Profilbild von tintentraeume

tintentraeume

Lesejury Star
offline

tintentraeume ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tintentraeume über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.01.2018

Lasst euch mitreißen, lernt Gaia kennen und stürzt euch mit ihr ins Abenteuer - ihr werdet es nicht bereuen!

Das Land der verlorenen Träume
0

"Hast du denn gar nichts gelernt in der Enklave? Jede Gesellschaft, die einen Teil der Bevölkerung ausnutzt, ist von Grund auf ungerecht. [...] dieses ganze Dorf ist ein einziges Pulverfass. Es braucht ...

"Hast du denn gar nichts gelernt in der Enklave? Jede Gesellschaft, die einen Teil der Bevölkerung ausnutzt, ist von Grund auf ungerecht. [...] dieses ganze Dorf ist ein einziges Pulverfass. Es braucht nur den richtigen Funken, und alles fliegt in die Luft."

Inhalt:
Pure Verzweiflung treibt Gaia nach der Flucht aus der Enklave, zusammen mit ihrer neugeborenen Schwester, in das Ödland. Ihre einzige Hoffnung zu überleben besteht darin, den toten Wald zu finden. Doch das ist schwerer als erwartet, denn das Ödland fordert Gaias ganze Kraft. Am Rande zwischen Leben und Tod, zwischen Angst und Mut, zwischen Hoffnung und Verzweiflung glaubt Gaia sich und ihre Schwester schon fast verloren, als ein junger Reiter sie entdeckt und rettet. Er nimmt sie mit in eine neue Welt: "Sylum" und schenkt Gaia die Chance auf ein neues Leben. Doch dieses neue Leben fordert Opfer, denn Sylum steht in einem völligen Kontrast zur Enklave.

In Sylum regieren die Frauen die Stadt. Männer haben nichts zu sagen. Ziel jeder Frau ist es: zu heiraten und möglichst viele Kinder zu bekommen, denn die Geburtenrate der Mädchen geht immer weiter zurück und die Bewohner der kleinen Stadt sind vom Aussterben bedroht. Oberhaupt Sylums ist die blinde Matrarch Olivia. Sie steht für alles was Sylum ausmacht: Regeln und Gesetze. Deshalb gilt es jeden zu bestrafen, der gegen die Regeln, gegen das System, gegen die Matrarch rebelliert. Schon zu beginn wird Gaia von ihrer Schwester getrennt und auf eine harte Probe gestellt. Alleine und von Schuldgefühlen, wegen Leon geplagt, versucht sie den Alltag zu meistern, mit der Hoffnung auf einen neuen Anfang und ein gutes Leben für ihre Schwester. Doch tief in ihre schlägt das Herz der Gerechtigkeit und als die Männer ihr Recht auf Gleichberechtigung fordern, ist Gaia hin und her gerissen. Schon bald ist das Pulverfass dem Funken näher als gedacht...

Schreibstil:
Auch bei der Fortsetzung, dem zweiten Band zu Gaias Geschichte, überzeugt mich Caragh O´Brien durch einen angenehm, unauffälligen und flüssigen Schreibstil. Denn trotz, dass sie am Anfang des Buches keinen kurzen Rückblick auf den ersten Band gibt, kann man sich als Leser direkt wieder in das Abanteuer stürzen und vergisst schon nach den ersten Seiten Zeit und Raum. Man findet sich direkt neben Gaia wieder und lässt sich erneut von ihrer Geschichte mitreißen. Ohne große Umschweife besticht der Schreibstil genau dadurch, dass er sehr klar und einfach gehalten ist. Zusätzlich hält die Autorin ihren Leser dadurch an der Geschichte, dass sie kontinuierlich, kleine Spannungshöhepunkte einbindet, die am Ende alle auf den großen Wendepunkt der Geschichte zulaufen.

Idee/Umsetzung:
Wer mit der Vorstellung an den zweiten Band herangeht, dass die Geschichte schon klar ist und man demnach abschätzen kann, was einen erwartet, der wir am Ende genauso überrascht sein wie ich. Denn die neue Geschichte besticht ihre Leser durch eine überraschende Wendung. Diese Wendung wird verkörpert durch das ganze System und den ganzen Aufbau Sylums, der in einem völligen Kontrast zur Enklave steht. Aber nicht nur durch die neue Stadt konnte die Autorin ihre Leser in eine neue Welt entführen. Auch neue Charaktere sorgen dafür, dass man den zweiten Band sogar fast ohne Vorwissen, des ersten Bandes lesen kann. Außer Gaia ist fast kein Charakter der ersten Geschichte übrig geblieben, sodass man als Leser in ein ganz neues Abenteuer gerissen wird. Schnell wird klar, dass der erste Band und der zweite Band im Kontrast stehen und wahrscheinlich im dritten Band vereint werden - zulaufend auf eine große Explosion. Demnach bin ich positiv überrascht, denn ich hätte nicht gedacht, dass Caragh O´Brien in einer Bücherserie noch die Chance bleibt, den Leser durch eine neue erfrischende Idee zu begeistern. Doch genau das ist passiert. Man wird regelrecht vor den Kopf gestoßen, genau wie die Protagonistin und muss sich mit einer neuen Umgebung, neuen Figuren und einem neuen Problem arrangieren. Dabei geraten die Probleme und Fragen der Enklave erst einmal ganz in den Hintergrund. Ich bin gespannt, wie die Autorin im Folgeband beide Probleme und Welten aufeinander prallen lassen will.

