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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.01.2026

Keine leichte Kost

Kälter
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In seinem Agententhriller „Kälter“ lässt eine Frau zur Waffe werden und gegen den tödlichsten Terroristen der Welt antreten. Luzy Morgenroth, Provinzpolizistin auf Amrum, wo niemand ahnt, dass ihr Jahre ...

In seinem Agententhriller „Kälter“ lässt eine Frau zur Waffe werden und gegen den tödlichsten Terroristen der Welt antreten. Luzy Morgenroth, Provinzpolizistin auf Amrum, wo niemand ahnt, dass ihr Jahre zuvor alles genommen wurde, als sie noch eine ganz Andere war. Bis eine Handvoll Killer auf ihre Insel kommen, die nicht nur für den Tod des Bruders ihrer besten Freundin verantwortlich sind, sondern auch von und ihrem Freund und Kollegen. Da ist für Luzy die Zeit gekommen in ihr altes Leben zurückzukehren um Rache zu üben.

Da „Kälter“ mein erstes Buch von Andreas Pflüger war, wusste ich zu dem Zeitpunkt als ich zur Hörbuchversion griff, noch nicht worauf ich mich da eigentlich einlasse. Der Schreibstil ist kurz und knackig und von Britta Steffenhagen zwar super spannend eingesprochen, jedoch musste ich schnell feststellen, dass die Handlung so komplex ist, dass das Buch nichts für nur mal so „zwischendurch“ ist. Die ebenso actionreichen wie brutale Geschichte spielt Ende des kalten Kriegs u.a. in Israel, Moskau und Berlin, wo auch die Wende und der Mauerfall beschrieben werden. Dem aus dieser Perspektive zu folgen und mehr über diese Zeit zu erfahren war wirklich überaus interessant und spannend, trotzdem konnte mich das Buch nicht so richtig in seinen Sog ziehen und fesseln. Auch wenn die Charaktere überzeugend und realistisch dargestellt sind, waren mir die Ausführungen einfach zu überspitzt und die Hauptprotagonistin Luzy Morgenroth einfach zu viel alleskönnende Superheldin, als dass ich es für mich nachvollziehen konnte.

Fazit: Ein spannender, temporeicher und wortgewaltiger Thriller, jedoch keine leichte Kost für nebenbei und zwischendurch, da die Geschichte wahnsinnig komplex ist. Zwar nicht zu 100% mein Fall, dennoch interessant und lesenswert.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Schlagfertige Lovestory mit Kürbisaroma

The Pumpkin Spice Latte Disaster (Lower Whilby 1)
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In „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ entführt uns Kyra Groh ins idyllische Lower Whilby, ein kuscheliges, kleines Städtchen, in das Musik-Podcasterin Jude, anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester, zurückkehrt. ...

In „The Pumpkin Spice Latte Disaster“ entführt uns Kyra Groh ins idyllische Lower Whilby, ein kuscheliges, kleines Städtchen, in das Musik-Podcasterin Jude, anlässlich der Hochzeit ihrer Schwester, zurückkehrt. Doch die Abneigung gegen ihre englische Heimatstadt mitsamt ihrer Menschen ist ebenso groß, wie der Wille dort schnellstmöglich wieder das Weite zu suchen. Doch dann tritt Cafébesitzer James, der obendrein Sohn bekannter Musiker ist, in ihr Leben und schnell ist es nicht nur ein Interview mit seinen Eltern, nach dem sich Jude sehnt.

Sowohl die gegensätzlichen Hauptcharaktere Jude und James, welche beide Verletzungen aus ihren vorausgegangenen Beziehungen mit sich tragen und voller innerlicher Selbstzweifel sind, als auch sämtliche Nebencharaktere der Story waren mir auf Anhieb sympathisch. Allesamt sind sie sehr gut und vielschichtig ausgearbeitet, ebenso wie der gemütliche Kleinstadt-Charme von Lower Whilby, der richtig gut rübergekommen ist, Herbstfeeling verbreitet und mir sehr gut gefallen hat. Kyra Grohs Schreibstil ist modern, flüssig zu lesen, unterhaltsam und durch Judes Schlagfertigkeit auch überaus humorvoll. Dadurch, dass die Story abwechselnd aus Judes und James Perspektive erzählt wird, ist sie durchaus unterhaltsam und plätschert mal etwas oberflächlicher, mal etwas tiefgründiger, vor sich hin. Genervt haben mich allerdings irgendwann James permanente Sexgedanken und -fantasien bezüglich Jude, die in der Hörbuchversion extrem aufdringlich waren und durch die ich ihn und die ganze Geschichte irgendwann nicht mehr so recht ernst nehmen konnte.

Fazit: Durchaus unterhaltsame und süße Kleinstadt-Lovestory à la Gilmore Girls, die zwar ihre Schwächen hat, aber durchaus kuschelige Herbstfeelings verbreitet und vor allen Dingen Lust auf gleichnamiges Heißgetränk macht.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Vom Sammeln kostbarer Momente

Jetzt gerade ist alles gut
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Im Hause des Erzählers herrscht eigentlich Vorfreude auf den kurz bevorstehenden Familienurlaub. Dann, ein kleiner, zunächst nicht beachteter, Schnitt in den Finger und plötzlich hängt das Leben des Familienvaters, ...

Im Hause des Erzählers herrscht eigentlich Vorfreude auf den kurz bevorstehenden Familienurlaub. Dann, ein kleiner, zunächst nicht beachteter, Schnitt in den Finger und plötzlich hängt das Leben des Familienvaters, dank einer Sepsis, am seidenen Faden. Dieses ebenso beängstigende, wie einschneidende Erlebnis, das Stephan Schäfers Erzähler in „Jetzt gerade ist alles gut“ widerfährt, veranlasst ihn nicht nur sein Leben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und bewusster wahrzunehmen, sondern auch etwas zu verändern.

Der Schreibstil des Buch ist unaufgeregt und doch startet es mit einer spannenden, starken und gut nachfühlbaren Erzählung, in deren Verlauf, intensiv auf die lebensbedrohliche Situation und die einhergehenden Ängste des Erzählers eingegangen wird, in dessen Leben nun ein Wendepunkt stattfindet. Er verinnerlicht, dass ihm ein neues Leben geschenkt wurde. Was darauf folgt, ist eine Sammlung aneinandergereihter, kurzer Geschichten - ein buntes Potpourri kostbarer Momente, bestehend aus Gedanken, Beobachtungen, Erinnerungen und Erlebnissen des Erzählers. Ich kann nicht genau ausmachen woran es liegt, doch konnte mich das Buch trotz seiner Sinnhaftigkeit nicht so richtig erreichen. Vielleicht sind mir die Geschichten einfach zu oberflächlich und flach gehalten, zu wenig in die Tiefe gehend, als das sie es geschafft hätten mich nachhaltig zu berühren.

Fazit: Ich finde das Buch weder schlecht, noch richtig gut. Es ist ein nettes, kurzweiliges Buch, welches sicherlich dem ein oder anderen „Anfänger“ etwas wertvolles vermitteln kann, zum Innehalten motiviert und auch zum Nachdenken anregt. Mir persönlich war es einfach nur irgendwie zu platt.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Zeitgemäßer Gesellschaftsroman

Aufsteiger
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Felix Licht hat nur einen Traum - nach jahrelanger harter Arbeit möchte er endlich den Posten des Chefredakteurs antreten. Doch dann, kurz vor dem langersehnten Höhepunkt seiner Karriere kommt alles anders, ...

Felix Licht hat nur einen Traum - nach jahrelanger harter Arbeit möchte er endlich den Posten des Chefredakteurs antreten. Doch dann, kurz vor dem langersehnten Höhepunkt seiner Karriere kommt alles anders, die Wahl für den Posten fällt auf eine Frau. Eine ganz besondere Frau. Bis auf die Grundmauern erschüttert, sind nicht nur seine besten Jahre seiner Karriere zum Opfer gefallen, sondern ebenso seine Ehe und echte Freundschaften.

Mit „Aufsteiger“ ist Peter Huth eine sehr pointierte und vielumfassende Gesellschaftskritik in unterhaltsamer Romanform gelungen. Einmal mehr führt er uns, unsere skrupellose Welt vor Augen, wobei er sich hauptsächlich auf das Medien - und Verlagswesen bezieht. Dabei greift er u.a. Themen wie Feminismus, Cancel Culture, Transsexualität, Rechts - Links Positionen, Klimakleber, Diskriminierung auf, was für meinen Geschmack etwas viel auf einmal war. Sein Schreibstil ist vielgestaltig, ironisch und lebendig, wobei die von ihm gezeichneten Akteure eher klischeebehaftet dargestellt sind und mir nicht ans Herz wachsen konnten. In Sachen Spannung beinhaltet die Story interessante Plot-Twists und hält sich eigentlich durchweg konstant, wobei sich die Ereignisse zum Ende hin dann extrem überschlagen und mir etwas zu dramatisch und überspitzt waren.

Fazit: Alles in Allem ein empfehlenswerter, unterhaltsamer und zudem absolut zeitgemäßer Gesellschaftsroman, der mich zwar nicht vollends packen konnte, jedoch einen interessanten Einblick in die Verlags- und Medienbranche verleiht, zum Nachdenken anregt und Fragen aufwirft.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Spiritueller Trost

Alle Tiere kommen in den Himmel
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In ihrem Buch „Alle Tiere kommen in den Himmel“ nähert sich Seelenforscherin, Medium und Buchautorin Sylvia Browne der Trauerbewältigung um ein geliebtes Tier von der spirituellen Seite, informiert und ...

In ihrem Buch „Alle Tiere kommen in den Himmel“ nähert sich Seelenforscherin, Medium und Buchautorin Sylvia Browne der Trauerbewältigung um ein geliebtes Tier von der spirituellen Seite, informiert und tröstet anhand bewegender Geschichten und Beispiele.

Ich bin im Rahmen einer Fortbildung zur „Sterbebegleiterin für Tiere“ zu diesem Buch gekommen, nach der ich mich breitgefächert nach weiterer Literur umgeschaut habe. Sagen wir es mal so - ich versuche zwar stets für alles offen zu sein und halte grundsätzlich auch nichts für unmöglich, glaube aber nicht wirklich daran, dass es nach dem Tod weitergeht. Und trotzdem hat mir das Buch gut gefallen, da ich alleine die Vorstellung sehr tröstlich finde. Ich wollte mich mit dem Buch weder spirituell weiterbilden, noch in tiefere fachchinesische Sphären begeben, sondern einfach nur zu diesem Thema informieren und vielleicht eine weitere trostspendende Möglichkeit finden. So finde ich es schon immer sehr tröstlich mich mit dem Thema das mir Kummer bereitet auseinanderzusetzen, darüber zu lesen und mich mit meinen Gedanken darüber abzulenken. Deshalb hat mir an diesem Buch z.B. auch die Einführung in das Thema, die sich u.a. mit der (spirituellen) Rolle der Tiere im Altertum etc. beschäftigt, sehr gut gefallen. Die Beispielgeschichten waren interessant, auch wenn sie sich natürlich geähnelt haben, denn schließlich wollte die Autorin ja darauf hinaus, dass es sich nicht um ein vereinzeltes Phänomen handelt, sondern viele Menschen das gleiche berichten.

Fazit: Um mich in dieses Thema oberflächlich hineinzulesen und spirituell überhaupt mal damit auseinanderzusetzen, war das Buch für mich auf jeden Fall informativ, interessant, lesenswert und sicher auch ein stückweit tröstlich und hoffnungsspendend, wenngleich ich auch nicht ganz daran glauben kann (deshalb auch nur 3 Sterne), wofür ja aber grundsätzlich das Buch nichts kann

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