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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2025

Sehr viel Potential

Das Lied der Tiefe
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Das Buch hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Die Idee fand ich wirklich spannend, und die Welt hat auf Anhieb etwas Besonderes, das mich sofort angesprochen hat. Auch der etwas altertümliche Schreibstil ...

Das Buch hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Die Idee fand ich wirklich spannend, und die Welt hat auf Anhieb etwas Besonderes, das mich sofort angesprochen hat. Auch der etwas altertümliche Schreibstil war ungewohnt, passte aber letztlich gut zur Atmosphäre und hat dieses leicht düstere, geheimnisvolle Gefühl noch verstärkt.

Trotzdem hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass alles zu schnell geht. Es passiert so unglaublich viel, dass man kaum Zeit hat, einzelne Momente wirklich zu fühlen oder richtig zu begreifen. Manche Szenen hätten ruhig etwas mehr Raum verdient. Gerade, wenn es um die Figuren und ihre Entwicklung geht. Da steckt so viel Potenzial drin, das einfach nicht ganz genutzt wurde.

Emotional hat mich die Geschichte stellenweise gepackt, aber nie wirklich durchgehend mitgerissen. Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht, mehr von dem, was zwischen den Zeilen passiert. Stattdessen wirkt vieles wie eine Aneinanderreihung spannender Szenen, bei denen am Ende aber das 'Warum' offenbleibt.

Ich habe nach dem Buch erfahren, dass es wohl einen zweiten Teil geben wird, aber ich glaube tatsächlich, dass ich den nicht lesen werde. Dafür hat mich das Buch am Ende einfach nicht genug überzeugt. Die Idee war stark, die Umsetzung leider zu sprunghaft. Insgesamt also eine Geschichte mit vielen guten Ansätzen, die mich aber emotional nicht so richtig abgeholt hat.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Eine starke Idee mit ein paar Schwierigkeiten in der Umsetzung

Sieben letzte Tage
7

Das Buch hat mich anfangs neugierig gemacht. Der Einstieg wirkte vielversprechend, fast wie ein klassischer Justizthriller mit ordentlich Spannung. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich ...

Das Buch hat mich anfangs neugierig gemacht. Der Einstieg wirkte vielversprechend, fast wie ein klassischer Justizthriller mit ordentlich Spannung. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat sich das Ganze verzettelt. Die Handlung wird schnell immer größer, und irgendwann hat es sich so angefühlt, als würde die Geschichte sich selbst überholen.

Alice als Hauptfigur ist eigentlich interessant, weil sie keine Heldin im klassischen Sinne ist. Sie zweifelt, sie bricht zusammen, sie kämpft – das macht sie nachvollziehbar. Aber gerade im letzten Drittel wirkt sie stellenweise kaum noch greifbar. Alles passiert so schnell, dass die emotionale Entwicklung kaum hinterherkommt. Außerdem scheint Alice Tag mehr als 24 Stunden zu haben. Sie schafft so unglaublich viel in dieser Zeit, das ist im wahren Leben kaum möglich.

Boudreaux war für mich der Lichtblick. Seine Entwicklung ist glaubwürdig, überraschend und hat mich wirklich interessiert. Bei Eva dagegen hatte ich das Gefühl, dass sie hauptsächlich als Unsicherheitsfaktor dient, ohne wirklich Tiefe zu bekommen.

Der Schreibstil ist direkt, fast gehetzt. Das passt zwar zur Story, hat bei mir aber eher für Stress als für Spannung gesorgt. Es gibt kaum ruhige Momente, keine Zeit zum Durchatmen. Stattdessen springt die Handlung von Schauplatz zu Schauplatz, von Wendung zu Wendung – und nicht jede davon wirkt wirklich durchdacht.

Was mich am meisten gestört hat, war die Überfrachtung zum Schluss. Es wird so viel reingepackt, dass der eigentliche Kern der Geschichte untergeht. Der große Gegenspieler wirkt überzogen, fast schon unrealistisch. Das hätte nicht sein müssen, denn das Thema an sich hat genug Kraft.

Unterm Strich: Die Idee war gut, und einzelne Figuren tragen das Buch. Aber für mich war es zu viel auf einmal, zu wenig Fokus, zu wenig Tiefe an den entscheidenden Stellen. Ich bleibe mit gemischten Gefühlen zurück – manches hat funktioniert, anderes nicht. Ein spannender Ansatz, der in der Umsetzung leider zu oft aus dem Ruder läuft.

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