Charaktere:
Wie schon erwähnt bleibt nichts wie es war. Alles verändert sich, nicht nur die Umgebung und die Grundidee, sondern auch die Charaktere. Auch Gaia, als eine der übernommenen Figuren aus dem ersten Band, durchlebt eine Veränderung. War sie vorher rebellisch und hat an ihre Ideale geglaubt, so verliert sie diesen Kampfgeist mit ihrer Ankünft in Sylum, nach und nach. Das Ziel der Matrarch ist es, Gaias Willen zu brechen, denn sie sieht von Anfang an das Potential in ihr, eine Rebellion anzuzetteln. In einer Welt die nur auf Regeln basiert ein unmöglicher Akt, den es zu verhindern gilt. Aus Angst ihre Schwester zu verlieren, fügt sich Gaia nach und nach in das System und man muss als Leser mit Verzweiflung beaobachten, wie die alte Gaia immer weiter im Schatten ihrer Selbst zurückbleibt. Passend zu den Idealen Sylums sind auch die anderen Charaktere in die Geschichte eingebaut. Die Meisten von ihnen bleiben weit hinter der Oberfläche zurück und erlangen, selbst in knapp 500 Seiten, wenig Tiefe. Dies ist auch einer der Punkte, die mich etwas gestört haben. Doch dies war im Grunde auch schon im ersten Buch der Fall. Caragh O`Brien erschafft im Großen und Ganzen sehr interessante Figuren, doch viele davon werden gar nicht tiefer ausgeführt, sondern viel mehr nur angeschnitten. Dies finde ich etwas schade, denn in einer Dystopie leben Systeme/Gemeinden doch durch das große Ganze und ich hätte wirklich gerne einen tieferen Einblick in Teile dessen bekommen.

Neben der Matrarch, spielen zwei männlche Charaktere eine etwas größere Rolle, nämlich Peter und Will. Sie sind Brüder und verlieben sich beide direkt in die die junge Gaia. Auch Gaia fühlt sich zu den Geschwistern hingezogen, doch auch Leon geht ihr nicht aus dem Kopf. Es entwickelt sich eine Vierecksgeschichte, die Gaias Leben in Sylum zusätzlich prägt. Eigentlich eine gute und neue Idee, doch leider das große Manko auch hier: Peter und Will, bleiben einfach zu flache Figuren. Ehrlich gesagt habe ich es, besonders bei Will nicht verstanden, was Gaia so anziehend an ihm findet. Denn im Wesentlichen erfährt man kaum etwas über ihn. Auch Peters Caharakter wird nicht genug erläutert und ausgeführt, sodass man Gaias Sehnsucht ihnen gegenüber fast gar nicht nachvollziehen kann.
An dieser Stelle bin ich der Meinung, dass die Autorin viel Potential an die Figuren verschwendet hat. Die Ideen waren alle sehr gut und man hätte durchaus viel daraus machen können, doch leider wurde am Ende dann doch nur an der Oberfläche gekratzt.

Cover/Innengestaltung:
Schon bei dem ersten Band war ich sehr enttäuscht von dem Cover, denn es war ursprünglich das eines anderen Buches. Die Hoffnung, dass sich bei dem zweiten Band etwas ändern könnte, zerfiel in dem Moment, in welchem ich das Buch im Laden in der Hand hielt: Das gleiche Cover wie zuvor, nur spiegelverkehrt, in einer anderen Farbe. Enttäuschter hätte ich an dieser Stelle nicht sein können. Ich finde es schade, dass sich bei der Wahl des Covers, Seiten des Verlages anscheinend so wenig Gedanken gemacht werden. Der einzige Vorteil: Man erkennt deutlich, dass es sich bei den beiden Bänden um eine Buchreihe handelt.

Die Innengestaltung ist da schon wieder etwas besser gelungen. Wieder wird der Leser durch eine Karte, die Karte Sylums, durch das Buch begleitet und kann sich so sehr gut in Gaias neuer Welt zurechtfinden. Auch wird der Leser wieder in Rätsel eingebunden, die jedoch diesmal nicht halb so häufig und kniffelig gestreut sind, wie im ersten Band.

Fazit:
Abschließend kann man sagen, dass "Das Land der verlorenen Träume", von Caragh O´Brien, eine durchaus würdige Fortsetzung des ersten Bandes "Stadt der verschwundenen Kinder" ist. Besonders durch einen klaren Schreibstil, der es dem Leser einfach macht, sich voll und ganz auf das Abenteuer einzulassen, wie auch durch die immer andauernde, kribbelnde und Nerven aufreibende Spannung, zeichnet sich dieses Werk aus und besticht auf voller Linie. Auch wenn das Buch an einigen Stellen Schwächen aufweist, so kann es durchaus im Vergleich bestehen, denn viele Wendungen und Überraschungen, die sich fortlaufend im Roman erstrecken sorgen dafür, dass die Aufmerksamkeit des Lesers bestand hat. Auch wenn es weniger Rätsel zu lösen gibt, so kann ich doch sagen, dass man diesem Buch in Sachen Spannung nichts nachstellen kann und es vorallem dadurch lebt. Ohne diesen großen Spannungsbogen, mit der fehlenden Tiefer vieler Charaktere, wäre es wohl nicht halb so berührend und mitreißend gewesen. Ich bin demnach gespannt, was mich im dritten Band erwartet und welche Überraschungen Caragh O´Brien diesmal im Gepäck hat um mich in Gaias Welt zu entführen.
Ich lege Gaias Geschichte demnach jedem wärmstens ans Herz: Lasst euch mitreißen, lernt Gaia kennen und stürzt euch mit ihr in ein Abenteuer - ihr werdet es nicht bereuen!

Veröffentlicht am 30.01.2018

"Nach dem Amok" ist ein überraschendes, emotionales und schockierendes Buch über das Leben der Familie eines Amokläufers.

Nach dem Amok
0

Alles ist schon einmal da gewesen. Alles kehrt irgendwann wieder. Ein unschuldiger Wirbel. Oder die Erinnerung an eine grausame Tat, die man für eine kleine Weile vergessen hatte.

Inhalt:
Eine schreckliche ...

Alles ist schon einmal da gewesen. Alles kehrt irgendwann wieder. Ein unschuldiger Wirbel. Oder die Erinnerung an eine grausame Tat, die man für eine kleine Weile vergessen hatte.

