Der fünfte Band der "Floras-Küche"-Reihe von Autorin Jenny Colgan heißt "Hochzeitsglocken auf der kleinen Insel".
Hier steht nicht nur für Olivia, sondern auch für Flora die Hochzeit an. Doch der Weg ...
Der fünfte Band der "Floras-Küche"-Reihe von Autorin Jenny Colgan heißt "Hochzeitsglocken auf der kleinen Insel".
Hier steht nicht nur für Olivia, sondern auch für Flora die Hochzeit an. Doch der Weg dorthin ist lang, denn es müssen viele Hindernisse und Missverständnisse geklärt werden, bis der große Tag bevor stehen kann. Allerdings bleibt bis zum Schluss die große Frage: werden beide wirklich heiraten? Und auf welche Art und Weise?
Vorausschicken muss ich, dass dies der erste Band der Reihe ist, den ich lese. Ich liebe die Bücher von Jenny Colgan. Wundervoll finde ich die Einleitung, die rundum gelungen ist, so dass ich sofort alle wichtigen Menschen und Gegebenheiten kannte. Wie immer ist das Buch super zu lesen und man fliegt durch die Seiten. Leider hat mich die Story nicht so recht überzeugt. Es schien, als seien alle verrückt geworden. Agot fand ich total drüber und kann nicht nachvollziehen, warum hier nicht mal die Erwachsenen ernsthafte Grenzen setzen. Saif und seine Entscheidungen machen mich fassungslos. Flora und Joel fand ich zwischendurch wirklich anstrengend und das Hin und Her recht konstruiert. Dazu Jan und Olivia, die ich immer wieder unglaublich nervig fand.
Dies soll der letzte Band der Reihe sein, doch ich hoffe, dass es noch einen weiteren gibt, in dem alle Figuren einen würdigen Abschluss finden. Denn das Setting ist wundervoll und die Charaktere im Grunde vielversprechend.
„Weihnachten mit Tony“ von Autorin Stella Lucas ist ein Roman, der zur Weihnachtszeit in Schottland spielt und die Themen Tierschutz und Romantik vereint.
Das Cover lässt keinen Zweifel daran, dass Tony ...
„Weihnachten mit Tony“ von Autorin Stella Lucas ist ein Roman, der zur Weihnachtszeit in Schottland spielt und die Themen Tierschutz und Romantik vereint.
Das Cover lässt keinen Zweifel daran, dass Tony ein Wallaby ist, das – wie an Schal und Mistelzweig ersichtlich – in Schottland lebt. Die leichten Schneeflocken sowie die Lichterkette unterstreichen das winterlich-weihnachtliche Gefühl. Die Farbzusammenstellung ist mit dem dezenten grün, das an die schottische Landschaft erinnert, und der weißen sowie roten Kombination sehr ansprechend.
Winterlich-weihnachtliche Geschichten, die in Schottland spielen, wohnt ein ganz eigener Zauber inne, der auch in diesem Roman aufblitzt. Dieser trägt ein Stück weit dieses Buch, das neben den atmosphärischen Naturbeschreibungen und Einblicke in das Leben der Wallabys sowie deren Art, ein gewisses Maß an Romantik mit einer Prise Abenteuer beinhaltet.
Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Die ersten Kapitel bestechen durch ihren Humor, der danach jedoch leider ziemlich verloren geht. Zunächst begleitet der Lesende Carrie auf ihrer Flugreise von Australien zurück in ihre winterliche Heimat. Hier wird sie schnell von einem unvorhergesehenen Ereignis ereilt und sie muss sich unter anderem mit ihrem Ex-Partner Marc auseinandersetzen Dabei versucht sie, die Wallabys, die auf einer kleinen abgeschotteten Insel leben, zu retten.
Hauptprotagonistin Carrie hat mich leider nicht überzeugt. Bedauerlicherweise habe ich nach der anfänglichen Sympathie, ausgelöst durch ihre humorvoll-lockere Art, den Zugang zu ihrer Figur sowie das Verständnis für sie zunehmend verloren. Sie wirkt oftmals wie ein verwöhnter Teenager, impulsiv, egozentrisch, nicht konfliktfähig und kommunikationsunfähig.
Marc als zweite Hauptfigur hat mir hingegen sehr gefallen. Er wirkt absolut bodenständig, ruhig, realistisch und durchweg sympathisch. So kontrastieren die beiden Hauptfiguren stark, was natürlich eine gewisse Spannung zwischen ihnen aufrecht hält und den Leser mit in ein Auf und Ab ihrer Beziehung zieht. Unterstrichen wurde dies noch durch die abwechselnd erzählten Sichtweisen, die dem Buch gut getan haben. Die Liebesgeschichte zwischen Carrie und Marc scheint mir am Schluss zu überstürzt zu einem Abschluss zu kommen, nachdem zunächst ein ziemliches Hin und Her mit vielen Missverständnissen herrschte.
Von den Nebenfiguren gefiel mir das exzentrische Ehepaar Dormond besonders zu Anfang in seiner Dynamik und dem Umgang miteinander ausgesprochen gut. Carries Vater ist ein echter Sympathieträger und wird in seinem Sein und Leben sehr realistisch, nahbar und liebenswert beschrieben.
Sehr gut gefallen hat mir das Nachwort, das einige Aspekte der Wallabys und deren Leben deutlich gemacht hat. Auch die tierischen Einschübe fand ich nett, lockerten sie das Geschehen doch auf und brachten eine besondere Perspektive. Wobei ich es schade fand, dass diese auf verschiedene – teils willkürlich erscheinende – Tierarten bezogen waren und nicht ausschließlich auf die Wallabys, was meiner Meinung nach besser zum Buch gepasst hätte.
Insgesamt war das Buch entspannend, allerdings teils etwas seicht. Der Spannungsbogen, der anfangs angelegt wurde, war bereits nach kurzer Zeit kaum mehr vorhanden, denn vieles – vor allem der Ausgang der Geschichte – war zu vorhersehbar. Die Wallabys, besonders Tony, kamen mir ebenso wie die weihnachtliche Atmosphäre persönlich zu kurz. „Ein Weihnachtswunder für die schottischen Wallabys“ wie angekündigt, konnte ich nicht erkennen. Leichte romantische Elemente und teilweise sehr liebenswerte Protagonisten ließen den Lesefluss bestehen. Die unaufdringlich eingestreuten Themen Tierschutz und Aktivismus sind sehr gekonnt eingesetzt und das, was vom Buch am ehesten Nachhallen wird.
Ein netter Roman mit grundsätzlich guten Ideen, aber eher schwacher Umsetzung, und tierischen Aspekten einer Tierart, die den meisten Menschen hierzulande nicht geläufig sein dürfte.
Mit "Abendstern" liegt der dritte und abschließende Roman der Reihe rund um "Das St. Alex" von Anne Lück vor. Die ersten beiden Bände habe ich praktisch verschlungen und mochte sie sehr gerne. In diesen ...
Mit "Abendstern" liegt der dritte und abschließende Roman der Reihe rund um "Das St. Alex" von Anne Lück vor. Die ersten beiden Bände habe ich praktisch verschlungen und mochte sie sehr gerne. In diesen habe ich nicht so recht reingefunden. Eventuell lag das an der Liebesgeschichte, die mich dieses Mal nicht wirklich überzeugt hat. In manches konnte ich mich sicher nicht ganz so gut einfühlen, weil es um die Liebe zwischen zwei Frauen, also eine queere Liebesgeschichte, geht. Allerdings fand ich auch den gesamten Aufbau nicht so recht überzeugend.
Die Erlebnisse, die Hauptfigur Maya auf der Intensivstation hat, sind eindrücklich und menschlich beschrieben. Für mich sind diese Geschichten der Patienten das Besondere an diesem Buch. Dass die Kollegen der Erwachsenenpalliativ-Station derart lieb- und interessenlos dargestellt sind, hinterließ einen schalen Beigeschmack.
Ein leider nicht so runder Reihenabschluss. Für Fans der Reihe rund um das Berliner St.-Alex-Krankenhaus aber sicher ein Muss.
„Die kleine Inselbibliothek“ ist der Debütroman der Autorin Savannah Carlisle, der in Florida spielt. Das Cover ist sehr ansprechend gelungen und vermittelt das sommerliche Flair, sowie die Bücherliebe ...
„Die kleine Inselbibliothek“ ist der Debütroman der Autorin Savannah Carlisle, der in Florida spielt. Das Cover ist sehr ansprechend gelungen und vermittelt das sommerliche Flair, sowie die Bücherliebe der beiden Hauptcharaktere.
Zwei Welten treffen aufeinander: Lucy Sullivan und Logan Lancaster. Sie ist ihrem Heimatort tief verbunden. Er reist von Stadt zu Stadt, wohin der Beruf ihn trägt. Aufeinander treffen sie, als er die Hafenpromenade ihrer geliebten Kleinstadt modernisieren soll. Wie erwartet, ergeben sich daraus viele vorhersehbare Auseinandersetzungen. Und dann ist da noch die Tatsache, dass sie sich über schriftliche Mitteilungen in Büchern der örtlichen Tauschbibliothek eigentlich schon kennen, gegenseitig unterstützen und zunehmend sympathisch sind.
Dem Roman fehlt es für mich an Tiefe. Die Charaktere sind etwas zu flach, die Geschichte bedient zu viele Stereotype und der Spannungsaufbau funktioniert für mich nicht wirklich. Vor allem zu Beginn der Geschichte ergeben sich einige Längen. So konnte mich das Buch nicht richtig fesseln und der Drang, unbedingt weiterlesen zu müssen, kam erst zum Ende des Romans hin auf.
Positiv hervorheben möchte ich, dass Lucy im Verlauf des Buches eine tolle Entwicklung von der abenteuerlosen Buchhändlerin hin zu einer starken Frau macht, die für sich und ihre Träume einsteht. Dabei wird sie von der kleinen Gemeinschaft der Insel sowie Logan tatkräftig unterstützt. Allerdings ist auch diese Entwicklung mit einigen Klischees behaftet.
Sehr sympathisch und nahbar sind die Nebenfiguren. Sie sind für mich die eigentlichen Stars der Geschichte und sorgen mit ihren ganz unterschiedlichen Lebensweisen und Charakteren für Abwechslung.
Von mir gibt es insgesamt eine eingeschränkte Leseempfehlung für diesen romantischen Sommerroman, der der Kleinstadtidylle sowie der Liebe zu Büchern großen Raum gibt. Mich hat er nicht in allen Aspekten vollkommen überzeugt. Jedoch verspricht das Buch eine gemütliche Auszeit für alle, die eine kleine Pause vom Herbst benötigen oder sich den warmen Küstensommer in Florida zurückwünschen.
Nach „Knäcketod“ und „Knäckegrab“ ist „Knäckeblut“ der dritte schwedische Kriminalroman des Autors Björn Berenz rund um den Kommissar Lars und die Hobbyermittlerin Ina.
Der Einstieg in den Krimi war mit ...
Nach „Knäcketod“ und „Knäckegrab“ ist „Knäckeblut“ der dritte schwedische Kriminalroman des Autors Björn Berenz rund um den Kommissar Lars und die Hobbyermittlerin Ina.
Der Einstieg in den Krimi war mit einem spannungsvollen und bildhaften Prolog vielversprechend. Zu Beginn musste ich mich als Neuling im „Knäckeland“ erst einmal in der Vielzahl an Protagonisten zurechtfinden. Die Zusammenhänge zwischen den Personen wurden mit Fortschreiten des Buches klarer, jedoch konnte man so manches Verhalten ohne Kenntnis der Vorgängerkrimis nicht recht einordnen. So entstand für mich ein überhebliches und unsympathisches Bild von Ina. Auch Lars wirkte blass, oftmals planlos und zu sehr mit seinem Privatleben beschäftigt. So funktionierte für mich dieses sehr unterschiedliche Duo leider überhaupt nicht.
Sehr schade fand ich die gehäuft auftretenden Logikfehler, die einem Kriminalroman nicht gerecht werden. Die Story an sich ist gut angelegt und hat viel Potenzial, doch am Ende wirkte es auf mich, als wären viele Gedankengänge angefangen, aber nicht stringent zu einem sinnvollen Schluss zusammengefügt worden. So war „Knäckeblut“ nicht blutig und auf andere Weise skurril, als vom Autor gewollt.
Wirklich bezaubert haben mich die bildhaften Beschreibungen der Landschaft Schwedens und die authentischen Charakterzeichnungen, bei denen jedoch an manchen Stellen nicht mit Klischees gespart wurde. Positiv zu vermerken ist zudem der Aufbau des Buches mit netten Abschnitten „Schwedisch für Anfänger“, die viel Wissenswertes und Heimeliges bergen.
Leider kann ich für diesen Kriminalroman nur eine eingeschränkte Leseempfehlung für Schwedenliebhaber aussprechen, die mehr Wert auf die heimelige Atmosphäre des Romans und wenig Wert auf logische Kriminalistik legen.