Cover-Bild Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen
18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Eichborn
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 31.10.2025
  • ISBN: 9783847902249
Kikuko Tsumura

Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen

Roman. »Mit Genuss pulverisiert Tsumura das neoliberale Arbeitsideal. Surreal und sehr böse« DAZED
Katja Busson (Übersetzer)

Die Erzählerin in diesem Roman ist müde - von der Arbeitswelt, ihren absurden Ritualen und entfremdenden Herausforderungen. Gebeutelt von den nie enden wollenden Anforderungen des, na ja: Kapitalismus, wünscht sie sich einen Job, bei dem sie möglichst wenig investieren muss, also am liebsten sehr wenig denken. Allerdings entwickeln auch die abseitigsten Anstellungen ihre Tücken - von Läden, die wie von Zauberhand vom Erdboden verschwinden, über mysteriösen Sekten, zu einem Landschaftspark, der von einem Geist heimgesucht scheint. Fast könnte man meinen, das System ist das Problem ...
Ein abgründiger Roman über die Tücken des modernen Alltags - lustig, surreal, hellsichtig und manchmal ganz schön beunruhigend.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein leiser Roman mit unerwarteter Tiefe

1

Dieses Buch war für mich ein echtes Lesehighlight – ruhig, klug und voller leiser Hoffnung. Schon der Titel hat mich neugierig gemacht, und tatsächlich entfaltet sich hier eine Geschichte, die so unaufgeregt ...

Dieses Buch war für mich ein echtes Lesehighlight – ruhig, klug und voller leiser Hoffnung. Schon der Titel hat mich neugierig gemacht, und tatsächlich entfaltet sich hier eine Geschichte, die so unaufgeregt beginnt, dass man erst nach und nach merkt, wie viel Tiefe in ihr steckt.

Die Ich-Erzählerin, die nach einem Burn-out eine neue, einfache Arbeit sucht, nimmt im Laufe des Buches ganz unterschiedliche Jobs an – von Buswerbung bis hin zu skurrilen Beobachtungstätigkeiten. Dabei entstehen immer wieder kleine, fast magische Momente, in denen sich das Alltägliche plötzlich verändert. Besonders schön fand ich, dass jede dieser Aufgaben ihre eigene Atmosphäre hat und das Buch dadurch niemals eintönig wird.

Kikuko Tsumuras Schreibweise ist dabei etwas ganz Besonderes: ruhig, fast meditativ, und trotzdem unglaublich eindringlich. Sie beschreibt scheinbar einfache Dinge so feinfühlig und detailreich, dass man sich völlig in die Gedankenwelt der Erzählerin hineinversetzen kann. Zwischen den Zeilen liegt eine große Sensibilität und Wärme – man spürt, dass es in dieser Geschichte nicht nur um Arbeit oder Sinnsuche geht, sondern um Menschlichkeit, Hoffnung und leise Verbindungen zwischen Menschen.

Für mich war das Buch weniger gesellschaftskritisch als vielmehr tröstlich und ermutigend. Besonders die Figur von Frau Eriguchi hat mich tief berührt – sie wirkt wie ein stiller Engel, der der Erzählerin hilft, ihren Weg zurück ins Leben zu finden. Und gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass man selbst manchmal zu einem Engel für jemand anderen werden kann.

Ein außergewöhnliches, feinfühliges Buch, das lange nachhallt – leise, aber mit großer Wirkung.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Unterhaltsam und zum Nachdenken anregend

2

Das Buch hat mir sehr gut gefallen – besonders der klare, aber dennoch lockere Schreibstil der Autorin hat mich überzeugt. Es war bereits mein zweites Buch einer japanischen Autorin, und auch diesmal fand ...

Das Buch hat mir sehr gut gefallen – besonders der klare, aber dennoch lockere Schreibstil der Autorin hat mich überzeugt. Es war bereits mein zweites Buch einer japanischen Autorin, und auch diesmal fand ich die ruhige, präzise Art zu erzählen sehr ansprechend.
Thematisch hat mich die Geschichte zum Nachdenken gebracht: wie viel Raum die Arbeit im Leben vieler Menschen einnimmt und wie wichtig es ist, sich davon auch abzugrenzen. Ich fand es interessant, wie schwer es sein kann, einen Job mit wenig Verantwortung zu finden, ohne dass einem nach einiger Zeit doch mehr Aufgaben übertragen werden.
Das Ende empfand ich als sehr passend. Insgesamt ist es ein unterhaltsames und zugleich tiefgründiges Buch, das mir schöne Lesestunden bereitet und mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt hat.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein einfühlsamer, kurzweiliger Einblick in die japanische Arbeitswelt und den Weg aus einem Burn Out

2

Die Ich-Erzählerin in - Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen - ist in ihren Dreißigern und kämpft noch immer mit den Nachwirkungen ihres arbeitsbedingten Burn Outs. Dieser hat sie gezwungen ...

Die Ich-Erzählerin in - Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen - ist in ihren Dreißigern und kämpft noch immer mit den Nachwirkungen ihres arbeitsbedingten Burn Outs. Dieser hat sie gezwungen wieder bei ihren Eltern einzuziehen und ihr Verhältnis zur Arbeit neu zu überdenken. Doch welchen Job möchte und kann sie überhaupt ausführen und dabei gesund bleiben? Auf genau diesem Weg und ihrer Probezeit in verschiedenen Jobs begleitet der Roman die Ich-Erzählerin. Jeder Arbeitsversuch bildet ein eigenes Kapitel und wirkt fast wie eine eigene kleine Kurzgeschichte.

Dabei erfährt die Leserin nicht nur viel über die Ich - Erzählerin sondern erhält ebenso Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche und Abhängigkeitsbeziehungen darin in der modernen japanischen Arbeitswelt. Immer wieder baut die Autorin surreale, fast märchenhafte Elemente in die Erzählung ein, die so dem Erleben der Ich-Erzählerin und der Geschichte trotz aller Schwere eine gewisse Leichtigkeit verleihen. In jeder Geschichte geht die Autorin zudem über die Arbeitswelt und Ich-Erzählerin hinaus und zeichnet ein zuweilen nachdenklich machendes Bild der japanischen Gesellschaft und dem Arbeitsethos darin auf.

Den Rahmen jedes Kapitels und Arbeitsversuchs bildet die Frage nach dem Verhältnis des Individuums zur Arbeit in modernen kapitalistischen Gesellschaften. Entfremdung und Identifikation als zentrale Konzepte behandelt die Autorin fast schon spielerisch, ebenso die Herausforderung für das Individuum in diesem Spannungsfeld eine Balance zu finden. Das Ende war für mich jedoch nicht ganz schlüssig und angesichts der zuvor in der Handlung aufgezeigten strukturellen Probleme im Arbeitsmarkt zu seicht und unkritisch.

Sprachlich überzeugt die Autorin mit einem sanften, liebevollen und wachen Blick in das Innenleben ihrer Protagonistin, das sie in einer ganz eigenen Mischung aus Nüchternheit und Empathie in der Sprache ausleuchtet.

Lasst mich einfach hier Sitzen und Yakisoba essen, ist ein langsames, fast schon zartes und meditatives Buch, das eine verwundete Seele beim Heilen begleitet und zum Nachdenken über das Verhältnis von Arbeit und Individuum in modernen Gesellschaften anregt.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Sanft, unaufgeregt, mit unerwartet viel Tiefgang

1

Die Geschichte handelt von einer Erzählerin die nach einem Burnout in ihrem alten Job sich auf die Suche nach etwas Neuem begibt. Sie hat dabei den Wunsch: Am Besten so stupide wie möglich und mit keinerlei ...

Die Geschichte handelt von einer Erzählerin die nach einem Burnout in ihrem alten Job sich auf die Suche nach etwas Neuem begibt. Sie hat dabei den Wunsch: Am Besten so stupide wie möglich und mit keinerlei Verantwortung verbunden. Für ein Jahr wechselt sie in verschiedene Tätigkeit die zunächst unspektakulär wirken, in denen sie sich aber im Laufe der Zeit unterschiedlichen Herausforderungen stellen muss. Dieses Buch zeigt, dass man seine persönliche Geschichte nicht einfach vor der Bürotür ablegen kann - und dass das eigentlich auch ganz gut so ist.

Besonders gefallen an dem Buch hat mich der sanfte, unaufgeregte Schreibstil, welcher wohl typisch für asiatische Literatur sein soll, habe ich gelernt. Zunächst war es ungewohnt für mich und ich hatte etwas Sorge dass mir die Spannung fehlt. Doch Kikuko Tsumura ist es wunderbar gelungen die Ruhe mit Erlebnissen zu füttern, welche sich stellenweise schon fast wie ein Krimi lesen. Das Buch ist wie eine Pause-Taste für den Kopf, eine Tasse Tee zwischendurch, das Durchatmen im stressigen Alltag.
Das Buch „Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen“ ist außergewöhnlich und zugleich ganz besonders.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Ein Roman über Erschöpfung, Anpassung und Sinnsuche

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Meine Meinung

Kikuko Tsumuras Roman "Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" ist schon allein wegen des Titels ein wirklicher "Catcher". Das Buch erzählt von einer Frau, die nach einem Burnout ...

Meine Meinung

Kikuko Tsumuras Roman "Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" ist schon allein wegen des Titels ein wirklicher "Catcher". Das Buch erzählt von einer Frau, die nach einem Burnout einfache Jobs sucht – Arbeiten ohne Verantwortung, ohne Druck, ohne Ehrgeiz. Doch schnell merkt sie, dass selbst die vermeintlich leichten Tätigkeiten schwer werden, wenn man sie tagtäglich ausführt.

Tsumura beschreibt diese Suche nach Ruhe mit einem kühlen, präzisen Blick. Ihre Sprache ist schlicht, oft trocken. In alltäglichen Szenen zeigt sich die tiefe Erschöpfung einer Gesellschaft, in der Arbeit Identität geworden ist.

Das Buch hat keinen dramatischen Verlauf, keine lauten Wendungen. Es lebt von der Wiederholung (wirkt aber nicht langweilig), vom leisen Stillstand, von kleinen Beobachtungen, den neuen Aufgaben und Herausforderungen.

"Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" ist ein zurückhaltendes, unterhaltsames, kluges Buch über Müdigkeit, Anpassung und den Wunsch nach einem Leben, das weniger verlangt und dennoch nie wirklich einfach wird.


Über die Autorin

Kikuko Tsumura stammt aus Osaka in Japan. Sie gewann den PEN/ROBERT J. DAU SHORT STORY PRIZE und wurde mit diversen japanischen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. mit dem AKUTAGAWA PRIZE, dem NOMA LITERARY PRIZE, dem DAZAI OSAMU PRIZE und dem NEW ARTIST AWARD der japanischen Regierung.

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