett, denn zu solchen Unternehmen gehörten in seinem Portfolio besonders Versicherungen, die einen ständigen Kapitalfluss über Prämien generierten. Auch das liegt weitab von Kleinanlegern. Erst im Zusammenspiel von Buffetts unnachahmlichen analytischen Fähigkeiten und der Struktur seines Portfolios ergeben sich die Möglichkeiten, die seinen Reichtum stetig vergrößerten. Er wusste genau, was er tat, während die meisten Kleinanleger das nicht wissen und Informationen aus zweiter oder dritter Hand nutzen.

Besonders dieser erste Band ist also überaus aufschlussreich, weil er Buffetts Einmaligkeit zeigt, die sich in seinen anfänglichen Deals deutlich ablesen lässt. Und natürlich zerstören sie dabei die über ihn gezielt verbreiteten Märchen. Buffett war nie ein Kleinanleger, sondern ein analytisches Genie, das den unbedingten Willen zum Reichtum hatte und dabei völlig anders vorging als ein unbedarfter Kleinanleger. Ein überaus erhellendes Buch.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Eine ganz andere Welt des Kochens und Backens

Die Küche von Andalusien
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Um die andalusische Küche zu verstehen, muss man ihre Geschichte kennen. Oder besser die Geschichte dieser Region. Römer, Juden vor allem aber die Mauren haben sie beeinflusst. Darüber hinaus spielten ...

Um die andalusische Küche zu verstehen, muss man ihre Geschichte kennen. Oder besser die Geschichte dieser Region. Römer, Juden vor allem aber die Mauren haben sie beeinflusst. Darüber hinaus spielten natürlich das lokale Klima und das Nahrungsangebot eine herausragende Rolle. Bis auf den oft sehr heißen Sommer liegen die Temperaturen eher im milden Bereich. Entsprechend reichhaltig ist das Angebot an frischem Obst und Gemüse. Da Andalusien eine lange Küste besitzt spielen auch Fische in der Küche dieser Region eine besondere Rolle. Darauf geht die Autorin bei vielen Gerichten ein.

Zunächst dreht sich alles um die berühmten Tapas, dann um Brot und Gebäck. Wie erwähnt kommt das im ganzen Jahr vorhandene Gemüse ins Spiel. Dann geht die Autorin auf typische Fisch- und Fleischgerichte der Region ein. Und zu guter Letzt kommen auch die Liebhaber von Süßspeisen auf ihre Kosten.

Alle Rezepte sind gut erklärt, jedenfalls ist das mein erst einmal rein theoretischer Eindruck. Meistens entstehen Fragen erst beim Zubereiten. Ob das hier auch so ist, kann ich noch nicht beurteilen.

Anders als bei so manchem modernen Kochbuch wird man keine Probleme haben die nötigen Zutaten zu erwerben. Falls manche Schinken- oder Fleischsorten nicht erhältlich sind, kann man deutsche Ersatzprodukte finden. Das ist aber nur in seltenen Fällen nötig.

Kurz gesagt: Hier findet man eine konservative, soll heißen traditionelle, Küche vor, die die Region, aus der sie stammt in vielerlei Beziehungen abbildet. Wer dort gerne Urlaub macht und die Küche mag, wird in diesem Buch zahlreiche Anregungen finden.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Kochen als Kunst, zum neunten Mal

Die Weltköche zu Gast im Ikarus
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Ob man als Normalsterblicher jemals mit den Produkten in Kontakt kommt, die jedes Jahr von Sterneköchen im Salzburger Restaurant Ikarus hergestellt werden, ist eher fraglich. Und natürlich kann man sich ...

Ob man als Normalsterblicher jemals mit den Produkten in Kontakt kommt, die jedes Jahr von Sterneköchen im Salzburger Restaurant Ikarus hergestellt werden, ist eher fraglich. Und natürlich kann man sich über diese Kochkunst streiten, auch wenn das keinen erkennbaren Sinn hat. Alltagstauglich ist sie jedenfalls nicht, weil Aufwand und nutzen in keinem Verhältnis stehen. Und über den Preis solcher Gerichte hüllt man besser den Mantel des Schweigens. Und so scheint mir dieser prächtige 9. Band aus dieser Reihe wie schon alle anderen vorher eher für Sterneköche gemacht als für gewöhnliche Menschen.

Denn klar ist wohl, dass niemand ohne die Tricks dieser Leute auch nur eines der im Buch mit Rezepten vorgestellten Gerichte nachkochen kann. Es sind eben Profis, die mehr können und mehr wissen als selbst ausgebildete Köche gewöhnlicher Restaurants. Nichtdestotrotz ist dieser Band für eben solche Profis eine Quelle von Erkenntnissen und Informationen. Satt wird man von den Gerichten mit Sicherheit nicht. Aber darum geht es gar nicht.

