Willkommen in den wilden 70ern: Smoke on the Water in Dauerschleife
Zwischen Vinylplatten und dem ersten Rausch
Sigi ist 16, seiner Meinung nach also quasi erwachsen, jedenfalls viel zu alt für Kinderkram. Rauchen ist angesagt, an den Geschmack von Bier gewöhnt man sich schnell; schließlich muss man die Freunde beeindrucken. Das beim Sommerjob hart verdiente Geld investiert er in einen Plattenspieler, um in seinem Zimmer die Rock-Nummern von den Rolling Stones, Deep Purple und Pink Floyd auf volle Lautstärke zu drehen. Damit versucht er auch die zunehmend angespannte Stimmung zu Hause zu übertönen, denn die Beziehung seiner Eltern gerät immer mehr ins Wanken. Als etwas passiert, was das Fass zum Überlaufen bringt, reicht es Sigis Mutter – sie zieht aus und nimmt seine Schwester Uschi mit.
Vom Klassensprecher zum Herzensbrecher
Und Sigi? Der bleibt, denn sein eigenes Leben ist turbulent genug: Nachdem er die Latein-Wiederholungsprüfung gerade so besteht, wird er überraschend zum Klassensprecher gewählt und zeigt sein schriftstellerisches Talent beim Verfassen von Texten für die kritische Schülerzeitung Pulp. Auch so manches Mädchen verdreht ihm den Kopf: Er schickt Briefe nach Deutschland an seine Sommerliebe Wiebke, im Tanzkurs nähert er sich Rita an, die er schon lange toll findet – aber werden seine Avancen von Erfolg gekrönt sein?
Ein Nostalgieroman zum Abtauchen und Verlieben
Wir begleiten Sigi, erleben sein Aufwachsen im Österreich der 1970er-Jahre hautnah, fast so, als wären wir selbst mittendrin. Mit viel Gefühl, Spannungsmomenten und feinem Humor schickt Herbert Dutzler seinen Protagonisten Sigi auf einen turbulenten Weg ins Erwachsenwerden, wo er sich zwischen ersten großen Gefühlen, rebellischer Rockmusik und den kleinen wie großen Dramen des Familienlebens zurechtfinden muss. Ein Buch, das die Stimmung und das Lebensgefühl einer ganzen Generation lebendig werden lässt.
Hier hat mich der Titel des Buches neugierig gemacht. Ich mag das Cover und war gespannt auf das Buch.
Beim Digitalisieren von Dias wird Sigi in seine Jugend zurückversetzt. Sigi ist die Hauptperson der ...
Hier hat mich der Titel des Buches neugierig gemacht. Ich mag das Cover und war gespannt auf das Buch.
Beim Digitalisieren von Dias wird Sigi in seine Jugend zurückversetzt. Sigi ist die Hauptperson der Geschichte, der 16 Jährige ist mitten in der Pubertät und möchte besonders bei den Mädchen gut angekommen, das gelingt ihm leider nicht immer. Auch in der Schule gibt es so einige Probleme und in seinem Elternhaus kriselt es. Durch einen Ferienjob gelingt es ihm seinen Traum von einem Plattenspieler zu erfüllen. Doch die Mutter zieht aus und so bekommt Sigi einen ersten Einblick in die Problematik des Erwachsenseins. Zwischen Schule und Schülerzeitung erlebt er so Manches. Es macht Spaß ihm bei seiner Jugendzeit zu verfolgen. Die damalige Zeit wird wunderbar dargestellt und ich konnte mir die Mode, Musik und Lebensweise gut vorstellen. Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen. Ich hatte viele schöne Lesestunden und empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.
Bei „ Der Plattenspieler unter der Dachschräge“ von Herbert Dutzler handelt es sich um einen Roman.
Dies hier ist der vierte Band aus der „ Sigi – Reihe“. Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, hatte ...
Bei „ Der Plattenspieler unter der Dachschräge“ von Herbert Dutzler handelt es sich um einen Roman.
Dies hier ist der vierte Band aus der „ Sigi – Reihe“. Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, hatte ich keinerlei Einstiegsschwierigkeiten.
In diesem Band begibt man sich als Leser , mit dem inzwischen 16 jährigen Sigi , in die 70er Jahre.
Das Zeitkolorit wird sehr gut eingefangen und man fühlt sich durch die Nennungen von Speisen, Musik, Kleidung etc. die in den 70er Jahren „in“ waren, in diese Zeit zurückversetzt.
Der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen. Dieser Roman lässt sich sehr flüssig lesen und ist von der ersten bis zur letzten Seite sehr interessant. Hätte Sigi noch ewig weiter begleiten können.
Dieser Roman ist abwechslungsreich, interessant, es werden sehr viele Themen aufgegriffen und es kommen keine Seitenfüller vor.
Der Streit zwischen Sigis Eltern, seine Schulzeit, Freizeit etc. alles sehr interessant und teilweise emotional.
"Der Plattenspieler unter der Dachschräge", der neue Roman des österreichischen Schriftstellers Herbert Dutzler, spielt auf zwei Zeitebenen. Jedes der 11 Kapitel beginnt (in Kursivschrift sehr gut erkennbar) ...
