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Veröffentlicht am 17.11.2025

Ein toller Roman über eine starke Frau

Bernadette Swifts Gespür für Bücher
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Bernadette Swift lebt in den 1960er Jahren in New York ihren Traum - sie arbeitet in einem großen Verlag und möchte unbedingt die erste weibliche Cheflektorin werden. Doch der Weg dorthin ist steinig... ...

Bernadette Swift lebt in den 1960er Jahren in New York ihren Traum - sie arbeitet in einem großen Verlag und möchte unbedingt die erste weibliche Cheflektorin werden. Doch der Weg dorthin ist steinig...

Das Cover suggeriert einen leichten Frauenroman. Der Inhalt ist deutlich tiefsinniger als ich vom Cover her vermutet habe - wenn auch auf jeden Fall sehr unterhaltsam und sehr gut lesbar. Bernadette ist eine sehr sympathische Protagonistin, die mit ihren bunten Outfits und ihrer sehr selbstbewussten Art den Lesenden bezaubert. Um sich zu entspannen, backt und kocht sie sich durch Julia Childs Rezepte oder geht mit ihre Dogge Frank spazieren. Außerdem leitet sie einen Buchclub und schart eine Gruppe ebenso inspirierender Frauen um sich, die sich von den Männern nicht mehr alles gefallen lassen wollen.

Von Beginn an habe ich sehr viel Spaß mit dem Buch gehabt und Bernadette und ihre Freundinnen sehr in mein Herz geschlossen. Selbst die Kapitel aus "Franks" Sicht waren süß gemacht und passten in das Buch.

Das Thema wurde zwar durchaus unterhaltsam umgesetzt, nichtsdestotrotz war ich streckenweise schockiert davon, was sich Bernadette und ihre Freundinnen gefallen lassen mussten (wenn man eine unangemessene Berührung eines Vorgesetzten bei der Personalabteilung meldet und als Antwort bekommt "im Bus werden Sie doch auch am Bein berührt", stockt mir dann beim Lesen doch mal der Atem!). Auch dass noch immer vieles seine Aktualität leider nicht verloren hat, hat mich beim Lesen nachdenklich gestimmt.
Alles in allem ein toll geschriebenes Buch mit wundervollen Figuren und einem für mich perfekten Schluss, das mich sehr gut unterhalten hat. Ich empfehle es uneingeschränkt weiter - und es ist ein Lesehighlight meines Lesejahres 2025!

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Ein Highlight!

Beeren pflücken
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In Beeren pflücken begleiten wir Joes Mi'kmaq-Familie aus Nova Scotia, die jedes Jahr im Sommer auf den Feldern von Maine Beeren pflückt. Als die 4jährige Ruthie verschwindet, macht sich vor allem Joe ...

In Beeren pflücken begleiten wir Joes Mi'kmaq-Familie aus Nova Scotia, die jedes Jahr im Sommer auf den Feldern von Maine Beeren pflückt. Als die 4jährige Ruthie verschwindet, macht sich vor allem Joe schreckliche Vorwürfe. Er war der Letzte, der sie gesehen hat, als sie noch auf ihrem Lieblingsstein saß und Pause machte.
Abwechselnd lesen wir nun Joes Erinnerungen, der mit Mitte 50 todkrank im Kreis seiner Familie sein Leben Revue passieren lässt und aus Sicht einer Frau namens Norma, die in Maine als Einzelkind ihrer überbehütenden Mutter und ihres sehr zurückhaltenden Vaters aufwächst. Norma fällt schon früh auf, dass ihre Haut vor allem Sommer deutlich dunkler ist als die ihrer Eltern. Es gibt keine Fotos von ihr als Baby und Kleinkind und ihre Ohrläppchen sind anders als die ihrer Eltern nicht angewachsen. Sie hat vor allem als Kind oft Alpträume und eine imaginäre Freundin namens Ruthie...

Als Lesende wissen wir also schnell, Norma ist Ruthie - und wurde von ihren Eltern als Kleinkind entführt. Diese Ausgangslage ist für mich als Mutter natürlich sehr harter Tobak und hat mich echt mitgenommen.
Die Entwicklung und das Leben von Joe und "Norma" entwickeln sich beim Lesen quasi gleichzeitig und haben mich beide gleichermaßen gefesselt. Wie Norma sehr oft fast auf die Wahrheit stößt, war sehr gut gemacht. Aber auch Joe und seine Tragödien haben mich tief berührt. Die Familie erlebt ein Trauma, als die jüngste Tochter spurlos verschwindet und die Polizei nicht bereit ist, zu helfen. Auch später erleidet die Familie weitere Unglücke, die vor allem Joe sehr zusetzen und die er nicht verarbeiten kann. Das Aufwachsen als Mi'kmaq in den 1970er Jahren ist geprägt von Rassismus, den die Familie immer wieder erleben muss. Im Gegensatz dazu wächst Norma als Weiße auf, ein sehr gut gemachter Gegensatz in dem Roman, der den Rassismus nochmal verdeutlicht!

