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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2025

Schwieriger Start

Mate – Die unzumutbare Unmöglichkeit von Liebe
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Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, vielleicht auch, weil ich Bride nicht gelesen habe und so ein bisschen gebraucht habe, um mit dieser neuen, paranormalen Welt warm zu werden. ...

Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, vielleicht auch, weil ich Bride nicht gelesen habe und so ein bisschen gebraucht habe, um mit dieser neuen, paranormalen Welt warm zu werden. Als ich aber erst einmal drin war, hat mich die Dynamik zwischen den Charakteren und die Spannung der Handlung richtig gut gefallen.
Was ich an Ali Hazelwood immer mochte, findet sich auch hier wieder: kluge, schlagfertige Dialoge, starke Protas und eine feine Balance zwischen Humor, Ironie und Gefühl. Dieses Mal verknüpft sie das Ganze mit einem übernatürlichen Setting voller Werwölfe, Vampieren und Hybriden, was wirklich gut funktioniert. Außerdem fand ich es wieder toll, wie sie Romantik, Spannung und eine Prise Mystery miteinander kombiniert.
Die Beziehung zwischen den Hauptfiguren ist ein klassischer Slow Burn mit intensiven Momenten, die wirklich unter die Haut gehen. Allerdings fand ich die Beschreibungen des Spice im Deutschen stellenweise schwierig, durch die Wortwahl wirkte es für mich weniger sinnlich und eher abgedroschen, was ein bisschen schade war. Ich hab mir dann kurz das Original angesehen und fand es dort tatsächlich etwas besser.
Was mir außerdem aufgefallen ist: Manche Übergänge und Auflösungen passieren ziemlich schnell, da hätte ich mir manchmal etwas mehr Raum gewünscht, um Emotionen und Ereignisse wirken zu lassen. Auch die Konflikte lösen sich teils fast zu glatt auf. Trotzdem bleibt die Geschichte insgesamt spannend, flüssig erzählt und lebendig.
Unterm Strich hat mir Mate gut gefallen. Vielleicht nicht unbedingt mein absoluter Hazelwood-Favorit, aber definitiv eine interessante Mischung aus Fantasy und Romance mit einer Protagonistin, die sowohl Stärke als auch Verletzlichkeit zeigt. Vielleicht wäre es auch nochmal stärker, wenn man Bride vorher schon gelesen hat, aber das war eigentlich keine Voraussetzung.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Wenig Tiefe, aber schön zu lesen

The Penguin Paradox
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The Penguin Paradox von Greta Milán lässt sich leicht lesen, aber hinter der lockeren Oberfläche fehlt mir oft etwas Substanz. Die Forschungsstation und die Einbindung der Gebärdensprache sind wirklich ...

The Penguin Paradox von Greta Milán lässt sich leicht lesen, aber hinter der lockeren Oberfläche fehlt mir oft etwas Substanz. Die Forschungsstation und die Einbindung der Gebärdensprache sind wirklich sehr schöne Details, doch die Figuren bleiben größtenteils flach. Beckett zeigt Loyalität und Fürsorglichkeit, was schöne Eigenschaften sind, Emerie wirkt verletzlich und menschlich, aber wirklich greifbar werden sie irgendwie selten. Ihre Persönlichkeiten sind eher verschwommen, ihre Ecken und Kanten kaum spürbar, was dazu führt, dass man sich mit ihnen nur bedingt verbunden fühlt. Zumindest ging es mir so.

Die Missverständnisse zwischen Emerie und Beckett ziehen sich fast durch das ganze Buch, wirken aber eher konstruiert als natürlich. Hätte Emerie früher offen mit ihrer besten Freundin gesprochen, hätte vieles von Anfang an anders laufen können. Statt echter Spannung gibt es oft nur Drama, das um des Dramas willen entsteht. Emeries Angst vor ihren eigenen Gefühlen ist nachvollziehbar, trotzdem wird auch sie selten richtig greifbar, und Beckett bleibt zu sehr der archetypische golden Retriever. Sehr liebenswert, aber ohne wirkliche Tiefe.

Das Ende ist erwartbar, es sorgt zwar für ein wirklich versöhnliches Gefühl, lässt die Story aber auf der emotionalen Ebene leicht enttäuschend zurück. Insgesamt bleibt das Buch eine nette, leichte Unterhaltung, die sich flüssig lesen lässt und auch eine schöne Lesezeit beschert, aber weder Figuren noch Konflikte schaffen diesen besonderen Sog. Wer ein Buch sucht, das mehr Herz, Tiefe und Überraschungen liefert, wird hier schnell merken, dass alles etwas zu glatt und berechenbar bleibt. Wer jedoch ein Buch sucht, dass sich locker zwischendurch mal lesen lässt und einfach eine entspannte Lesezeit schenkt, ohne viel mitdenken und sich konzentrieren zu müssen, der ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Zwischen Wohlfühlmomenten und fehlender Funkenmagie

Honeybridge. All Mine
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Dieses Buch hat mich sofort mit seinem angenehmen Schreibstil und den warmen Herbst- und Small-Town-Vibes abgeholt. Die Atmosphäre in Honeybridge fühlt sich wie ein Zuhause an, voller Herzlichkeit, Zusammenhalt ...

Dieses Buch hat mich sofort mit seinem angenehmen Schreibstil und den warmen Herbst- und Small-Town-Vibes abgeholt. Die Atmosphäre in Honeybridge fühlt sich wie ein Zuhause an, voller Herzlichkeit, Zusammenhalt und dem Gefühl, dass Nachbarschaft hier wirklich noch etwas bedeutet. Man spürt, wie die Gemeinde füreinander da ist, wie jeder mithilft und zuhört, und genau das macht das Setting so cozy und einladend.
Besonders stark empfand ich die Nebencharaktere, die so lebendig und detailliert beschrieben sind, dass man schon beim Lesen neugierig wird, wie es mit ihnen weitergeht. Ihre kleinen Geschichten im Hintergrund haben für mich fast genauso viel Freude gemacht wie die Haupthandlung und machen Lust auf weitere Teile.
Im Zentrum stehen Isabella und Etienne. Beide wirken sehr echt, weil sie keine übertriebenen Figuren sind, sondern Menschen mit Träumen, Wünschen und Fehlern. Isabella kämpft nach ihrer gescheiterten Ehe um einen Neuanfang und steckt all ihre Hoffnung in ihr Restaurant. Man spürt, wie wichtig es ihr ist, das alles allein auf die Beine zu stellen. Etienne wiederum ist in Honeybridge verwurzelt, er liebt sein Bistro und die Menschen um sich herum. Seine Loyalität zu seinen Freunden und seine offene, herzliche Art machen ihn zu einem Charakter, den man einfach gernhaben muss.
Die Chemie zwischen den beiden ist spürbar, für mich aber eher leise und langsam wachsend. Ich hätte mir an manchen Stellen noch etwas mehr Gefühl und weniger dieses extrem oberflächliche und körperliche gewünscht. Doch gerade das Ende hat alles noch einmal intensiviert und mich emotional wirklich abgeholt.
Was das Buch zusätzlich so besonders macht, ist die Mischung aus cozy Atmosphäre und Spannung. Neben all den schönen Momenten gibt es nämlich auch düstere Ereignisse. Brandstiftung, Drohungen und gefährliche Auseinandersetzungen sorgen dafür, dass es nie langweilig wird und dass Isabellas Neustart in Honeybridge alles andere als ruhig verläuft.
Für mich ist es ein Roman, der Wohlfühlen und Aufregung wunderbar verbindet. Honeybridge hat mich gepackt und ich freue mich schon sehr darauf, wieder in dieses kleine Städtchen zurückzukehren.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Zu wenig Emotionen

Meine Sommer mit Marx
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Meine Sommer mit Marx erzählt eine Geschichte, die zwischen Nähe und Distanz, Vergangenheit und Gegenwart pendelt. Besonders gelungen ist die Erzählstruktur mit ihren zwei Zeitebenen, die sich harmonisch ...

Meine Sommer mit Marx erzählt eine Geschichte, die zwischen Nähe und Distanz, Vergangenheit und Gegenwart pendelt. Besonders gelungen ist die Erzählstruktur mit ihren zwei Zeitebenen, die sich harmonisch ergänzen und der Handlung Tiefe geben. Man bekommt nicht nur Einblicke in unterschiedliche Perspektiven, sondern versteht nach und nach, wie Ereignisse und Entscheidungen miteinander verwoben sind.

Die Figuren sind vielschichtig gezeichnet – allen voran Sessy, die über weite Strecken distanziert und schwer greifbar bleibt. Ihre Widersprüchlichkeit macht sie interessant, aber auch anstrengend. Während Marx eine stille, sensible Präsenz hat, wirkt Sessy oft wie eine Figur, die man nur schwer wirklich erreicht. Das führt zu einer Dynamik, die einerseits reizvoll, andererseits problematisch ist: Sessy treibt vieles voran, Marx bleibt oft passiv, und zwischen beiden fehlt es spürbar an Vertrauen und offener Kommunikation.

Die Beziehung der beiden wirkt deshalb nicht wie etwas, das sich organisch entwickelt hat, sondern eher wie ein Zusammenspiel von Impulsivität und Zurückhaltung, bei dem grundlegende Konflikte ungelöst bleiben. Körperliche Nähe gibt es reichlich, emotionale Tiefe dagegen weniger. Manche Wendungen, besonders zum Ende, kommen überraschend schnell und lassen kaum Zeit, um sich glaubwürdig zu entfalten. Das Happy End wirkt dadurch etwas abrupt, fast erzwungen.

Trotzdem hat die Geschichte ihre starken Momente – vor allem dann, wenn leise, echte Augenblicke zwischen den Figuren aufscheinen oder wenn Nebenfiguren wie Tarn noch einmal auftauchen und die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen.

Der Schreibstil ist flüssig, klar und leicht zu lesen, was es einfach macht, am Ball zu bleiben. Inhaltlich hat mich jedoch vor allem die psychologische Ebene angesprochen, auch wenn ich mir mehr Entwicklung, Tiefe und Ausgewogenheit in der Beziehung zwischen Sessy und Marx gewünscht hätte.

Insgesamt ein Roman mit interessanter Erzählweise und viel Potenzial, der aber in der emotionalen Ausarbeitung für mich nicht ganz ausgeschöpft wurde.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Krimi für Zwischendurch

Inspector Pescadores und der Tote im Pool
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Ich bin ziemlich neugierig an das Buch herangegangen, weil mir die Idee gefallen hat: ein Krimi auf Gran Canaria, kein typischer Ermittler, sondern ein Auswanderer, der sich in eine Mordgeschichte reinziehen ...

Ich bin ziemlich neugierig an das Buch herangegangen, weil mir die Idee gefallen hat: ein Krimi auf Gran Canaria, kein typischer Ermittler, sondern ein Auswanderer, der sich in eine Mordgeschichte reinziehen lässt. Genau das bekommt man auch, aber eben auf eine eher ruhige, unaufgeregte Art.

Die Inselstimmung kommt gut rüber. Es sind viele kleine Beobachtungen dabei, die das Leben vor Ort greifbar machen. Besonders mochte ich die Szenen mit Freunden, das gemeinsame Essen, die Gespräche. Das Buch lebt für mich viel mehr von diesen Momenten als vom eigentlichen Kriminalfall. Der war eher nebensächlich und nicht besonders spannend, aber ich hatte auch nicht das Gefühl, dass das wirklich im Vordergrund stehen sollte.

Markus Fischer als Hauptfigur fand ich angenehm unaufgeregt. Kein Superheld, sondern einfach jemand, der in einer Geschichte steckt, die ihn überfordert und trotzdem versucht, klarzukommen. Dadurch wirkt alles etwas glaubwürdiger. Seine Freunde bringen etwas Farbe rein, und es ist ganz schön zu sehen, wie sie miteinander umgehen.

Insgesamt war es für mich eher ein gemütliches Buch mit Krimi-Elementen als ein echter Pageturner. Aber genau das hat auch seinen Reiz. Ich hatte das Gefühl, mal kurz abzutauchen. Irgendwo zwischen Tapas, Poolblick und einem Mord, der zwar aufgeklärt werden will, aber niemandem wirklich den Schlaf raubt.

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