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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.11.2025

dicke Leseempfehlung

Möge Gott Dir vergeben
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Mein erster Krimi über den Ermittler Harry Mc. Coy. Und das wird sicherlich nicht mein letzter bleiben. Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es hat alles, was ein guter Krimi meiner Meinung nach ...

Mein erster Krimi über den Ermittler Harry Mc. Coy. Und das wird sicherlich nicht mein letzter bleiben. Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen. Es hat alles, was ein guter Krimi meiner Meinung nach braucht. Einen Hauptdarsteller, der selber sein Päckchen zu tragen hat. Harry hat vor allem gesundheitliche Probleme, die auch aus seiner anstrengenden Arbeit resultieren. Und menschlich ist er ein Eigenbrödler, der nur für seinen Job zu leben scheint. Gute Nebendarsteller. Sowohl unter den Kollegen als auch privat ist da einiges an Leuten unterwegs. Ganz vorne natürlich ein Freund aus dem Kriminellenmillieu, den er eigentlich gar nicht haben dürfte und der auch ziemlich gefährlich werden könnte - auch für Harry gefährlich. Da wären wir gleich bei den doppelten Böden, die allerorts in der Geschichte eingebaut sind. Scheinbar harmlose Zeitgenossen, die ihr eigenes Süppchen kochen. Söhne, die nicht tun, was ihre Väter und die Freunde der Väter von ihnen denken. Ein Selbstmörder, der im Leben mehr Geld hatte als gedacht. Und einiges mehr. Außerdem ist es ein spanenndes Pflaster, auf dem diese Serie spielt. Glasgow in den Siebzigern, das sind aufgeheizte Menschenmassen, reißerische Zeitungsartikel, bärbeißige Polizisten und viele dunkle Ecken mit jeder Menge Kriminalität.

Die Spannung bleibt bis zur letzten Seite hoch und die ein oder andere Überraschung bietet der wunderbar verzwickte Plot auch noch. Eine dicke Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 22.09.2025

sehr unterhaltsam

Mate – Die unzumutbare Unmöglichkeit von Liebe
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Ich gebe zu, ich bin ein Hazelwood-Fan der ersten Stunde, des ersten Buches. Und das erste Buch der Vampir-Werwolf-Reihe war einfach Klasse. Also musste ich hier natürlich beim Hörbuch zugreifen und ich ...

Ich gebe zu, ich bin ein Hazelwood-Fan der ersten Stunde, des ersten Buches. Und das erste Buch der Vampir-Werwolf-Reihe war einfach Klasse. Also musste ich hier natürlich beim Hörbuch zugreifen und ich habe es in zwei Tagen durchgesuchtet.
Die Ausgangslage ist diesmal nicht Werwolf liebt Vampirfrau sondern Werwolf hat dieses Gefährten-Ding mit einer Mensch-Werwolf-Frau. Und beide wehren sich heftig dagegen. Dazu kommt, dass alle Personen aus dem ersten Band mitwirken und die Geschichte durcheinander wirbeln.

Mir hat vor allem gefallen, dass es thematisch wieder darum geht, ob die verfeindeten Spezies (Nationen) nicht einen gemeinsamen Nenner finden und friedlich werden können. Das passt einfach gut in die Zeit und auch gut zur Geschichte.

Die Vorleserin macht ihren Job hervorragend und der Unterhaltsungswert ist mal wieder hoch. Es ist natürlich vor allem eine Liebesgeschichte. Aber Ali Hazelwood versteht es, eine Prise Fantasy so schön reinzuwursteln, dass es funkt und fetzt.

Unbedingt anhören

Veröffentlicht am 14.09.2025

True-Crime

Protokoll eines Verschwindens
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"Protokoll eines Verbrechens" ist der sehr treffend gewählte Titel dieses Romans. Alexander Rupflin schreibt bei der Zeit über tatsächliche Verbrechen. So lag es wohl nahe, einen besonders erschreckenden ...

"Protokoll eines Verbrechens" ist der sehr treffend gewählte Titel dieses Romans. Alexander Rupflin schreibt bei der Zeit über tatsächliche Verbrechen. So lag es wohl nahe, einen besonders erschreckenden Mordfall in seinem Erstling zu erzählen. Dabei beleuchtet er aus alle Blickwinkeln eine Ermittlung und den Prozess. Er taucht ein in die Welt des Täters, erzählt von den Opfern und beschreibt die Gefühle und Gedanken der Hinterbliebenen, die um eine Aufklärung ringen.

Eindringlich und erschreckend nah dran ist der Leser an diesem True-Crime-Fall. Und natürlich ist das Wissen, dass es sich hier um eine reales Verbrechen handelte, die Prise Realität, die besonders erschüttert.

Mir hat gefallen, dass Rupflin versucht, eine gewisse Neutralität beizubehalten und dennoch das Leid der Opfer und ihrer Familien nicht klein zu machen.

Ein hervorragendes Buch, auch weil es beklemmend ist.

Veröffentlicht am 11.09.2025

wundervoll

Wilder Honig
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Manchmal hat man das Glück und es fällt einem einem kleiner Leseschatz mehr zufällig in die Hände. So geht es mir mit dem Buch "Wilder Honig" von Caryl Lewis. Entdeckt auf Vorablesen habe ich es mir von ...

Manchmal hat man das Glück und es fällt einem einem kleiner Leseschatz mehr zufällig in die Hände. So geht es mir mit dem Buch "Wilder Honig" von Caryl Lewis. Entdeckt auf Vorablesen habe ich es mir von einer Freundin geliehen.

Im Mittelpunkt stehen drei Frauen: Hannah, Sadie und Megan. Eine jede hat ihr Vergangenheitspäckchen zu tragen. Als sie sich im walisischen ländlichen England begegnen werden sie schnell Freundinnen.

Hannah hat damit zu ringen, dass ihr Mann überraschend verstorben ist. Er hat ihr elf Liebesbriefe geschrieben, die allein schon Kleinode sind. Voll Zuneigung, Klugheit und eingebettet in die Liebe zur Natur und zu seiner Eherfrau.

Es geht also um Trauerverarbeitung, aber auch um Enttäuschungen und wie menschliche Nähe über viele Abgründe hinweg hilft.

Besonders toll ist die warmherzige Sprache. Die hat mich richtig geflasht. Ein wundervolles Buch.

Veröffentlicht am 11.09.2025

di eerste Umweltschützing der USA

In uns der Ozean
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Warum habe ich denn noch nie von Rachel Carson gehört? Was für eine interessante Geschichte, die die Leserschaft hier serviert bekommt.

Rachel lebte Anfang des 20. Jahrhunderts im Osten der USA. Sie ...


Warum habe ich denn noch nie von Rachel Carson gehört? Was für eine interessante Geschichte, die die Leserschaft hier serviert bekommt.

Rachel lebte Anfang des 20. Jahrhunderts im Osten der USA. Sie möchte eigentlich ihre Promotion in Naturwissenschaft beenden aber als der Vater überrascht stirbt muss sie die Familie alleine ernähren. Sie arbeitet für die Fischereibehörde und später für das Radio. Sie bringt den Amerikanern die Naturwissenschaften näher und zeigt die Zusammenhänge vom Raubbau der Fischerei auf die Fischbestände.

Später folgen weitere Themen und auch dank ihr und ihren Büchern und Artikeln kommt der Umweltschutz in den USA in Fahrt. Lange wurde diese Frau von der Welt und der Wissenschaft vergessen. Wie schön, dass Theresia Graw sie für uns ans Tageslicht bringt.

Ein sehr gut geschriebener und spannender Biografischer Roman.