Profilbild von Lianne

Lianne

Lesejury Star
offline

Lianne ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lianne über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2025

Phönixmagie

Of Flame and Fury
0

Rasante Phönixrennen, Konkurennten, die zu Freunden werden und ein Unternehmen mit fragwürdigen Vorgehensweisen - dieses Buch hat alles, was es für eine spannende Fantasygeschichte braucht.



Es ist seit ...

Rasante Phönixrennen, Konkurennten, die zu Freunden werden und ein Unternehmen mit fragwürdigen Vorgehensweisen - dieses Buch hat alles, was es für eine spannende Fantasygeschichte braucht.



Es ist seit langem die erste Geschichte mit personalem Erzähler, die mich auch auf emotionaler Ebene bewegen konnte. Denn man ist dank des tollen Schreibstils wirklich drin in der Geschichte. Verfolgt rasante und gefährliche Rennen, fiebert mit den Figuren mit, hinterfragt die Abläufe bei Christo industries und baut wie auch die Protagonisten eine Bindung zum Phönix Savita auf.

Kel ist Phönixzämerin und als ihre Reiterin verunglückt, muss sie mit Coup, den waghalsigen Reiter den sie eigentlich nicht ausstehen kann, zusammenarbeiten. Er bringt auch seinen Bruder, der für die PR zuständig ist mit ins Boot. Und gemeinsam werden sie von Christo Industries unterstützt, eine Firma die aber scheinbar noch anderes mit Kels Phönix Savita im Sinn hat.

Die Wendungen waren spannend, teilweise auch unvorhersehbar und super eingeleitet. Nur den Fake dating Trope aus PR Gründen hätte ich nicht gebraucht und für mich blieben ein paar Fragen zu einer Krankheit offen, das hat aber dem wirklich fesselnden Lesevergnügen keinen Abbruch getan.
Wer also Lust auf eine mal etwas andere und neuere Fantasygeschichte hat, bei der es mal nicht um Drachen sondern um Phönixe und deren Fähigkeit zur Wiedergeburt geht, dem kann ich das Buch empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.10.2025

Klangvoll

Die Geschichte des Klangs
0

Dieses Buch ist in zwei Abschnitte geteilt, die beide unterschiedliche Protagonisten begleiten, die eigentlich auch zwei völlig unterschiedliche Geschichten erzählen und doch hängen sie zusammen. Wie es ...

Dieses Buch ist in zwei Abschnitte geteilt, die beide unterschiedliche Protagonisten begleiten, die eigentlich auch zwei völlig unterschiedliche Geschichten erzählen und doch hängen sie zusammen. Wie es manchmal im Leben ist, dass es Schnittstellen gibt, aber man nicht nicht völlig kennenlernen wird. Und diese beiden Geschichten sind nicht nur optisch durch die zwei Teile getrennt, sie sind auch sprachlich getrennt.

Denn Lionel erzählt seinen Teil aus der ich Perspektive. Seine Erinnerungen an seine große Liebe David, und der einen Sommer, als sie gemeinsam Lieder aufgenommen haben.

Annie hingegen wird uns über den personalen Erzähler vermittelt. Sie hat ein Haus bezogen, in dem so viel von der Vorbesitzerin noch geblieben ist. Das entrümpeln fällt ihr vertraglich zu. Doch einiges will sie nicht wegwerfen. Und trifft sich mit der ehemaligen Besitzerin. Eine Begegnung, die sie zum nachdenken bringt - zum Glück, denn als ich gelesen habe, das sei ihr Studium für ihren Mann geschmissen hat, weil er sie bat zu bleiben statt zu ihren Prüfungen zu fahren, hat es mich geschüttelt.

Dadurch, dass es durch die beiden Teile nicht chronologisch erzählt werden konnte, war es für mich etwa vorhersehbar, was sie in dem Haus finden wird und wer die Frau ist, mit der Annie sich treffen wird. Dennoch war es schon, David so durch verschiedene Augen zu sehen. So erleben, wie er in seinen wenigen Jahren Spuren hinterlassen hat. Im Leben von anderen, in Erinnerungen und in Klängen, realen und notierten.

