Profilbild von hersecretbooklove

hersecretbooklove

Lesejury Star
offline

hersecretbooklove ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hersecretbooklove über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.12.2025

Spannender Auftakt

The Ordeals
0

Ich bin mit großen Erwartungen an The Ordeals herangegangen, vor allem wegen des düsteren Akademie Settings und der vielversprechenden Grundidee. Der Einstieg hat mich schnell gepackt. Die Prüfungen, der ...

Ich bin mit großen Erwartungen an The Ordeals herangegangen, vor allem wegen des düsteren Akademie Settings und der vielversprechenden Grundidee. Der Einstieg hat mich schnell gepackt. Die Prüfungen, der hohe Einsatz und das Gefühl, dass jede Entscheidung Konsequenzen hat, sorgen von Beginn an für Spannung und ein sehr angenehmes Lesetempo.
Sophia als Hauptfigur war für mich wirklich schön greifbar. Ihr innerer Konflikt, ihr Wunsch nach Freiheit und ihre Unsicherheit in einer Welt voller Regeln und Machtgefälle haben mich sofort interessiert, auch wenn ich mir stellenweise tatsächlich noch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Die Geschichte konzentriert sich stark auf das Geschehen rund um die Prüfungen und die Akademie, was gut funktioniert, gleichzeitig aber auch dazu führt, dass manche Figuren und Hintergründe eher angerissen als wirklich ausgearbeitet wirken.
Besonders gefallen hat mir aber die Gesamtatmosphäre. Die Akademie hat etwas unglaublich Düsteres, Unberechenbares, und genau das macht den Reiz aus. Man spürt ständig, dass Gefahr in der Luft liegt und dass Vertrauen ein seltener Luxus ist. Die romantischen Elemente fügen sich grundsätzlich gut ein, auch wenn sie für meinen Geschmack manchmal etwas jugendlich wirken und sich recht schnell entwickeln. Hier hätte ich mir mehr langsames Annähern und emotionale Tiefe gewünscht.
Das Worldbuilding bietet viele interessante Ansätze, bleibt aber stellenweise auch an der Oberfläche. Ich hatte öfter das Gefühl, dass hier noch so viel mehr möglich gewesen wäre, gerade was Magie, Regeln und die gesellschaftlichen Strukturen betrifft. Trotzdem hat mich die Geschichte durchgehend gut unterhalten, weil sie ein hohes Tempo beibehält und immer wieder neugierig macht, wie es weiter- und vor allem wie es ausgeht.
Insgesamt ist es ein spannender Auftakt mit einer starken Grundidee, einer wie gesagt düsteren Atmosphäre und genug offenen Fragen, um weiterlesen zu wollen. Für mich war es kein vollkommenes Highlight, aber ein solides, fesselndes Buch, das Lust auf die Fortsetzung macht und vor allem Fans von Dark Academia und Romantasy gut abholen dürfte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2025

stille Gefühle

Botanic Hearts
0

Botanic Hearts von Melanie Sweeney hat mich vom ersten Moment an in eine Welt entführt, die sich warm, sanft und tröstlich anfühlt. Die Geschichte strahlt eine wunderbare Ruhe aus und erinnert daran, dass ...

Botanic Hearts von Melanie Sweeney hat mich vom ersten Moment an in eine Welt entführt, die sich warm, sanft und tröstlich anfühlt. Die Geschichte strahlt eine wunderbare Ruhe aus und erinnert daran, dass Neuanfänge manchmal genau dort entstehen, wo das Leben uns am verletzlichsten erwischt. Die Kombination aus Büchern, Pflanzen und einer alleinerziehenden Mutter, die ihren Weg zurück ins Leben findet, schafft eine Atmosphäre, in der man sich sofort geborgen fühlt.
Der Schreibstil ist angenehm weich, voller Herz und gleichzeitig sehr echt, sehr real. Nichts wirkt überzeichnet, nichts gekünstelt oder zu dramatisch. Stattdessen begleiten wir eine Frau, die mit Mut, Zweifel und Hoffnung durch den Alltag navigiert und dabei lernt, wieder Vertrauen zu fassen. Die Gefühlsmomente sind leise, aber tief und greifen einen auf dieser stillen, emotionalen Ebene, die lange nachhallt.
Besonders das Setting hat mich total verzaubert. Zwischen Bücherei, botanischem Garten und den leisen Momenten der Selbstfindung entsteht eine kleine, cozy Welt, die man beim Lesen fast riechen und spüren kann. Es ist eines dieser Bücher, das man am liebsten mit einer warmen Tasse Tee liest und das einen von Seite zu Seite ein kleines Stück mehr umarmt.
Wer turbulente Spannung oder große Drama-Wellen sucht, wird hier eher eine sanfte Reise finden. Für mich ist genau das jedoch die Stärke des Buches. Es erzählt von Heilung, von kleinen Schritten und von dem Mut, wieder Nähe zuzulassen. Und gerade weil alles so behutsam und ruhig erzählt wird, wirkt es umso authentischer. Dem ein oder anderen kann das Tempo jedoch etwas zu gemächlich sein.
Auf jeden Fall ist es eine warme, gefühlvolle Geschichte über Verwundbarkeit, Hoffnung und den zarten Beginn eines neuen Kapitels. Ein echtes Wohlfühlbuch, das mich überrascht, berührt und wunderbar eingehüllt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.11.2025

