Profilbild von SinaFrambach

SinaFrambach

Lesejury Profi
offline

SinaFrambach ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SinaFrambach über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2026

Manchmal braucht es einen Oktopus ...

Das Glück hat acht Arme
0

Tova Sullivan ist Witwe und arbeitet im Sowell Bay Aquarium, wo sie abends aufräumt und putzt. Mit der Zeit freundet sie sich mit dem dort lebenden Oktopus Marcellus an. Dieser ist enorm klug und büxt ...

Tova Sullivan ist Witwe und arbeitet im Sowell Bay Aquarium, wo sie abends aufräumt und putzt. Mit der Zeit freundet sie sich mit dem dort lebenden Oktopus Marcellus an. Dieser ist enorm klug und büxt abends gerne aus seinem Becken aus, um alles zu erkunden und sich in anderen Aquarien einen Snack zu holen. Bei den abendlichen Treffen erzählt Tova auch von ihrem Sohn, der vor Jahrzehnten verschwunden ist. Als Tova sich verletzt und mehrere Woche nicht putzen kann, übernimmt Cameron ihre Aufgabe und lernt ebenfalls Marcellus kennen. Dabei erkennt das clevere Tier ein Geheimnis, welches eigentlich gar keines ist. Und nun hat er alle acht Arme zu tun, um Tova wieder glücklich zu machen.

Mein zweiter Oktopus-Roman für dieses Jahr. Mit "Das White Octopus Hotel" habe ich schon einiges über diese cleveren Tierchen lernen dürfen, auch wenn sie nur eine zweitrangige Rolle spielten. Aber hier wird es richtig tief. Denn wir erfahren nicht nur etwas über das Tier, sondern auch über die Gedanken von Marcellus, der in einigen Kapiteln selbst zu Wort kommt und seine Sicht der Dinge schildert.

Diese Zwischenkapitel sind herrlich. Denn Marcellus ist alles andere als ein normales Tier. Seine Gedanken sind berührend und vor allem wahr.

In den anderen Kapiteln erzählt ein Dritter abwechselnd aus Tovas und Camerons Sicht. So erfahren wir zuerst etwas über Tova, deren erster Schicksalsschlag das Verschwinden ihres Sohnes Eric war und der zweite der Tod ihres Mannes vor ein paar Jahren. Tova aber ist zäh. Auch wenn sie manchmal an den Verlusten zu zerbrechen scheint, rappelt sie sich auf und tut, was verlangt wird. Ihr Job im Aquarium ist allerdings wie eine Erholung für sie. Der Alltag verschwindet, sie genießt die Ruhe und die einzigartige Stimmung, die dort nachts entsteht. Und ihre Gespräche mit dem Oktopus, die zwar einseitig sind, aber sie glaubt fest daran, dass Marcellus sie versteht.

Etwas später kommt Cameron hinzu, der eigentlich auf der Suche nach seinem Vater ist. Als er diesen findet, aber nicht mit ihm reden kann, bleibt er in Sowell Bay, bis sich die Gelegenheit dazu findet. Dabei lernt er Tova kennen und ist gleich fasziniert von deren Stärke und Ausstrahlung. Cameron fängt an, sein chaotisches Leben zu überdenken. Denn nicht nur Tova bringt ihn dazu, sondern auch andere Personen, und auch Marcellus hat keinen unerheblichen Anteil daran.

Wie sich die Stränge dann letztendlich kreuzen, kann ich natürlich nicht verraten. Ich kann nur sagen, dass das Glück eben acht Arme hat und die Story sich mit einer Leichtigkeit lesen lässt, die die Hintergründe Lügen straft. Denn auch wenn sich alles so "leicht" anhört, steckt hinter den drei Hauptcharakteren ein hartes Leben und alle drei müssen herausfinden, wer sie sind.

Während Marcellus an die Freiheit glaubt, hat Tova Probleme mit dem Älterwerden. Cameron dagegen weiß nicht, wie seine Zukunft aussieht, da seine zerrüttete Kindheit ihn immer wieder einholt.

Ich habe mehr als eine Träne vergossen und werde auch garantiert die Verfilmung auf Netflix anschauen. Denn eine großartige Sally Field spielt Tova, und in der Vorschau habe ich sehen können, dass sie Tovas Rolle verinnerlicht hat.

Wenn jemand also sein Glück sucht, ist mit "Das Glück hat acht Arme" bestens bedient.

Meggies Fussnote:
Wenn Fremde zu Freunden zu werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2026

total lesenswert

Fourth Wing – Flammengeküsst
0

Violet würde lieber im Schreiberquadranten ihre Ausbildung weiterführen, aber ihre Mutter hat andere Pläne. Sie holt sie in den Reiterquadranten, damit Violet dort als Drachenreiterin ausgebildet wird. ...

Violet würde lieber im Schreiberquadranten ihre Ausbildung weiterführen, aber ihre Mutter hat andere Pläne. Sie holt sie in den Reiterquadranten, damit Violet dort als Drachenreiterin ausgebildet wird. Eine Ausbildung, die für mehr als die Hälfte der Reiter tödlich endet. Schon bei der Aufnahmezeremonie macht sich Violet ihre Mitstudenten schuldlos zum Feind. Und auch Xaden, ihr Geschwaderführer, scheint nicht gut auf sie zu sprechen zu sein. Kein Wunder, ist ihre Mutter doch für den Tod seines Vaters verantwortlich. Xaden ist grausam, aber auch attraktiv, was Violet in einen großen Zwiespalt bringt. So muss sie nicht nur auf ihre Gefühle achten, sondern auch darauf, nicht umgebracht zu werden, denn nicht nur Xaden hat es auf sie abgesehen. Das erste Jahr am Basgiath College wird für Violet eine ständige Probe. Doch dann kommt alles anders. Und Violet muss entscheiden, auf welcher Seite sie steht.

Lange habe ich mich gegen den Hype um dieses Buch gewehrt. Ich weiß noch, wie auf Facebook, TikTok und Co. fast jeder Blogger dieses Buch vorgestellt und davon geschwärmt hat. Meine Gedanken damals: Drachen können doch gar nicht so toll sein. Und wenn überhaupt, über Fuchur und Ohnezahn geht ja auch nichts drüber.
Tja, falsch gedacht.

Ich habe das Buch als Hörbuch gestartet, weil ich dann doch einfach mal wissen wollte, warum alle so begeistert sind. Und schon nach den ersten zehn Minuten hatte mich einfach auch dieses Fieber gepackt. Ich wollte mehr, wollte mit Violet die Aufnahmeprüfung schaffen, mit ihr neue Freunde kennenlernen, sich über andere aufregen und vor allem diesen verdammt gutaussehenden Xaden zur Hölle schicken.

Die Autorin hat es einfach geschafft, mich so dermaßen in den Bann zu ziehen, dass ich nun auch das gedruckte Buch haben musste. Und nicht nur als ebook, nein, die wunderschöne Hardcover-Ausgabe mit Farbschnitt und was sonst auch noch. Natürlich gleich plus Band 2 und 3. Wenn schon, denn schon ...

Und dann habe ich gelesen. Immer häppchenweise. Warum? Ich wollte nicht so schnell sein. Alles auskosten. Jedes Wort genießen und vor allem zusammen mit Violet Drachenreiterin werden. Und das war gar nicht so leicht. Violet ist klein, zierlich und eben eher als Schriftgelehrte geboren worden. Aber sie kann auch anders und das hat sie eindrucksvoll gezeigt. Sie hat sich geschunden, geopfert und geärgert. Sie verletzt sich ständig, sie leidet still, sie ist zäh und mutig.
Und sie schafft so vieles, was ich mir selbst nicht zumuten würde. Und das macht sie in meinen Augen zu der perfektesten Figur, die ich seit langem in einem Buch gefunden habe.

Und dann die Story. Klar, es geht auf eine Akademie, klar, es gibt eine Liebesgeschichte, klar, die Figuren sind klischeebehaftet. Aber es passt einfach. Es ist gut so.

Der Schreibstil der Autorin packt einem von Anfang an, weil sie aus Sicht von Violet schreibt. Und das führt dazu, dass man sich sehr gut in Violet hineinversetzen kann. Was einem alles sehr viel näher bringt.

Das Buch hat einfach alles, was es braucht: eine starke Heldin, einen Antagonisten, Drachen, Verrat, Missgunst, Liebe, Hass, Trauer, Freundschaft und hatte ich schon die Drachen erwähnt? Kein Fuchur oder Ohnezahn, sondern furchterregende Drachen, leidenschaftliche Drachen, liebenswerte Drachen.

Also, wer bis heute Zweifel hat, diese Reihe zu lesen: Macht es! Traut euch! Lasst euch verzaubern, begeistern oder was auch immer! Aber lest!

Meggies Fussnote:
Mein Highlight, besser spät als nie!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2025

DaOriswieda (Das Orm ist wieder da)

Qwert
0

Qwert Zuiopü ist eigentlich ein Gallertprinz aus der 2364. Dimension. Durch einen Sturz in ein Dimensionsloch landet er jedoch in einer für ihn fremden Welt. Orméa heißt diese und hier warten etliche Abenteuer ...

Qwert Zuiopü ist eigentlich ein Gallertprinz aus der 2364. Dimension. Durch einen Sturz in ein Dimensionsloch landet er jedoch in einer für ihn fremden Welt. Orméa heißt diese und hier warten etliche Abenteuer auf Qwert. Denn gleich stellt er fest, dass er nicht mehr in seiner ursprünglichen Form steckt, sondern im Körper von Prinz Kaltbluth, einem furchtlosen Ritter aus der Trivialliteratur, die eigentlich auf Zamonien beherbergt ist. Qwert kann sich nur schwer an sein neues Dasein gewöhnen, vor allem, da er Stimmen im Kopf hört, sich mit einer Janusmeduse herumschlagen muss und von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Nur gut, dass er seinen tapferen Knappen Oyo und sein Reitwürmchen Schneesturm an seiner Seite hat. Gemeinsam machen sie sich daran, Orméa von der Janusmeduse zu befreien, die mit ihrem Blick alles in Stein verwandeln will. Aber Qwert hat ein Problem: er mag die Janusmeduse mehr, als erlaubt ist.

Endlich wieder ein Zamonien-Roman, auch wenn dieser gar nicht in Zamonien spielt. Aber die Ähnlichkeit der neuen Welt Orméa ist schon verblüffend und auch hier warten viele neue, aber auch altbekannte Formen auf uns.

Diesmal erleben wir die Abenteuer von Qwert Zuiopü, einem Gallertprinz aus der 2364. Dimension, der uns schon in „Die 13 ½ Leben des Käpt`n Blaubär“ begegnet ist. Dort war er zusammen mit dem Blaubär in der Nachtschule von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller.

Nun bekommt er sein eigenes Abenteuer und das hat es in sich. Denn nach seinem Sturz durch ein Dimensionsloch ist er nicht mehr der Gallertprinz mit seiner unförmigen Statur, sondern er steckt im Körper von Prinz Kaltbluth, der in einigen Romanen erwähnt wird. Prinz Kaltbluth ist ein Ritter und eigentlich eine Buchfigur aus der Trivilalliteratur Zamoniens. Die Geschichten von ihm sind sehr beliebt und er besteht einige Abenteuer.
Qwert muss nun diese Abenteuer bestehen und das auch noch in einer für ihn fremden Welt.

Der Autor hast das Buch ist sog. „Aventurien“ aufgeteilt, wobei jede Aventurie den Titel „Prinz Kaltbluth & …“ trägt. Hier ist schon ersichtlich, mit was es Qwert wohl zu tun haben wird und wir lesen quasi ein Abenteuer nach dem anderen, gerade so, als würden wir etliche kleine Kurzgeschichten über Prinz Kaltbluth lesen.
Und doch zieht sich immer wieder ein roter Faden durch die Geschichte und gerade in den letzten Aventurien kommt alles zusammen und die Lage spitzt sich zu.

Aber wie auch in den fiktiven Prinz Kaltbluth-Romanen kommt es immer wieder zu einem Happy End, scheint der Ausweg auch noch so unlogisch. Und hier kommt wieder die Fantasie des Autors zum Tragen, der mit Klischees aus verschiedenen Filmen, Romanen und auch dem normalen Leben spielt. So fließen in das Buch unter anderem antike Mythen ein, diverse Fantasyfilme bekommen ihren Auftritt und auch Sagen und Legenden werden miteinbezogen. Ich konnte zu vielem Parallelen ziehen und das sei dem Autor auch verziehen, denn es macht so unheimlich viel Spaß Qwert auf seinen Abenteuern zu begleiten und letztendlich sogar altbekannte und geliebte Figuren wiederzutreffen.

Begleitet wird Qwert von seinem treuen Ritter Oyo und seinem Reitwürmchen Schneesturm. Und in dieses Reitwürmchen habe ich mich ein bisschen verliebt. So ein tapferes und loyales Wesen, dass mit seinem Mut einfach alles zustande bringt. Es ist immer zur Stelle, wenn es gebraucht wird und hat eine so wunderschöne und gleichzeitig totbringende Fähigkeit. Es hilft Qwert aus so mancher Zwangslage und bringt ihn zuverlässig von A nach B.

Am Ende gab es dann nochmal einige Auflösungen und es wurde Bezug auf andere Zamonien-Romane genommen und das macht natürlich Lust, nochmals zu den älteren Büchern zu greifen. Für mich ein Grund, mal wieder ein Re-Read aller Romane zu machen.

„Qwert“ konnte mich vollauf überzeugen und ich habe mir jetzt auch das Hörbuch zugelegt, um die Geschichte nochmals gelesen von Andreas Fröhlich genießen zu können. Und wenn ich mich so durch das Leben bewege, glaube ich sogar, manchmal etwas Gennf zu riechen.

Meggies Fussnote:
Ein Ritterroman nach meinem Geschmack.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.11.2025

süße Zauber

Der Laden in der Mondlichtgasse
0


Kogetsu ist der Besitzer eines Süßwarenladens in der Mondlichtgasse, einem geheimnisvollen Ort in der Nähe eines Schreins für Götter. Die Gasse öffnet sich jedoch nur für Menschen, deren Leben aus dem ...


Kogetsu ist der Besitzer eines Süßwarenladens in der Mondlichtgasse, einem geheimnisvollen Ort in der Nähe eines Schreins für Götter. Die Gasse öffnet sich jedoch nur für Menschen, deren Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. In seinem Laden verkauft Kogetsu selbst gemachte Süßigkeiten nach traditioneller, japanischer Art. Wer immer diese isst, fühlt sich danach stärker, besser und weiser. So auch Kana, die daran zweifelt, ob ihr Freund sie wirklich liebt. Oder der Immobilienmakler Koguma, der sich nicht wahrgenommen fühlt. Was keiner weiß, Kogetsu ist ein so genannter Fuchsgeist, der nicht nur den Menschen helfen will, sondern gerade durch seine Hilfe das Verhalten eben dieser Menschen studiert, um zu verstehen.

Ich muss zugeben, dass mich die Bücher japanischer Autoren in letzter Zeit sehr faszinieren. Denn die Geschichten, die dahinter stecken, sind sehr von japanischen Traditionen geprägt bzw. von der japanischen Mythologie und dieser Einblick in die japanische Kultur zeigt mir, dass dieses Land und das Volk sehr stark mit diesen Wurzeln verbunden ist und diese Traditionen auch gerne pflegt. Etwas was in der europäischen Kultur bislang verloren gegangen ist.

Die vorliegende Geschichte ist eine sehr zarte und leise. Denn es geht hier nicht um irgendwelche Tragödien, die geschehen sind, sondern um alltägliche Dinge.

So zum Beispiel die Schülerin Kana, die sich eigentlich sehr gut durchs Leben schlägt. Nur, dass sie gerne in Fettnäpfchen tritt. Ihre Noten sind einigermaßen in Ordnung, sie hat einen netten Freundeskreis und seit kurzem einen Freund und gerade das lässt sie zweifeln. Nicht, ob sie ihn selbst liebt, sondern ob er sie noch mag. Aber anstatt mit ihm zu reden, frisst sie dieses Problem in sich hinein. Und das führt natürlich dazu, dass sie sich jeden Tag in ihren Zweifeln verliert. Bis sie zu einem kleinen Schrein kommt, der den Göttern gewidmet ist. Und durch einen Zufall entdeckt sie den Eingang in die Mondlichtgasse. Dort stößt sie auf einen kleinen Süßwarenladen kauft sich aus Höflichkeit ein paar Süßigkeiten. Am nächsten Tag merkt sie, dass sie nach dem Verzehr der Süßigkeit etwas mehr Glück in ihrem Leben hat. Dies wirkt sich positiv auf ihr Leben aus, und dieses Positive führt zu weiterem Positiven. Genauso geht es auch in den anderen Kapiteln weiter. Jedes Kapitel handelt von jemand anderem, der in seinem Leben unglücklich ist, in die Mondlichtgasse kommt, sich Süßigkeiten kauft und daraufhin sein Leben vollkommen verändert wird.

Das letzte Kapitel selbst ist dem Inhaber des Ladens gewidmet und wir erfahren seine Geschichte und wie es dazu kam, diesen Laden zu eröffnen.

Ich fand die Geschichten sehr berührend, denn eigentlich hätte es die Süßigkeiten ja gar nicht gebraucht, damit die Menschen ihr unglückliches Leben in ein glückliches verwandeln können. Allerdings haben sie halt eben einen kleinen Anstoß gebraucht. Und dieser Anstoß wurde von dem Besitzer des Süßigkeitenladens gegeben.

Das Buch hat etwas Magisches an sich und das hat mir sehr gut gefallen.

Ebenfalls ist die Aufmachung des Buches erwähnenswert. Es ist etwas kleiner und handlicher als andere Bücher und hat knapp 200 Seiten. Ich habe mir bewusst Zeit gelassen beim Lesen, weil ich den Zauber des Buches einfach auf mich wirken lassen wollte.

Meggies Fussnoten:
Zauberhaft, warm und berührend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2025

so macht Geschichte Spaß

Odyssee
0

Troja ist gefallen und nun ist es an allen, heimzukehren. Odysseus in sein geliebtes Ithaka, Agamemnon zurück nach Sparta. Doch leider kommt Odysseus nie an und Agamemnon erwartet zuhause der Tod.

Die ...

Troja ist gefallen und nun ist es an allen, heimzukehren. Odysseus in sein geliebtes Ithaka, Agamemnon zurück nach Sparta. Doch leider kommt Odysseus nie an und Agamemnon erwartet zuhause der Tod.

Die Odyssee neu erzählt von dem grandiosen Autor Stephen Fry - ein Fest des Lesens und der griechischen Mythologie. Schon die ersten drei Bände der Tetralogie waren absolut fesselnd und nun erwartet uns der Abschluss der griechischen Geschichte, die darin endet, dass sich die Götter aus der Menschenwelt zurückziehen und sie sich selbst überlassen.

Odysseus ist fast jedem ein Begriff. Denn er irrte zehn Jahre umher, bevor er es schaffte, nach Hause zurückzukehren und seine Frau Penelope endlich wieder in die Arme schließen zu dürfen. Doch was passierte unterwegs? Von Troja (heute Türkei) bis nach Ithaka (Insel vor der Westküste Griechenlands) ist es eigentlich nicht weit. Aber die Götter waren erzürnt über den Sieg über Troja und straften die Heimkehrer mit einem Sturm. Und ab da beginnt das 10jährige Abenteuer der Heimkehr.

Der Autor erzählt dabei mit einem zwinkernden Auge, mit ein bisschen Sarkasmus und mit viel packendem Wissen. Und wir erleben, wie sich Odysseus tapfer schlägt, wie Agamemnon in seinen eigenen Tod läuft, wie die Nebencharaktere sich in ihr Leben zurückkämpfen oder es verlieren und vor allem, wie die griechischen Götter sich nicht mehr so sehr einmischen und letztendlich ganz aus dem Leben der Menschen verschwinden.

Diesmal geht es um Helden, um Abenteuer und um den unstillbaren Zwang, endlich heimzukehren. Nur um dann herauszufinden, dass es zu Hause auch Probleme gibt, die gelöst werden müssen.

Die griechische ist in meinen Augen die spannendste Mythologie. Insoweit gibt es wohl nichts vergleichbares, weil sich die Götter so dermaßen in das menschliche Leben einmischen, wie sonst nirgends. Und dies führt natürlich immer wieder zu Problemen, zu Kämpfen, zu Intrigen und Streit. Aber das macht die Mythologie auch aus und ist deswegen so ein interessantes und umfangreiches Thema.

Dass der Autor Spaß an diesem Thema hatte, merkt man deutlich und das macht einem das Lesen auch so angenehm. Denn mit diesem Spaß bekommt man das Wissen beigebracht und lernt so eine Menge über das Thema Mythologie und die Griechen.

Ich weiß, dass ich noch öfter zu dieser Reihe greifen werde.

Meggies Fussnote:
So macht Geschichte Spaß.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere