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Veröffentlicht am 09.10.2021

Im Land der alten Götter

Lied der Dämmerung
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Fjara wächst als Ziehtochter der Hexe Merethe in der Nähe eines kleinen schwedischen Dorfes auf. Es ist der Beginn des 15. Jahrhunderts und der Glaube an die alten Götter wird nach und nach vom Christentum ...

Fjara wächst als Ziehtochter der Hexe Merethe in der Nähe eines kleinen schwedischen Dorfes auf. Es ist der Beginn des 15. Jahrhunderts und der Glaube an die alten Götter wird nach und nach vom Christentum verdrängt. Fjara ist ebenfalls eine Hexe, sie besitzt Talent aber hat keine Muße ihre Fähigkeiten zu vertiefen. Als Fjaras Jugendfreund Esa eines Tages den Aufenthaltsort der zwei Frauen an einen Hexenjäger verrät bricht Fjaras Leben außeinander. Esa hat sich den Hexenjägern angeschlossen, Merethe wurde entführt und die kleine gemütliche Hütte bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Alles was Fjara jetzt noch besitzt in ein Pergament mit einem ihr unbekannten Zauberspruch und ein mysteriös Amulett aus dessen Innerem ein Geist zu ihr spricht. Fjara schwört sich Merethe zu befreien, den Hexenjäger zu töten und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise.
Hauptsächlich wird die Handlung aus Sicht der Protagonistin in der Ich-Perspektive erzählt. Hin und wieder wird die Er-Perspektive verwendet, in diesen Kapiteln wird über Esa als Mitglied im Tross der Hexenjäger berichtet. Der Schreibstil ist flüssig, liest sich relativ unaufgeregt und ist im allgemeinen solide. Die Gefühlswelt von Fjara ist durch die Ich-Perspektive leicht zu ergründen. Bei anderen Personen fällt dies nicht so umfassend aus, sie sind nicht so nahbar was dazu führte, dass ich mir teilweise kein richtiges Bild von ihnen machen konnte. Die Handlung leidet darunter jedoch keineswegs. Die nordische Mythologie, Hexen, Magie und, ohne zu viel zu verraten, Romantik ohne Kitsch. Da das Ende noch viele Fragen offen gelassen hat, freue ich mich auf Band 2.

Fazit: Fans der nordischen Mytholgie und des Genres Fantasy aufgepasst. Diese Geschichte lohnt sich, denn sie verbindet eine gute Story mit Mytholgie, Magie und der notwendigen Portion Gefühl.

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Veröffentlicht am 04.10.2021

Das Leben der Stina Andersdatter

Die Hebamme
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Es ist das Jahr 1800 als die 7-jährige Marta Kristine Andersdatter Nesje, in ihrer Kindheit von allen Stina genannt, gemeinsam mit ihren Eltern in das norwegische Dorf Flovik zieht. Der Vater hat dort ...

Es ist das Jahr 1800 als die 7-jährige Marta Kristine Andersdatter Nesje, in ihrer Kindheit von allen Stina genannt, gemeinsam mit ihren Eltern in das norwegische Dorf Flovik zieht. Der Vater hat dort einen Häuslerhof gepachtet, den er fortan bestellt. Marta Kristine darf als Kind zur Schule gehen, dort trifft sie auf den 3 Jahre älteren Hans. Er ist der Erste, zu dem sie vertrauen fasst, und der Erste, der freundlich zu ihr ist. Schon früh versprechen die beiden sich, später Mann und Frau zu werden, Stina möchte Hans 10 Kinder schenken. Doch Jahre später, kaum erwachsen, wird Hans zum Miltär eingezogen und kämpft im Krieg. Auf Heimatbesuch schafft er es nicht die richtigen Worte zu finden um Marta Kristines Hand anzuhalten. Ebenso stellt sie sich stur und geht keinem Schritt auf ihn zu. Marta Kristine bekommt ein Kind, aber es ist nicht das von Hans. Als diese jedoch aus dem Krieg zurück kehrt bittet er Marta Kristine "seiner Jugend Freude und seines Alters Trost" zu werden. Die beiden heiraten und bekommen mehrere Kinder. Mehrere Kilometer entfernt von Flovik, in Molde, absolviert Marta Kristiane eine Ausbildung zur Hebamme. Da dies in der Bevölkerung jedoch nicht genug anerkannt wird, macht sie sich auf nach Christiana (das heutige Oslo) um tieferes Wissen zu erlangen.
Der Autor schreibt hier die Biografie seine Ururgroßmutter. Der Roman ist gespickt von Daten, von Geburten, Taufen, Hochzeiten, Todesfällen und Pachtverträgen, die allesamt in den Staatsarchiven von Trondheim oder Oslo protokolliert sind. Diese Daten lassen die Handlung manchmal etwas zu steif wirken und manchmal ziehen sich ganze Passagen auch zu sehr in die Länge. Die Lebensweise der Menschen in Norwegen zu Beginn des 19. Jahrhunderts fängt Edward Hoem sehr gut ein, die Entbehrungen der Bevölkerung vor allem zur Zeit des Kriegen und der Hungersnot sind eindringlich beschrieben. Mich persönlich haben vor allem die genannten Orte fasziniert, denn ich habe Norwegen bereits mehrere Male bereist. Die Fjorde, Oslo und auch einige der anderen Städte sind mir bekannt.

