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Veröffentlicht am 15.11.2025

Urlaubs-Vibes beim Lesen

If You Fly Too Far
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Diesmal entführt uns Tine Nell nach Fuerteventura. Urlaubs-Vibes sind also garantiert. Elana lässt ihr Leben in Deutschland hinter sich. Nicht nur, dass ihr Freund die Beziehung beendet, nein, er ist auch ...

Diesmal entführt uns Tine Nell nach Fuerteventura. Urlaubs-Vibes sind also garantiert. Elana lässt ihr Leben in Deutschland hinter sich. Nicht nur, dass ihr Freund die Beziehung beendet, nein, er ist auch noch ihr Chef, und somit ist sie auch ihren Job los. Zudem zieht sie aus der gemeinsamen Wohnung aus, und für sie steht fest: Ein Neuanfang muss her.

Da kommt die Stellenanzeige des Pureza Resorts gerade recht, denn dort wird ein Personal Trainer gesucht. Fuerteventura ist weit genug entfernt, um in Berlin alle Brücken abzubrechen. Doch schon auf der Überfahrt gibt es Probleme: Die gebuchte Kabine auf der Fähre ist doppelt vergeben worden. Ein smarter Spanier schnappt ihr die Kabine vor der Nase weg. Doch genau dieser Spanier wird ihr Leben auf den Kopf stellen.

Die Autorin schafft es erneut, eine Sehnsuchtskulisse lebendig werden zu lassen. Es macht Spaß, im Luxus zu schwelgen und Elana als Personal Trainerin über die Schulter zu schauen. Schnell gewinnt die Protagonistin Freunde in Sunny und Dario. Ein wunderbarer Liebesroman, der auch Themen wie Freundschaft, Verlässlichkeit und Hotellerie aufgreift. Zudem entführt uns die Autorin an besondere Orte der Insel. Eine Forbidden Love, ein Spiel mit dem Feuer und der Gefahr, jederzeit aufzufliegen.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und angenehm zu lesen. Für mich ein Roman zum Wegträumen, perfekt für die kleine Auszeit zwischendurch.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Touristenproblematik von Lissabon

Portugiesisches Schweigen
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Ein Kriminalroman, der sich mit einem aktuellen Thema auseinandersetzt. Eine Mordserie hält Lissabon in Atem. Helena Gomes steht dabei zusammen mit ihrem Lebenspartner, dem Ex-Kriminaler und Inhaber eines ...

Ein Kriminalroman, der sich mit einem aktuellen Thema auseinandersetzt. Eine Mordserie hält Lissabon in Atem. Helena Gomes steht dabei zusammen mit ihrem Lebenspartner, dem Ex-Kriminaler und Inhaber eines Antiquariats, Henrik Falkner, wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Die beiden Charaktere sind sehr unterschiedlich, was die These „Gegensätze ziehen sich an“ deutlich unterstreicht.

Helena Gomes ist temperamentvoll und wird manchmal von ihren Gefühlen überwältigt. In ihr schlummert eine unterschwellige Aggressivität, was für eine Frau eher ungewöhnlich ist. Im Gegensatz dazu ist Henrik Falkner ein ruhiger Geselle. Er leidet unter Angststörungen und ist oft in sich gekehrt. Doch mit seiner besonderen Art sorgt er dafür, dass Helena, die sich manchmal etwas verloren fühlt, ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit bekommt. Beide Charaktere ergänzen sich sehr gut, auch wenn sie immer wieder an die Grenzen ihrer Belastung stoßen.

Die Handlung ist mit einem guten Erzähltempo versehen, und man kann ihr gut folgen. Das Thema ist sehr aktuell und zeigt Probleme auf, die Lissabon sicher mit anderen beliebten Weltmetropolen teilt.

Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen, gut erzählend und sprachlich ansprechend. Die Spannung bleibt konstant hoch, und man ist versucht, selbst mitzurätseln, wer die oder der Verdächtige sein könnte. Besonders gut gefallen haben mir die vielen Beschreibungen der Orte in Lissabon.

Ich hoffe, dass ich bald einmal diese besondere Stadt bereisen darf, um mir selbst ein Bild von ihr zu machen. Ein guter Krimi aus Lissabon, der Lust aufs Reisen macht, auch wenn das Reisen hier für einige im Roman nicht so schön war, wie man es sich wünschen würde.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Cozy Welt mit neuem Terrain

Novel Haven - Levels of Love
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Anabelle Stehl erschafft wieder eine cozy Welt, die zum Träumen einlädt. Ich mag bekanntlich die Bücher der Autorin und lasse mich gerne von ihr auf neues Terrain entführen. So auch bei diesem Buch. Eigentlich ...

Anabelle Stehl erschafft wieder eine cozy Welt, die zum Träumen einlädt. Ich mag bekanntlich die Bücher der Autorin und lasse mich gerne von ihr auf neues Terrain entführen. So auch bei diesem Buch. Eigentlich habe ich nichts mit Computerspielen zu tun.

Lara und Luca sind zwei Protagonisten, die ich sofort ernst nehmen konnte und zu denen ich eine Beziehung aufbauen konnte. Sie haben Ecken und Kanten, bereits eine „Geschichte“ hinter sich und punkten mit ihren Erfahrungen. Der duale POV macht die beiden für die Leser*innen sehr nahbar. Die Location ist mehr als exquisit und lädt ebenfalls zum Träumen ein: ein altes Herrenhaus mit einem wunderbaren Anwesen in England.

Natürlich gibt es viel Games-Content, aber er ist verständlich erklärt und man muss definitiv kein Experte oder keine Expertin in Sachen Computerspiele sein, um der Geschichte folgen zu können. Zudem geht es um ein wichtiges Thema, nämlich mentale Gesundheit. In unserer Zeit von enormer Bedeutung. Weitere Themen sind Traumata, Frauen in männlich dominierten Berufen und Sexismus am Arbeitsplatz.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt angenehm zu lesen. Die Chatnachrichten lockern den Roman auf und sorgen für Authentizität.

Mir hat der Roman gut gefallen. Mein einziger Kritikpunkt ist das sehr glatte Ende. Hier hätte ich mir etwas mehr Differenzierung gewünscht. Am Ende bleibt eigentlich nur eine Frage: „Wo bekomme ich jetzt das Spiel Novel Heaven?“, denn ich möchte es nun unbedingt spielen. Den zweiten Teil werde ich auf jeden Fall auch lesen.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Eindringliche und erschütternde Geschichte

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Ein eindringlicher und erschütternder Roman, der bewegt und seinen Leser*innen viel abverlangt.

Seit Stay away from Gretchen bin ich ein großer Fan von Susanne Abel, deshalb stand auch ihr neuestes Buch ...

Ein eindringlicher und erschütternder Roman, der bewegt und seinen Leser*innen viel abverlangt.

Seit Stay away from Gretchen bin ich ein großer Fan von Susanne Abel, deshalb stand auch ihr neuestes Buch sofort auf meiner Wunschliste. Dieses Mal hat es mir allerdings besonders viel abverlangt. Mehr als einmal musste ich die Lektüre unterbrechen, weil mich das Gelesene tief erschütterte. Es geht um die Misshandlungen in Kinderheimen der 50er- und 60er-Jahre in Deutschland: verübt von Priestern, Ordensleuten, Ärzten und unzureichend ausgebildetem Personal. Kinder erlebten körperliche, psychische und sexuelle Gewalt, dazu Medikamententests und -missbrauch. Ein grausames Schicksal, das nicht vergessen werden darf und bis in nachfolgende Generationen nachwirkt.

Im Zentrum stehen Hartmut und Margret, die sich im Heim kennenlernen und füreinander da sind, weil sie sonst niemanden mehr haben. Eine bewegende und beklemmende Geschichte, die zeigt, dass die Traumata der Kindheit sie ein Leben lang begleiten und ihre Spuren auch bei den nächsten Generationen hinterlassen.

Der Roman wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, vor allem aus der Sicht von Margret und Hartmut, aber auch Sabine, Julia und Emily kommen zu Wort. Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen: in der Gegenwart ab 2006 sowie in der Vergangenheit ab 1945. Die Kapitel sind vergleichsweise lang; wer kurze Kapitel bevorzugt, wird hier etwas Geduld brauchen. Für mich war dies weniger ein Problem, eher störte mich ein Bruch in der Erzählung, der ungefähr zur Hälfte des Romans auftritt.

Möglicherweise liegt das daran, dass die Autorin zusätzlich viele weitere Themen einbindet. Dadurch wirkte manches auf mich überladen. Auch das Ende hat mich nicht ganz überzeugt, da es stellenweise zu gewollt erscheint.

Trotzdem überzeugt der Roman durch Susanne Abels einfühlsamen Schreibstil, der berührt, mitnimmt und nachhaltig nachwirkt. Ein starkes, wichtiges Buch mit kleineren Schwächen, das ich eingeschränkt, aber mit Nachdruck empfehlen kann. Die Triggerwarnung zu Beginn des Buches sollte unbedingt ernst genommen werden.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Borkum im Umbruch

Das Strandhotel auf Borkum
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Bereits zum zweiten Mal tauchen wir ein in das Leben der Großfamilie Bakker auf Borkum. Eine Familie mit vielen Nachkommen und großem Einfluss, sie war Jahrzehnte lang mit tonangebend auf der Insel Borkum. ...

Bereits zum zweiten Mal tauchen wir ein in das Leben der Großfamilie Bakker auf Borkum. Eine Familie mit vielen Nachkommen und großem Einfluss, sie war Jahrzehnte lang mit tonangebend auf der Insel Borkum. Diese sähe heute mit großer Wahrscheinlichkeit heute anders aus, wenn es die Familie Bakker nicht gegeben hätte.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts herrschte ein regelrechter Bauboom auf der Insel, die Zeit der Walfänger war vorbei, um zu überleben brauchte man Gäste auf der Insel und so wurde ein Hotel, eine Pension oder ein Gasthaus nach dem nächsten gebaut. Und genau in dieser Zeit spielt der Roman um Hermine Flessner, sie steigt vom Zimmermädchen zur Hausdame auf. Auch als Angestellte im Hotelgewerbe bekommt sie die Probleme der Bauherren, ihrer Arbeitgeber mit. Der Roman überzeugt vor allen Dingen durch Borkum-Flair und vieler kleiner Nebengeschichten, die den Roman rund machen. Neid und Missgunst gibt es viel auf der Insel und so gibt es Sabotage auf dem Bau. Auch Aberglaube, Krankheit und Tod spielen in dem Roman ebenso eine Rolle, wie Liebe, Freundschaft und Loyalität.

Die verschiedenen Erzähl – Perspektiven ermöglichen es zu einigen Figuren eine nähere Beziehung beim Lesen aufzubauen. Dialoge und erzählende Passagen stehen in einem guten Gegengewicht zueinander. Die Sprache ist authentisch angehaucht durch die Platt-Passagen. Wobei davon auszugehen ist, dass noch mehr Platt zu der Zeit gesprochen wurde, aber dann wäre es sehr wahrscheinlich für uns heute nicht mehr lesbar.

Ein ausführliches Nachwort gibt Aufschluss über Fakten und Fiktion, welches ist sehr lesenswert fand.

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