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Veröffentlicht am 29.11.2025

besonders, anders, rätselhaft

HEN NA IE - Das seltsame Haus
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HEN NA IE - Das seltsame Haus / Uketsu
 
„Im Obergeschoss habe ich Schritte gehört, aber eigentlich dürfte dort niemand sein.“
„Immer wenn ich allein im Wohnzimmer bin, spüre ich Blicke, die auf mich ...

HEN NA IE - Das seltsame Haus / Uketsu
 
„Im Obergeschoss habe ich Schritte gehört, aber eigentlich dürfte dort niemand sein.“
„Immer wenn ich allein im Wohnzimmer bin, spüre ich Blicke, die auf mich gerichtet sind.“
„Im Wandschrank sind Stimmen zu hören.“
– solche und ähnliche Begebenheiten in sogenannten Spukhäusern gibt es wie Sand am Meer. Aber das, was ich nun über dieses Haus erfuhr, unterschied sich doch ein wenig von all diesen Geschichten. (S.15)
 
Der Erzähler, ein Journalist, wird von seinem Bekannten Yanaoka um einen Rat zu einem Hauskauf gebeten. Es ist ein relativ neues Haus in guter Lage zu einem vernünftigen Preis – und doch hat Yanaoka Zweifel. Der Erzähler bittet den Architekten Kurihara – ein Freund von Horror und Mystery - um Unterstützung, die beiden beginnen den Grundriss des Hauses zu analysieren. Zunächst sieht alles völlig normal aus, aber beim genaueren Hinsehen fallen seltsame Dinge auf:
 
„Außerdem hat das Kinderzimmer kein einziges Fenster.“ (S.22)
 
Und es ergeben sich weiter Ungereimtheiten, die zu der Frage führen, ob hier eine Existenz verborgen, gar ein Kind eingesperrt wurde? Ist in dem Haus ein Verbrechen geschehen?
 
Nachdem ein Journalist einen Artikel über das Haus veröffentlicht hat, meldet sich Yuzuki Miyae. Obwohl der Bericht keine Details enthielt, wirkt es, als hätte sie tiefergehendes Wissen und eine Verbindung zu dem Haus.
 
„Dieses Haus beinhaltet zwei Aspekte. Licht und Dunkelheit – so könnte man es beschreiben.“ (S.99)
 
Doch damit nicht genug – es gibt ein weiteres Haus mit einem ähnlich verstörenden Grundriss.

Eine komplexe Familiengeschichte, lang zurückliegende Ereignisse, mysteriöse Kinder und eine Familie, die plötzlich verschwindet.
 
„Dieses Haus ist vom Groll einer Frau erfüllt.“ (S.182)
 
Ein großartiger Satz in einem spannenden Mystery-Roman.
 
... und dann sind da ja noch die Leichenteile, die in der Nähe eines der Häuser in einem nahen Wald gefunden werden und der verschwundene Herr Miyae.
 
„Die linke Hand der Leiche ist samt Handgelenk abgetrennt worden“ – Diese Worte hakten sich bei mir fest. (S.65)
 
Der Journalist und der Architekt nehmen bei der Betrachtung der Bauzeichnungen immer neue Perspektiven ein und mit jedem anderen Blickwinkel scheint es weitere, unvorstellbare Erklärungen für die Unstimmigkeiten in den Grundrissen zu geben.
 
Kann eine Bauzeichnung nicht nur Wände, sondern auch Verbrechen zeigen?
Was verbirgt sich hinter der Fassade?

Nach und nach ergibt sich ein vielschichtiges Bild und es wird klar, dass die Vergangenheit bis in die Gegenwart wirkt. Aber:
 
„Nun, auch das sind alles nur Spekulationen. Nehmen Sie es daher nicht so ernst!“ (S.215)
 
Das Buch hat mich begeistert, gefesselt, fasziniert, zum Miträtseln eingeladen – aber auch in die Irre geführt, nicht wieder auf den richtigen Weg gebracht und am Ende war ich etwas lost, habe die Auflösung nicht direkt greifen können, sie war für mich zunächst nicht schlüssig, es schien, dass die Ungereimtheiten der Grundrisse ebenso auch in der Geschichte und sowieso alles zu komplex war.
Es hat also einen Moment gebraucht, „Das seltsame Haus“ ist nicht einfach ein Roman – das Buch fordert den Lesenden und genau das macht den Reiz aus.
 
Mir persönlich hat „Seltsame Bilder“ etwas besser gefallen, nichtsdestotrotz ist „Das seltsame Haus“ ein großartiger, origineller, ungewöhnlicher Roman, der mich begeistert und mit seiner besonderen Atmosphäre und der subtilen Spannung in den Bann gezogen hat. Die Skizzen laden zum Miträtseln ein und ich habe unbedingt wissen wollen, was es mit den Häusern auf sich hat.
 
Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.11.2025

kurzweilige Grusel-Unterhaltung für die dunkle Jahreszeit

Gruselige Weihnacht überall. Klassische Horror- und Geistergeschichten
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Gruselige Weihnacht überall – Klassische Horror- und Geistergeschichten

„Dann herrschte wieder Stille. Nach einer Weile hörte ich abermals Geräusch, wie Schritte auf dem Flur, hohe Absätze und über den ...

Gruselige Weihnacht überall – Klassische Horror- und Geistergeschichten

„Dann herrschte wieder Stille. Nach einer Weile hörte ich abermals Geräusch, wie Schritte auf dem Flur, hohe Absätze und über den Boden schleifende Seidenschleppen.“ (S.83)

Na, wie hört sich das für euch an?
Macht es euch neugierig, was da auf dem dunklen Flur des alten Hauses vor sich geht? Möchtet ihr wissen, wer oder was gleich an der Tür klopfen oder ohne diese zu öffnen in das Zimmer kommen wird?

Oder seid ihr der Meinung:

„Es mag sie geben oder auch nicht, aber solange ihre Existenz nicht zweifelsfrei geklärt ist, weigere ich mich, etwas so Unangenehmes wie den Glauben an Gespenster zu übernehmen.“ (S.14)

Ein auf den Ruinen eines Klosters gebautes, altes Herrenhaus und ein nicht zur Ruhe kommender Mönch; Liebe weit über den Tod hinaus; Rache und tödliche Scherze; vom Weg abkommende Reisende und grausame Heimsuchungen; Brautjungfernkleider, die zu Totengewändern werden – und immer wieder Dunkelheit, Kälte und Schnee:

„Überall lagen sechs Zoll feiner Schnee, trocken wie Salz, der Himmel ein bleierner Deckel, und alles deutete darauf hin, dass noch mehr fallen würde.“ (S.10)

Mit „Gruselige Weihnacht überall“ präsentiert Jochen Veit zehn spannende Geschichten, die für schaurige Unterhaltung und echte Gänsehautmomente sorgen.
In dem Buch finden sich unter anderem Erzählungen von Charles Dickens, H. P. Lovecraft und B. M. Croker, es sind alle Sorten Grusel und für jeden Geschmack etwas dabei und gerade in der mitunter hektischen Vorweihnachtszeit sind Kurzgeschichten doch eine tolle Alternative und wunderbare vorweihnachtlich-gruselige, schneeankündigende und unterhaltsame Zwischenmahlzeit.

Verlassene Häuser, ein unerwartetes Klopfen an der Tür, eine gespenstische Gesellschaft – ich habe die Geschichten gern gelesen, mich gegruselt und finde die Zusammenstellung der Geschichten sehr gelungen!

Das Buch ist ausdrücklich nicht nur zum Selberlesen und -gruseln, sondern auch zum Vorlesen und ein tolles Geschenk!

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Veröffentlicht am 15.05.2025

solide Unterhaltung _ Junge von damals trifft Mädchen von heute

Das Ministerium der Zeit
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Das Ministerium der Zeit / Kaliane Bradley

Eine junge Frau, deren Namen in der gesamten Geschichten nicht genannt wird, die bisher als Übersetzerin tätig war, bekommt einen Job in einem geheimnisvollen ...

