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Veröffentlicht am 18.11.2025

Warmherzig, ehrlich und mitten aus dem Leben

Heimvorteil
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In „Heimvorteil“ begleitet man Jutta – 68, verwitwet, Rentnerin und Mutter von drei erwachsenen Kindern – auf einer leisen, aber sehr bewegenden Reise zurück ins eigene Leben. Seit dem Tod ihres Mannes ...

In „Heimvorteil“ begleitet man Jutta – 68, verwitwet, Rentnerin und Mutter von drei erwachsenen Kindern – auf einer leisen, aber sehr bewegenden Reise zurück ins eigene Leben. Seit dem Tod ihres Mannes lebt sie eher in den Tag hinein. Einsamkeit und Langeweile nagen an ihr und die Kinder schauen zwar vorbei, aber oft mit einem Blick, der einen gewissen Eigennutz nicht ganz verbergen kann – immerhin steht da ein abbezahltes Haus.

Mutig fasst sich Jutta ein Herz und beginnt mit dem Kraulen. Dort trifft sie auf Fritzi, eine lebensfrohe Schwimmlehrerin, die frischen Wind in Juttas grauen Alltag bringt. Und während Jutta sich Schritt für Schritt öffnet, kommen die Kinder mit dem Vorschlag um die Ecke, sie ins Heim zu geben – schließlich vergesse die Mutter ja so viel. Für Jutta Grund genug, sich selbst auf die Suche nach Alternativen zu machen.

Was dann folgt, ist eine wunderbare Mischung aus Abenteuer und Selbstfindung: Probewohnen im tschechischen Altersheim, Besuche in Alters-WGs, neue Bekanntschaften – und immer an ihrer Seite Fritzi, die Mut macht, motiviert und manchmal auch einfach nur mitreist. Jutta, die aus ihrer Ehe gewohnt war, sich zu fügen und bestimmen zu lassen, findet langsam ihre eigene Stimme. Und genau diese Entwicklung hat mich beim Lesen sehr berührt.

Ich konnte Juttas Gedanken und Zweifel sehr gut nachempfinden. Viele Stellen regen zum Nachdenken an – über das Älterwerden, über Unabhängigkeit und darüber, wie schnell Kinder Eltern bevormunden, ohne es zu merken. Fritzi bringt genau die richtige Portion Pepp in die Geschichte.

Was mir ein bisschen gefehlt hat, war das Ende. Ja, es ist schön – aber mir ging es zu schnell, zu abrupt und ein Blick in die Zukunft von Jutta hätte der Geschichte richtig gutgetan. Da bleiben am Schluss einfach ein paar Fragen offen.

Trotzdem: Ein sehr berührendes, ehrliches und warmherziges Buch über Mut, Freundschaft, Neubeginn und den Wert von Selbstbestimmung – egal in welchem Alter.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Ehrlich, humorvoll und mitten aus dem Leben

Ausgemustert
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Schon das Cover von „Ausgemustert“ von Susanne Fröhlich zeigt mit dem ausgestreckten Mittelfinger, worum es hier geht: Selbstbewusstsein, Trotz und der Mut zum Neubeginn.

Nach 20 Jahren Ehe teilt Knut ...

Schon das Cover von „Ausgemustert“ von Susanne Fröhlich zeigt mit dem ausgestreckten Mittelfinger, worum es hier geht: Selbstbewusstsein, Trotz und der Mut zum Neubeginn.

Nach 20 Jahren Ehe teilt Knut seiner Frau Ulrike mit, dass er sie für eine Jüngere, Nina, verlässt. Er zieht aus – und überlässt ihr vorübergehend das Haus. Für Ulrike bricht eine Welt zusammen. Den Kummer ertränkt sie zunächst in Selbstmitleid und Wein. Besonders schwierig: Sie arbeitet weiterhin im Autohaus ihres Noch-Ehemanns.

Beim Lesen begleiten wir Ulrike durch peinliche Momente, klare Worte, tiefen Schmerz, das Gerede der Nachbarn – aber auch durch viel Unterstützung von Freundinnen und Kolleginnen. Während einer 14-tägigen Auszeit auf Mallorca lernt sie Tinder kennen und setzt das Daten zu Hause fort. Die neue Uli ist wagemutig, spontan und probiert sich aus. Der Spruch „Man muss viele Frösche küssen“ bekommt hier sehr viel Wahres.

Wie ein roter Faden zieht sich durch die Geschichte die schwierige Beziehung zu ihren Eltern – besonders zur Mutter, die sich sogar auf die Seite des Noch-Ehemanns schlägt.

Etwas schade fand ich, dass die Geschichte zwar mit einem offenen Happy End endet, aber ohne Blick in die Zukunft. Gerade auf den letzten Seiten hatte ich den Eindruck, als müsse alles etwas schnell zu Ende gehen.

Insgesamt habe ich das Buch aber sehr gerne gelesen. Ich konnte Ulrikes Gefühlswelt spüren und gut nachempfinden – ein ehrlicher, unterhaltsamer und bewegender Roman über Verlust, Neubeginn und Selbstfindung.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Verständlicher und ansprechend gestalteter Einstieg in die Welt der KI

Durchblick Künstliche Intelligenz
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Das Buch gibt einen klaren, verständlichen Überblick über die wichtigsten Themen rund um KI. In kurzen Kapiteln führt der Autor Brian Clegg  von den Anfängen mit dem Turing-Test bis hin zu aktuellen Bereichen ...

