Gemischte Gefühle
Manchmal rieselt ein Buch wie feiner Puderzucker ins Herz. Manchmal gerät es dabei in einen Schneesturm aus Dramatik. Falling like Snow von Erin Doon hat bei mir ein wenig von beidem ausgelöst.
Der Klappentext ...
Manchmal rieselt ein Buch wie feiner Puderzucker ins Herz. Manchmal gerät es dabei in einen Schneesturm aus Dramatik. Falling like Snow von Erin Doon hat bei mir ein wenig von beidem ausgelöst.
Der Klappentext verspricht viel Wintermagie und emotionalen Tiefgang:
Ivy wächst in der unberührten Weite Kanadas auf. Nichts liebt sie mehr als die Stille, die sich über die zugefrorenen Seen und Wälder legt, wenn der Schnee fällt. Doch als Ivys Vater stirbt und damit ihre ganze Familie, muss sie ihre Herzenslandschaft hinter sich lassen. Ihr Patenonkel John und sein Sohn Mason sind bereit, sie in ihrem Zuhause an der Küste Kaliforniens aufzunehmen. Und so versucht Ivy, sich in den rauschenden Wellen ihres neuen Lebens über Wasser zu halten. Doch während die wunderschönen, aber eiskalten Augen ihres Stiefbruders sie um den Schlaf bringen, nimmt ein gefährliches Geheimnis aus der Vergangenheit Ivys Spur auf.
Atmosphäre, Trauer, Crime – eine spannende Mischung
Die melancholische Stimmung ist definitiv eine Stärke der Autorin. Ivys Trauer wird greifbar, ihre innere Zerrissenheit zwischen den Schneelandschaften Kanadas und den Wellen Kaliforniens hat mich berührt. Auch der Mystery- bzw. Crimeanteil verleiht der Geschichte jene prickelnde Spannung, die einen zuverlässig weiterblättern lässt.
Die Metapher der Schneeglöckchen als Symbol für Hoffnung und Neubeginn zieht sich wie ein zartes Pflänzchen durch die Handlung. Sehr schön!
💔 Mason – ein schwieriger Bookboyfriend
Zu Beginn wollte ich Mason am liebsten in die Gewässer Kaliforniens werfen. Seine ständige Abweisung, sein mieses Verhalten Ivy gegenüber: schwer nachzuvollziehen. Erst als die beiden endlich miteinander reden, taut etwas auf – leider spät. Mein Herz hat sich vorher schon ein wenig verschlossen.
👯♀️ Nebenfiguren: große Sympathie
Die Freundschaften und die Nebencharaktere fand ich sehr gelungen. Sie bringen Wärme und Humor in eine sonst sehr traurige Geschichte.
🎭 Overacting & Serienvibes
Es gab Momente, da fühlte ich mich in eine Episode der Serie Élite versetzt. Düster, reich, überdramatisch, Geheimnisse wohin man schaut. Das kann Spaß machen, wirkte hier aber etwas gekünstelt. Der Schreibstil schien manchmal übertrieben dramatisch und gewollt literarisch.
⏱️ Zeitsprünge & zu viele Baustellen
Gegen Ende wurden gefühlt alle Register gezogen, sämtliche Nebenhandlungen reingepresst und die Ereignisse überschlugen sich. Dazu kamen zu Beginn seltsame Zeitsprünge, die mich kurz aus der Geschichte rissen.
Vielleicht bin ich tatsächlich ein bisschen zu alt für diese Art von Highschool-Drama. Die Zielgruppe wird das vermutlich weniger stören.
Fazit
Falling like Snow hat eine wunderschöne Atmosphäre, starke emotionale Ansätze und spannende Krimi-Elemente. Leider verliert sich die Geschichte manchmal im eigenen Melodrama und in einem Stil, der zu viel will.
Schneeglöckchen der Hoffnung? Auf jeden Fall.
Ein Sturm aus übertriebener Dramatik? Ebenfalls.
Deshalb: solide 3 Sterne von mir.