Schockierend, sympathisch, spannend
Aurelia und die Jagd nach dem GlückWenn auf einem Buch der Name der Autorin Beate Maly lautet, dann weiß ich, dass kann nur gut sein. Und die Reihe um Grafentochter Aurelia und Polizeioberinspektor Janek Pokorny im historischen Wien liebe ...
Wenn auf einem Buch der Name der Autorin Beate Maly lautet, dann weiß ich, dass kann nur gut sein. Und die Reihe um Grafentochter Aurelia und Polizeioberinspektor Janek Pokorny im historischen Wien liebe ich besonders. Trotz der Standesunterschiede, die eine Liebe scheinbar unmöglich macht, passen die freiheitliebende Aurelia und der aufgeschlossene Polizist sehr gut zusammen.
Mein Herz blutet bei der Beschreibung der Lebensumstände der Dienstmädchen im Haus der reichen Familie von Sothen. Während sich das überaus unsympathische Ehepaar mit Essen vollstopft, werden ihre Dienstboten geschunden und leiden Hunger. Als der Hausherr erschossen aufgefunden wird, gibt es unzählige Verdächtige, auch außerhalb seines Haushalts.
Mit dem Ehepaar von Sothen hat die Autorin ein besonders bösartiges Paar erschaffen, bei dem ich nicht entscheiden kann, wen von beiden ich schlimmer finde.
Interessant fand ich auch, in dieser Geschichte ein wenig über das Lotteriespiel zu erfahren, welches für viele die Jagd nach dem Glück bedeutet, aber nur selten von Erfolg gekrönt ist.
Ich liebe es an Aurelias Seite durch Wien zu flanieren. Ich verspüre ihre Empörung darüber, dass es Frauen untersagt ist zu studieren und Ärztinnen oder Rechtsanwältinnen zu werden. Aber gleichzeitig sind die Frauen aus ihrer Gesellschaftsschicht privilegiert. Sie muss nicht für einen Hungerlohn arbeiten und ist nicht der Willkür des Hausherrn ausgesetzt, der sich oftmals nimmt, was ihm nicht zusteht. Trotzdem ist es auch für die oberen Zehntausend nicht einfach. Aurelia muss befürchten, dass sie verheiratet wird und dann ihr Mann für sie entscheidet. Ich bin sehr froh, dass diese Zeiten vorbei sind und hoffe, sie kommen auch nicht wieder.
Wie wenig das Leben einer Dienstmagd bedeutet und wie geringschätzig Frauen teilweise behandelt wurden, bringt mich auf die Palme.
Meine Sympathie gilt auch Nepomuk Hofmeister, dem jungen Advokaten, der grundsätzlich sehr gut zu Aurelia passen würde, wenn er denn nicht Männer lieben würde, was zu der damaligen Zeit absolut verboten war und ihn ins Gefängnis bringen könnte.
Das sympathische Dreiergespann Nepomuk, Aurelia und Janek muss wieder vielen Gefahren trotzen, um am Ende den Fall zu lösen.
Ich möchte noch viel mehr von diesen Dreien lesen, hoffe immer noch auf ein Happyend für Aurelia und Janek und warte ungeduldig auf ihre nächsten Fälle.