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Veröffentlicht am 27.10.2025

Auf den Spuren einer Legende

Truly. Die Autobiografie
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In seinem Buch erzählt Lionel Richie von den stillen und lauten Momenten eines Lebens jenseits der Scheinwerfer. Als ich begann zu lesen, nahm mich seine Herkunft mit – Tuskegee, Alabama, inmitten der ...

In seinem Buch erzählt Lionel Richie von den stillen und lauten Momenten eines Lebens jenseits der Scheinwerfer. Als ich begann zu lesen, nahm mich seine Herkunft mit – Tuskegee, Alabama, inmitten der Bürgerrechtsbewegung – und plötzlich war ich mittendrin im Flüstern zwischen den Blättern eines alten Campus, im Klang eines träumerischen Jungen mit geheimen Melodien. Der Abschnitt über seine Kindheit und Jugend wirkt so lebendig, dass ich den Schatten der Versammlung auf dem Sportplatz sah und den leisen Zweifel hörte, der im Talent schlummern musste.

Sein Aufstieg mit den Commodores, die großen Bühnen, die Hits wie „Hello“, „All Night Long“ und „Endless Love“ – all das schildert Richie mit einer Wärme und Direktheit, die überrascht. Keine künstliche Pose, sondern ein Menschenbild, das Höhen und Tiefen anerkennt. Besonders eindringlich fand ich seine Offenheit: ADHS, Ruhm, Scheitern – all das wird nicht beschönigt. Gleichzeitig fällt auf, wie sehr Musik und Liebe diesen Weg getragen haben. Es ist eine Mischung aus rohem Geständnis und versöhnender Kraft. Ich fühlte mich inspiriert, nicht nur von der Musik, sondern vom Menschen dahinter.

Dennoch habe ich ein kleines Manko gespürt: Manche Passagen wirken fast schon kalkuliert, eine Art Checkliste der großen Momente – ein bisschen mehr Privates hätte dem Ganzen eine noch intimere Tiefe gegeben. Aber insgesamt überwiegt das Gefühl, dass man hier wirklich jemandem begegnet, der Gelerntes teilt – nicht nur Erfolge, sondern auch Verletzlichkeit. Wer also nicht nur Popgeschichte, sondern Mensch-sein zwischen Hitparade und Lebensweg erleben möchte, wird dieses Buch lieben.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Abenteuer bis zur letzten Seite

Die Hüter der flüsternden Schlüssel (3). Das Vermächtnis der Key Keeper
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Die Hüter der flüsternden Schlüssel (3) – Das Vermächtnis der Key Keeper von Tanja Voosen war bei uns der perfekte Buddy-Read-Abschluss. Schon nach den ersten Seiten saßen wir nebeneinander auf dem Sofa, ...

Die Hüter der flüsternden Schlüssel (3) – Das Vermächtnis der Key Keeper von Tanja Voosen war bei uns der perfekte Buddy-Read-Abschluss. Schon nach den ersten Seiten saßen wir nebeneinander auf dem Sofa, Chips in der Hand, und grinsten uns an, weil es sofort wieder so richtig knisterte. Lenna hat endlich ihren Platz gefunden, aber natürlich lässt das Chaos nicht lange auf sich warten. Magie, alte Legenden, verschlüsselte Hinweise – und mittendrin eine Truppe, die einem schnell ans Herz wächst.

Tanja Voosen versteht es, Spannung aufzubauen, ohne dass man merkt, wie schnell die Seiten fliegen. An manchen Stellen musste ich laut lachen, weil Rudi und Pirro wieder für Situationskomik sorgten – meine Tochter hat mich dafür ausgelacht, was die Sache nur noch besser machte. Wir haben gemeinsam geraten, diskutiert, gebrüllt: „Das kann doch jetzt nicht wahr sein!“ – typisch Buddy-Read eben.

Besonders cool fand ich, wie viele Emotionen mitschwingen, ohne dass es kitschig wird. Die Figuren sind greifbar, die Magie fühlt sich lebendig an, und die Dynamik zwischen den Freunden wirkt ehrlich. Dazu kommen die Illustrationen von Emma Gillette, die das Ganze optisch abrunden – jedes Bild ein kleiner Bonusmoment, der die Stimmung einfängt.

Einziger Wermutstropfen: Das Finale hätte gern ein paar Seiten mehr haben dürfen. Gerade, wenn alles aufeinanderprallt, wünscht man sich, das Ende noch länger auskosten zu können. Aber die Botschaft – dass Freundschaft die stärkste Magie ist – sitzt perfekt und macht das Buch zu einem würdigen Abschluss dieser Reihe.

Wir haben beim Zuklappen beide gleichzeitig gelächelt. Ein bisschen Wehmut, ein bisschen Stolz, und ganz viel Begeisterung. Für uns ganz klar fünf Sterne – und ein Abschluss, den man gemeinsam erleben sollte.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Vertraute Kuchen, neu gedacht

Lieblingskuchen ohne Zucker
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Ein warmer Duft von Kuchen zieht durchs Haus – aber diesmal ohne den typischen kristallinen Zucker. In Lieblingskuchen ohne Zucker von Susann Kreihe entdecke ich als Mutter, wie sich klassische Kuchen ...

Ein warmer Duft von Kuchen zieht durchs Haus – aber diesmal ohne den typischen kristallinen Zucker. In Lieblingskuchen ohne Zucker von Susann Kreihe entdecke ich als Mutter, wie sich klassische Kuchen wie Käsekuchen, Apfelkuchen oder Frankfurter Kranz neu denken lassen – mit natürlichen Süßungsmitteln wie Datteln, Früchten oder Kokosblütenzucker.

Gleich zu Beginn fasziniert mich der Ansatz, etablierte Rezepte zu erhalten – das vertraute Gefühl des Kuchens – und doch die Zuckermenge radikal zu verändern. Die Fotografie von Amalija Andersone unterstützt diese Idee mit hellen, einladenden Bildern, die Lust machen, den Ofen vorzuheizen.

Im Buch beeindruckt mich besonders die übersichtliche Gliederung: Nach einer fundierten Einführung in Zuckeralternativen wird Schritt für Schritt in Rezeptgruppen etwa mit Rührteig, Mürbeteig, Biskuit oder Hefeteig gegliedert. Die Zutatenlisten sind klar formuliert, die Arbeitsschritte nachvollziehbar – selbst als Mama mit wenig Backzeit finde ich mich gut zurecht.

Ein Highlight ist für mich die Sichtweise: Genuss und Gesundheit sind hier keine Gegensätze. Es geht nicht darum, strenge Diätrezepte zu backen, sondern um eine moderne Interpretation vertrauter Kuchen – so, dass beim Sonntagskaffee nicht der Verzicht, sondern das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund steht. Beim Ausprobieren war der Käsekuchen ein Treffer bei meinen Gästen, das Hefeteigrezept für meinen Sohn etwas aufwendiger, aber mit guter Planbarkeit. Ich merkte allerdings auch, dass das Finish mancher Kuchen – etwa mit Dattel- oder Aprikosenpaste – eine leichte Süßenote hatte, die sich zu Beginn ungewohnt anfühlte.

Was mir weniger gefiel: Manche Grundzutaten wie Dinkelmehl (wenn verwendet) oder die Süßkraft auf Basis natürlicher Zucker sind nicht exakt wie klassische Rezepte – wer gewohnt ist, dass Kuchen „wie früher“ schmecken, könnte minimal Anpassungsbedarf erleben. Doch genau dieser Aspekt macht das Buch auch interessant und herausfordernd.

Alles in allem fühle ich mich inspiriert – nicht nur beim Backen, sondern beim bewussten Genuss mit meiner Familie. Ein Backbuch, das sowohl den Sonntagskuchen zelebriert als auch Rücksicht auf Ernährung nimmt.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Die stillen Hüter der Schrift

Papyrus
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Beim Aufschlagen von Papyrus legt sich ein Sog über die Sinne: Werkstätten am Nil erscheinen vor dem inneren Auge, bleiche Rollen rascheln, und Hände falten Worte wie zarte Blätter. Die Lektüre fühlt sich ...

Beim Aufschlagen von Papyrus legt sich ein Sog über die Sinne: Werkstätten am Nil erscheinen vor dem inneren Auge, bleiche Rollen rascheln, und Hände falten Worte wie zarte Blätter. Die Lektüre fühlt sich an wie eine Entdeckungsreise durch eine Welt, in der Bücher nicht nur Gegenstände, sondern lebendige Brücken zwischen Zeiten sind. Vallejo schreibt mit einer Wärme, die Wissen tragbar macht; ihre Szenen sind anschaulich, voller kleiner Helden — Buchhändler, Schreiber, eine Nonne, die Schriften bewahrt — und jede von ihnen hinterlässt ein Bild, das nachklingt.

Die Verbindung von erzählerischem Schwung und fundierter Forschung beeindruckt: Fakten werden nicht trocken aufgereiht, sondern in Geschichten eingebettet, so dass das Lesen selbst zur Handlung wird. Manchmal verlangt die Fülle an Exkursen aktive Aufmerksamkeit; der rote Faden löst sich stellenweise auf, und gelegentliche Abschweifungen fordern Geduld. Genau hier liegt aber auch der Reiz: Wer bereit ist, sich treiben zu lassen, wird mit überraschenden Einsichten belohnt.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Bücher mehr sind als Information — sie sind Überlieferung, Rettung und Widerstand gegen das Vergessen. Für alle, die Geschichte fühlen möchten und Lust auf ein leidenschaftlich erzähltes Sachbuch haben, ist Papyrus ein bereichernder Schatz. Wer eine streng lineare Darstellung sucht, könnte sich stellenweise geordnetere Strukturen wünschen. Insgesamt aber hat dieses Buch den Blick auf das geschriebene Wort vertieft und lange nachklingen lassen.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Freundschaft im Schatten des Augenblicks

Zwei Seiten eines Augenblicks
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Die Freundschaft zwischen Elk und Mab haut einen sofort um — nicht so ein weiches „wir-halten-zusammen“-Gedöns, sondern dieses rohe, klaffende Ding, das an die Knochen geht. Nach der Party-Nacht ist nichts ...

Die Freundschaft zwischen Elk und Mab haut einen sofort um — nicht so ein weiches „wir-halten-zusammen“-Gedöns, sondern dieses rohe, klaffende Ding, das an die Knochen geht. Nach der Party-Nacht ist nichts mehr selbstverständlich; Nähe wird zu einer Gratwanderung, Geheimnisse wie Messer, und plötzlich sitzt man mit einem Kloß im Hals da und fragt sich, wann das Verzeihen kommt — oder ob es überhaupt kommt. Jenny Valentine schreibt mit einer Stimme, die gleichzeitig zart und kompromisslos ist: poetische Bilder, aber keine Sentimentalität, stattdessen immer wieder dieser unangenehme, echte Kern, der hängen bleibt.

Erzähltechnisch jongliert das Buch geschickt mit Rückblenden und dem Jetzt — das schafft Spannung, ohne auf Effekthascherei zu setzen. Figuren wie Knox und France sind mehr als Staffage; sie verschieben das Gefüge der Freundinnen auf überraschende Weise. Trauer wird nicht dramatisiert, sondern als lebensstörende Realität gezeigt: leise, hart, manchmal absurd. Genau das macht die Lektüre so nachhaltig.

Kritikpunkt: Einige Passagen im mittleren Drittel ziehen sich. Die Innenarbeit der Figuren wird wiederholt durchlaufen, was das Tempo drosselt. Trotzdem: Wenn das Ende dann kommt, fühlt es sich verdient an — nicht konstruiert, sondern wie das Ergebnis eines langen, ehrlichen Denkprozesses.

Fazit: Ein Jugendroman, der älter macht — im besten Sinne. Für alle, die Freundschaft, Verlust und die schwer fassbaren Zwischenräume dazwischen lesen wollen. Kein Feel-good, aber ein echtes Buchherz. 4,5 Sterne — weil Emotion, Sprache und Figurenzeichnung überwiegen, trotz kleiner Längen.

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