"Der Plattenspieler unter der Dachschräge", der neue Roman des österreichischen Schriftstellers Herbert Dutzler, spielt auf zwei Zeitebenen. Jedes der 11 Kapitel beginnt (in Kursivschrift sehr gut erkennbar) damit, dass der erwachsene Siegfried Niedermayr im Hier und Jetzt die Diasammlung seiner verstorbenen Mutter sichtet und digitalisiert. Seit 1972 hatte sie das Familienleben anhand von Dias, die in Siegfried nun viele Erinnerungen wecken, akribisch dokumentiert.
Auf der Vergangenheitsebene führt uns der Autor ins Österreich der siebziger Jahre, genauer gesagt ins Jahr 1974. Der Ich-Erzähler Sigi ist 16 Jahre alt und lebt mit seinen Eltern Edeltraud und Adolf sowie seiner zwei Jahre jüngeren Schwester Uschi und der immer vergesslicher werdenden Großmutter in einem alten Bauernhaus auf dem Land. Er ist musikbegeistert, liebt die Literatur und träumt von einer Stereoanlage nebst Plattenspieler, außerdem kocht er leidenschaftlich gern und findet das andere Geschlecht sehr aufregend.
Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und begeistert. Herbert Dutzler erzählt Sigis Geschichte mit ganz viel Herz, österreichischem Charme und viel Humor. Nicht nur Sigi als Hauptfigur, auch sämtliche Nebenfiguren sind bildhaft und authentisch beschrieben. Es hat mir sehr viel Lesefreude bereitet, den sympathischen Sigi für die Dauer eines ereignisreichen halben Jahres zu begleiten. Er erfüllt sich seinen Traum von der Stereoanlage und dem Plattenspieler, indem er während der Sommerferien in einer Möbelfirma und der Frühstückspension seiner Tante jobbt. Nun kann er in seinem Zimmer unter der Dachschräge seine Lieblingsmusik hören und dabei die Zeit - und auch seine Sorgen - vergessen, denn in der Ehe seiner Eltern kriselt es gewaltig.
Ich mochte den pfiffigen Sigi, der bei seinen Lehrern immer mal aneckt, in seine Klassenkameradin Rita verliebt ist und den es überrascht, zum Klassensprecher gewählt zu werden. Seine erste Tanzstunde trieb mir Lachtränen in die Augen, ich habe wegen seines brisanten Artikels in der Schülerzeitung mit ihm gebangt und ihn wegen seiner familiären Situation bedauert.
Es war so schön, durch Sigi wieder in die mir vertraute Welt der Siebziger einzutauchen, ich bin dabei auch immer wieder in meine eigenen Erinnerungen versunken.
"Der Plattenspieler unter der Dachschräge" ist nach "Die Welt war eine Murmel" , "Die Welt war voller Fragen" und "Wenn die Welt nach Sommer riecht" bereits der vierte Band um Sigi Niedermayr. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, da in jedem Buch die familiären Strukturen gut beschrieben werden. Ich kenne alle Bände der Reihe und fand sie ganz großartig und äußerst unterhaltsam.
Das waren noch Zeiten, die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts! Ob sie besser oder schlechter waren, muss jeder für sich entscheiden. Auf jeden Fall ging es damals in vielerlei Hinsicht noch ganz ...
Das waren noch Zeiten, die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts! Ob sie besser oder schlechter waren, muss jeder für sich entscheiden. Auf jeden Fall ging es damals in vielerlei Hinsicht noch ganz anders zu als heutzutage.
Darüber berichtet hier ein österreichischer Autor, dessen Protagonist Sigi seine Kindheit und frühe Jugend in dieser Zeit erlebt.
Leider muss er in schwierigen familiären Verhältnissen aufwachsen, noch dazu auf dem Dorf, was manches nicht einfacher macht.
Aber Sigi kommt trotz allem recht gut durch und geht letzten Endes seinen Weg.
Vieles kennen die reiferen Leser selbst noch von früher und erinnern sich meist gerne, zum Beispiel an den ersten Plattenspieler, die erste Jeans oder ihre Klassenfahrten.
Und dieser Weg wird dem österreichischen Jugendlichen vom Dorf nicht gerade leicht gemacht, weil sich seine Eltern gerade in Trennung befinden, was natürlich nicht der einzige Stolperstein für ihn ist: ...
Und dieser Weg wird dem österreichischen Jugendlichen vom Dorf nicht gerade leicht gemacht, weil sich seine Eltern gerade in Trennung befinden, was natürlich nicht der einzige Stolperstein für ihn ist: er findet sich zu dick, hat zu wenig Geld, nur wenige Freunde und mit den Mädchen läuft es auch nicht so richtig. Wobei sich Sigi aus meiner Sicht ausgesprochen selbstbewusst gibt - ich hätte, als ich in seinem Alter war, diese Chuzpe nicht aufgebracht.
Herbert Dutzler beschreibt auch in diesem vierten Band der Reihe Sigis Werdegang ausgesprochen unterhaltsam, dazu mit viel Verständnis, Warmherzigkeit und stets mit einem Augenzwinkern. Sigi manövriert sich öfter mal in Schieflagen, findet aber immer wieder hinaus. Ich hatte wieder sehr viel Spaß mit Sigi und den Seinigen, habe aber stellenweise auch ganz schön mit ihm gelitten.
Während der Lektüre tauchten in mir jede Menge persönlicher Erinnerungen an diese Zeit meines Lebens auf und ich muss zugeben, dass ich mich nicht einen Deut umsichtiger verhalten habe als Sigi!