Zwischen Mitmachspaß und Tierheimgrauen
Tufos Abenteuer: Ausbruch aus Schloss ScheuseligAls ich Tufos Abenteuer: Ausbruch aus Schloss Scheuselig aufgeschlagen habe, war ich sofort angetan vom Design: große Schrift, viel Abstand, Illustrationen – alles spricht dafür, dass es sich um ein Kinderbuch ...
Als ich Tufos Abenteuer: Ausbruch aus Schloss Scheuselig aufgeschlagen habe, war ich sofort angetan vom Design: große Schrift, viel Abstand, Illustrationen – alles spricht dafür, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Auch die interaktive Idee, durch eigene Entscheidungen den Verlauf der Geschichte zu beeinflussen, erinnert mich an Mitmachbücher aus meiner Kindheit, die ich sehr geliebt habe.
Doch der Inhalt hat mich überrascht – und leider nicht im positiven Sinn. Die Geschichte ist durchzogen von sehr düsteren, beklemmenden Szenen, die in meinen Augen für Kinder viel zu heftig sind. Die Schilderungen des Tierheims („Canile“) wirken brutal, teilweise erschreckend realistisch, und lassen kaum Hoffnung oder Leichtigkeit zu – etwas, das ich in einem Buch für Kinder unbedingt erwarten würde.
Das führt für mich zu einem Problem: Die Aufmachung und das Konzept sprechen klar Kinder an, der Inhalt jedoch ist dafür zu hart. Entweder müsste man die Geschichte in ihrer Intensität abschwächen, um sie kindgerechter zu machen, oder aber man müsste das gesamte Design anpassen und deutlich machen, dass sich das Buch eher an Jugendliche oder Erwachsene richtet.
Insgesamt finde ich die Idee hinter dem Buch schön, besonders die Möglichkeit, den Handlungsverlauf mitzugestalten. Auch Tufo als Charakter ist sympathisch und lebendig dargestellt. Trotzdem hat mich der Kontrast zwischen Gestaltung und Inhalt gestört. Deshalb vergebe ich gut gemeinte 3 von 5 Sternen.