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Veröffentlicht am 20.10.2025

Smugaid

Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde
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Die letzte Stunde von Stella Tack ist der Abschlussband der Märchen-Fantasy-Trilogie Ever & After.

Rain Wunsch, Alles auf Anfang zu setzen, geht in Erfüllung und nun muss sie sich mit den Konsequenzen ...

Die letzte Stunde von Stella Tack ist der Abschlussband der Märchen-Fantasy-Trilogie Ever & After.

Rain Wunsch, Alles auf Anfang zu setzen, geht in Erfüllung und nun muss sie sich mit den Konsequenzen rumschlagen. Der letzte Teil der Trilogie knüpft damit unmittelbar am zweiten Band an, durch das geschickte Ende des zweiten bzw. Anfang des dritten Bands, fiel mir der Einstieg deutlich leichter als damals mit dem zweiten Teil. Die ersten 100 Seiten habe ich dementsprechend schnell weggelesen, doch dann kam für mich langsam etwas zähes in die Geschichte. Die Szenen waren mir phasenweise zu langwierig und gaben kaum etwas Neues. Gefühlt hat sich an manchen Stellen viel wiederholt oder es gab ähnliche Abläufe. Ich wurde zudem nicht besonders warm mit den fantastischen Elementen, die für mich wenig mit Märchen zutun haben und in den Vorgängerbänden nicht so präsent waren. Das ist aber natürlich Geschmacksache.

Die Grundidee der Trilogie finde ich nach wie vor überragend, jedoch hätte ich mir für den dritten Band noch etwas mehr ‚Neues‘ gewünscht, vor allem der erste Band hatte durch die verschiedenen Geschichten der Charaktere und ihren Verbindungen etwas tolles, das ging mir hier etwas verloren. Am spannendsten fand ich dahingehend den Charakter der Madame Champagne, die vielschichtig war und von der ich gerne noch mehr erfahren hätte.

Die Weiterführung der Geschichte konnte mich auch nur semi abholen. Ich mochte die Idee der Veränderung der Geschichte, jedoch konnte ich nicht nachvollziehen, warum hier ständig eine gewisse Sicherheit seitens Rain herrschte, auf die ich aus Spoilergründen gar nicht näher eingehen möchte. Auch das Ende hat mich total enttäuscht zurückgelassen.

Sodass Die letzte Stunde mich leider nicht vollends überzeugen konnte, auch wenn ich die Welt und Charaktere, die Stella Tack erschaffen hat, wirklich geliebt habe.

Veröffentlicht am 08.10.2025

30 Minuten fertig? Nur die Zubereitung!

Vegan trifft Orient – Express
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Orient trifft Vegan von Serayi gehört zu meinen liebsten Kochbüchern, natürlich musste dann auch das Expressbuch her. Das Cover wirbt mit Köstlichkeiten, die in 30 Minuten fertig sind, umso enttäuschter ...

Orient trifft Vegan von Serayi gehört zu meinen liebsten Kochbüchern, natürlich musste dann auch das Expressbuch her. Das Cover wirbt mit Köstlichkeiten, die in 30 Minuten fertig sind, umso enttäuschter war ich dann bereits beim ersten Rezept: 25 Minuten + ‚einige‘ Abkühlzeit und 15-20 Minuten Backzeit sind alles, aber keine 30 Minuten. Wenn ich mit ’in 30 Minuten fertig’ werbe, dann sollte das eigentlich alle Zeiten inkludieren und nicht nur die Zubereitungszeit. Diesem Maßstab können nur 32 von 75 Gerichten gerecht werden und darunter befinden sich dann auch Gerichte wie ‚gebratene Oliven‘, ‚Tofuschnitzel‘ oder ‚Rosenbutter‘, die alles, aber nicht vollwertig sind. Die Werbung verfehlt damit sein Ziel und sorgt eher für Missmut.

Auch bei den Hauptgerichten fehlt mir das Gefühl, dass die einzelnen Rezepte als vollwertiges Essen durchgehen. Wenige können das, aber einige wirken eher wie ein Snack (u.a. Frühlingszwiebeln im Teigmantel).