Das Buch gibt einen klaren, verständlichen Überblick über die wichtigsten Themen rund um KI. In kurzen Kapiteln führt der Autor Brian Clegg  von den Anfängen mit dem Turing-Test bis hin zu aktuellen Bereichen wie maschinellem Lernen, generativer KI und Robotik. Die Sprache ist einfach, die Erklärungen sind nachvollziehbar und ich wurde Schritt für Schritt ins Thema eingeführt, ohne überfordert zu werden.

Mir gefällt auch die Gestaltung: Das Cover mit dem stilisierten menschlichen Kopf und den Zahnrädern ist auffällig und passt gut zum Thema. Innen ist das Buch farbenfroh und modern aufbereitet, mit vielen Grafiken und Abbildungen, die das Lesen auflockern. Allerdings erschwert mir der farbige Hintergrund auf manchen Seiten – besonders bei dunklem Blau oder Orange – das Lesen etwas. Hier wäre weniger manchmal mehr gewesen.

Inhaltlich bietet das Buch aus meiner Sicht einen soliden Überblick, bleibt aber eher an der Oberfläche. Jedes Thema wird kurz angerissen, sodass ich mir an einigen Stellen etwas mehr Tiefe oder Praxisbeispiele gewünscht hätte. Für Einsteiger ist das völlig in Ordnung, wer sich schon mit KI beschäftigt hat, wird aber wenig Neues erfahren.

Fazit: Ein optisch ansprechendes, gut strukturiertes Buch, das verständlich erklärt, wie Künstliche Intelligenz funktioniert. Ideal für den ersten Überblick, auch wenn es inhaltlich nicht allzu tief geht.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Ein schönes Mutmach-Buch mit kleinen Schwächen in der Gestaltung

fühl ich.
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Das Buch „Fühl ich“ von Carina Fibi hat mich direkt mit seinem liebevoll gestalteten Cover angesprochen. Der dezente lilafarbene Hintergrund, die rote Schrift und die kleinen Cliparts zu Dingen, die glücklich ...

Das Buch „Fühl ich“ von Carina Fibi hat mich direkt mit seinem liebevoll gestalteten Cover angesprochen. Der dezente lilafarbene Hintergrund, die rote Schrift und die kleinen Cliparts zu Dingen, die glücklich machen, strahlen Ruhe und Positivität aus – ein echter Hingucker!

Inhaltlich geht es um 365 Gedanken – für jedes Kapitel des Lebens einen, die Mut machen, Kraft schenken und Denkanstöße liefern sollen. Und genau das gelingt der Autorin durchweg. Viele Impulse haben mich berührt oder zum Nachdenken gebracht, andere einfach nur gutgetan.

Etwas schade fand ich, dass sich die kreative, bunte Gestaltung des Covers nicht im Inneren des Buches fortsetzt. Auch die Formulierungen wechseln – mal in der Du-Ansprache, mal im Imperativ, mal in der Wir-Form. Hier hätte ich mir etwas mehr Einheitlichkeit gewünscht. Zudem hatte ich stellenweise das Gefühl, dass sich einige Tipps/ Gedanken wiederholen.

Toll finde ich hingegen die Rahmenkapitel, etwa „Fühl dich willkommen“, „Ein Wort an dich“ sowie die Abschnitte „Kleine Geschenke“, „Für nach“ und „Danke“. Sie runden das Buch schön ab und geben den 365 Gedanken einen stimmigen Rahmen. Besonders aus dem Kapitel mit den kleinen Geschenken konnte ich noch einige Ideen mitnehmen.

Insgesamt ist „Fühl ich“ ein schönes Mutmach-Buch, das sich wunderbar als täglicher Begleiter eignet – vielleicht sogar als Klappkalender-Variante. Eine Empfehlung für alle, die kleine Denkanstöße und positive Energie im Alltag suchen.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Interessant, praxisnah und ermutigend – mit kleinen Schwächen im Design

Mal eben leben – trotz Krise
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Das Buch „Mal eben leben – trotz Krise“ von Christine Thiele hat mich positiv überrascht. Schon das pink-blaue Cover mit der blauen Kaffeetasse macht neugierig und vermittelt Leichtigkeit – passend zum ...

Das Buch „Mal eben leben – trotz Krise“ von Christine Thiele hat mich positiv überrascht. Schon das pink-blaue Cover mit der blauen Kaffeetasse macht neugierig und vermittelt Leichtigkeit – passend zum Untertitel „12 Kaffeepausen, die dich aufrichten“.

Inhaltlich ist das Buch klar strukturiert: Es widmet sich zwölf verschiedenen Themen rund um Selbstfürsorge, Entscheidungen, Mindset und innere Stärke. Zu jedem Schwerpunkt gibt es Fakten, anschauliche Beispiele und kleine Aufgaben, die helfen, das Gelesene im Alltag umzusetzen. Besonders die Praxisnähe und die realistischen Beispiele schaffen Nähe und Motivation.

Was mir besonders gefällt: Die Tipps sind gut umsetzbar, die Aufgaben am Ende jedes Kapitels machen Mut und zeigen, dass man auch in Krisenzeiten aktiv etwas für sich tun kann.

Was mir weniger gut gefallen hat, betrifft die Gestaltung. Der schöne Gedanke der „Kaffeepausen“ zieht sich leider nicht konsequent durchs ganze Buch. Eine Nummerierung oder ein wiederkehrendes Symbol – etwa die Kaffeetasse vor jedem Kapitel – hätte dem Ganzen noch mehr Struktur und Charme verliehen.

Fazit: Ein interessantes, lehrreiches und ermutigendes Buch, das durch praktische Anregungen überzeugt, aber gestalterisch noch etwas runder hätte sein können.

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