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Veröffentlicht am 16.10.2025

Eine wunderbare Familiengeschichte

Es bleibt doch in der Familie
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Auf einer kleinen Rheininsel kommen jedes Jahr Klara und ihre Schwestern mit ihren Kindern Marlene, Esther und Nicole sowie deren beiden Cousins zusammen. Insbesondere Marlene hat eine enge Bindung zu ...

Auf einer kleinen Rheininsel kommen jedes Jahr Klara und ihre Schwestern mit ihren Kindern Marlene, Esther und Nicole sowie deren beiden Cousins zusammen. Insbesondere Marlene hat eine enge Bindung zu Klara. Für sie bricht daher mit ihrem Tod eine kleine Welt zusammen, vielmehr noch, als dass Klara in ihrem Testament ihr Vermögen allen Nichten und Neffen sowie einem Unbekannten zu gleichen Teilen vermacht. Unverständnis macht sich unter den Schwestern breit und ein jeder plant in Gedanken bereits, wie das Erbe am besten eingesetzt werden kann. Und so ist es wenig verwunderlich, dass sich ein kleiner Keil zwischen die Schwestern schiebt, aber auch zwischen sie und die Cousins. Doch es gibt einen Zusatz im Testament – Wenn die Erben sich nicht einigen, fällt das gesamte Erbe an eine Stiftung.

Christiane Wünsche gehört definitiv zu meinen Lieblingsautorinnen und so habe ich ihr neues Buch bereits sehnsüchtig erwartet. Was soll ich sagen? Auch diese Geschichte reiht sich ein in ihre wunderbaren Familienromane, die mich berühren und begeistern. Ein einzigartiger Stil, die Geschichte in Worte zu verpacken, die das Herz berühren und so treffend sind, dass man sich beim Lesen automatisch mittendrin fühlt. Die Figuren sind dabei so differenziert und doch konnte ich mich wunderbar in jede einzelne der Schwestern hineinversetzen. Wie schnell bei einem Erbe die Themen Neid und Missgunst aufkommen können, ist sicherlich nicht nur bei Erbschaften in solchen Größenordnungen wie im Roman zu beobachten. Zutiefst menschlich und doch erschreckend. Dabei gelingt es Christiane Wünsche in diesem Buch zusätzlich weitere aktuelle Themen aufzugreifen, die Toleranz fordern. Lest am besten selbst, ich möchte nicht zu viel verraten. Es fließt aber so wunderbar natürlich in die Geschichte ein, dass es wie – genau wie was es ist – das Natürlichste auf der Welt erscheint. Eine große Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Zauberhaft - nicht nur für Kinder

Die kleine Nymphe
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Die kleine Nymphe lebt an einem Weiher und wacht über ihren Bach. Bei den Tieren und Pflanzen an ihrem Weiher ist sie gern gesehen, es herrscht ein harmonisches Miteinander. Doch dann wird der alten Weide ...

Die kleine Nymphe lebt an einem Weiher und wacht über ihren Bach. Bei den Tieren und Pflanzen an ihrem Weiher ist sie gern gesehen, es herrscht ein harmonisches Miteinander. Doch dann wird der alten Weide ihr letzter lebendiger Zweig gestohlen, so dass die letzten Lebensgeister aus der alten Weide weichen. Ihr letzter Wunsch ist es, dass ihr kleiner Zweig das Meer sieht. Und so begibt sich die kleine Nymphe auf Reise.

Diese Geschichte hat mich wirklich berührt, ganz zart erzählt Ann-Kathrin von der kleinen Nymphe und gleichzeitig sehr bildgewaltig. Die Charaktere sind vielfältig: der junge, wilde Fledermauser, der erfahrene Nöck, der Waldschrat usw. Es gibt hier kein reines „gut und böse“, die Geschichte zeigt, dass alles seine Berechtigung hat, und alles auch 2 Seiten. Die Nymphe zweifelt erst, ob sie die Reise antreten soll, hat sie am Weiher doch alles, was sie braucht. Aber die Geschichte zeigt, wie „reich“ man wird, wenn man sich auf Neues einlässt. Der Blick wird weiter, die Erfahrungen größer, des Bewusstsein stärker und durch die vielen Eindrücke schafft es die kleine Nymphe am Ende eigene, mutige Entscheidungen zu treffen. Somit gibt dieses Buch in meinen Augen eine viele wichtige Botschaften mit, verpackt in einer fantasievollen und zauberhaften Geschichte. Perfekt zum Vorlesen und darüber sprechen.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Humor mit Augenzwinkern

Der beste Papa der Welt
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Was macht einen zum „Besten Papa“? Auf diese Frage hat Daniel scheinbar seine eigene Antwort gefunden, seitdem er zum Geburtstag eine Tasse mit eben dieser Aufschrift von seiner Tochter bekam.

Daniel ...

Was macht einen zum „Besten Papa“? Auf diese Frage hat Daniel scheinbar seine eigene Antwort gefunden, seitdem er zum Geburtstag eine Tasse mit eben dieser Aufschrift von seiner Tochter bekam.

Daniel ist Schriftsteller und soll als Ghostwriter die Biografie seines Kindheitshelden Rudolf Prinz schreiben. Dieser gehört jedoch einer anderen Generation an und so sind typische Altherrensprüche, teilweise auch stark unter der Gürtellinie, ein stetes Damoklesschwert und der Held aus alten Tagen ist heutzutage eigentlich gar kein Held mehr. Beide eint jedoch eine türkischstämmige Ehefrau, so dass kulturelle und sehr liebenswerte Eigenheiten sich ebenso durch die Geschichte ziehen, wie der Versuch Daniels, der beste Papa zu sein.

Ich habe lange nicht mehr so gelacht beim Lesen eines Buches. Überspitzt, aber allerliebst wird die aktuelle Gesellschaft dargestellt. Die türkische Familie hat mir einige Lachfalten am Mund beschert, die Dialoge köstlich, gleichzeitig die familiäre Beziehung herzallerliebst. Ich fand das Buch klasse, habe mich gut unterhalten gefühlt und musste wirklich manches Mal laut lachen. Ein wenig Humor muss man mitbringen und nicht alles, was heutzutage moralisch bewertet wird, zu ernst nehmen.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Spannung, Spaß und Emotionen

Über die Toten nur Gutes
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Mads lebt bei seinem Vater, der langsam aber sicher altert. Dennoch spielt er mit Feuereifer Bingo. Und Mads ist mit Leidenschaft Trauerredner. Als sein ehemals bester Freund stirbt, passieren Mads eigenartige ...

Mads lebt bei seinem Vater, der langsam aber sicher altert. Dennoch spielt er mit Feuereifer Bingo. Und Mads ist mit Leidenschaft Trauerredner. Als sein ehemals bester Freund stirbt, passieren Mads eigenartige Dinge. Dich dadurch erinnert er sich an die Freundschaft, und auch an das Ende dieser. Mads soll die Trauerrede schreiben und dafür beginnt er zu ermitteln und beginnt dadurch den Tod seines Freundes aufzuklären.

Andreas Izquierdo gehört zu meinen liebsten Autoren. Und auch dieses Buch ist definitiv ein Highlight für mich. Es ist ein Krimi, denn Mads‘ Ermittlungsarbeit gehört definitiv in dieses Genre. Aber es ist gleichzeitig bewegend, denn ein ernsthafter Hintergrund durchzieht das Ganze. Und dazu hat es noch Elemente sehr guten Humors. 3 Genre verbinden? Wenn das ein Autor kann, dann Andreas Izquierdo. Toller Schreibstil, spannend, berührend und charmant - ein wirklich gelungenes Buch und ich wurde mich freuen, wenn Mads weitere Fälle löst

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Klasse Krimi

Ahrensblut
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In der Kleinstadt Ahrensburg nahe Hamburg springt ein Mann von der Brücke vor den Zug. Doch schnell ist klar, dass es sich hierbei um einen Mord an einem Journalisten handelte. Doch wer könnte hier dahinterstecken? ...

In der Kleinstadt Ahrensburg nahe Hamburg springt ein Mann von der Brücke vor den Zug. Doch schnell ist klar, dass es sich hierbei um einen Mord an einem Journalisten handelte. Doch wer könnte hier dahinterstecken? Liegt es an der kritischen Berichterstattung um ein geplantes Bauprojekt? Gegen das geplante Projekt Reitbahn 29 gibt es vielseitigen Widerstand, auch von Jugendgruppen. Und so ergeben sich viele Ansätze, in die das Team von Kommissar Paschke ermitteln.

„Ahrensblut“ ist ein gelungener Krimi, der mich direkt nach Ahrensburg geholt hat. Die Geschichte ist perfekt eingebettet in die Kulisse der Stadt, sei es das Jugendhaus „Bruno“ oder andere Details. Diese sind so selbstverständlich Teil der Story, dass beim Lesen schnell Bilder entstehen. Die Handlung ist spannend und nimmt aktuelle Themen, wie Umweltschutz und Jugendarbeit, gekonnt auf und lässt sie Teil der Geschichte werden. Die Personen sind sympathisch und vielschichtig und selbst Leo (wer das ist, lest am besten selbst), entspricht nur oberflächlich dem typischen Klischee, verbirgt aber tief in sich etwas ganz anderes. Dieser Krimi hat mich wirklich begeistert und ich hoffe, dass weitere Teile folgen. Für Krimi-Fans eine große Empfehlung.

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