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Veröffentlicht am 28.10.2025

Alles für die Umwelt

In uns der Ozean
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Die junge Biologin Rachel Carson liebt die Natur und ganz besonders das Meer. Sie möchte dort forschen. Doch als ihr Vater stirbt, muss sie für ihre Familie sorgen. Aber ihr Interesse für die Natur bleibt ...

Die junge Biologin Rachel Carson liebt die Natur und ganz besonders das Meer. Sie möchte dort forschen. Doch als ihr Vater stirbt, muss sie für ihre Familie sorgen. Aber ihr Interesse für die Natur bleibt und sie beginnt darüber zu schreiben. Sie beobachtet genau und ihr fällt auf, dass sich einiges verändert. Sie hinterfragt den Einsatz von DDT, denn wenn es keine Insekten mehr gibt, dann sterben auch die Vögel, da alles miteinander zusammenhängt. Sie macht ihre Erkenntnisse öffentlich mit ihrem Buch „Der stumme Frühling“ und verärgert damit die chemische Industrie.

Mir sagte der Name „Rachel Carson“ zuvor nichts, aber von der Autorin Theresia Graw habe ich schon einige Bücher gelesen. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, und die Schilderungen von Meer und Umgebung sind bildhaft und sehr atmosphärisch, so dass ich alles gut vor Augen hatte. Erzählt wird diese Geschichte in der Ich-Perspektive, dadurch ist man beim Lesen ganz nah an Rachel, ihren Gedanken und Handlungen.

Mir hat es gefallen mit Rachel durch die Natur zu streifen und zu mitzuerleben, was sie auf ihren Erkundungen hört und sieht. Dieses Beobachten und Forschen ist ihr so wichtig, dass sie sich gegen Ehe und Familie entscheidet, was damals von einer Frau erwartet wird. Sie zieht aufgrund ihrer Beobachtungen ihre eigenen Schlüsse und glaubt nicht, was von der Chemie über das angebliche Wundermittel DDT bekannt gegeben wird. Mit ihren Erkenntnissen geht sie an die Öffentlichkeit, auch wenn es ihr schwer gemacht wird. In einer männerdominierten Zeit nimmt man sie nicht für voll, da sie nicht promoviert hat. Aber sie ist eine starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt.

Mich hat diese Romanbiografie über eine beeindruckende Frau gut unterhalten, aber auch zum Nachdenken gebracht.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein fesselnder Krimi im Hamburger Hafen

Tatort Hafen - Die letzte Fähre nach Dockland
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Die Disponentin Melanie Cullmann ist auf dem Heimweg. Sie bittet ihren Mann Fred, sie an der Fähre abzuholen, da sie ein ungutes Gefühl hat. Aus gutem Grund, wie sich dann herausstellt, denn sie kommt ...

Die Disponentin Melanie Cullmann ist auf dem Heimweg. Sie bittet ihren Mann Fred, sie an der Fähre abzuholen, da sie ein ungutes Gefühl hat. Aus gutem Grund, wie sich dann herausstellt, denn sie kommt nicht an. Die Polizei kann sie nur noch aus dem Wasser holen. Die Polizei geht zunächst von Suizid aus, doch dann stellt sich heraus, dass es Mord war. Jonna Jacobi übernimmt die Ermittlungen, wobei sie von der Wasserschutzpolizei unterstützt wird. Sie hat Fred im Visier. Doch am Eurocon Containerterminal, dem Arbeitsplatz von Melanie, gibt es Ungereimtheiten. Hat Melanie sich in etwas Illegales hineinziehen lassen oder ist sie jemandem zu nahegekommen? Derweil sucht Fred den Mörder seiner Frau.
„Tatort Hafen - Die letzte Fähre nach Dockland“ ist der 3. Band der Hamburger Krimi-Reihe um die Wasserschutzpolizei. Man spürt beim Lesen genau, dass viel Insiderwissen im Spiel ist. Ich mag Hamburg, bin immer mal wieder dort und habe daher vieles wieder erkannt. Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und die Story ist von Anfang an sehr spannend.
Die Personen sind alle authentisch und individuell beschrieben. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Jonna hat sich ziemlich schnell auf Fred Cullmann als Täter eingeschossen. Glücklicherweise hat sie Kollegen, die manchmal einen anderen Blick auf den Fall haben. Die empathische Charlotte nimmt Fred Cullmann seine Trauer ab, sie spürt aber auch, dass etwas in ihm brodelt. Freds Vergangenheit ist zwielichtig, wie sich bald herausstellt. Wasserschutzpolizist Tom Bendixen sorgt sich um seinen Kollegen Quetsche, der nach einem tödlichen Schuss nicht mehr der Alte ist. Dennoch schickt er Quetsche undercover in den Hafen, um sich umzuhören. Eine besonders interessante, aber auch tragische Persönlichkeit ist Schrotti, der die tote Melanie gefunden hat.
Es läuft einiges schief im Hafengebiet, doch es dauert seine Zeit bis die Polizei Zusammenhänge erkennt und noch länger dauert es, bis sich herausstellt, wer hinter allem steckt.
Obwohl ich manches ahnte, war ich mir bis zum Schluss nicht sicher, was und wer hinter all dem steckt. Das ergibt sich dann erst beim dramatischen, aber auch überraschenden Finale.
Ein toller und sehr spannender Krimi mit viel Hamburg Atmosphäre.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein überzeugendes Finale

Düsteres Tal
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Inzwischen lebt Clara Lofthus mit ihren Söhnen und dem Lebensgefährten Alex in Nairobi, wo sie ein Hilfsprojekt leitet. Als sie nach einem Terroranschlag wieder die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zieht, ...

Inzwischen lebt Clara Lofthus mit ihren Söhnen und dem Lebensgefährten Alex in Nairobi, wo sie ein Hilfsprojekt leitet. Als sie nach einem Terroranschlag wieder die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zieht, wird ihr erneut der Posten der Justizministerin angetragen. Sie nimmt an. Doch dann taucht eine Leiche auf, was Auswirkungen auf Claras Leben hat, denn der Podcaster Erik Heier kommt Claras dunkler Vergangenheit immer näher
Mir haben die Vorgängerbände „Tiefer Fjord“ und „Dunkler Abgrund“ sehr gut gefallen, daher wollte ich natürlich auch das Finale miterleben. Es empfiehlt sich, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, auch wenn es für das Verständnis nicht unbedingt erforderlich ist.
Der Schreibstil ist packend und lässt sich flüssig lesen. Eindrucksvoll und atmosphärisch wird die Landschaft in Norwegen beschrieben. Erzählt wird diese Geschichte wieder aus unterschiedlichen Perspektiven und gibt dabei Einblicke in die Psyche der Beteiligten. Dabei tun sich menschliche Abgründe auf.
Die Charaktere sind vielschichtig und authentisch dargestellt. Clara Lofthus liebt die Macht und agiert eiskalt und skrupellos, was sie aber nach außen gut zu verstecken weiß. Ihre dunkle Vergangenheit hat sie versucht geheim zu halten. Nun aber droht durch die Recherche von Heier alles ans Tageslicht zu kommen. Mir war Clara die ganze Zeit über unsympathisch, was sich sogar noch verstärkt hat. Axel tat mir nur leid.
Dieses Buch beginnt etwas langatmig, doch die Spannung nimmt immer mehr zu. Die Auflösung ist überzeugend
Ein düsterer und spannender Thriller, der mir gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Wieder ein sehr spannender Thriller

Kälter
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„Wie sterben geht“ hatte mir gut gefallen und so war ich auch auf diesen neuen Thriller gespannt.
Luzy ist als Provinzpolizistin auf Amrum gelandet. Niemand auf der Insel weiß von ihrer Vergangenheit. ...

„Wie sterben geht“ hatte mir gut gefallen und so war ich auch auf diesen neuen Thriller gespannt.
Luzy ist als Provinzpolizistin auf Amrum gelandet. Niemand auf der Insel weiß von ihrer Vergangenheit. Doch dann holt sie die Vergangenheit ein, als ein Killerkommando auf die Insel kommt. Der Bruder ihrer Freundin verschwindet und ihr Freund Jörgen wird getötet. Luzy hatte angenommen, dass ihr Todfeind Babel nicht mehr lebt, doch das war wohl ein Irrtum. Sie muss ihre alten Fähigkeiten wieder aktivieren und zur Waffe werden. Doch wer wird aus der Konfrontation als Sieger hervorgehen?
Auch mit diesem Buch konnte mich Andreas Pflüger gleich wieder packen. Es geht spannend zu, als Luzy sich im Herbst 1989 gegen ihren Todfeind behaupten muss, der Verbindungen zu mächtigen Organisationen hat und beschützt wird. Auch dieser Thriller spielt wieder in verschiedenen Ländern. Immer wieder gibt es auch Rückblenden auf die Zeit vor acht Jahren, außerdem wechseln die Perspektiven.
An die Zeit des Mauerfalls im Herbst 1989 erinnern sich wohl noch viele Leser. Die politischen Verhältnisse ändern sich drastisch und Agenten müssen befürchten, entdeckt zu werden.
Luzy hat Traumatisches erlebt und danach jahrelang ein ruhiges Leben auf Amrum verbracht. Doch dann wird sie unverhofft wieder in ihr früheres Leben geworfen. Um zu überleben, muss sie zur Waffe werden und darf nicht zögern. Dabei entwickeln einige der Figuren Kräfte und Fähigkeiten, die nicht so ganz glaubwürdig sind. Aber sei’s drum, ich habe das Buch gerne gelesen.
Alle spielen ein Spiel, in dem man nicht weiß, wem man vertrauen kann. Schön fand ich es, dass bekannte Figuren aus anderen Büchern wieder auftauchen.
Auch wenn das Ende wohl vorhersehbar ist, so bleibt dieser Thriller doch die ganze Zeit über temporeich und intensiv.
Es ist ein sehr spannender, aber auch grausamer Thriller, der mich von Anfang an gefesselt hat.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Keine leichte Lektüre

Adama
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Die Zionistin Ruth kommt 1946 aus Ungarn nach Palästina. Fast alle aus ihrer Familie fielen den Nazis zum Opfer. Nun aber will sie sich ein neues Leben aufbauen. Im Kibbuz Trashim am Rand der Wüste muss ...

Die Zionistin Ruth kommt 1946 aus Ungarn nach Palästina. Fast alle aus ihrer Familie fielen den Nazis zum Opfer. Nun aber will sie sich ein neues Leben aufbauen. Im Kibbuz Trashim am Rand der Wüste muss sie hart arbeiten. Aber sie wird auch hart, kämpft für den Kibbuz und gegen alle Bedrohungen, die ihnen bevorstehen.
Dieser Roman spielt in der Zeit von 1946 bis 2009 und erstreckt sich über vier Generationen. Die Geschichte, die der Autor Lavie Tidhar erzählt, ist interessant und spannend, erfordert aber auch Aufmerksamkeit beim Lesen, denn immer wieder wird zwischen den Zeiten hin- und hergesprungen. Der Schreibstil ist nüchtern, die Geschehnisse oft recht grausam.
Immer wieder gibt es Auseinandersetzungen, mit denen der Staat Israel bis heute zu tun bekommt. Das hat Auswirkungen auf das Leben der Menschen, die dort leben. Sie kämpfen für ihr Land, halten loyal zusammen, werden aber auch hart, so hart, dass selbst Mord nicht abwegig erscheint. Wir lernen eine Reihe von Schicksalen kennen, die einen bewegen, aber manchmal auch schockieren.
Daneben gibt es aber auch noch einen Todesfall, der als Suizid abgetan wird, was der Freund aber nicht glaubt. Daher ermittelt Lior, um herauszufinden, was wirklich geschehen ist.
Diese fiktive Geschichte vor realem, historischen Hintergrund ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Mir hat dieser tiefgründige Roman gut gefallen und er wirkt sicherlich noch eine Weile nach. Lesenswert!

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