Die Rezepte sind in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen unterteilt, von leicht bis schwer ist auch etwas für Anfänger dabei und es auch hier wirklich tolle Rezepte, wie u.a. die Rote-Linsen-Bällchen in Tomatensauce. Die Zubereitung ist anhand der Beschreibung absolut machbar, die Zutaten sind teilweise natürlich nicht überall zu finden, aber doch organisierbar.

Vegan trifft Orient - Express - wird seiner Werbung nicht gerecht, aber der Geschmack weiß zu punkten. Mich konnten hier leider nicht so viele Rezepte ansprechen, wie bei Orient trifft Vegan, dennoch habe ich auch in diesem Buch ein paar wundervolle Rezepte gefunden.

Veröffentlicht am 06.10.2025

Turbulente Autofahrt

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
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Tiffany hat gute Laune, doch mit der ist sie scheinbar ganz allein. Ihre Mutter ist genervt vom Koffer packen, ihr Vater vom neusten Kratzer am Auto. Die Oma sucht mal wieder ihr Handy, Luisa hat Stress ...

Tiffany hat gute Laune, doch mit der ist sie scheinbar ganz allein. Ihre Mutter ist genervt vom Koffer packen, ihr Vater vom neusten Kratzer am Auto. Die Oma sucht mal wieder ihr Handy, Luisa hat Stress mit Hormone, Opa möchte lieber mit dem Zug fahren und Max har das ‚kleiner Feigling‘ Problem. Ein Problem, dass im Laufe der Fahrt nicht nur seins ist, sondern die ganze Familie ins Wanken bringt.

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat von Marc-Uwe Kling ist wunderbar vom Autoren selbst eingesprochen und mit Musik von Boris Löbsack untermalt worden. Auf dieser Ebene wirklich eine absolut grandiose Umsetzung und als Highlight gibt es den Text nochmal aus einer Live-Lesung!

Nun aber zum Inhalt. Ich mochte den Anfang sehr, Tiffanys Sicht auf die Welt, ihre Zuordnung gewisser Antworten war wirklich herrlich. Doch mit der Fahrt ging mir dieser feine Humor etwas verloren und es wirkte etwas erzwungen. Vielleicht fehlt mir etwas das Vorwissen, denn erst im Nachhinein bekam ich mit, dass es ein 5. Band ist. Die Story selbst ist zwar abgeschlossen, aber die Beziehungen der Figuren und meine zu ihnen könnten möglicherweise mit dem Vorwissen eine andere Reaktion in mir auslösen. Auch für Eigenwerbung bin ich weniger zu haben und mag es daher nicht, wenn auf andere Werke hingewiesen wird.

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat konnte mich inhaltlich zwar nicht gänzlich überzeugen, dennoch sind Marc-Uwe Klings Hörspiele immer wieder ein absolut schönes Hörerlebnis!

Veröffentlicht am 06.10.2025

Solider Auftakt

Oxen. Das erste Opfer
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Niels Oxen ist ein schwer traumatisierter, ehemaliger Elitesoldat. Um seinen inneren Dämonen zu entkommen, zieht er sich mit seinem Hund Mr. White in die einsamen Wälder Dänemarks zurück. Als Oben etwas ...


Niels Oxen ist ein schwer traumatisierter, ehemaliger Elitesoldat. Um seinen inneren Dämonen zu entkommen, zieht er sich mit seinem Hund Mr. White in die einsamen Wälder Dänemarks zurück. Als Oben etwas ungewöhnliches auffällt, gerät er plötzlich selbst in Gefahr und wird zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall. Hans-Otto Corfitzen, Exbotschafter und Gründer eines Thinktanks, wurde auf seinem Schloss zu Tode gefoltert. Oxens einzige Chance sich selbst zu entlasten ist die Mitarbeit. Zusammen mit der Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck muss er die wahren Täter ausfindig machen und gerät dabei immer weiter in Gefahr.


Das erste Opfer ist der Auftakt der Oxen-Reihe von Jens Henrik Jensen. Ich mag Thriller, deren Protagonisten eine etwas schwierigere Vergangenheit haben und deswegen nicht unbedingt einzuordnen sind. Niels Oxen gehört definitiv zu diesen und als solchen habe ich ihn im Laufe der Geschichte wirklich lieben gelernt, vor allem in Kombination mit der Agentin Margrethe Franck hat er mir wunderbar gefallen.