Mich hat der Roman stark berührt. Die Protagonisten waren alle bis hin zu Nebenfiguren sehr deutlich gezeichnet und vor allem Norma und Joe haben mich absolut erreicht. Auch die Atmosphäre der geschilderten Landschaften und Zeit, in der der Roman stattfindet, waren perfekt gelungen und haben meinen Lesegenuss nochmal verstärkt.

Ich kann das Buch von Herzen weiterempfehlen - es ist eindeutig ein Lesehighlight des Jahres 2025 für mich!

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Ein wichtiges Buch zu einem harten Thema

Da, wo ich dich sehen kann
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Jasmin Schreibers neues Buch „Da, wo ich dich nicht sehen kann“ handelt von einem Femizid und wie die Menschen, die zurückbleiben, damit leben müssen.
Emma wurde von ihrem Mann Frank getötet. Die 9jährige ...

Jasmin Schreibers neues Buch „Da, wo ich dich nicht sehen kann“ handelt von einem Femizid und wie die Menschen, die zurückbleiben, damit leben müssen.
Emma wurde von ihrem Mann Frank getötet. Die 9jährige Tochter Maja lebt nun bei ihren Großeltern mütterlicherseits. Aus verschiedenen Perspektiven – Maja, ihre Großeltern mütterlicherseits, die Großmutter väterlicherseits, ihre Patentante Liv (beste Freundin der ermordeten Emma) und auch aus Emmas Sicht – wird die Geschichte erzählt.
Im Mittelpunkt steht einerseits das traumatisierte Mädchen Maja, bei der mich vor allem die Bilder, die im Buch abgedruckt sind, tief ins Herz getroffen haben.
Liv, die beste Freundin der ermordeten Emma, ist ebenfalls eine der Hauptfiguren. Durch ihre Figur, die mich teilweise stark an die Autorin selbst erinnert hat, da es viele Parallen zu deren Einstellung und Leben gibt, wird vor allem die Wut transportiert, die zu Recht empfunden wird in Bezug auf Femizide im Allgemeinen. Sie arbeitet als Physiklehrerin und hat einen starken Bezug zur Astrophysik, ein spannender Nebenstrang der Geschichte, der auch optisch schön umgesetzt wurde durch Sternbilder, die den jeweiligen Personen zugeordnet und jeweils bei „ihren“ Kapiteln abgedruckt sind.
Auch Emmas Kapitel, die natürlich aus der Vergangenheit erzählt werden, haben mich stark emotional berührt und zeigen auf, wie es geschehen kann, dass eine Frau sich in einer toxischen und gefährlichen Beziehung wiederfindet und keinen Ausweg mehr sieht.
Die Großeltern stehen vor allem für die Hilflosigkeit und Verzweiflung. Warum haben sie nichts bemerkt? Warum konnten sie ihrer Tochter nicht helfen? Oder – im Fall von Franks Mutter – wie konnte es geschehen, dass der eigene Sohn eine solche furchtbare Tat ausübt?
Für mich logisch und richtig ist, dass einzig Frank, der Täter, keine „Stimme“ bekommt im Roman. Anders als es oft in der Realität ist, wird eben das Opfer und seine Angehörigen in den Mittelpunkt gestellt und nicht der Täter und seine (seien wir mal hart und ehrlich) im Grunde irrelevanten „Motive“. Er hat seiner Frau das Leben genommen, weil er es konnte und alle anderen müssen nun damit (weiter)leben.

Die Gestaltung des Romans ist sehr ansprechend – die Autorin hat den Umschlag selbst gestaltet. Mich hat der orangefarbene Farbschnitt an die Orange Days erinnert, die seit 1991 als Kampagne der UN als Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen. Wenn das die Intention war, ist das noch ein weiterer Pluspunkt für den Roman!
Das Thema Femizid ist ein absolut wichtiges, aber natürlich auch hartes Thema. Die Autorin hat es sehr gelungen umgesetzt. Bis auf einige Kleinigkeiten (das Kapitel aus Sicht des Hundes hätte ich persönlich nicht gebraucht und die Bücher, die sie als Beispiele für übertriebene Gewalt gegen Frauen in der Literatur beschreibt, sind meiner Meinung nach keine guten Beispiele für ihren Punkt) bin ich mit dem Buch und der Themenumsetzung wirklich sehr zufrieden. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen, was sehr gut war. So konnte ich jeweils Pausen machen und über das Gelesene diskutieren – das hat geholfen, den heftigen Stoff besser zu verarbeiten.
Es ist kein leichter Stoff, aber ein wichtiger! Lest das Buch!