Ein schönes Buch über die Liebe und dem verbindenden Element der Musik. Sprachlich hat mir der erste Teil besser gefallen, dennoch waren die Gefühle und Erkenntnisse von Annie bewegend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2025

Wichtiges Buch

Eine Insel im Meer
0

Steffi und Nelli werden -wie viele andere jüdische Kinder - außer Landes gebracht und finden Zuflucht in Schweden. Genauer gesagt auf einer schwedischen Insel. Schon zu Beginn des Buches wird diese Ungewissheit ...

Steffi und Nelli werden -wie viele andere jüdische Kinder - außer Landes gebracht und finden Zuflucht in Schweden. Genauer gesagt auf einer schwedischen Insel. Schon zu Beginn des Buches wird diese Ungewissheit der Kinder spürbar. Der Schrecken, wie es ist, wegen einer Regierung, Verfolgung oder Krieg die Heimat zu verlassen, alleine ohne die Eltern in ein Land zu kommen und mit einer Sprache konfrontiert zu werden, die sie nicht sprechen ist greifbar. Besonders Nelli, die Jüngere der beiden Schwestern, scheint all das nicht ganz zu verstehen. Doch im Laufe des Buches wird klar, dass sie sich viel besser anpassen und mit der neuen Situation ihren Frieden schließen kann, als Steffi.

Wichtige Themen, die auch heute noch viele Flüchtlinge immer wieder betreffen, werden angesprochen. Fremdenfeindlichkeit, Missverständnisse, Sprachbarrieren und und und. Deswegen ist es meiner Meinung nach ein sehr wichtiges Buch, dass in die Schullektüre aufgenommen werden sollte. Zum einen, weil man die Zeit damals niemals vergessen sollte, zum anderen, weil es immer noch aktuelle Themen sind.

Sprachlich hätte das Buch in der Neuauflage etwas angepasst werden können. Selbst für das Zielgruppenlesealter könnte man besonders die Inquits nach den Dialogen etwas auflockern und moderner verfassen. Es mag auch an der Übersetzung liegen oder eben an der Zeit der Erstauflage, den es las sich für mich ein wenig hölzern, obwohl es bewegende Themen sind. Deswegen ein Punkt abzug - aber ganz klare Leseempfehlung und die Hoffnung, dass es viele Schüler lesen werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2025

Wo die Pinguine leben

The Penguin Paradox
0

Emerie ist Veterinärmedizinerin und beobachtet für ihre Dissertation das Paarverhalten von Adeliepinguinen. Die Beobachtungsgruppe befindet sich auf den Ross Inseln, wo ihr Forschungsinstitut eine Polarstation ...

Emerie ist Veterinärmedizinerin und beobachtet für ihre Dissertation das Paarverhalten von Adeliepinguinen. Die Beobachtungsgruppe befindet sich auf den Ross Inseln, wo ihr Forschungsinstitut eine Polarstation hat, zu der regelmäßig Mitarbeitende geschickt werden. Durch einen Unfall einer Person der Forschungsgruppe, erhält Emerie unverhofft die Chance, ebenfalls zu dieser Station reisen zu können und ihre bisherigen Beobachtungen aus der Distanz und nur aufgrund von Daten nun aus nächster Nähe festhalten zu können. Doch bei der ganzen Sache gibt es einen Haken. Beckett, den sie einfach nicht ausstehen kann, wird ebenfalls dort sein. Und auf einer solchen Polarstation ist es schwer, sich aus dem Weg zu gehen.

Am Anfang hatte ich mit Emerie meine Probleme, konnte sie als Figur nicht ganz greifen, das hat sich aber zum Glück aufgelöst. Wobei ich mich frage, ob sie bewusst so geschrieben wurde, dass man sie als Person auf dem autistischen Spektrum interpretieren könnte, ich glaube aber, es wirkt nur so aufgrund ihrer Verletzungen aus früheren Beziehungen, die sie mit sich herumträgt. Beckett hingegen ist ein von seinem ersten Kapitel an sympathischer Charakter, der durch Emeries Augen völlig missverstanden wird.