Doch der Einstieg war für mich etwas holprig und ich musste mehrere Anläufe nehmen, um wirklich dranzubleiben. Der Mord an Corfitzen und die Zusammenhänge sind relativ unspektakulär und leicht vorhersehbar, das hat die Story phasenweise etwas zäh werden und die Spannung nicht wirklich aufkommen lassen. An der Stelle war es dann ganz gut, dass ich vor allem Margarethe Franck wirklich mochte und unbedingt mehr von ihr lesen wollte.

Der Schreibstil des Autors gefiel mir gut, die zähen Abschnitte lagen eher an für mich inhaltlich eher trockenen Themen, die sich vermutlich aus Corfitzens Kreisen erschließen lassen und weniger am Schreibstil. Ab einem gewissen Zeitpunkt wollte ich auch unbedingt wissen, wie es für Oxen ausgeht, was ebenso für eine gute Nähe zum Protagonisten spricht und obwohl es für mich kein top Start war, bin ich mir sicher, dass ich mich auch an den nächsten Band wagen werde.

Veröffentlicht am 23.09.2025

Geheimnisvolle Schule

Secret Forest Academy. Avas Bestimmung
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Avas Eltern sind spurlos verschwunden und seitdem passieren auch Ava seltsame Dinge. Immer wieder wacht sie mitten im Wald auf, wo vorher noch ihr Bett war, liegt sie nun auf dem Ast eines Baums. Eines ...

Avas Eltern sind spurlos verschwunden und seitdem passieren auch Ava seltsame Dinge. Immer wieder wacht sie mitten im Wald auf, wo vorher noch ihr Bett war, liegt sie nun auf dem Ast eines Baums. Eines Tages taucht Charon auf, der behauptet mehr über Ava und ihre Eltern zu wissen. Ava traut ihm nicht und wird prompt von ihm angegriffen, doch zum Glück kommt ihr Urs zur Rettung. Urs ist ein Schwarzbär der nicht nur verfressen ist, sondern auch mit Ava sprechen kann. Und Urs möchte Ava an eine ganz besondere Akademie bringen. Die Secret Forest Academy ist voll von magischen Wesen und magischen Mitschüler:innen, eine Welt von der Ava bis zu diesem Tage nichts gewusst hat und von der sie hofft, dass sie dort das Geheimnis um das Verschwinden ihrer Eltern lösen kann.

Avas Bestimmung ist der erste Band der Secret Forest Academy-Reihe von Tina Stein. Der Auftakt der fantastischen Reihe wird Leser:innen ab 10 Jahren empfohlen. Der Schreibstil war für mich (im Vergleich zu anderen Büchern in der Altersklasse) noch sehr kindlich, vor allem die Dialoge zu Beginn der Geschichte wirkten teilweise so, als wären sie an eine jüngere Leserschaft gerichtet. Dieses Gefühl wird durch sagenhafte 79 Kapitel auf 288 erhöht. Ich schätze kurze Kapitel sehr, aber im Schnitt keine vier Seiten für ein Kapitel, finde ich dann doch zu wenig.

Das Setting hat uns sehr gut gefallen, die Akademie klingt nach einer grünen Wohlfühloase mit spannenden Eigenheiten. Die Charaktere waren gut ausgewählt, Ava ist als Protagonistin nahbar und man kann sich in sie und ihre Gefühle gut hineinversetzen. Vor allem der ungewöhnliche Einstieg lässt einen als Leser:in ebenso hilflos zurück wie Ava, sodass nicht nur Ava unbedingt mehr über die Akademie und ihre Fähigkeit wissen möchte, sondern auch wir Leser:innen. Avas Seelentier Urs ist emphatisch, einfühlsam und lustig. Avas Mitschüler:innen bieten eine gute Mischung aus Sympathie und Antipathie. An ein paar Stellen wurde es uns mit den vielen Wesen etwas zu viel und es war schwierig den Durchblick zu bewahren, gleichzeitig fehlten den Nebenfiguren etwas die Tiefe.

Das Ende konnte uns leider gar nicht überzeugen. Ein Reihenauftakt verspricht natürlich immer einen kleinen Cliffhanger und offene Fragen, aber das Ende kam uns viel zu abrupt und lässt ein guten Abschluss vermissen, weswegen Avas Bestimmung uns insgesamt leider nicht richtig abholen konnte.