Platzhalter für Profilbild

BuchFan25

Lesejury Profi
offline

BuchFan25 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit BuchFan25 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2026

Krimi mit schönen Südtiroler Landschaftsbeschreibungen und viel Vergangenheitsarbeit

Bei den Tannen
0

Kommissar Grauner und sein Team ermitteln im siebten Fall "Bei den Tannen". Autor Lenz Koppelstätter bleibt seinem klaren, oftmals wenig emotionalen Schreibstil ebenso treu, wie den schönen Landschaftsbeschreibungen, ...

Kommissar Grauner und sein Team ermitteln im siebten Fall "Bei den Tannen". Autor Lenz Koppelstätter bleibt seinem klaren, oftmals wenig emotionalen Schreibstil ebenso treu, wie den schönen Landschaftsbeschreibungen, durch die man sich das Setting wunderbar vorstellen kann.

Für mich war dies der erste Band rund um Commissario Grauner. Es war wohl nicht der beste Band für den Einstieg in die Reihe. Eigentlich sollte man alle Teile unabhängig voneinander lesen können, doch die Auswirkungen aus dem vorhergehenden Band auf die Ermittler war offensichtlich so groß, dass man diesen Teil zuerst lesen sollte, um den Figurenentwicklungen gut folgen zu können. Vielleicht auch aus diesem Grund blieben mir die Charaktere der Ermittler relativ fremd. Wobei die Anlagen dieser für mich vielversprechend und authentisch sind, so dass ich in fernerer Zukunft vermutlich nochmals ein Buch der Reihe zur Hand nehmen werde.

Insgesamt war die Handlung vielschichtig und führte unter anderem in die Vergangenheit der Hexerei, sowie der Frage, welche Auswirkungen die damaligen Geschehnisse noch heute haben. Das idyllische Sarntal mit seinen speziellen Bewohnern kann dabei als Vergleichsobjekt für viele andere Täler gesehen werden.

Die Lösung des Falles war nicht einfach und kaum zu Beginn abzusehen. Dies lag teilweise vermutlich auch am reduzierten Ermittlerteam, das für mein Gefühl zu wenigen verschiedenen Spuren nachgegangen ist. Schade fand ich, dass der komplexe und tiefgreifende Fall am Ende praktisch durch eine Sache gelöst wurde, die mir nicht so recht zu den ernsten Themen passen will.

Insgesamt ein Südtirolkrimi, der für Reihenkenner sicher besser geeignet ist als für Reiheneinsteiger. Die Thematiken waren sehr gut, jedoch für mich nicht in eine runde Krimihandlung eingebettet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.01.2026

wenig Tiefe für viele Personen

Winterglanz
0

"Winterglanz" von Autorin Elin Hilderbrand ist der erste Roman einer Trilogie.

Im Mittelpunkt steht eine Pension in Nantucket und ihre Betreiber mit Familie. Diese ist durch eine Patchwork-Situation mit ...

"Winterglanz" von Autorin Elin Hilderbrand ist der erste Roman einer Trilogie.

Im Mittelpunkt steht eine Pension in Nantucket und ihre Betreiber mit Familie. Diese ist durch eine Patchwork-Situation mit zahlreichen Stolpersteinen konfrontiert. Ausgerechnet an Weihnachten verlässt Mitzi, die bisherige Chefin der Pension, ihren Mann Kelley. Seine vier erwachsenen Kinder, mit denen Weihnachten gefeiert werden soll, haben jedes eigene Probleme, so dass das Fest, auf der Kippe steht.

Die Handlung ist recht vorhersehbar. Nett zu lesen, aber ohne besonderen Tiefgang. Durch die vielen Charaktere kommt man keiner der Figuren so richtig nah. Schön ist, dass jeweils aus der Sicht der verschiedenen Personen erzählt wird, so dass jedes Kapitel eine neue Sichtweise auf das Geschehen wirft. Einige Handlungsstränge kommen zwar zum Abschluss, jedoch hat das Buch ein offenes Ende, so dass entweder vieles ungeklärt bleibt, oder man praktisch gezwungen ist, den zweiten Band zu lesen. An sich ein guter Gedanke, jedoch hätten etwas weniger offene Stränge dem Buch nicht geschadet.

Was mich am meisten berührt hat, ist die Sichtweise der Angehörigen von Marines, die in den Krieg ziehen. Die Unsicherheiten, der Umgang damit und mit welchen Schwierigkeiten die Zurückgebliebenen konfrontiert sind.