Fazit: Ein überwiegend auf wahren Ereignissen basierender historischer Roman. Der Schreib- und Sprachstil ist der Epoche angemessen. Wer Norwegen von einer anderen Seite (in diesem Fall der historischen) kennen lernen möchte, wird von diesem Roman nicht enttäuscht.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Liebe in Ketten

Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse
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Nachdem Liv von der Kunstuni geflogen ist, steht ihr Traum, erfolgreich zu werden, auf der Kippe. Ihre letzte Chance bietet sich, als sie an einem geheimnisvollen Wettbewerb im Achilleon auf Korfu teilnehmen ...

Nachdem Liv von der Kunstuni geflogen ist, steht ihr Traum, erfolgreich zu werden, auf der Kippe. Ihre letzte Chance bietet sich, als sie an einem geheimnisvollen Wettbewerb im Achilleon auf Korfu teilnehmen darf. Gemeinsam mit anderen Kreativen muss sie sich den Prüfungen der Musen stellen, um deren Kuss zu erhalten - und vielleicht sogar Ruhm in Form eines weltweiten Bestsellers. Doch die Regeln sind unklar, und als Liebe ins Spiel kommt, wird alles noch komplizierter, denn eines ist sicher: In diesem Wettbewerb ist Liebe verboten.
Ein von der griechischen Mythologie inspiriertes Setting auf Korfu? Da bin ich dabei! Allerdings waren meine Erwartungen vielleicht etwas zu hoch, denn der Einstieg fiel mir zunächst schwer. Liv war mir mit ihrer chaotischen, verpeilten Art manchmal zu drüber, und auch Flame blieb lange ein Rätsel. Der Schreibstil hingegen hat mir richtig gut gefallen: locker, humorvoll und sehr lebendig, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Ähnlich wie die Teilnehmenden des Wettbewerbs tappt man lange im Dunkeln, was einerseits Spannung erzeugt, andererseits aber auch ordentlich an den Nerven zerrt. Erst gegen Ende nimmt die Handlung richtig Fahrt auf - dafür dann mit vielen unerwarteten Wendungen. Die Auftritte der Musen, allen voran Erato, haben mir sehr gefallen, denn so etwas habe ich bisher in keiner anderen mythologischen Neuerzählung gelesen.
Insgesamt bin ich etwas zwiegespalten: Die Geschichte beginnt recht langsam, steigert sich dann kontinuierlich und entwickelt gegen Ende ein fast schon atemloses Tempo. Trotz kleiner Schwächen macht der fiese Cliffhanger definitiv Lust auf den zweiten Band, in dem ich auf den Auftritt eines ganz besonderen Charakters hoffe!

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Retro-Charme aber langatmig

Love Me Like It's Yesterday
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Juno besitzt eine kleine Tischlerei, in der sie alte Möbelstücke restauriert und ihnen neues Leben einhaucht. Bei einem Auftrag trifft sie auf den charmanten Taro, und schnell beginnen die Schmetterlinge ...