Das Ministerium der Zeit / Kaliane Bradley

Eine junge Frau, deren Namen in der gesamten Geschichten nicht genannt wird, die bisher als Übersetzerin tätig war, bekommt einen Job in einem geheimnisvollen Ministerium.

>Ihre Chefin zuckte die Schultern. „Zeitreisen“, sagte sie, als redeten wir von Kaffeemaschinen. „Willkommen im Ministerium.“<(S.13)

Dem Geheimdienst und dem Ministerium ist es mit einem Portal gelungen, Menschen, die sich in der Vergangenheit in einer tödlichen Situation befunden haben, ins London der Gegenwart zu bringen; die Aufgabe der jungen Frau ist es als sogenannte „Brücke“ einen dieser Menschen beim Einleben zu begleiten.

Thomas Cardingham, ein Teilnehmer der Schlach von Naseby und Margaret Kremble, die zur Zeit der großen Pest in London gelebt hat, kommen aus dem 17. Jahrhundert, Anne Spencer erlebte 1793 die Französische Revolution und Arthur Reginald-Smyth hat im 1. Weltkrieg gekämpft. Sie bekommen jeweils eine eigene „Brücke“, die junge Frau wird sich um Graham Gore, Commander der Royal Navy und Polarforscher kümmern, der 1847 als Teilnehmer der Franklin-Expedition im Alter von 37 Jahren verstorben ist.

„Die Tatsache, dass ich mit einem viktorianischen Marineoffizier zusammenlebte, war schon verrückt genug.“ (S.119)

Aber nicht nur, dass sie ihm die Geschichte, die seit seinem Aufbruch in die Arktis passierte, nahebringen soll, veränderte Rollenbilder, technischer Fortschritt und moderne Kommunikation sind ebenfalls Teil des Einlebens – und auch wenn sich über all die Jahre viel verändert hat: die Liebe ist die größte Katastrophe von allen!

„Falls du jemals geliebt hast, bist du für den Rest deiner Tage eine Liebende.“ (S.280)

Ein schöner Satz aus dem Roman, der zum Glück nicht herzschmerzig ist - und das ist gut so; gleichwohl ich auch die "spicy Szenen" nicht gebraucht hätte, die Geschichte hätte auch ohne funktioniert.
"Funktionsstörungen" gab es für mich auch an der einen oder anderen Stelle, an denen mich Formulierungen und Sätze sehr irritiert haben, insbesondere die Bezeichnung „Expats“ für die Menschen aus der Vergangenheit hat mir nicht gefallen.

Der Roman ist vielschichtig, die Berichte über die Erfahrungen, die die Zeitgereisten beim Eingewöhnen machen und der Lovestory-Handlungsstrang lesen sich unterhaltsam, spannend wird es, als die Frage aufkommt, ob das Zeitreiseportal Wissenschaft oder Waffe ist - und als ein Kollege / Agent verschwindet und Graham, Arthur und Co. in Gefahr geraten.

In Rückblenden wird von der Franklin Expedition und den Erlebnissen von Graham Gore erzählt, den es tatsächlich gegeben hat. Das gefällt mir richtig gut.

„Alles, was jemals geschehen ist, hätte verhindert werden können, und nichts davon wurde verhindert. Das Einzige, das wir verändern können, ist die Zukunft. Glaub mir, wenn ich sage, das habe ich von der Zeitmaschine gelernt.“ (S.238)

Kaliane Bradley erzählt eine Geschichte, die situationsbedingt komische Momente hat, aber auch zum Nachdenken anregt – und natürlich ist sie auch für’s Herz (Stichwort: Junge trifft Mädchen)
Spannend wird es ebenfalls, denn so ein Portal bringt auch Gefahren mit sich, Waffe oder Wissenschaft, das ist hier die Frage!

Mich hat das Buch solide unterhalten.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

eine spannende, historische Reise nach London

Die Brücke von London
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Ich liebe London und wenn ich dort bin, stelle ich mir oft vor, was an den Orten, die ich besuche, wohl schon alles passiert ist. Die Stadt steckt voller Geschichten und mit „Die Brücke von London“ erzählt ...

Ich liebe London und wenn ich dort bin, stelle ich mir oft vor, was an den Orten, die ich besuche, wohl schon alles passiert ist. Die Stadt steckt voller Geschichten und mit „Die Brücke von London“ erzählt Julius Arth die Geschichte der London Bridge und der Menschen, die mit ihr verbunden sind.
 
„Die Brücke von London“ ist ein historischer Roman, der in zwei Zeitebenen angesiedelt ist. In der ersten Zeitebene im Jahr 1202 wird die Geschichte der Schwestern Estrid und Sibilla erzählt, die durch ihre hellseherischen Fähigkeiten die Zukunft der Brücke voraussehen. Der Bau der Brücke beginnt 1202, viele Menschen finden dadurch Arbeit, so auch Stephen, der Mann von Estrid. Ihre Schwester hängt dem alten Glauben an, lebt allein im Wald und durch ihre Weissagung, dass ein Unglück auf der Baustelle passieren wird, zieht sie den Unwillen der Baumeister auf sich und wird als Hexe für die Schwierigkeiten auf der Baustelle verantwortlich gemacht.
 
Im Jahr 1749 herrscht reger Verkehr auf der London Bridge und die dort ansässigen Geschäftsleute machen gute Geschäfte. Die verwitwete Tuchhändlerin Juliana Hamley führt das Geschäft ihres Mannes weiter, hat jedoch viele Schwierigkeiten und ist ständig vom Ruin bedroht. Unerwartet bekommt sie Hilfe von dem Straßenjungen Alder, dieser hat sich mit anderen Straßenkindern zusammengetan, jedoch ist ihr Handeln oftmals nicht mit dem Gesetz zu vereinbaren und so gerät auch Juliana in illegale Machenschaften – und als ob das nicht genug wäre droht der Bau einer neuen Brücke die Geschäfte zu beeinträchtigen.
Oliver Morris ist neu in London. Mit seinem Job im Bridge House ist er nicht zufrieden und schon bald ist er einem Komplott auf der Spur, in das auch Juliana verwickelt ist.
 
Wird Juliana ihr Geschäft retten können, ihren Weg und ihr Glück finden?
 
Geschickt verbindet der Autor in seinem Roman die beiden Zeitstränge, die Charaktere sind lebendig beschrieben, so dass ich mich gut in die Geschichte hineinversetzen konnte. Besonders die Entwicklung von Juliana von der verzweifelten Witwe zu einer selbstbewussten Frau hat mir gut gefallen.
Der historische Roman „Die Brücke von London“ bietet interessante, gut lesbare, spannende und kurzweilige Unterhaltung und die London Bridge spielt eine zentrale Rolle. Ich hätte mir ergänzend als Nachwort des Autors eine Einordnung von Fakten und Fiktion gewünscht – und da es am Ende offene Fragen gibt, gehe ich davon aus, dass es eine Fortsetzung geben wird, die ich mit Spannung erwarte.
 
Leseempfehlung für alle Buchmenschen, die London und historische Romane lieben!

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Veröffentlicht am 24.02.2025

ein interessantes Stück Musikgeschichte

Wir sind die Roboter
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Wir sind die Roboter – Kraftwerk und die Erfindung der elektronischen Pop-Musik / Uwe Schütte
 
In den 80er gab es für mich nicht nur den besten aller Roberts und die Hosen, ich habe mich auch für Bands ...

Wir sind die Roboter – Kraftwerk und die Erfindung der elektronischen Pop-Musik / Uwe Schütte
 
In den 80er gab es für mich nicht nur den besten aller Roberts und die Hosen, ich habe mich auch für Bands wie OMD, New Order und Depeche Mode begeistert.
Aber wer hat diese Bands inspiriert und woher kommt elektronische Musik?
Nicht unerheblichen Einfluss darauf haben zwei Männer aus Düsseldorf und in dem Buch „Wir sind die Roboter“ erzählt Uwe Schütte von Kraftwerk und der Erfindung der elektronischen Pop-Musik.
 
Ich habe Kraftwerk in den 80er Jahren wahrgenommen, jedoch ohne ihre Bedeutung für die Musikwelt auch noch annähernd erkennen zu können.
 1970 gründen Ralf Hütter und Florian Schneider Kraftwerk, in ihrem Kling-Klang-Studio in Düsseldorf entwickeln sie „Heimatmusik aus der Rhein-Ruhr-Gegend“ (S.10)
 
„Unsere Musik ist elektronisch, aber wir betrachten Sie als eine Form der Volksmusik aus dem deutschen Industriegebiet – industrielle Volksmusik.“ (S.38)
 
Kraftwerk ersetzen Gitarren und Schlagzeug durch elektronische Apparate und verändern damit grundlegend die populäre Musik. Bewusst schmal ist der Grat zwischen Mensch und Maschine, wenn sie robotergleich ihre elektronischen Klangdarbietungen, angereichert mit Texten in Deutsch, Englisch Französisch, Spanisch, Russisch und Japanisch vortragen. Aber sie verstehen sich nicht nur als „Musikarbeiter“, Kraftwerk sind ein Gesamtkunstwerk, denn auch die Gestaltung der Plattencover, Videos und Grafiken liegt bei den Künstlern – und damit beeinflussen sie viele Bereiche der Kunstszene.

Natürlich hätten New Order ihren blauen Montag auch mit Klavier und Kontrabass zusammendübeln können, ob „Being Boiled“ von The Human League mit Blockflöte und Triangel ein Erfolg geworden wäre, mag ich bezweifeln.
Ich bin froh, dass die Düsseldorfer Elektrotüftler den Weg in ein neues Musikzeitalter geebnet haben.
 
„From Station to Station
Back to Düsseldorf City
Meet Iggy Pop and David Bowie”
 
heißt es in “Trans-Europe Express” – und sowohl Bowie als auch Iggy Pop, aber auch Goethe und die Beach Boys finden in dem Buch Erwähnung.
 
Vielleicht erinnert ihr euch an die ZDF-Sendung „Kennzeichen D“? Das Intro ist „Ruckzuck“ vom Debütalbum „Kraftwerk“ aus dem November 1970. Auf dem Cover ist ein Verkehrskegel abgebildet, die Idee einen Alltagsgegenstand zu verwenden haben sich Hütter und Schneider bei Andy Warhol abgeschaut.
 
Uwe Schütte erzählt von Autobahnen, Fernzügen und Fahrrädern, von Menschen und Maschinen, und davon, dass David Bowie als Ziggy Stardust nicht wirklich zum Außerirdischen geworden ist, ebenso wie Kraftwerk keine Roboter sind.
 
Kraftwerk wurden 2021 in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen, damit wurden zurecht ihre Verdienste um die elektronische Musik gewürdigt.
 
Abschließend bleibt mir nur, dem Autor in einer Sache ausdrücklich zu widersprechen:
 
„Kraftwerk spielen stets ein zweistündiges Set, was zugegebenermaßen kürzer ist als die unverändert zu knapp drei Stunden Länge tendierenden Liveshows von Bruce Springsteen und The Cure. Aber im Gegensatz zu ihnen gibt es bei Kraftwerk keinen einzigen langweiligen Moment.“ (S.257)
 
Den gibt es beim besten aller Roberts auch nicht! Niemals!
 
Für elektromusikliebende Menschen ist dieses Buch allerbeste, interessante Unterhaltung und für Kraftwerk-Fans ein Muss!
 
Gut lesbar und super interessant erzählt Uwe Schütte in dem Buch „Wir sind die Roboter“ über Kraftwerk, ihre Alben, ihre Ideen und ihren Einfluss auf die Musik- und Kunstwelt. Es ist unüberlesbar, dass der Autor absoluter Kraftwerk-Experte ist und großartig, dass er interessierte Elektromusikmenschen daran teilhaben lässt.
 
Read this book!

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