Interessante Ansätze

Human Design To Go – Werde, wer du bist
0

„Human Design To Go“ von Victoria Deindl und Özden Sevimli ist ein modernes, zugängliches Selbstfindungsbuch, das das komplexe System Human Design auf eine Art erklärt, die auch Einsteiger verstehen. Es ...

„Human Design To Go“ von Victoria Deindl und Özden Sevimli ist ein modernes, zugängliches Selbstfindungsbuch, das das komplexe System Human Design auf eine Art erklärt, die auch Einsteiger verstehen. Es geht darum, sich selbst besser kennenzulernen, seine Stärken, Bedürfnisse und Muster zu erkennen – quasi eine Art persönlicher Kompass für Alltag, Beziehungen und Selbstreflexion. Besonders schön ist, dass die Autorinnen eine klare, motivierende Sprache wählen, die nicht mit esoterischem Fachjargon überfrachtet ist. Das Layout und die Struktur wirken modern und übersichtlich, sodass das Buch eher zum Durchblättern und Anwenden einlädt als zu trockenem Theoriewälzen. Ich schätze gerade diesen praktischen Ansatz, weil man die Konzepte direkt auf das eigene Leben übertragen kann und das Buch so mehr ist als nur ein theoretischer Überblick.

Allerdings ist das Buch nicht ohne Herausforderungen. Die Vielzahl an Begriffen – Typen, Profile, Charts – kann gerade für Absoluteinsteiger am Anfang etwas überwältigend wirken. Außerdem ersetzt es kein individuelles Human-Design-Reading, sondern bietet eher einen Einstieg und Leitfaden, um sich selbst zu erkunden. Wer also sehr tiefgehende, persönliche Analysen erwartet, wird vielleicht nicht komplett zufrieden sein. Auch bleibt die Frage, welche Aussagen wirklich zu einem selbst passen und welche eher allgemeine Anregungen sind.

Für mich ist das Buch trotzdem spannend. Es spricht Menschen an, die sich für Persönlichkeitsentwicklung, Selbstreflexion und innere Arbeit interessieren, ohne dabei zu dogmatisch zu sein. Es bietet die Möglichkeit, sich spielerisch mit der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen und vielleicht neue Einsichten zu gewinnen. Wer Lust hat, sich auf ein experimentelles, modernes Selbstfindungstool einzulassen und offen für spirituell-pragmatische Ansätze ist, findet hier einen guten Einstieg. Wer hingegen tiefgehende wissenschaftliche Analysen oder extrem detaillierte Readings sucht, wird eher an die Grenzen stoßen. Insgesamt ist es aber ein motivierendes, leicht zugängliches Buch, das neugierig macht, sich selbst und das eigene Potenzial besser zu verstehen.

Der einzige Punkt der mich persönlich wirklich auf Dauer gestört hat waren die grellen Farben im Buch. Ich verstehe, warum die Wahl darauf fiel, aber für mich war es dann doch irgendwann zu viel Wumms. Aber das ist nur Geschmacksache und ändert nichts am inhaltlichen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 12.11.2025

No Drama

The Love Experiment
0

Ein Buch, das mehr zu bieten hat als Drama und Liebe. Die Geschichte nimmt sich anfangs etwas mehr Zeit als nötig, um Fahrt aufzunehmen, aber das hat mich ehrlich gesagt überhaupt nicht gestört. Ganz im ...

Ein Buch, das mehr zu bieten hat als Drama und Liebe. Die Geschichte nimmt sich anfangs etwas mehr Zeit als nötig, um Fahrt aufzunehmen, aber das hat mich ehrlich gesagt überhaupt nicht gestört. Ganz im Gegenteil, es hat perfekt zum Ton des Buches gepasst. Es fühlt sich irgendwie ehrlich an, langsam, aber sicher, genau so wie sich Ingrid in ihrer Beziehung gefühlt hat, bis sich alles so plötzlich verändert hat.
Ingrid mochte ich sofort. Sie ist ruhig, nachdenklich und jemand, der Dinge gern mit sich selbst ausmacht. Gerade dadurch wirkt sie authentisch. Macon ist da ihr Gegenpol: direkt, ein bisschen ungeduldig, aber auch charmant auf eine Art, die nicht aufgesetzt ist - und ein bisschen grummelig. Zusammen ergeben sie ein Duo, das sich wunderbar ergänzt, auch wenn sie sich gegenseitig ständig herausfordern. Cory bringt eine eigenartige Leichtigkeit mit, die auch irgendwie wie Gleichgültigkeit wirken könnte, aber vielleicht auch aus Unsicherheit her entsteht.
In diesem Buch geht es nicht um großes Drama oder Herzschmerz, sondern um persönliche Entwicklung, Selbstverwirklichung und darum, wie Menschen zueinander finden, ohne sich selbst dabei zu verlieren. Ich fand das erfrischend anders, auch wenn ich das garnicht erwartet hatte. Vielleicht auch gerade deshalb.
Der Schreibstil ist witzig, stark und angenehm flüssig. Man liest sich leicht fest, weil die Dialoge klug und natürlich wirken. Hin und wieder gibt es kleine Sprünge in der Zeit oder Perspektive, aber das hat für mich nicht gestört, es hat der Geschichte Dynamik gegeben. Insgesamt eine ruhige, aber sehr ehrliche Liebesgeschichte, die durch ihre Echtheit überzeugt und weniger durch großes Drama.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2025

Das wahre Leben

You, again
0

You, Again ist eine dieser Geschichten, die einen nicht wegen großer Dramatik, sondern wegen ihrer Echtheit packen. Der Schreibstil ist locker, lebendig und angenehm zu lesen. Also genau das Richtige, ...

You, Again ist eine dieser Geschichten, die einen nicht wegen großer Dramatik, sondern wegen ihrer Echtheit packen. Der Schreibstil ist locker, lebendig und angenehm zu lesen. Also genau das Richtige, wenn man etwas sucht, das sich leicht anfühlt, aber trotzdem berührt. Besonders schön fand ich, dass die Geschichte nicht in typische RomCom-Klischees abrutscht, sondern eine realistische Entwicklung zeigt, die manchmal chaotisch, manchmal bittersüß, aber immer nachvollziehbar ist.
Die beiden Hauptfiguren, Ari und Josh, könnten gegensätzlicher kaum sein und genau das macht sie so interessant. Beide sind auf ihre Art kompliziert, festgefahren in alten Mustern und alles andere als perfekt. Ich finde das unglaublich realistisch. Kein Mensch ändert sich über Nacht, und wer einmal verletzt wurde, trägt dieses Misstrauen weiter in sich. Ari kämpft mit genau dieser Angst: sich wieder zu öffnen, nur um am Ende erneut verlassen zu werden. Ich konnte sie sehr gut verstehen.
Josh dagegen ist anfangs ziemlich selbstbezogen, jemand, der denkt, er könne Ari „retten“. Aber seine Entwicklung ist ehrlich und glaubwürdig. Er wird greifbarer, menschlicher.
Es ist kein Buch, das man liest, um tiefgreifende Lebensweisheiten mitzunehmen. Aber es ist eines, das einen abholt, wenn man einfach abschalten will. Es lenkt ab, lässt einen schmunzeln, mitfühlen und erinnert daran, dass das Leben selten gradlinig verläuft. Es passiert viel – und gleichzeitig nicht – aber genau das macht den Reiz aus. Denn genauso fühlt sich das echte Leben oft an: chaotisch, unvorhersehbar und trotzdem irgendwie schön. Man merkt immer erst was sich alles verändert hat, wenn man zurückblickt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere