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Veröffentlicht am 04.04.2024

Tolles Buch mit kleinen Schwächen

Fußball – Alle spielen mit
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"Fußball - Alle spielen mit", der Titel hat mich direkt angesprochen und an mehrere Momente aus meinem Arbeitsalltag erinnert. Auch die Inhaltsbeschreibung hat dazu beigetragen, dass ich dieses Buch unbedingt ...

"Fußball - Alle spielen mit", der Titel hat mich direkt angesprochen und an mehrere Momente aus meinem Arbeitsalltag erinnert. Auch die Inhaltsbeschreibung hat dazu beigetragen, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte und angefragt habe. Wie vielfältig Fußball, die Spieler und Spielorte sein können zeigt das Buch sehr gut. Ob jung oder alt, arm oder reich, mit Behinderung oder ohne, überall auf der Welt wird mit Freude gegen die runde Kugel getreten. Dabei ist ganz egal, ob sie aus tollem Leder, Plastik oder selbstgebastelt ist. Auch der Ort ist so individuell wie das Leben. Man sieht Menschen in der Stadt, im Stadion, am Strand und es wird sehr schön betont, dass es nicht darum geht zu gewinnen, sondern gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Am Ende des Buches gibt es einige Fragen und Anregungen, die beim Vorlesen helfen können auch nach dem Lesen noch ins Gespräch zu kommen. Es sind viele bunte Bilder und wenig Text, weshalb ich mir sehr gut vorstellen kann, dass die Zielgruppe große Freude an dem Buch haben wird.

Nun zu meinen, wenn auch kleinen, Kritikpunkten:

Als Buch, dass sich Vielfältigkeit und Inklusion auf die Fahne schreibt sind mir doch ein paar Formulierungen aufgefallen, die ich sehr ungünstig gewählt finde. Es wird zum Beispiel geschrieben "Fußball spielen hilft uns, fit und gesund zu bleiben.", der Satz ist natürlich per se nicht falsch, aber es gibt auch sehr viele Menschen die, manchmal schon von Geburt an, Krankheiten oder Behinderungen haben und deshalb vielleicht nicht "fit und gesund" sind. Im Fragenteil zum Schluss steht "Besonders toll am Fußballspielen ist, dass wir dabei viel laufen.", auch diese Formulierung finde ich ungünstig, vor allem im Anbetracht dessen, dass im Buch sogar Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator dargestellt sind. Ebenso ist mir aufgefallen, dass zwar verschiedene Altersstufen und Nationalitäten dargestellt werden, man diversere Körperformen aber vergebens sucht, keine Person ist offensichtlich mehrgewichtig, das finde ich schade.

Wie gesagt, es sind kleine Kritikpunkte und manch einer mag sie vielleicht auch als sehr pingelig ansehen, aber für ein Buch, dass Vielfalt zum Thema macht finde ich hätte man dahingehend doch noch etwas sensibler sein können.

Nichtsdestotrotz habe ich das Buch sehr gerne gelesen und finde es toll, ich kann mir gut vorstellen es zu empfehlen oder auf der Arbeit einzusetzen.

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Veröffentlicht am 04.04.2024

Spannender Auftakt einer neuen Reihe

Seele voll Zorn
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Eins vorweg: Ich liebe Skandinavien, also war es schon mal ein Pluspunkt, dass das Buch in Finnland spielt. Auch der Umstand, dass der Hauptkommissar psychologisch betreut wird und es demnach irgendein ...

Eins vorweg: Ich liebe Skandinavien, also war es schon mal ein Pluspunkt, dass das Buch in Finnland spielt. Auch der Umstand, dass der Hauptkommissar psychologisch betreut wird und es demnach irgendein Geheimnis gibt klang direkt interessant. Ich mag Menschen/Charaktere mit Ecken und Kanten, die Dinge im Leben durchgemacht haben, einfach weil ich das für viel realistischer halte als Friede-Freude-Eierkuchen. Der "Pärchenmörder" wird gesucht und lange tappen die Ermittlungen im Dunkeln. Mit der Zeit tauchen immer mehr Figuren auf, die mehr oder weniger mit dem Fall zu tun haben. Ich muss zugeben, am Anfang fiel es mir etwas schwer, die ganzen Personen unter einen Hut zu bekommen. Außerdem waren mir manche schlichtweg egal bzw. fand ich sie nicht sonderlich interessant. Dadurch, dass es lange keinen Verdächtigen gibt, man aber viele Personen kennenlernt gibt das Buch einem gut die Möglichkeit mitzuraten. Die zweite Hälfte des Buches habe ich in einem Rutsch bis spät in die Nacht durchgelesen, weil es mich so in seinen Sog gezogen hat. Es ist stellenweise brutal und auch detailliert beschreiben, wer sich mit Sowas also eher schwer tut sei vorgewarnt. Ohne zu spoilern kann ich sagen, dass es eine Wendung gab, die ich sehr lange nicht gesehen habe und dem Buch einen zusätzlichen Thrill verpasst. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt und kann es kaum abwarten, bis im Juli der zweite Teil der Reihe erscheint.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Hand in Hand

Sommergeflüster
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Zu Beginn vielleicht: das ist der erste Roman, welchen ich lese, der sich mit Polyamorie befasst, das Thema ist mir aber nicht fremd.

Der Lesefluss des Buches ist klasse, man fliegt nur so von Kapitel ...

Zu Beginn vielleicht: das ist der erste Roman, welchen ich lese, der sich mit Polyamorie befasst, das Thema ist mir aber nicht fremd.

Der Lesefluss des Buches ist klasse, man fliegt nur so von Kapitel zu Kapitel und die Absätze innerhalb der Kapitel erleichtern das Lesen zusätzlich. Dass man Einsicht in alle drei Protagonisten bekommt und deshalb sehr gut ihre Gefühle und Gedankengänge nachvollziehen kann ist wunderbar geschrieben. Obwohl es ein Liebesroman ist werden auch ernste Themen wie mentale Gesundheit, chronische Erkrankungen und Schuldgefühle behandelt und das auf sehr eindrückliche und sensible Art und Weise. Auch die Kommunikation unter den Charakteren ist, wenn sie stattfindet, sehr offen, ohne anklagend zu sein. Ich bin mit dem Ende des Buches sehr zufrieden und habe das Lesen sehr genossen. Trotzdem fand ich teilweise dass die erste Beziehung von Johanna etwas zu kurz kam und es immer wieder zu Problemen kam, weil einfach nicht offen miteinander gesprochen wurde, was ich immer sehr schade finde und vor allem bei so reflektierten und offenen Charakteren nicht immer nachvollziehen kann.

Auf jeden Fall ein ganz besonderes Buch, dass noch länger in mir nachhallen wird.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Erschwerte Bedingungen

Wohin du auch gehst
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Wir verfolgen das Leben zweier Frauen, die miteinander verwoben sind, durch verschiedene Zeiten und an unterschiedlichen Orten, zu großen Teilen im heutigen Kongo und in England. Die bestimmenden Themen ...

Wir verfolgen das Leben zweier Frauen, die miteinander verwoben sind, durch verschiedene Zeiten und an unterschiedlichen Orten, zu großen Teilen im heutigen Kongo und in England. Die bestimmenden Themen des Buches sind Identität, Liebe und der Glaube. Letzterer war aus der Leseprobe zwar zu entnehmen, hat mich in den Ausmaß dann aber doch überrascht. Die meiste Zeit des Lesens habe ich zwischen wütend und fassungslos hin und her gewechselt. Ich habe viel über die kongolesische Kultur lernen können und das Glossar mit dem Begriffen auf Lingala am Ende des Buches war eine Bereicherung. Neben den bereits genannten Oberthemen kommen auch viele, teils stark traumatische Themen auf, trotzdem wirkt es nie gewollt konstruiert sondern sehr authentisch und nahbar. Trotz dieser vielen Schicksalsschläge und dem Begleiten der Frauen über Jahrzehnte konnte ich zu beiden nur bedingt eine Verbindung aufbauen, vielleicht auch, weil unsere Leben und Ansichten so grundverschieden sind. Denn auch wenn ich, wie eine der Protagonistinnen, ebenfalls eine queere Frau bin, sind unsere Lebensrealitäten und unser Aufwachsen so unterschiedlich, dass sie nur wenig Gemeinsamkeiten bieten und ich ihr Handeln deshalb oft nicht verstehen konnte. Das Tempo des Buches hat mir gut gefallen, weder fühlte ich mich gehetzt, noch wurde irgendwas unnötig in die Länge gezogen. Den Twist am Ende habe ich schon relativ bald, zumindest in Teilen, erahnt.
Trotz allem habe ich zwei größere Kritikpunkte.
Erstens fehlt mir eine Inhaltswarnung/Triggerwarnung/Content Notice, die in irgendeiner Form zu Beginn des Buches steht. Ich weiß, teils immer noch ein kontroverses Thema, aber bei der Fülle an traumatischen Ereignissen, die teilweise auch noch sehr explizit geschildert werden, halte ich das nur für angebracht und wichtig. Insbesondere, weil viele der Themen weder durch Klappentext noch Leseprobe ersichtlich waren.
Zweitens ist mir persönlich das Ende des Buches zu gewollt und nach meinem Empfinden unrealistisch, wenn man bedenkt was im Laufe des Buches alles zwischen den Charakteren passiert ist.
Zusammenfassend also ein durchaus interessantes Buch, welches aber mit Vorsicht zu genießen ist.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Einstieg in die Pflege

Das Herz kennt keine Demenz
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Jim erzählt sehr einfühlsam und ehrlich von seinem Weg vom orientierungslosen jungen Mann zum Alltagshelfer, dann zum examinierten Altenpfleger und nun als Pflegedienstleitung. Er berichtet von vielen ...

Jim erzählt sehr einfühlsam und ehrlich von seinem Weg vom orientierungslosen jungen Mann zum Alltagshelfer, dann zum examinierten Altenpfleger und nun als Pflegedienstleitung. Er berichtet von vielen Alltagssituationen in der Pflege von Menschen mit Demenz und behält dabei immer Respekt vor den Personen und ihren Lebensrealitäten. Etwas schwierig fand ich, dass er für alle Situationen und Personen den gleichen Alias (Frau Tippelkamp) nutzt, wodurch es zu Beginn schwer ist zu verstehen und auseinander zu halten. Schwierige Situationen in der Pflege von Menschen mit Demenz lässt er größtenteils außen vor, was ich bedingt verstehen kann, weil er natürlich Menschen für die Pflege gewinnen möchte. Trotzdem bedarf es dabei meiner Meinung nach einen ehrlichen Einblick, der alle Seiten beleuchtet. Für meinen Geschmack berichtet er zu wenig über die ganzen Schwierigkeiten, die der Pflegeberuf, sowohl strukturell als auch in der Arbeit an sich, mit sich bringt. Er reißt das kurz an, sagt aber auch, man müsse da etwas optimistischer rangehen und alles mit mehr Humor nehmen. Als jemand, der schon in verschiedenen Bereichen der Pflege und Betreuung von Menschen gearbeitet hat finde ich das etwas zu schön gedacht. Er beleuchtet verschiedene Pflegebereiche, von Kindern, alten Menschen, im Krankenhaus, vergisst dabei aber einen wichtigen Bereich, die Pflege von Menschen mit Behinderungen. Gut finde ich, dass er am Ende des Buches einen Ausblick auf die Pflegesituation in Deutschland gibt. Also insgesamt ein gutes Buch um einen generellen, ersten Einblick in den Pflegebereich und im speziellen in die Pflege von Menschen mit Demenz zu erhalten. Für Menschen mit Vorerfahrungen nicht viel Neues und beschönigte Sicht.

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