Es geht ums Zelebrieren von Kochkunst in einer gewissen Einmaligkeit, um Ideen für Leute gleichen Kalibers, um eine gewisse Eigendarstellung und natürlich ums Gehobene, das nicht für gewöhnliche Zeitgenossen gedacht ist.

Natürlich kann man das über jeden dieser Bände schreiben, weil es einfach keinen Sinn macht auf Einzelheiten einzugehen, denn sie sind zu außergewöhnlich. Man sammelt diese Bücher nur, wenn man aus ihnen etwas praktisch machen kann. Die Vielfalt der Gerichte ist auch in diesem Band wieder außerordentlich. Aber es ist eben Sterneküche. Nicht alltagstauglich, sondern Kunst, die ihren Preis hat und mit gewöhnlichem Essen nicht mehr viel zu tun hat.

Wen es interessiert: Gekocht haben: Spielman, Berger, Hagen-Wiest, Nuding und Gagnaire, Bowring, Takada, Bacquie, Molard, Gorostiza, Ho und Vildgaard. Alles Köche der besonderen Art, tätig rund um den Globus.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

"Modern psychology for everyday drama"

Red Flags, Green Flags
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So lautet der Untertitel der Originalausgabe. Wir leben alle mehr oder weniger in einem Beziehungsgeflecht, haben also Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen. Und diese Beziehungen sind gelegentlich ...

So lautet der Untertitel der Originalausgabe. Wir leben alle mehr oder weniger in einem Beziehungsgeflecht, haben also Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen. Und diese Beziehungen sind gelegentlich kompliziert oder gar belastend.

In diesem Buch findet man nun zahlreiche solcher Beziehungsprobleme beschrieben. Der Autor nutzt seine Flaggenmethode um zu zeigen, wann sich Menschen das Verhalten anderer in bestimmten Situationen oder Beziehungen nicht bieten lassen sollten. Die grünen Flaggen sind nicht das Problem, sie zeigen nur, wann etwas gut läuft. Bei den roten Flaggen sollte man eigentlich handeln.

Manchmal fehlt einem tatsächlich die Klarheit, um zu erkennen, dass etwas grundsätzlich schief läuft. Hier hilft dieses Buch ungemein. Wo es natürlich nicht hilft und auch nicht helfen kann, sind konkrete Lösungen zu bieten. Solche Lösungen können grundsätzlich nur allgemein angegeben werden. Wenn Menschen zum Beispiel bewusst ist, dass ihre Ehe nicht funktioniert und man sich eigentlich trennen sollte, dann kommen zahlreiche komplexe Zusammenhänge ins Spiel, die immer sehr speziell sind. Die Angst, alleine zu bleiben, der Verlust der Kinder, finanzielle Probleme und vieles andere machen eine Trennung mitunter schwer. Am Ende des Buches und auch in manchen Kapiteln gibt der Autor dennoch gute Ratschläge für dieses zentrale Problem. Man muss Beziehungen beenden bevor sie einen selbst zerstören.

Hat man sich einmal getrennt, dann beginnt vielleicht die Suche nach einem neuen Partner. Interessanterweise enthält dieses Buch auch ein recht langes Kapitel über das moderne Online-Dating. Das fand ich viel besser als manches Buch über dieses Thema, denn der Autor kommt immer sofort zur Sache und erklärt die Probleme kurz und präzise.

Wenn man in Beziehungen egal welcher Art lebt oder mit Leuten zusammenarbeiten muss, dann ist man auch immer Manipulationsmethoden unterworfen. Auch darüber schreibt der Autor in den verschiedenen Kapiteln.

Vielleich sind rote Linien statt Flaggen im Deutschen der bessere Begriff, Linien also, die nicht überschritten werden sollten und die man selbst ziehen muss. Der Autor untergliedert sein Buch in folgende große Abschnitte, wobei es immer um die roten Flaggen (Linien) geht: Familie und Freundschaften, Arbeit, Dating und romantische Beziehungen. Nach meiner Ansicht überdeckt Fenwick dabei enorm viele Situationen, die er vermutlich aus seiner Praxis kennt.

Kurz gesagt: Dieses Buch ist eine wahre Fundgrube, wenn man in Beziehungsproblemen steckt. Man muss es nicht von vorne bis hinten lesen, sondern kann sich Ratschläge für die eigene Situation aus den verschiedenen Kapiteln holen.

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