Wenn Berührung zur Hoffnung wird
House of Ash and Shadow - Die goldene Stadt 1Schon nach den ersten Zeilen wusste ich: Dieses Buch wird mich nicht mehr loslassen. Leia Stone schreibt nicht einfach – sie erschafft. Ihre Worte fließen wie Magie durch die Seiten, berühren, schneiden, ...
Schon nach den ersten Zeilen wusste ich: Dieses Buch wird mich nicht mehr loslassen. Leia Stone schreibt nicht einfach – sie erschafft. Ihre Worte fließen wie Magie durch die Seiten, berühren, schneiden, heilen und hinterlassen etwas in einem, das noch lange nachhallt.
Fallon ist eine Heldin, wie man sie nicht alle Tage trifft. Verflucht, bei jeder Berührung unerträgliche Schmerzen zu spüren, lebt sie in einer Welt, in der Nähe ein Luxus ist, den sie nie erfahren durfte. Kein Händedruck. Keine Umarmung. Kein Trost. Und doch ist sie alles andere als zerbrochen – sie kämpft. Für ihren Vater, für Hoffnung, für ein kleines Stück Normalität.
Als sie in die sagenumwobene goldene Stadt reist, um einen Heiler zu finden, ahnt sie nicht, dass diese Reise ihr Schicksal für immer verändern wird. Denn als Ariyon sie versehentlich berührt – bleibt der Schmerz aus. Nur ein einziger Augenblick, aber er reicht, um alles in ihr ins Wanken zu bringen. Hoffnung flammt auf. Und damit beginnt ein Abenteuer voller Geheimnisse, Machtspiele und einer Magie, die ebenso wunderschön wie gefährlich ist.
Ich habe jede Seite verschlungen. Stones Schreibstil ist wie ein Sturm und eine sanfte Brise zugleich – poetisch, intensiv und emotional so greifbar, dass man fast vergisst, dass es sich um eine fiktive Welt handelt. Ihre Beschreibungen sind lebendig, ihre Dialoge authentisch, und durch die Ich-Perspektive erlebt man Fallons innere Zerrissenheit hautnah.
Fallon hat mich tief berührt. Sie ist stark, aber nicht unnahbar. Mutig, aber verletzlich. Ihr innerer Konflikt – zwischen dem Wunsch, endlich Nähe zuzulassen, und der Angst vor Schmerz – hat mich mehr als einmal zum Nachdenken gebracht. Wie sehr nehmen wir Berührung als selbstverständlich? Wie sehr definieren wir uns über Nähe?
Auch die Nebenfiguren sind wunderbar gezeichnet: loyal, witzig, vielschichtig – und mit einer Prise Chaos, die perfekt in diese magische Welt passt. Besonders liebgewonnen habe ich Fallons Raben Yanric (der mich mehrmals laut zum Lachen gebracht hat) und eine gewisse Figur mit einem charmant düsteren Sinn für Humor – wer das Buch gelesen hat, weiß, wen ich meine.
Das Worldbuilding ist grandios: Die goldene Stadt leuchtet nicht nur in ihrer Beschreibung, sondern auch als Symbol für Hoffnung und Gefahr zugleich. Magie, Intrigen, Geheimnisse – Leia Stone webt alles zu einem dichten Netz aus Spannung und Emotionen, das einen bis zur letzten Seite gefangen hält.
Und dann dieser Cliffhanger. Ich saß da, völlig atemlos, und wollte schreien: „Nein, das kann doch jetzt nicht vorbei sein!“ – und genau das ist der Moment, in dem ich wusste: Dieses Buch ist ein Highlight.