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Veröffentlicht am 23.11.2025

Weihnachten fällt aus Punkt

Das Fest
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Luther und Nora Krank leben mit ihrer Tochter Blair in einer dieser typischen amerikanischen Vororte, die wie jedes Jahr in den Weihnachtsfilmen bewundern können, da sie alle so wunderschön geschmückt ...

Luther und Nora Krank leben mit ihrer Tochter Blair in einer dieser typischen amerikanischen Vororte, die wie jedes Jahr in den Weihnachtsfilmen bewundern können, da sie alle so wunderschön geschmückt sind und alle in zuckersüßer Stimmung sich befinden. Blair fliegt jedoch nach Thanksgiving mit dem Friedenskorps nach Peru für ein Jahr und schwupps befinden sich Luther und Nora alleine in ihrem großen Haus und die hektischen Weihnachtsvorbereitungen klopfen schon an die Tür.

Luther, ein Steuerberater wie aus dem Bilderbuch, rechnet akribisch die Kosten der letzten Weihnacht zusammen und sieht mit höchstem Erschrecken eine hohe vierstellige Summe vor sich, die, für sein Befinden für nichts und wieder nichts aus dem Fenster geworfen wurde und so beschließt er Weihnachten ausfallen zu lassen und für das Geld eine Kreuzfahrt in der Karibik zu unternehmen. Nachdem er Nora davon in Kenntnis gesetzt hat, beginnt für die Kranks der Anti-Weihnachtsfeldzug, keine Ausgaben für Geschenke, keine Spenden, keinen Weihnachtsbaum, keine Weihnachtspartys, keine Weihnachtsbeleuchtung am und im Haus, kein Frosty auf dem Dach.....die ganze Nachbarschaft, die Kollegen und die Freunde sind entsetzt und Nora folgt ihrem Mann, ihre Weihnachtssehnsucht tief im Herzen versteckt. Dafür gönnen sie sich eine Diät, damit die Badekleidung auch passt und legen sich fleißig unter das Solarium. Nun ja.....

Je mehr die beiden zu Außenseitern in ihrer Umgebung werden, um so verbissener halten sie an ihrem Vorhaben Weihnachten zu boykottieren fest. Schließlich geht es ja am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages in die Karibik. Alles scheint nach Plan zu laufen, bis Blair am Morgen des Heiligen Abends anruft und sich für den Abend gemeinsam mit ihrem Verlobten, einem peruanischen Arzt, ankündigt um ein richtiges amerikanisches Weihnachten zu feiern und ihre Verlobung allen zu verkünden. Luther und Nora fällt fast der Hörer aus Hand, sie schauen sich an und.....

John Grisham ist eine witzige und bissige Weihnachtskomödie gelungen, die aufzeigt, welch merkwürdige Auswüchse Weihnachten haben kann und den Leser hinterfragen lässt, an was mache ich eigentlich mit, was könnte ich lassen, auf was kommt es eigentlich an? Dabei schildert der Autor es so überdreht, dass es zum Lachen und Kopfschütteln anregt. Ob die Kranks nun Weihnachten wirklich in der Karibik verbringen oder .....lest es einfach selbst oder schaut "Verrückte Weihnachten", herrlich verfilmt mit Tim Allen und Jamie Lee Curtis.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Socke auf geheimer Mission

Kleiner Streuner - große Liebe
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Es ist Adventszeit in der Sozialstation der kleinen Stadt und Eva ist nach einem Jahr Auslandsaufenthalt in London wieder glücklich in ihrem alten Wirkungsbereich gelandet. Hier fühlt sie sich zuhause ...

Es ist Adventszeit in der Sozialstation der kleinen Stadt und Eva ist nach einem Jahr Auslandsaufenthalt in London wieder glücklich in ihrem alten Wirkungsbereich gelandet. Hier fühlt sie sich zuhause und auch wenn ihr Ex Andre weiter den Kochlöffel in der Küche schwingt und sie sich regelmäßig wegen nichtigen Dingen in den Haaren liegen, fühlt sich Eva ganz zufrieden. Naja, so ganz zufrieden vielleicht doch nicht, denn sie lässt sich während eines feuchtfröhlichen Freundinnenabend zu einem Brief an den Weihnachtsmann hinreißen und äußert einen folgenschweren Wunsch....

Das bleibt dem Weihnachtsmann und seinen fleißigen Helfern natürlich nicht verborgen und sie machen sich umgehend an die Arbeit. Wie schon in den Geschichten zuvor haben sie die glorreiche Idee einen Hund zu ihrem Verbündeten zu machen. Diesmal ist es Socke, ein zuckersüßer kleiner Streuner mit weißen Pfötchen, daher sein Name und jeder Leser will nach dem Genuss dieser herzigen Lektüre auch einen Socke, also ich zumindest:), mit dem Rest bin ich schon bestens versorgt;):)

Socke wird von Eva und Andre gemeinsam gefunden, während sie sich mal wieder im Hof der Sozialstation stritten und Eva schmilzt direkt dahin. Die beiden haben nämlich mehr gemeinsam, als sie ahnen. Doch Evas Vermieterin duldet keine Hunde und somit nimmt Andre ihn bei sich auf dem Hof auf, nicht ohne den einen oder anderen Hintergedanken. Eva wehrt sich gegen die zunehmende Anziehungskraft, doch der Weihnachtsmann hat noch so einiges in petto....

Und so wird der Leser in eine stressige aber auch prickelnde Weihnachtszeit mit hineingenommen und es gibt so einige Widrigkeiten. So tauchen Evas steinreiche, karrierebewusste Eltern auf mit einem potentiellen Heiratskandidaten namens Jochen, da läuft während des Lesens das Gel aus den Seiten, so aalglatt ist der Typ. Währenddessen zieht Eva bei Andre ein, da ihre neu gekaufte Wohnung nicht fertig wird und der Leser wähnt sich schon im Glück, dass die beiden doch noch zusammenfinden, doch Eva hegt tiefe Ängste in ihrem Herzen, die sie in eine ganz andere Richtung ziehen wollen. Nun wird Socke ganz genau von den eifrigen Weihnachtshelfern instruiert und dann....ach, lest einfach selbst.

Petra Schier ist mal wieder eine ganz wunderschöne und zuckersüße Weihnachtsgeschichte mit Hund und Herz gelungen und ich will auch einen Socke:)

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Santa, wir haben ein Problem....

Kleines Hundeherz sucht großes Glück
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Es ist wieder einmal Zeit für ein weihnachtliches Märchen mit Hund und einfach spannend zu erleben, wie Weihnachtswünsche wahr werden und wenn sie noch so lange her sind, Ich weiß das, auch wenn ich meine ...

Es ist wieder einmal Zeit für ein weihnachtliches Märchen mit Hund und einfach spannend zu erleben, wie Weihnachtswünsche wahr werden und wenn sie noch so lange her sind, Ich weiß das, auch wenn ich meine Wünsche und Bitten an jemand anderen adressiere und dennoch wunderbar zu lesen.

Drei Protagonisten haben in der Adventszeit ganz unterschiedliche Wünsche. Da ist zum einen Amor, ein ganz goldiger kleiner weißer Hund, der eine Aversion gegen Tierheime hat und ganz schnell mal auf die Straße flüchtet. Doch im Winter wird es unangenehm kalt, er ist einsam und er sehnt sich einfach nach einem warmen Zuhause und Menschen, die ihn liebhaben. Das bleibt Santa und seinen eifrigen Helfern nicht verborgen und sie nehmen Kontakt zu Amor auf und weihen ihn in einen geheimen Plan ein....

Die junge schüchterne Lidia, jüngste von fünf Geschwistern, die mithilfe von Hunden auch alle erfolgreich verbandelt sind, und ihre große Familie macht sich doch echt Sorgen, dass sie alleine bleiben könnte. Um dem zu entgehen meldet sie sich in der städtischen Sozialstation um in der Küche zu helfen, denn Lidias Koch- und Backkünste sind legendär.

Dort angekommen trifft sie auf den Sozialarbeiter Noah, stattlich anzusehen, der ihr von Anfang an mürrisch und ablehnend begegnet, doch der Leser ahnt schon, das meint er gar nicht so. In Wirklichkeit sprühen von Anfang an die Funken zwischen den beiden, was auch recht schnell in die Tat umgesetzt wird. Wer spicy Szenen mag, wird hier bedient, mir war es persönlich etwas zu viel.

Doch Noah hat eine schreckliche Kindheit hinter sich, die kein Mensch erleben sollte und die doch in Wahrheit sehr oft in Deutschland von Kindern genau so erlebt wird. Wie die beiden diese hartnäckigen Schatten der Vergangenheit überwinden und ein funkelndes Weihnachten erleben, das dürft ihr bei Vanillekipferln, süßen Brötchen und Glühwein euch selbst erlesen...ach ja, Amor spielt dabei eine sehr wichtige Rolle.

Ein adventlicher Wohlfühlroman mit Hund und Tiefgang, denn wie Noah sich seiner Vergangenheit stellt, hat Petra Schier wirklich richtig gut beschrieben und das hat mir sehr gut gefallen

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Eine Wunde heilt nur, wenn man sie gut behandelt.

Die Gewandnadel
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"Eine Wunde heilt nur, wenn man sie gut behandelt. Ignorieren hilft nicht."

Dieser Satz von Berta prägt die betagten Rotkreuzschwestern im Seniorenheim Herbstlust. Dort verbringen sie ihre letzten Tage, ...

"Eine Wunde heilt nur, wenn man sie gut behandelt. Ignorieren hilft nicht."

Dieser Satz von Berta prägt die betagten Rotkreuzschwestern im Seniorenheim Herbstlust. Dort verbringen sie ihre letzten Tage, schwanken zwischen Vergessen und Erinnern, könnten mit ihren Geschichten ganze Bücher füllen, doch vielen kommen die Wörter, die Sätze, die Erinnerungen nicht mehr über die Lippen und das Pflegepersonal steht oft vor immensen Problemen den alten Damen in rechter und guter Weise zu begegnen.

Die Autorin Susanne Ospelkaus nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit und wir erleben anhand der Geschichte der Rotkreuzschwester Josefine, von vielen liebevoll einfach "Fine" genannt, was es heißt im Dritten Reich aufgewachsen zu sein mit einer menschenzerstörenden Ideologie, als junge Frau den Krieg erleben zu müssen und die furchtbaren Schrecken und Bilder für immer in der Seele zu haben. Josefine meldet sich als Rotkreuzschwester und findet sich in der Wüste Nordafrikas wieder mit ihrer Freundin Berta, eine Nebenfigur, die mir ganz besonders ans Herz gewachsen ist. Sie macht Bekanntschaft mit Harun, einem Helfer der Armee, und es entwickelt sich eine zaghafte Freundschaft. Doch der Krieg schreitet unbarmherzig voran und und Fine und Harun werden von einem Wüstensturm davongetrieben....

Nun verbringt Fine ihre letzten Tage im Seniorenheim Herbstlust und wird dort vom Pflegepersonal vermehrt als verwirrt und aggressiv wahrgenommen. Einzig allein der Pfleger Yakob schafft es einen Zugang zu der zerbrechlichen alten Dame zu finden, denn Yakob hat lybische Wurzeln und versteht den arabischen Dialekt, in dem Fine redet und der für das restliche Pflegepersonal nur verwirrtes Zeug bedeutet. Fine geht Yakob nicht mehr aus dem Kopf, was hat die wunderschön filigran gearbeitete Gewandnadel mit ihr zu tun und vor allem mit ihm? Denn Yakob kommt auch seiner Familiengeschichte mit viel Mühe auf die Spur, auch wenn seine Eltern, die in Deutschland leben, nicht sehr auskunftsfreudig sind. So fügt es sich Schritt für Schritt, die Traumata der Vergangenheit und der Generationen ans Licht der Wahrheit zu bringen, Versöhnung zu erfahren und neue Wege zu gehen.

Eine berührende Geschichte, die mal wieder klar macht, was unsere Großmütter und Großväter an Traumata zu bewältigen hatten und falls sie noch leben, immer noch haben. Der christliche Glaube kam mir in dieser Geschichte doch leider etwas zu kurz, dennoch fand ich es schön zu lesen.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Der Weg zurück ins Leben

Dich im Herzen
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"Lass nicht zu, dass die Dinge, die du tun musst, das übertönen, was du liebst."

Mit diesem weisen Spruch ihrer geliebten Gran ist die junge Annie mit ihrer Familie auf einer Ahornfarm in Vermont aufgewachsen ...

"Lass nicht zu, dass die Dinge, die du tun musst, das übertönen, was du liebst."

Mit diesem weisen Spruch ihrer geliebten Gran ist die junge Annie mit ihrer Familie auf einer Ahornfarm in Vermont aufgewachsen und durch ihre Gran hat sie schon als Kind ihre Leidenschaft zum Kochen und Backen entwickeln können und den tiefen, tiefen Wunsch den Menschen diese Liebe durch eine Kochshow im Fernsehen nahe bringen zu können und dank ihres Talents, ihres Arbeitseifers und ihres Ehemanns Martin erreicht sie dieses Ziel auch, doch es entwickelt sich alles anders als gedacht. Nicht Annie steht im Rampenlicht, sondern ihr charismatischer Ehemann und Annie leitet die Produktion.

Die beiden scheinen ein Dreamteam zu sein, sie leben und arbeiten in Los Angeles und der Kontrast zu Vermont könnte nicht größer sein. Ihr Glück wird gekrönt durch eine langersehnte Schwangerschaft von Annie, doch als sie ihrem Ehemann diese wunderbare Nachricht überbringen möchte, macht sie eine Entdeckung, die keine Frau machen sollte und dann geschieht auch noch ein schrecklicher Unfall, der Annie schwerstverletzt ein Jahr ins Koma versetzt.

Nachdem Annie wieder erwacht ist und die Erinnerung in kleinen Stücken wieder zurückkommt, muss sie schmerzerfüllt erkennen, dass ihr Leben ein absoluter Scherbenhaufen ist, sie muss alles wieder ganz von vorn lernen und findet sich schließlich wieder auf der Ahornfarm ihrer Familie wieder, denn ihr ach so charismatischer Ehemann hat sie schlichtweg entsorgt. Zudem muss sie auch noch einen viel schwereren Verlust verkraften.

Annies Weg ist mühsam und schwer, mal wirkt sie kämpferisch und mal ganz schwach, sie kennt sich selbst nicht mehr und lernt in langsamen Schritten wieder ihrem Herzen zu vertrauen. Ihr Jugendfreund Fletcher spielt dabei keine unwichtige Rolle, doch kann nach diesen grausamen Verlust und dem schweren Betrug ihr Herz wirklich wieder heilen? Nachdem Annie beginnt sich wieder mit ihrer Leidenschaft fürs Kochen und Backen ihren Weg ins Leben zu finden, öffnet sie sich auch langsam wieder für eine Liebe, die nie wirklich erloschen ist....

Susan Wiggs hat es wieder mal geschafft auf ihre unnachahmliche Art, Schweres mit Leichtem und Schönem zu verbinden und ich habe diese Geschichte mal wieder sehr gerne gelesen.

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