Das Buch wird auch besonders lebendig durch die toll gezeichneten Nebenfiguren, wobei ich mir zu dem ein oder anderen gerne noch mehr Handlungen und Informationen gewünscht hätte. Was aber nur daran liegt, eben weil ich sie so gerne mochte.

Besonders toll ist dass heiß und kalt Spiel zwischen Emerie und Beckett beschrieben und wie sich durch die Zwangsnähe über die Station auch so wunderbare emotionale Nähe aufbaut.

Das Setting ist einfach ein Traum, man spürt die Kälte regelrecht beim Lesen und erfreut sich an den Pinguinen. Das ist auch das herausragende an dem Buch, denn bisher habe ich noch kein anderes mit dem Thema und dem Setting gelesen. Auch die Vergleiche zwischen der Bindungsfähigkeit von Menschen und Pinguinen lockert die Szenen auf.

Auf jeden Fall eine schöne Winterlektüre für alle, die sich mit dem Bindungsverhalten von Pinguinen und Menschen beschäftigen möchten, verpackt in eine lockere RomCom.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2025

Sportsromance

This could be forever
0

Vorweg: Ich habe die vorherigen Bände nicht gelesen, was aber kein Problem ist. Man kann dem Buch sofort folgen und braucht nicht das Wissen der Vorgängerbände. Auch wenn einige Figuren aus den vorherigen ...

Vorweg: Ich habe die vorherigen Bände nicht gelesen, was aber kein Problem ist. Man kann dem Buch sofort folgen und braucht nicht das Wissen der Vorgängerbände. Auch wenn einige Figuren aus den vorherigen wieder auftauchen und einige Dinge genannt werden, von denen ich aufgrund der Klappentexte weiß, dass es zu den anderen Bänden gehören muss.

Millie ist Regisseurin und fällt aus allen Wolken, als sie für eine Dokumentation angefragt wird. Ausgerechnet in ihrem Heimatort auf Hawaii und noch viel schlimmer ist der Inhalt der Doku. Denn es geht um ihren Ex Griffin. Doch der Auftrag ist für Netflix und somit eine riesen Chance, die sie sich nicht entgehen lassen darf. Auch nicht, wenn es ums BigWaveSurfen geht, einem Sport, dem sie nicht sonderlich zugewandt ist. Denn durch einen Unfall auf dem Meer ist ihr Bruder umgekommen und ausgerechnet während seiner Beerdigung hält Griffin es für wichtiger, der nächsten Welle hinterherzujagen, statt bei dem Abschied seines besten Freundes für Millie da zu sein.

Sie nimmt den Job an, reißt zurück in die Heimat und wird dort natürlich von dem Emotionen eingeholt. Was auch am Set auffällt. Trotz aller Professionalität, die sie und Griffin an den Tag legen.

Eine wundervolle second chance Geschichte mit Charakterentwicklung. Einzig das Verhalten des Produzenten Millie gegenüber, als der sie und Griffin "erwischt" hat mich enorm gestört. Und ich bin ein Fan von Sport aus erster Hand in Sportsromance, erlebe die Sportart gerne dabei durch die Augen der Protagonisten. Das ist hier natürlich nicht möglich, weil wir Millies Perspektive verfolgen, die selbst keinen Sport ausübt. Dennoch fand ich den Blick der Angehörigen auf eine solch gefährliche Sportart interessant.

Das Hawaii Setting hätte für mich ruhig noch etwas mehr herausgearbeitet werden dürfen und ich fand es schade, dass eine Figur vom Anfang nur eine Gastauftritt im Flugzeug hat und am Ende nur noch erwähnt wird.

Insgesamt aber eine klare Leseempfehlung und ich werde mir die Vorgängerbände auf jeden Fall auch anschauen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere