Im düsteren Fichtenwald der Toten
KnochenkälteDas Schwarz-Weiß-Cover von "Knochenkälte" ist einfach gehalten mit dem markanten Kreuz. Es passt perfekt zum Titel und zur Reihe, wirkt still aber auch unheilvoll.
Das Buch liest sich flüssig, ist spannend, ...
Das Schwarz-Weiß-Cover von "Knochenkälte" ist einfach gehalten mit dem markanten Kreuz. Es passt perfekt zum Titel und zur Reihe, wirkt still aber auch unheilvoll.
Das Buch liest sich flüssig, ist spannend, und die Story ist rund. Im siebten Fall von David Hunter wird es düster, atmosphärisch und beklemmend. Auch ohne Vorkenntnisse der Reihe ist der Band abgeschlossen und ein eigenständiges Leseerlebnis.
Simon Beckett versteht es, seine Leser in eine Welt zu ziehen, in der das Grauen unter der Oberfläche lauert. Ein dichter Fichtenwald wird zur bedrohlichen Falle, das Wintersetting lässt einen beim Lesen buchstäblich frösteln. Die Szenerie ist von ihm so lebendig beschrieben, dass man jeden Schritt Hunters nachvollziehen kann. Selbst dann, wenn er sich minuten- oder sogar seitenlang in der Wildnis verliert und man als Leser einfach nur denkt, jetzt finde doch mal endlich das Skelett. Daher sind wissenschaftliche und forensische Details dieses Mal eher dezent eingestreut und Liebhaber der Hunter-Reihe kommen nicht auf ihre Kosten. Die Charaktere sind kantig und unsympathisch außer David, er selbst bleibt der ruhende Pol, immer analytisch, kontrolliert, fast zu beherrscht, selbst wenn der Tod ihm ins Gesicht blickt.
Fazit: ⭐️⭐️⭐⭐️️ für „Knochenkälte“. Ein unterhaltsamer und sehr atmosphärischer Thriller, bei dem man bis zum letzten Drittel Miträtseln kann. Dem Leser bleiben am Ende keine Fragen offen, alles ist logisch zusammengesetzt, auch wenn Beckett reichlich viel Zusammenhänge erst am Ende präsentiert. Ich wurde gut unterhalten und kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.