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Veröffentlicht am 02.11.2025

Ein bewegender Jugendroman über den Weg zurück ins Leben

Und mir bleibt der hässliche Hund
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Franziska Hörners „Und mir bleibt der hässliche Hund“ ist eine zarte und gleichzeitig kraftvolle Geschichte, die sich mit den tiefen Gefühlen von Verlust, Trauer und dem mutigen Schritt zurück ins Leben ...

Franziska Hörners „Und mir bleibt der hässliche Hund“ ist eine zarte und gleichzeitig kraftvolle Geschichte, die sich mit den tiefen Gefühlen von Verlust, Trauer und dem mutigen Schritt zurück ins Leben auseinandersetzt. Im Zentrum steht der 16-jährige Felix, dessen Welt nach dem Tod seiner Eltern und seiner kleinen Schwester völlig zerbricht. Die einzige Konstante in seinem Leben ist Bolt, der „hässliche Hund“, der nicht nur ein tierischer Begleiter ist, sondern auch ein Symbol für Felix' eigene Trauer.

Was dieser Coming-of-Age-Roman so besonders macht, ist seine Fähigkeit, schwere Themen mit einer Leichtigkeit zu erzählen, die geradezu ansteckend wirkt. Hörner lässt die Leserin oder den Leser nie allein mit der Schwere der Trauer, sondern flicht immer wieder Momente des Humors und der Hoffnung ein. Felix’ Begegnung mit Mo, einem Jungen mit einer geheimen Vergangenheit und einem sehr eigenen Humor, ist der erste Schritt auf dem Weg der Heilung. Mo und die lebensfrohe Marie bringen Farbe und Leben in Felix’ graue Welt und zeigen ihm, dass es immer noch Gründe gibt, sich dem Leben zu stellen, auch wenn es anfangs sehr schwer fällt.

In einer Dreierkonstellation, die mit den Höhen und Tiefen des Lebens kämpft, stellen sich die Jugendlichen ihren Ängsten und brechen aus den starren Strukturen ihrer Trauer aus. Gemeinsam bewältigen sie waghalsige Herausforderungen, die nicht nur ihre körperlichen Grenzen auf die Probe stellen, sondern auch ihre emotionalen. Es sind vor allem die kleinen, oft unscheinbaren Momente, die den Roman so berührend machen. Die oft unbemerkte Kraft, die Freundschaft und erste Liebe ausstrahlen, wird auf so sanfte Weise eingefangen, dass die Leser sich beinahe wie ein stiller Begleiter auf dem Weg von Felix fühlen.

„Und mir bleibt der hässliche Hund“ ist ein Buch über das Erwachsenwerden, über das Sich-Wieder-Finden in der Welt, wenn alles verloren scheint. Es ist eine leise, aber eindrucksvolle Hommage an die Bedeutung von Freundschaft und die heilende Kraft des Miteinanders. Die junge Autorin hat es geschafft, ein sensibles Thema mit einer Leichtigkeit und einem Humor zu erzählen, die den Leser durch die düsteren Momente trägt und immer wieder ein kleines Lächeln auf die Lippen zaubern.

Der Roman spricht nicht nur junge Leser:innen ab 13 Jahren an, sondern auch alle, die selbst schon einmal mit Verlust oder schwierigen Zeiten zu kämpfen hatten.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Wenn das Universum bricht – Über Trauer, Raum und Neubeginn

Da, wo ich dich sehen kann
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Dies ist kein Buch, das man einfach liest – es ist eines, das einen aufschneidet, ganz leise, und dann zeigt, was im Innersten übrig bleibt, wenn alles Bekannte auseinanderfällt.

Die Geschichte dreht ...

Dies ist kein Buch, das man einfach liest – es ist eines, das einen aufschneidet, ganz leise, und dann zeigt, was im Innersten übrig bleibt, wenn alles Bekannte auseinanderfällt.

Die Geschichte dreht sich um die neunjährige Maja, deren Leben in einem einzigen Moment zerbricht, als ihr Vater die Mutter tötet. Zurück bleibt ein Kind zwischen Schock, Verlust und der Frage, wo sie jetzt hingehört. Ihre Patentante Liv, Astrophysikerin mit Angst vor Nähe und Verantwortung, wird plötzlich zur Ersatzmutter und muss lernen, dass man auch ohne perfekte Antworten Halt geben kann.

Jasmin Schreiber erzählt diese Geschichte mit einer Sprache, die klar und gleichzeitig poetisch ist. Sie wechselt mühelos zwischen Majas kindlicher Wahrnehmung und Livs erwachsener Verdrängung und genau dazwischen entsteht dieser Sog, der einen nicht loslässt. Kein billiges Pathos, kein künstliches Drama. Stattdessen stille Szenen, die länger nachhallen als laute Worte.

Besonders beeindruckend ist, wie das Buch das Thema Gewalt behandelt: sensibel, ohne Voyeurismus, mit dem Blick auf das, was danach kommt: das Leben der Hinterbliebenen, die Leere, das Weiteratmen. Die Astrophysik dient dabei als starkes Symbol: Das Universum, so riesig und gleichgültig, wird zum Spiegel unserer eigenen Unbegreiflichkeit. Livs Arbeit mit Sternen ist gleichzeitig Flucht und Trost ... der Versuch, in der Ordnung des Kosmos einen Sinn zu finden, wo keiner mehr ist.

Trotz der Schwere ist da Hoffnung. Kleine Gesten, zaghafte Nähe, die Erkenntnis, dass Heilung nicht bedeutet, dass alles wieder gut wird sondern dass man weitergeht, auch mit Rissen. Das Buch tut weh, ja, aber auf diese ehrliche, reinigende Art, die einen am Ende irgendwie freier macht.

"Da, wo ich dich sehen kann" ist kein Wohlfühlroman, aber ein wichtiges, starkes Stück Literatur. Es verbindet Wissenschaft und Gefühl, Schmerz und Schönheit und schafft es, dass man am Ende wirklich glaubt: Man kann jemanden verlieren und trotzdem einen Ort finden, an dem man sich wieder sieht.

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Roadtrip der Gefühle

Heldentage
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„Heldentage“ von Martin Schäuble ist ein packender Coming-of-Age-Roman, der den Leser auf einen emotionalen Roadtrip mitnimmt. Drei Jugendliche fliehen aus einer psychiatrischen Klinik und suchen nicht ...

„Heldentage“ von Martin Schäuble ist ein packender Coming-of-Age-Roman, der den Leser auf einen emotionalen Roadtrip mitnimmt. Drei Jugendliche fliehen aus einer psychiatrischen Klinik und suchen nicht nur nach Freiheit, sondern auch nach sich selbst. Diese Reise wird für sie zu einem Abenteuer, das sie auf eine Weise miteinander verbindet, die mehr zu sein scheint als nur eine Flucht vor der Realität.

Nilo, der mit seinen 15 Jahren oft zwischen der digitalen Welt und der realen Welt hin- und herschwankt, landet nach einem heftigen Streit mit seiner Mutter in der Psychiatrie. Hier trifft er auf Faris, der ebenfalls zwischen den Welten lebt, und Mayla, ein Mädchen voller Geheimnisse, das ihre eigenen inneren Kämpfe zu führen hat. Als Mayla plötzlich von der Klinik flieht, folgen Nilo und Faris ihr, was sie in ein Abenteuer stürzt, das sie an ihre Grenzen bringt, sowohl physisch als auch emotional.

Die Geschichte ist in einem lockeren, jugendlichen und doch tiefgründigen Ton gehalten und vermittelt ein authentisches Bild der Schwierigkeiten und Unsicherheiten, die mit dem Erwachsenwerden einhergehen. Der Roman behandelt auf eine einfühlsame Weise Themen wie Freundschaft, Vertrauen und die Frage, wie viel Vergangenheit man tatsächlich hinter sich lassen kann.

Was „Heldentage“ besonders macht, ist die Mischung aus Humor, Abenteuer und Ernsthaftigkeit. Die Jugendlichen sind auf der Suche nach Freiheit, doch sie finden viel mehr: echte Freundschaft, die Bereitschaft, sich zu öffnen, und die Erkenntnis, dass auch das Scheitern Teil des Prozesses ist.

Schäuble gelingt es, ernste Themen auf eine zugängliche Weise zu vermitteln, ohne den Leser zu überfordern. Die Geschichte ist authentisch und tiefgründig, ohne dabei schwer oder zu düster zu wirken. Sie bleibt immer im Einklang mit den Emotionen und Herausforderungen von Jugendlichen und schafft es, diese mit einem gewissen Leichtigkeit zu präsentieren.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Ein stilles Geständnis im digitalen Raum

Birk
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Birk von Liv K. Schlett ist ein einfühlsamer Jugendroman, der sich auf leise, aber eindringliche Weise mit dem Innenleben eines 16-jährigen Jungen beschäftigt. Erzählt wird die Geschichte in Form von Blogeinträgen ...

Birk von Liv K. Schlett ist ein einfühlsamer Jugendroman, der sich auf leise, aber eindringliche Weise mit dem Innenleben eines 16-jährigen Jungen beschäftigt. Erzählt wird die Geschichte in Form von Blogeinträgen und Kommentaren, ein moderner und ungewöhnlicher Stil, der dem Leser unmittelbaren Zugang zu Birks Gedankenwelt eröffnet. Die Sprache bleibt dabei nah an der Lebensrealität Jugendlicher und wirkt dadurch besonders authentisch.

Birk ist ein Junge, wie ihn viele kennen. Er liebt Videospiele, hat Streit mit Freunden und erlebt die typischen Höhen und Tiefen der Pubertät. Doch hinter seiner Fassade verbirgt sich etwas, das er niemandem anvertrauen kann, ein Geheimnis, das schwer auf ihm lastet und ihn innerlich zu zerreißen droht. Seine Blogeinträge werden zum Ventil, zur Suche nach Verständnis und vielleicht sogar nach Erlösung.

Der Roman zeichnet Birks Weg mit großer Sensibilität nach. Es geht um Identität, Scham, Freundschaft und die Angst vor Ablehnung – zentrale Themen für Jugendliche, aber auch für Erwachsene nachvollziehbar. Besonders hervorzuheben ist, wie respektvoll die Autorin mit der Thematik umgeht, ohne Klischees, ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit spürbarem Verständnis für die emotionale Tiefe solcher Erfahrungen.

Das Umfeld, Familie, Schule und Freundeskreis, ist lebensnah gezeichnet und unterstützt die glaubwürdige Atmosphäre des Romans. Gleichzeitig bietet Birk viele Gesprächsanlässe, über seelische Gesundheit, Kommunikation in digitalen Räumen und darüber, wie wichtig es ist, gehört zu werden.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Zwischen Distanz und Vertrautheit

Katzentage
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Im Hörbuch „Katzentage“ von Ewald Arenz begegnen sich Paula und Peter auf neue Weise. Die beiden kennen sich seit Jahren vom Job, haben jedoch nie wirklich hinter die Fassaden des anderen geschaut. Nach ...

Im Hörbuch „Katzentage“ von Ewald Arenz begegnen sich Paula und Peter auf neue Weise. Die beiden kennen sich seit Jahren vom Job, haben jedoch nie wirklich hinter die Fassaden des anderen geschaut. Nach einem gemeinsamen Seminar verbringen sie eine Nacht miteinander, eine spontane Entscheidung, die ungeplant zur Zäsur wird. Als ein Bahnstreik sie daran hindert, direkt zurückzureisen, bleiben ihnen drei gemeinsame Tage in Würzburg. Was zunächst wie ein Zufall wirkt, wird zu einer Gelegenheit: für Gespräche, Nähe, Zweifel und vorsichtige Annäherung.

Die Lesung von Julia Meier bringt genau das zur Geltung, was die Geschichte ausmacht: Zurückhaltung, Feinfühligkeit und Zwischenräume. Ihre Stimme ist angenehm ruhig, fast neutral, ohne dabei leblos zu wirken. Sie überlässt es den Figuren, durch ihre Gedanken und Gesten zu wirken, statt sie durch Betonung oder Theatralik zu lenken. Diese Art der Interpretation passt gut zu Arenz’ reduzierter Sprache.

Inhaltlich lebt das Hörbuch nicht von großen Wendungen oder dramatischen Höhepunkten. Es ist vielmehr ein stiller Text, der auf Zwischentöne setzt. Die wechselnden Perspektiven von Paula und Peter erlauben Einblicke in ihr Denken, in Unsicherheiten und alte Prägungen. Besonders schön gelingt es dem Autor, die Dynamik zwischen Nähe und Vorsicht darzustellen, nichts wirkt übertrieben oder unrealistisch. Stattdessen spürt man, wie sich zwischen den beiden eine Verbindung aufbaut, die leise, tastend und nicht ganz ohne Risiko ist.

Die titelgebende Katze, die die beiden durch die Stadt begleitet, steht sinnbildlich für das, was geschieht: Nähe entsteht nicht auf Knopfdruck, sondern durch Zeit, Vertrauen und gemeinsame Aufmerksamkeit. Diese Symbolik bleibt dezent, niemals aufdringlich, aber doch präsent.

„Katzentage“ ist kein Hörbuch, das laut auf sich aufmerksam macht. Es richtet sich eher an Hörerinnen und Hörer, die kleine Beobachtungen und stille Entwicklungen schätzen. Wer schnelle Handlung oder eine klar ausformulierte Liebesgeschichte erwartet, wird hier möglicherweise nicht vollständig abgeholt. Doch gerade diese Offenheit und das Unfertige machen den Reiz aus.

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