Juno besitzt eine kleine Tischlerei, in der sie alte Möbelstücke restauriert und ihnen neues Leben einhaucht. Bei einem Auftrag trifft sie auf den charmanten Taro, und schnell beginnen die Schmetterlinge zu flattern. Was sie jedoch nicht weiß: Taro ist Influencer und hat eine Wette am Laufen - Juno ist ohne es zu wissen Teil dieser Wette...

Juno war mir von Anfang an sympathisch. Ihre Art, den Möbelstücken Namen zu geben und zu 80er-Musik durch die Werkstatt zu tanzen, verleiht ihr eine absolut liebenswerte Persönlichkeit. Im Laufe des Buches erfahren wir mehr über ihre Vergangenheit, die durch Cyber-Mobbing geprägt wurde, und über die Gefahren der digitalen Welt. Diese Themen fand ich wichtig und gut integriert, auch wenn mir die Fülle manchmal zu viel wurde. An einigen Stellen ging der rote Faden irgendwie verloren.

Die Wette, die Taro eingeht, war für mich ein sehr schwieriger Punkt. Es fiel mir schwer, mit ihm mitzufühlen, auch wenn er im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durchmacht. Insgesamt fand ich die Liebesgeschichte von Juno und Taro etwas unterrepräsentiert, da die Handlung sich oft auf andere Themen konzentriert. Das war schade, denn gerade die Chemie zwischen den beiden hat mir gefallen.

Das Buch ist toll geschrieben und hat durch Junos Werkstatt und die 80er-Jahre-Referenzen, vor allem in Bezug auf Filme, einen wunderbaren Retro-Charme. Leider wurde es mir an manchen Stellen zu langatmig, weil vieles zu ausführlich beschrieben wurde. Während sich die Handlung insgesamt eher zieht, wird das Ende vergleichsweise schnell erzählt.

Wenn man sich auf die gemächliche Erzählweise einlässt, bietet die Geschichte jedoch unterhaltsame Lesestunden mit einer liebenswerten Protagonistin.

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Veröffentlicht am 14.11.2024

Mörderjagd quer über den Globus

Wir finden Mörder (We Solve Murders-Serie 1)
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Amy Wheeler, erfahrene Personenschützerin, soll auf einer Privatinsel in South Carolina die bekannte Thrillerautorin Rosie beschützen, doch bald gerät sie selbst ins Visier. Ihre Ermittlungen führen in ...

Amy Wheeler, erfahrene Personenschützerin, soll auf einer Privatinsel in South Carolina die bekannte Thrillerautorin Rosie beschützen, doch bald gerät sie selbst ins Visier. Ihre Ermittlungen führen in ein Netz von Morden an Influencern. Amy bittet ihren Schwiegervater Steve, einen pensionierten Kommissar in England, um Hilfe, und bald befinden sich die drei gemeinsam auf einer Mörderjagd, die sie quer über den Globus führt.
Da ich "Der Donnerstagmordclub" nicht gelesen habe, bin ich ohne große Erwartungen an dieses Buch heran gegangen. Rosie, die humorvolle Bestsellerautorin in ihren besten Jahren, und Steve, den gelassenen Ex-Kommissar, fand ich besonders gelungen. Beide verleihen der Geschichte eine angenehme Leichtigkeit, ebenso wie die Mischung aus skurrilen, liebenswerten Charakteren und pointierten Dialogen. Auch der flüssige Schreibstil und die kurzen Kapitel haben mir gefallen, und das Hörbuch war dank der tollen Sprecher sehr unterhaltsam. Allerdings fiel mir der Einstieg schwer: Die erste Hälfte zog sich, und die vielen Perspektivwechsel erschwerten es mir, den roten Faden zu finden. Erst zur Mitte nahm die Handlung Fahrt auf, was für mich fast zu spät war, um richtig zu fesseln.
Die teils verworrene Handlung und das für mich etwas unrunde Ende haben mich ebenfalls etwas gestört. Trotzdem war das Buch insgesamt unterhaltsam, vor allem wegen seiner starken Charaktere und des Humors. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen und werde dem bereits angekündigten zweiten Band auf jeden Fall eine Chance geben.

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