da wäre noch etwas mehr drin gewesen..
Row Zero: Gewalt und Machtmissbrauch in der MusikindustrieDiese Buch hat mich (männlich,38 Jahre alt) wirklich sehr beschäftigt und herausgefordert. Als großer Musikfan und leidenschaftlicher Konzertbesucher habe ich natürlich die Debatte um Rammstein im Sommer ...
Diese Buch hat mich (männlich,38 Jahre alt) wirklich sehr beschäftigt und herausgefordert. Als großer Musikfan und leidenschaftlicher Konzertbesucher habe ich natürlich die Debatte um Rammstein im Sommer 2023 intensiv verfolgt.
Diese nehmen die Autoren als Aufhänger und Spitze des Eisberges, um auf gravierende Missstände in der Musikbranche hinzuweisen.
Dabei ziehen sie Ihre Recherchen sehr umfangreich auf. Angefangen bei Rammstein/Till Lindemann geht es nach dem Thema Grenzüberschreitung im Backstage Bereich und generell auf Konzerten/Touren zu Gewalt gegenüber Frauen im Hip Hop /Deutschrap.
Wir erfahren mehr über die Geschichte und Ursprünge der ersten Groupies und damaligen Übergriffe in den wilden 60ern/70ern und den Anfängen des Rock`n Roll Lifestyles.
Ausführlich schreiben die Autoren auch über das harte und rücksichtlose Business der Musikindustrie und die systematische Ausbeutung von Frauen.
Auch bezeichnend sind die oft zitierten Künstler/Künstlerinnen Autobiografien, in denen die Männer ihre sexuellen Erfolge mit unzähligen Groupies schamlos feiern und die Künstlerinnen über männliche Übergriffe und Missbrauch berichten.
Ich hätte es als Leser gut gefunden, wenn im Kapitel "Knast" das Beispiel von R. Kelly Beachtung gefunden hätte. Er wird leider nur kurz im Vorwort erwähnt.
Das Buch ist definitiv keine einfache Lektüre. Ich persönlich hätte mir noch etwas mehr Tiefe statt Breite gewünscht.
So ist der Bogen von Till Lindemann, über Rapper und Hip Hopper bis hin zu Britney Spears und dann zu sexpositiven, feministischen Ravepartys sehr sehr weit gespannt. Hier muss man als Leser/Leserin sehr aufpassen, nicht den Überblick zu verlieren (Viele Auszüge aus den Musikerbiografien waren mir auch schon bekannt.) Auch fiel es mir als Rockfan zum Beispiel manchmal schwer, wenn man die Hip Hop Künstler so überhaupt nicht kennt.
Das Anliegen des Buches den Machtmissbrauch aber deutlich zu benennen finde ich aber unglaublich gut und wichtig.