Das Cover ist festlich gestaltet. Der Hintergrund schlicht weiß gehalten, die Deko aus Laterne, Schlitten und Schlittschuhen gestaltet. Verwunderlich insofern, dass keines der Accessoires im Roman eine Rolle spielt. Ebenso erstaunt hat mich, dass das Buch den Aufkleber "Das Winterbuch des Jahres" trägt. Vielleicht habe ich dadurch mehr erwartet.

Insgesamt nette Lektüre, aber nichts herausstechendes und man sollte sich direkt darauf einstellen auch den zweiten Band - und dadurch vermutlich auch den dritten - lesen zu müssen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2026

wenn Hochzeiten alle verrückt werden lassen

Hochzeitsglocken auf der kleinen Insel
0

Der fünfte Band der "Floras-Küche"-Reihe von Autorin Jenny Colgan heißt "Hochzeitsglocken auf der kleinen Insel".

Hier steht nicht nur für Olivia, sondern auch für Flora die Hochzeit an. Doch der Weg ...

Der fünfte Band der "Floras-Küche"-Reihe von Autorin Jenny Colgan heißt "Hochzeitsglocken auf der kleinen Insel".

Hier steht nicht nur für Olivia, sondern auch für Flora die Hochzeit an. Doch der Weg dorthin ist lang, denn es müssen viele Hindernisse und Missverständnisse geklärt werden, bis der große Tag bevor stehen kann. Allerdings bleibt bis zum Schluss die große Frage: werden beide wirklich heiraten? Und auf welche Art und Weise?

Vorausschicken muss ich, dass dies der erste Band der Reihe ist, den ich lese. Ich liebe die Bücher von Jenny Colgan. Wundervoll finde ich die Einleitung, die rundum gelungen ist, so dass ich sofort alle wichtigen Menschen und Gegebenheiten kannte. Wie immer ist das Buch super zu lesen und man fliegt durch die Seiten. Leider hat mich die Story nicht so recht überzeugt. Es schien, als seien alle verrückt geworden. Agot fand ich total drüber und kann nicht nachvollziehen, warum hier nicht mal die Erwachsenen ernsthafte Grenzen setzen. Saif und seine Entscheidungen machen mich fassungslos. Flora und Joel fand ich zwischendurch wirklich anstrengend und das Hin und Her recht konstruiert. Dazu Jan und Olivia, die ich immer wieder unglaublich nervig fand.
Dies soll der letzte Band der Reihe sein, doch ich hoffe, dass es noch einen weiteren gibt, in dem alle Figuren einen würdigen Abschluss finden. Denn das Setting ist wundervoll und die Charaktere im Grunde vielversprechend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2025

Tierschutz und Romantik zur Weihnachtszeit in Schottland

Weihnachten mit Tony
2

„Weihnachten mit Tony“ von Autorin Stella Lucas ist ein Roman, der zur Weihnachtszeit in Schottland spielt und die Themen Tierschutz und Romantik vereint.

Das Cover lässt keinen Zweifel daran, dass Tony ...

„Weihnachten mit Tony“ von Autorin Stella Lucas ist ein Roman, der zur Weihnachtszeit in Schottland spielt und die Themen Tierschutz und Romantik vereint.

Das Cover lässt keinen Zweifel daran, dass Tony ein Wallaby ist, das – wie an Schal und Mistelzweig ersichtlich – in Schottland lebt. Die leichten Schneeflocken sowie die Lichterkette unterstreichen das winterlich-weihnachtliche Gefühl. Die Farbzusammenstellung ist mit dem dezenten grün, das an die schottische Landschaft erinnert, und der weißen sowie roten Kombination sehr ansprechend.

Winterlich-weihnachtliche Geschichten, die in Schottland spielen, wohnt ein ganz eigener Zauber inne, der auch in diesem Roman aufblitzt. Dieser trägt ein Stück weit dieses Buch, das neben den atmosphärischen Naturbeschreibungen und Einblicke in das Leben der Wallabys sowie deren Art, ein gewisses Maß an Romantik mit einer Prise Abenteuer beinhaltet.

Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Die ersten Kapitel bestechen durch ihren Humor, der danach jedoch leider ziemlich verloren geht. Zunächst begleitet der Lesende Carrie auf ihrer Flugreise von Australien zurück in ihre winterliche Heimat. Hier wird sie schnell von einem unvorhergesehenen Ereignis ereilt und sie muss sich unter anderem mit ihrem Ex-Partner Marc auseinandersetzen Dabei versucht sie, die Wallabys, die auf einer kleinen abgeschotteten Insel leben, zu retten.

Hauptprotagonistin Carrie hat mich leider nicht überzeugt. Bedauerlicherweise habe ich nach der anfänglichen Sympathie, ausgelöst durch ihre humorvoll-lockere Art, den Zugang zu ihrer Figur sowie das Verständnis für sie zunehmend verloren. Sie wirkt oftmals wie ein verwöhnter Teenager, impulsiv, egozentrisch, nicht konfliktfähig und kommunikationsunfähig.
Marc als zweite Hauptfigur hat mir hingegen sehr gefallen. Er wirkt absolut bodenständig, ruhig, realistisch und durchweg sympathisch. So kontrastieren die beiden Hauptfiguren stark, was natürlich eine gewisse Spannung zwischen ihnen aufrecht hält und den Leser mit in ein Auf und Ab ihrer Beziehung zieht. Unterstrichen wurde dies noch durch die abwechselnd erzählten Sichtweisen, die dem Buch gut getan haben. Die Liebesgeschichte zwischen Carrie und Marc scheint mir am Schluss zu überstürzt zu einem Abschluss zu kommen, nachdem zunächst ein ziemliches Hin und Her mit vielen Missverständnissen herrschte.

Von den Nebenfiguren gefiel mir das exzentrische Ehepaar Dormond besonders zu Anfang in seiner Dynamik und dem Umgang miteinander ausgesprochen gut. Carries Vater ist ein echter Sympathieträger und wird in seinem Sein und Leben sehr realistisch, nahbar und liebenswert beschrieben.

Sehr gut gefallen hat mir das Nachwort, das einige Aspekte der Wallabys und deren Leben deutlich gemacht hat. Auch die tierischen Einschübe fand ich nett, lockerten sie das Geschehen doch auf und brachten eine besondere Perspektive. Wobei ich es schade fand, dass diese auf verschiedene – teils willkürlich erscheinende – Tierarten bezogen waren und nicht ausschließlich auf die Wallabys, was meiner Meinung nach besser zum Buch gepasst hätte.

Insgesamt war das Buch entspannend, allerdings teils etwas seicht. Der Spannungsbogen, der anfangs angelegt wurde, war bereits nach kurzer Zeit kaum mehr vorhanden, denn vieles – vor allem der Ausgang der Geschichte – war zu vorhersehbar. Die Wallabys, besonders Tony, kamen mir ebenso wie die weihnachtliche Atmosphäre persönlich zu kurz. „Ein Weihnachtswunder für die schottischen Wallabys“ wie angekündigt, konnte ich nicht erkennen. Leichte romantische Elemente und teilweise sehr liebenswerte Protagonisten ließen den Lesefluss bestehen. Die unaufdringlich eingestreuten Themen Tierschutz und Aktivismus sind sehr gekonnt eingesetzt und das, was vom Buch am ehesten Nachhallen wird.

Ein netter Roman mit grundsätzlich guten Ideen, aber eher schwacher Umsetzung, und tierischen Aspekten einer Tierart, die den meisten Menschen hierzulande nicht geläufig sein dürfte.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 21.10.2025

schöne Geschichte, aber leider nicht so packend wie die zwei Vorgänger-Bände

Das St. Alex - Abendstern
0

Mit "Abendstern" liegt der dritte und abschließende Roman der Reihe rund um "Das St. Alex" von Anne Lück vor. Die ersten beiden Bände habe ich praktisch verschlungen und mochte sie sehr gerne. In diesen ...

Mit "Abendstern" liegt der dritte und abschließende Roman der Reihe rund um "Das St. Alex" von Anne Lück vor. Die ersten beiden Bände habe ich praktisch verschlungen und mochte sie sehr gerne. In diesen habe ich nicht so recht reingefunden. Eventuell lag das an der Liebesgeschichte, die mich dieses Mal nicht wirklich überzeugt hat. In manches konnte ich mich sicher nicht ganz so gut einfühlen, weil es um die Liebe zwischen zwei Frauen, also eine queere Liebesgeschichte, geht. Allerdings fand ich auch den gesamten Aufbau nicht so recht überzeugend.

Die Erlebnisse, die Hauptfigur Maya auf der Intensivstation hat, sind eindrücklich und menschlich beschrieben. Für mich sind diese Geschichten der Patienten das Besondere an diesem Buch. Dass die Kollegen der Erwachsenenpalliativ-Station derart lieb- und interessenlos dargestellt sind, hinterließ einen schalen Beigeschmack.

Ein leider nicht so runder Reihenabschluss. Für Fans der Reihe rund um das Berliner St.-Alex-Krankenhaus aber sicher ein Muss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere