Magie, Mythen und Mitternachtssnacks
Hidden Creatures (Band 2) - Der Vogel der tausend GeschichtenManchmal sitzt man da, klappt ein Buch zu und denkt sich: „Okay, das war jetzt mehr Abenteuer, als ich für heute bestellt hatte.“ So ungefähr war das bei uns beiden – meine Tochter und ich haben uns in ...
Manchmal sitzt man da, klappt ein Buch zu und denkt sich: „Okay, das war jetzt mehr Abenteuer, als ich für heute bestellt hatte.“ So ungefähr war das bei uns beiden – meine Tochter und ich haben uns in die Welt von Marjan gestürzt, und was soll ich sagen: Es war ein Ritt auf einem Greif, ein Gespräch mit einem Drachen und zwischendrin ganz viel Herzklopfen.
Die Mischung aus Spannung, Mythen und dieser leisen Melancholie, die zwischen den Zeilen hängt, hat uns echt gepackt. Kiyash Monsef schreibt mit einer Wärme, die man selten findet – irgendwo zwischen persischem Zauber und modernem Teeniechaos. Marjan ist keine glatte Heldin, sie zweifelt, stolpert und wächst – genau das macht sie so greifbar. Meine Tochter meinte irgendwann: „Sie ist mutig, aber nicht perfekt – das ist cool.“ Treffer.
Und diese Fabelwesen! Jedes einzelne hat so viel Tiefe, dass man fast erwartet, beim nächsten Waldspaziergang eins zu treffen. Die Spannung? Dauerhaft auf Anschlag. Zwischendurch haben wir abends diskutiert, wem man jetzt noch trauen kann – und wer hier welches Spiel spielt. Der Autor schafft es, gleichzeitig Abenteuer, Emotion und Mythologie so zu verweben, dass man kaum merkt, wie die Seiten fliegen.
Ganz ehrlich: Ein paar Momente waren etwas zu komplex, gerade wenn’s um die Hintergründe der Organisation ging – da musste ich zweimal erklären, was gerade passiert. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Denn am Ende stand fest: Dieses Buch hat uns nicht nur unterhalten, sondern uns auch ein Stück näher aneinandergebracht – mit Keksen, Chaos und ganz viel Staunen.
Kurz gesagt: Fantastisch, wild, emotional – und garantiert nichts für Leser mit schwachem Kopfkino.