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Sehr spannender Pageturner

Seventeen Years Later
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Vor 17 Jahren wurde die Familie Primrose brutal ermordet. Der vermeintliche Täter, der Halb-Maori Bill Kareama, Privatkoch der Familie, wird verhaftet und wegen Mordes verurteilt. Aber - war er wirklich ...

Vor 17 Jahren wurde die Familie Primrose brutal ermordet. Der vermeintliche Täter, der Halb-Maori Bill Kareama, Privatkoch der Familie, wird verhaftet und wegen Mordes verurteilt. Aber - war er wirklich der Mörder?
17 Jahre später macht sich die True-Crime Podcasterin Sloane Abbott zusammen mit ihrem Team und dem Gefängnispsychologen TK auf die Suche nach der Wahrheit - die sie bald selbst in tödliche Gefahr bringt...

Die Morde fanden in Cambridge, Neuseeland statt, und hier spielt auch die meiste Handlung des Romans. Das Setting hat mir sehr gut gefallen und ist auch sehr wichtig für den Thriller selbst. Denn abgesehen von der wirklich spannenden Handlung inklusive Plot-Twist(s) am Schluss gibt es eine sehr wichtige zweite Ebene: Rassismus und Kolonialismus, verkörpert durch die Protagonisten und dem, was ihnen zustößt.
Die Figuren, allen voran Sloan, sind klar gezeichnet und teilweise sehr sympathisch. Es gibt mehrere Erzählebenen - die Jetzt-Zeit aus Sicht Sloans und TKs und die Vergangenheit, geschildert indirekt durch Bill, der ein Manuskript verfasst hat, in dem er seine Sichtweise auf die Zeit vor den Morden darstellt. Am Ende des Buches kommt dann noch das Tagebuch der Primrose-Tochter dazu.

Der Spannungsbogen ist von Beginn an hoch und lässt nicht nach bis zum wirklich mega spannenden Schlussteil, bei dem ich in so ziemlich jede Falle getappt bin und die Auflösung NICHT erraten habe!
Ein Pageturner im besten Sinn und eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Warmherzig und wunderbar

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Phoebe ist 40 Jahre alt, geschieden, ungewollt kinderlos und Hilfsprofessorin an derselben Uni, an der auch ihr Ex-Mann und seine neue Freundin (der Scheidungsgrund) angestellt sind. Als sie am ersten ...

Phoebe ist 40 Jahre alt, geschieden, ungewollt kinderlos und Hilfsprofessorin an derselben Uni, an der auch ihr Ex-Mann und seine neue Freundin (der Scheidungsgrund) angestellt sind. Als sie am ersten Arbeitstag des Semesters nach Corona in ihr leeres Haus zurück kommt und ihren Kater tot auffindet, entschließt sie sich dazu, ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Sie bucht kurz entschlossen ein Hotel, in das sie zu glücklicheren Zeiten mit ihrem Ex-Mann reisen wollte, zieht ein unpraktisches, aber wunderschönes Kleid an und plant ihren Selbstmord. Im Hotel angetroffen stellt sich allerdings heraus, dass das ganze Hotel eigentlich für eine Hochzeitsgesellschaft gebucht wurde und die Braut Lila ist alles andere als erfreut, als sie von Phoebe erfährt, was diese geplant hat. Niemals wird sie zulassen, dass Phoebes Selbstmord ihre Hochzeitsfeier zerstört!
So absurd und komisch die Ausgangslage ist, so bleibt die Geschichte. Phoebe wird mehr und mehr in die Hochzeitsgesellschaft integriert und diese Verbindungen zu völlig fremden Menschen verändern bei ihr, aber auch bei den anderen Menschen langsam alles.
Der Schreibstil ist sehr gut lesbar und hat mich von Beginn an gefesselt. Alle Figuren sind warmherzig und plastisch gezeichnet und ich habe sie richtig lieb gewonnen, allen voran natürlich Phoebe. Je mehr ich in die Geschichte eingetaucht bin, desto mehr habe ich mit gelacht, mit geweint und mit gefühlt - und ich liebte alles an dem Buch!
Von einem grandiosen Beginn zu einem wunderschönen Ende habe ich es einfach nur genossen. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für ein wunderbares Buch und ein weiteres Highlight meines Lesejahres 2025!

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