Inhalt:
Eine schreckliche Erinnerung, eine grausame Tat und ein Mädchen, das nicht aufgeben und für ihr Leben kämpfen will.

Seit einigen Monaten ist Maikes Leben nicht mehr das, was es einmal war. Denn zum Schrecken aller, war es ihr Bruder, der am Anfang des Jahres in ihrem Gymnasium zum Amokläufer wurde. Seitdem hat es Maike alles andere als leicht. Ihre Mitschüler schätzen sie misstrauisch ab, beleidigen und reden hinter ihrem Rücken über sie - schlicht: sie machen ihr das Leben zur Hölle. Auch ihre Eltern können ihr wenig Trost spenden. Ihr Mutter täuscht Normalität vor, damit ihr Leben nicht zusammenbricht und ihr Vater meidet das Thema um ihren Bruder, wie eine schlimme Krankheit, die es zu bekämpfen gilt. Die einzige Stütze in Maikes Leben ist ihr Freund Jannick. Er gibt ihr Kraft und Hoffnung, auch wenn ihn die Situation oft zwiegespalten zurück lässt. Denn sein bester Freund wurde von Maikes Bruder David angeschossen und ist seitdem gelähmt. Als dann auch noch die beste Freundin von Jannick gegen Maike intrigiert und alles versucht um ihr ihren Freund auszuspannen, droht ihr Leben aus den Fugen zu geraten und an de Last der Erinnungen zu ersticken.

Schreibstil:
Wenn ich an den Schreibstil in "Nach dem Amok" zurückdenke, dann kann ich nur sagen: "Ich bin sprachlos". Myriam Keil hat ein unglaubliches und gutes Gespür dafür, ihre Figuren durch eine wunderschöne, echte und glaubwürdige Art und Weise zum Leben zu erwecken. Dabei vermittelt sie mit jedem Wort die Gefühle der Hauptfigur Maike, 1:1 und saugt den Leser so, Satz für Satz in ihr Leben. Schnell wird hierdurch auch die Kritik und die Problematik ihrer Geschichte deutlich. Da Maike die Schwester des Amokläufers ist und sich dagegen entscheidet, die Schule zu wechseln, wird sie schnell in die Position des Außenseiters gepresst und bekommt hart jeden Hass zu spüren, der eigentlich ihren Brude getroffen hätte, nach seinem Tod aber auf die umgelagert wird. Schnell wird deutlich, dass der Jugendroman von Myriam Keil, sich kritisch mit dem Leben der Täterfamilie auseinandersetzt. Man bekommt mit, wie die Mutter auf dem Marktplatz öffentlich gedemütigt, Maike vor ihrer Klasse bloßgestellt und sie somit immer mehr in eine tiefe Depression gepresst werden. Somit wird auch die Kritik am "Mobbing" deutlich und hinterlässt so den bitteren Nachgeschmack dieses Werkes. Doch Myriam Keil schreibt nicht nur kritisch, sondern auch sehr poetisch und spannend. So begleitet man die Protagonistin auf einer spannenden Suche nach Antworten. Denn hasst sie ihren Bruder zwar für das, was er ihr angetan hat, so ist sie doch trotzdem gewillt zu erfahren, warum und was ihn zu diesen Taten bewogen hat. Auch hier wird der Leser erneut auf emotionaler Ebene gepackt und entdeckt nach und nach die schockierende Wahrheit, die einen mit eigenen, kritischen Gedanken zurücklassen. Demnach kann ich nur sagen, dass wenn euch die Geschichte vielleicht nicht direkt anspricht, sie ist aufjedenfall eine Reise wert, denn man sollte sich den neuen, frischen und schönen Schreibstil der Autorin auf keinen Fall entgehen lassen.

Idee/Umsetzung:
Die Idee die sich hinter dem ersten Jugendbuch der Autorin versteckt ist erschreckend und beleuchtet zudem mal eine ganz neue Perspektive. Stehen sonst immer die Opferfamilien im Vordergrund, so wird diesmal die Familie des Täters vorgestellt. Direkt zu Anfang wird deutlich, dass die Erinnerungen an die Taten von David, Bruder wie auch Sohn, nicht einfach und schnell in Vergessenheit geraten. Stattdessen klammern sich alle Dorfbewohner an dieser Grausamkeit fest und bestrafen seine Familie für all seine Handlungen, denn er ist schließlich selbst beim Amoklauf zu Tode gekommen. Es wird schnell deutlich, dass Myriam Keil ihren Fokus vorallem auf die Gefühlswelt der Protagonistin und ihrer Familie legt, die vorallem an den "Mobbingattacken" und Demütigungen, zu zerbrechen scheint. Ich fand die Idee hinter den Seiten gelungen, perfekt umgesetzt und wunderbar kritisch. Denn die Autorin spiegelt unsere heuteige Gesellschaft einfach genau wieder. Man würde wohl niemals daran denken, wie brutal Kinder und Jugendliche zueinander sein können und wie weit sie bereit sind zu gehen. Mir war das durchaus bewusst, da auch ich einmal ein Opfer von grausamen Mobbingattacken war. Doch viele Menschen verdrängen dies einfach. Besonders die Familien, dessen Kinder Opfer dieser Attacken werden. Sie gestehen sich nicht ein, dass ihr Kind zu den Außenseitern gehört. Ich finde deshalb, dass Myriam Keil mit ihrer Idee genau das auf den Punkt gebracht hat, was die Meisten von uns irgendwo alle wissen, doch sich nicht eigestehen. Wir suchen immer einen Schuldigen, einen den wir für besimmte Taten verantwortlich machen können, dabei sollten wir uns ersteinmal selbst ansehen und schauen, in wie weit wir überhaupt richtig und moralisch handeln. Deshalb kann ich auch bei der Idee und der Umsetzung von der Autorin nur festhalten, dass ihr ein erstklassiges Buch gelungen ist, das Kritik durch Gefühle und Emotionen hervorhebt und thematisiert.

Charaktere:
Hauptsächlich liegt in diesem Buch der Fokus auf Maike, der Schwester des Amokläufers.Vorallem ihre Gefühle werden deutlich hervorgehoben. Nach dem Amoklauf an ihrer Schule, ist nichts mehr wie es einmal war. Ehemalige Freunde gehen ihr aus dem Weg, werfen ihr scheue und anklagende Blicke zu. Keiner will mit ihr gesehen werden und so kommt es dazu, dass sie immer und immer mehr von allen isoliert wird. Dies hilft ihr nicht gerade aus ihrer tiefen Depression zu finden. Im Gegenteil: Es zieht sie mehr und mehr herunter. Selbst ihr letzter Anker, ihr Freund Jannick, wird für sie mehr und mehr zu einem Fremden. Denn seine beste Freundin Sandra, intrigiert gegen Maike und setzt das Gerücht in die Welt, sie habe von Anfang an, von den Plänen ihres Bruder gewusst. Dazu kommt, dass der Beste Freund von Jannick wegen dem Bruder von Maike nun gelähmt ist. Und wäre dies alles noch nicht schlimm genug, bieten auch Maikes Eltern ihr wenig Trost, die sich hinter einer gespielten Normalität verstecken. All diese Tatsachen, machen Maike für den Leser unglaublich menschenlich. Man fühlt in wirklich jeder Situation mit ihr und hofft darauf, dass sie sich selbst nicht verliert und nie aufgibt zu kämpfen, wobei dies auch immer schwieriger wird, denn das Schicksal scheint es nicht gut mit ihr zu meinen. Ich habe jedenfalls voll und ganz mit Maike gefühlt und mich mit ihr, in ihr Leben saugen lassen. Dieses Buch und vorallem der Charakter der Hauptfigur, haben mich angerührt, wie schon lange kein Buch mehr. Ich habe gezittert, war wütend, war traurig, war glücklich, ängstlich und genauso auch verzweifelt. Selten schafft es ein Buch, mich so emotional zu packen besonders auf emotionaler Ebene. Aber diese außergewöhnliche Buchheldin hat es mir auch nicht schwer gemacht. Denn trotz ihrer ganzen Vergangenheit, bleibt sie eine Kämpferin, lässt sich nicht beirren und tritt für das ein, was ihr Leben ausmacht. Maike ist mir wirklich sehr ans Herz gewachsen und ich habe ihr das Ende wirklich von Herzen gegönnt - aber das müsst ihr dann schon selbst entdecken.

Fazit:
"Nach dem Amok" ist ein überraschendes, emotionales und schockierendes Buch über das Leben der Familie eines Amokläufers. Dabei zeichnet sich die Geschichte durch eine liebevolle und starke Protagonistin aus, die sich nicht feige hinter einer vorgetäuschten Normalität verstecken will, sonder sich mutig und tapfer den Erinnerungen stellt. Dabei befördert sie sich schnell an den Rand einer Gesellschaft, wird zum Außenseiter und setzt sich mehr und mehr einer tiefen Depression aus. Der Autorin ist hiermit ein atemberaubendes Buch gelungen, hinter dessen Seiten sich eine bewegende Geschichte verbirgt, die besonders durch den schönen, poetischen und glaubhaften Schreibstil unterstrichen wird. Ich kann dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen, der sich einmal kritisch mit der Gegenposition eines solchen Szenarios auseinandersetzen will und im Kontrast mal das Leben der Familie des Täters entdecken möchte. Jedoch wird er dabei auf einige schockierende Wahrheiten stoßen, über Grausamkeiten und Emotionen stolpern und am Ende jedes Kapitels, aufs neue gezwungen sein, zu reflektieren und über das gelesene nachzudenken. Doch für mich hat genau dieser Prozess, dieses Buch so gut gemacht. Denn die Geschichte um Maike und ihre Familie, packt einen mit Haut und Haaren und eröffnet so ein ganz anderes Leseerlebnis.

Veröffentlicht am 30.01.2018

Ich habe jede Seite dieses Buches genossen und mit viel Spaß und Spannung die Rätsel und Geheimnisse um Gaia und ihre Welt entdeckt.

Die Stadt der verschwundenen Kinder
0

Langsam drehte er sich wieder zu ihr um und sagte mit leerem Blick: "Du hast immer eine Wahl, Gaia. Du kannst immer Nein sagen." Seine Stimme klang seltsam hohl. "Sie können dich dafür töten, aber du kannst ...

Langsam drehte er sich wieder zu ihr um und sagte mit leerem Blick: "Du hast immer eine Wahl, Gaia. Du kannst immer Nein sagen." Seine Stimme klang seltsam hohl. "Sie können dich dafür töten, aber du kannst Nein sagen."

Inhalt:
Gaia lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Vater, im Armenviertel, vor der Mauer der Enklave. Wie ihre Mutter, ist die junge Gaia Hebamme in ihrem Sektor. Dazu bestimmt Kinder zur Welt zu bringen und die Drei erstgeborenen jedes Monats an die Stadtmauern zu bringen. Denn den Ersten drei Neugeborenen ist ein Leben in der Enklave, in Reichtum und Wohlstand vergönnt. Gaia schmerzt es sehr, dass sie den Müttern ihre Kinder nehmen muss, doch sie hat gelernt der Enklave zu dienen und keine Fragen zu stellen. Als sie eines Tages von einer Geburt nach hause kommt und von einem Soldaten erfährt, dass ihre Eltern festgenommen wurden, verändert sich ihre Welt schlagartig. Auf einmal sind da Fragen, Fragen auf die keiner ihr antworten will. Besorgt um ihre Eltern, und mit dem festen Willen sie zu befreien, schleicht sich Gaia in die Welt hinter der Mauer und stößt auf grausame Entdeckungen. Bald schon fängt sie an, an der Enklave zu zweifeln und nach Antworten zu suchen. Was haben ihre Eltern zu verbergen, dass sie festgenommen und zum Tode verurteilt wurden? Was will der junge Soldat von ihr? Und was für Geheimnisse lauern in den Tiefen des Staates?

Gaia schlittert nach und nach, in ein spannendes und atemloses Abenteuer, voller Gefahren und Geheimnissen.

Schreibstil:
Die Autorin Caragh O´Brien hat einen angenehmen Schreibstil, den ich als Leser sehr genossen habe. Mit einer Leichtigkeit, führt die Autorin ihre Leser in die Welt von Gaia und Leon. Ehe man sich versieht, ehe man das erste Kapitel hinter sich gelassen hat, findet man sich mit Haut un Haaren in der Welt der Protagonistin wieder und lässt unmerklich, Seite um Seite hinter sich. Dabei ist der Schreibstil der Autorin weder besonders poetisch, noch bildhaft - dafür aber besonders hervorstechend durch seine Leichtigkeit und Klarheit. C. O´Brien schreibt ohne große Umschweife und genau jenes, macht dieses Buch lesenswert. Man kann sich ohne viele, langatmige Beschreibungen, direkt auf die Buchwelt einlassen und vergisst so schnell alles um sich herum.

Idee/Umsetzung:
Die Idee der Autorin, in dieser dargestellten, dystopischen Welt ist nicht neu, besticht jedoch vorallem durch eine gut durchdachte Grundidee, die durch einen präzisen Aufbau und Beschreibungen gestützt wird. Caragh O´Brien erschafft eine Welt, in welcher Klassengesellschaften den Tag beherrschen. Die Menschen, die in den Mauern der Enklave wohnen, sind zu Höherem bestimmt und leben in Wohlstand und Reichtum. Doch die, welche hinter der Mauer leben, müssen ein Leben in Armut über sich ergehen lassen. Als ob dies nicht genug wäre, müssen die Menschen vor den Mauern, jeden Monat ihre ersten drei Neugeborenen an die Enklave abgeben. Diese Kinder sehen sie nie wieder, denn die Tore der Enklave dürfen die Armen nicht passieren.

Ich fand diese dystopische Zukunftsvision erschrecken und schockierend zugleich. Der Spalt zwischen den beiden Klassen ist unumwindlich und die Macht liegt in der Hand des Protektors. Ein wenig erinnert diese Idee an die darmaligen Verhältnissen im Mittelalter, mit dem Unterschied, dass die Armen ihre Kinder abgeben müssen. Aber genau dieser Unterschied zeichnet die Geschichte schließlich aus. Hinter der Abgabe der Neugeborenen, versteckt sich eine komplexe und sehr durchdachte Idee der Autorin. Die Absichten und Ziele der Enklave, mit den abgegebenen Kindern und die Rolle von Gaia und ihren Eltern, birgt eine glaubhafte, komplexe Geschichte, voller Geheimnisse. Nach und nach, begleitet die Autorin ihre Leser durch ein Abenteuer, in welchem Rätsel gelöst werden müssen und sich nach und nach immer mehr Antworten ergeben, die einen verschreckt und neugierig zurücklassen. Ich kann demnach nur sagen, dass mich die Geschichte von Caragh O´Brien sehr gefesselt und bewegt hat. Mir ist es sehr schwer gefallen, dass Buch aus der Hand zu legen, einfach weil mich die Geschichte um Gaia und Leon sehr berührt hat. Besonders nachdem, ziemlich offenen und spannenden Ende der Geschichte, blieb ich mit klopfendem Herzen zurück und schweifte noch einige Minuten in der Welt von Gaia umher - schon jetzt fehlen mir Gaia und Leon sehr! Ich weiß, dass ich nun voller Sehnsucht auf den Folgeband warten werde, der hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Charaktere:
Die Charaktere in "Die Stadt der verschwundenen Kinder" sind genau so, wie man es in einer Dystopie erwartet. Die Protagonistin: "Gaia" ist eine starke, mutige und schlaue Hauptfigur der Geschichte und versüßt einem buchstäblich das Lesevergnügen. Man erfährt von Gaias Vergangenheit, ihren Gefühlen und ihren Wünschen. Man erfährt, dass sie durch eine große Narbe, einer Verbrennung aus Kindheitstagen, von anderen Kindern immer missbilligt und als "Missgeburt" beschimpft wurde. Keiner wollte etwas mit dem "Monster" zu tuen haben, keiner wollte mit ihr gesehen werden. Diese Gedanken und Missbillungen der Anderen setzen Gaia immer wieder zu und lassen sie traurig und enttäuscht zurück. Deshalb fällt es ihr mehr als einmal, sehr schwer, anderen Menschen in ihrem Umfeld zu vertrauen. Was jedoch besonders hervorstricht, dass Gaia trotz aller negativen Erfahrungen in der Verganheit sehr selbstbewusst und mutig ist. Beide Eigenschaften machen sie für den Leser, zu einer sehr sympathischen Protagonistin, mit der man sehr gerne durch die Seiten dieses Abenteuers stampft. Doch auch ihre männliche Gegenfigur: "Leon" besticht den Leser durch seine liebevolle Art und seine persönliche Geschichte. Nach und nach deckt man, zusammen mit Gaia immer mehr Bruchstücke aus der Vergangenheit von Leon auf, so dass es einem nicht schwer fällt, auch ihn in sein Herz zu lassen. Doch nicht nur diese beiden Buchfiguren machen dieses Buch zu einer starken und außergewöhnlichen Geschichte. Auch viele, starke, mutige und herzliche Nebenfiguren, schüren die Sympathie für dieses Buch und seine Geschichte.

Cover/Innengestaltung:
Bei der Gestaltung dieses Buches, hat man sich deutlich, sehr viel Mühe gegeben. Besonders die Innengestaltung erleichtert dem Leser den Einstieg in die Geschichte. Deshalb will ich zuerst etwas dazu sagen. Um dem Leser einen besseren Überblick über das Geschen zu verschaffen, hat man am Anfang des Buches eine Karte abgedruckt, die Gaias Welt zeigt. Zusätzlich schmückt ein Inhaltsverzeichnis und die, sehr süße, Verzierung zu beginn jedes Kapitels das Buch. Ich fand insgesamt, dass "Die Stadt der verschwundenen Kinder" eine sehr gelungene und ausführliche Gestaltung für seine Leser aufweist, die einem das Lesen und Verstehen dieser Geschichte sehr erleichtert, so dass man sich gerne mit Gaia und Leon in das Abenteuer stürzt.

Leider finde ich jedoch das Cover nicht sehr gelungen. Zum Einen liegt dies daran, dass dieses Cover von einem Anderen 1:1 übernommen wurde. Hierbei handelt es sich nicht einmal um das gleiche Buch oder ein anderes Werk der Autorin, sondern um eine ganz neue, andere Geschichte. Diese Tatsache finde ich eher negativ, denn sie stiftet beim Leser sehr viele Verwirrungen, die schließlich darin münden, dass man die beiden Bücher sehr leicht verwechselt. [Das Andere heißt: "Glimmerglass" - Jenna Black] Aber auch davon abgesehen, finde ich das Cover nicht gerade passend zum Inhalt. Hier muss ich deutlich zugeben, dass ich die englischen Cover durchaus passender finde, auch wenn das deutsche Cover sehr schön aussieht.

Fazit:
"Die Stadt der verschwundenen Kinder" von Caragh O´Brien ist ein gelungener Auftakt einer Serie, der definitiv Lust auf mehr macht. Dabei zeichnet sich diese dystopische Welt durch starke, mutige, liebevolle und sympathische Figuren aus, die den Leser auf seiner Reise durch Gaias Abenteuer begleiten. Der klare, präzise Schreibstil und die gelunge Aufmachung des Buches, erleichtern es einem, sich voll und ganz auf die Geschichte der Autorin einzulassen und binnen Minuten, Zeit und Raum hinter sich zulassen. Ich habe jede Seite dieses Buches genossen und mit viel Spaß und Spannung die Rätsel und Geheimnisse um Gaia und ihre Welt entdeckt. Deshalb empfehle ich dieses Buch jedem, der auf der Suche nach einer schönen, gelungenen und gut durchdachten Dystopie ist. Denn ein gutes Buch zeichnet sich dadurch aus, dass es den Leser selbst nach der letzten Seie, nicht mehr loslässt - und dies ist diesem Werk voll und ganz gelungen. Es hat mich mit Haut und Haaren in die Geschichte gesaugt und lässt mich nun, immernoch ein wenig verstört zurück, mit der vollen Sehnsucht auf den zweiten Band.

Veröffentlicht am 30.01.2018

Dieses Buch ist unglaublich ehrlich, amüsant und vorallem intrigant.

Gossip Girl 1
1

Lästern ist geil. Lästern ist gut. Es lästert nicht jeder, aber cool ist wer´s tut.

Inhalt:
Tauche ein, in die Welt der Schönen und Reichen, in ein Netz voller Intriegen, Liebschaften und Lästereien - ...

Lästern ist geil. Lästern ist gut. Es lästert nicht jeder, aber cool ist wer´s tut.

Inhalt:
Tauche ein, in die Welt der Schönen und Reichen, in ein Netz voller Intriegen, Liebschaften und Lästereien - in die Welt von Gossip Girl!

Blair und ihre Freundinnen haben es gewiss nicht leicht, denn schließlich führen sie das Leben von Manhattens Elite. Das Leben der Schönen und Reichen. Ihr Alltag besteht aus Lästereien, Shoppingtouren, Parties und gemeinen Intriegen. Als Serena, nach einem Jahr auf einem Internat, zurück in ihre Heimat kommt, hat sie es nicht leicht. Die Gerüchteküche lodert, denn schließlich ist sie eine der beliebtesten und coolsten Mädchen in ganz Manhatten. Doch statt mit offenen Armen empfangen zu werden, jagt Serena eine Intriege nach der Anderen. Denn ihre ehemals beste Freundin Blair, ist nicht bereit den Platz an der Spitze zu räumen und so nimmt die Geschichte ihren Lauf....

Schreibstil:
Cecily von Ziegesar hat einen ausergewöhnlichen und sehr unverblümten Schreibstil. So beschreibt sie ehrlich und direkt das Leben von Manhattens Elite. Dabei passt sich ihr Schreibstil perfekt an ihre Geschichte an, in welcher Lästereien, Intriegen, Sex und wilde Parties zur Tagesordnung gehören. Mir hat es viel Spaß gemacht, die Geschichte von Blair, Serena, Chuck und Co. zu verfolgen, denn die Ehrlichkeit und Direktheit, die sich hinter jedem Satz, dem Leser offenbart machen einem die Lästerküche von Gossip Girl umso interessanter. Ich denke ohne diese Offenheit, wäre dieses Buch um Längen nicht so spannend und mitreißend gewesen, denn schließlich ist es die Wahrheit, nachdem jeder Leser lüstet. So habe auch ich, nach dem ersten Band "Blut geleckt" und werde diese Serie liebend gerne weiterverfolgen, mit der Aussicht, auf weiteren Klatsch und Tratsch, der Schönen und Reichen.

Idee/Umsetzung:
Die Idee der Autorin ist neu und sehr gut umgesetzt worden. Sie hat eine völlig neue Welt erschaffen, in der man als Leser, besonders als Mädchen, nur allzu gerne eintaucht und ein paar Stunden versinkt. So hatte auch ich einige spaßige Stunden mit dem Buch. Was ich besonders gelungen fand, was die Idee, dass aus der Sicht eines "allwissenden Erzählers" berichtet wurde, so dass einem die Gefühle jedes beschriebenen Charakters nicht verborgen blieben. Dies unterschreicht nämlich zusätzlich die Offenheit, mit der die Autorin die Ereignisse und Handlungen einfängt. Des weiteren erwarten den Leser einige Auszüge von der Homepage, der geheimnisvollen "Gossip Girl". Sie weiß stetig über jeden Klatsch und Tratsch bescheid und veröffentlich diesen auch sehr gerne, ehrlich, ironisch und leicht amüsiert auf ihrer Seite. Der Wechsel zwischen den Handlungen und den Beiträgen von Gossip Girl fand ich immer sehr spannend. Denn ich muss zugeben, dass ich die Art und Weise, wie Gossip Girl ihre Einträge verfasst sehr geliebt und immer auf ihren Klatsch hingefiebert habe. Deshalb ist die Idee der Autorin, in meinen Augen ein voller Erfolg. Sie hat es geschafft ein Buch zu verfassen, über das Leben der Schönen und Reichen und allem was dazugehört. Dabei zeichnet sich ihre Idee vorallem durch ihren Schreibstil, wie auch ihre Erzählstrategie aus. Alles zusammen, lassen dieses Buch sehr glaubhaft wirken.

Charaktere:
Auch bei den Charakteren hat die Autorin einen spannenden Mix geschafffen. Von der grauen Maus, bis zum Aufreißer ist wirklich jeder Charakter abgedeckt worden. Ingesamt spielen in diesem Buch sieben Figuren eine Rolle, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dies macht es dem Leser einfach, sich mit einem der Figuren zu identifizieren oder für einen besonders mitzufiebern. Mir hat besonders der Charakter der Jenny sehr gut gefallen. Und dies liegt nicht daran, dass wir den gleichen Namen teilen. Sie ist naiv, fließig und (im Gegensatz zu vielen Anderen im Buch) unschuldig. Deshalb konnte ich mit ihr am Besten mitfühlen. Aber auch für den Charakter der Serena, die nach ihrer Rückkehr, vom High-Society-Thron gestoßen wurde, hege ich Sympathien. Sie ist mir besonders deshalb so ans Herz gewachsen, weil sie während der Geschichte immer mehr zum Außenseiter wird und eine kleine, positive Entwicklung verlebt. Abschließend kann ich demnach sagen, dass in "Gossip Girl" für jeden ein Charakter vorhanden ist, den man ins Herz schließen oder hassen kann. Doch am Ende macht es schließlich die Mischung, die dieses explosive Fass zum Brodeln bringt und so, dieses Buch zu einem tollen Leseerlebnis macht.

Bezug zur Serie:
Da ich bisher nur die Serie kannte, bin ich mit ganz anderen Erwartungen an diese Geschichte heran gegangen. Ich habe geglaubt, dass ich schon alles wüsste, doch ich wurde eines besseren belehrt und ziemlich überrascht. Denn dieses Buch bietet doch einen ziemlichen Kontrast zu der Serie. Ich erwähne dies deshalb, weil es bestimmt viele von euch geht, die genau deshalb die Bücher nicht lesen oder die Serie nicht schauen. Aber im Buch ist definitiv, vieles Anderes. Die Charakter, haben teilweise ganz andere Wesenszüge als in der Serie und sehen tweilweise, ganz Anders aus. Dazu kommt, dass einige Personen in der Serie fehlen, die aber im Buch vorkommen und die wohl größte Veränderung: Es wurde viel vom der eigentlichen Handlung abgewichen. Der Anfang entspricht noch ziemlich dem der Serie, doch gegen Ende kommt es auch öfters vor, dass vom Buch deutlich abgewichen wurde. Deshalb kann ich euch dazu raten, dass ihr trotzdem zu den Büchern greifen solltet, wenn ihr bisher nur die Serie kennt. Zwar wird es euch, genau wir mir, am Anfang schwer fallen, in die Geschichte hinein zu finden, doch mit der Zeit legt sich das und ihr werdet nicht enttäuscht, denn der Schreibstil ist jede Reise wert.

Cover/Innengestaltung:
Das Cover dieses Buches ist nichts Besonderes und nicht umwerfend. Aber es spiegelt die Handlung und die Atmosphäre in diesem Buch perfekt wieder. Auch die Innengestaltung ist eher schlicht und lenkt so wenig vom Inhalt ab. Aber da der Inhalt sehr überzeugt, vermisst man auch keine aufwendige Gestaltug. Dafür sehnt man sich nach den E-Mails von Gossip Girl. Diese sind im Gegensatz zum normalen Inhalt, in Form eines Homepage-Eintrages gestaltet und verdeutlichen so den Kontrast, zwischen Handlung und Klatsch. Was ich jedoch besonders auffällig und gelungen an dem Buch fand, war sein Klappentext, wie auch die beigefügte Postkarte zum Auschneiden. Den Klappentext fand ich deshalb so interessant, weil es sich hierbei um einen Auszug aus den Mails von Gossip Girl handelt. Diese schreibt, wie schon erwähnt, ziemlich geheimnisvoll, ironisch und amüsiert, so dass man als Leser direkt Lust auf mehr bekommt. Besonder anziehend wird diese Beschreibung für Mädchen sein, die bekanntlich sehr begierig auf Tratsch und Klatsch der High Society sind. Deshalb auch mein Lob für die Aufmachung des Buches. Sie ist nicht außergewöhnlich, sondern eher schlicht gehalten - aber passt perfekt zum Inhalt und macht totzdem Lust auf die Geschichte hinter dem Buchdeckel.

Fazit:
Abschließen kann ich sagen, dass mir "Gossip Girl: Ist es nicht schön, gemein zu sein?" von Cecily von Ziegesar, sehr gut gefallen hat. Dieses Buch ist unglaublich ehrlich, amüsant und vorallem intrigant. Man taucht ein, in das Leben der Schönen und Reichen und lernt schnell, dass dies eine Welt ist, in welcher nur der Stärkste überlebt. Denn nur einer kann den Thron besteigen und das Krönchen tragen. Denn in Manhattens High Society, herrscht eine strenge Hierachie. Besonders zeichnet sich diese Geschichte durch seinen offenen und ehrlichen Schreibstil aus. Zudem bieten auch die dargestellten Charaktere eine explosive Mischung, so dass die Gerüchteküche zum Brodeln gebracht werden muss. Versüßt wird einem der Klatsch und Tratsch, durch direkt, geheimnisvolle und unbekannte Gossip Girl, die bei ihren Blogeinträgen über Manhattens Elite, wahrlich kein Blatt vor den Mund nimmt. Ich jedenfall bin mir sicher, dass ich mit Genuss gerne noch einmal in das Leben von Blair, Serena und Co. eintauchen werde - zum Glück habe ich Band Nummer zwei, direkt griffbereit im Regal stehen. Ich kann euch diese Serie demnach nur wärmstens ans Herz legen.

Veröffentlicht am 30.01.2018

Man taucht mit Haut und Haaren in eine neue Welt

Angel Eyes: Zwischen Himmel und Hölle
0

"Du bist die Einzige, die weiß wer ich bin und wer nicht. Und wer ich sein möchte. Und trotz dieses Durcheinanders liebst du mich. [...]"

Inhalt:
Zwischen Himmel und Hölle, liegt nur ein Herzschlag...

Franni ...

"Du bist die Einzige, die weiß wer ich bin und wer nicht. Und wer ich sein möchte. Und trotz dieses Durcheinanders liebst du mich. [...]"

Inhalt:
Zwischen Himmel und Hölle, liegt nur ein Herzschlag...

Franni führt ein ganz normales, unbeschwertes Leben, bis eines Tages zwei neue Schüler an ihre Highschool kommen, die ihr Leben für immer verändern sollen. Einer dieser Schüler ist der düstere und unnahbare Luc, umgeben von einer dunklen Aura, zieht er direkt alle Mädchenherzen in seinen Bann. Auch Frannie kann sich dieser Macht nicht wiedersetzten und fühlt sich augenblicklich von ihm angezogen. Doch was sie nicht weiß: Luc kommt direkt aus der Hölle und er soll ihre Seele für den Teufel makieren. Jedoch bleibt er nicht lange alleine, denn wo die Hölle nicht weit ist, kann auch der Himmel nicht fehlen. So schickt auch der Himmel, einen seiner Engel auf die Erde, um die Seele von Frannie zu makieren und sie dadurch vor den Mächten der Hölle zu bewahren. Und wie könnte es nicht anders sein, ist dieser gesandte Engel, namens Gabe, wunderschön und gibt Frannie ein unglaubliches Gefühl von Liebe und Sicherheit.
Hin und hergerissen, zweischen Luc und Gabe, wird Frannie in ein Abenteuer gerissen, dass noch viel Komplexer ist, als sie selbst zu vermuten glaubt - mit ihr entbricht ein uralter Kampf, alter Mächte. Denn Frannie hat nicht nur eine Seele, die es zu makieren gilt, sondern sie verfügt zusätzlich über eine unglaubliche Gabe, die in der Zukunft über Leben und Tod entscheiden könnte.

Schreibstil:
Lisa Desrochers hat keinen außergewöhnlichen und besonderen Schreibstil. Sie schreibt nicht besonders poetisch oder bildhaft. Aber beim Lesen wird klar, dass ihr Buch, diesen Schreibstil auch nicht vermissen lässt. Denn dadurch, dass die Geschichte sehr simpel und leicht beschrieben wird, kann man sich voll und ganz auf das Abenteuer einlassen und wid schnell, hinter die Seiten gelockt und vergisst so auch schnell alles um sich herum. Ich jedenfalls habe den Schreibstil der Autorin nicht als negativ empfunden, viel mehr ist er mir nicht besonders aufgefallen, da es wie schon erwähnt, bei der Geschichte auch nicht von Bedeutung ist. Deshalb finde ich sehr wohl, dass L. Desrochers hier eine sehr gelungene und bewusste Entscheidung getroffen hat: nämlich nicht durch einen imposanten Schreibstil, von der Handlung abzulenken - und dies gefällt mir besonders. Denn wer einmal in das Abenteuer eintaucht, der wird schnell merken, dass dieser Schreibstil überflüssig, wenn nicht sogar auch lästig geworden wäre. Stattdessen legt die Autorin durch einen stetigen Perspektivwechsel, die Emotionen der Hauptfiguren da. So kann man sowohl in die Welt von Frannie als auch, in die Welt von Luc eintauchen. Dies ermöglicht es dem Leser schnell, die Personen, ihre Gefühle wie auch ihre Beweggründe zu erfassen und zu verstehen. Besonders die Passagen von Luc, haben es mir angetan. Denn trotz allem, war und ist er, meine Lieblingsperson. Deshalbe habe ich wirklich jeden Abschnitt über ihn genossen.

Idee/Umsetzung:
Die Idee der Autorin, war in meinen Augen noch ziemlich unverbraucht. Denn im Gegensatz zu manch anderen Büchern aus diesem Genre, hat man hier als Leser nicht mit schmalzigen Vampiren, haarigen Werwölfen oder gar anderen typischen Fantasywesen zu kämpfen. Stattdessen wird ein uralter Kampf offen glegt: Der Engel und der Teufel auf Erden. Ich fand diesen Ansatz erfrischend und durchaus spannend. Auch an der Umsetzung, habe ich nichts auszusetzen, da die Autorin eine durchaus spannende, abwechslungsreiche und glaubhafte Geschichte erschaffen hat, in der man nur allzu gerne versinkt.

Charaktere:
Die Charaktere in "Angel Eyes" sind alle durchaus glaubwürdig und laden den Leser in die Geschichte ein. Durch den, wie bereits schon erwähnten Perspektivwechsel, lernt man besonders den Charakter von Frannie und Luc kennen. Frannie ist ein normales, herzliches Mädchen. Sie ist in einer sehr religiösen Familie groß geworden jedoch fällt sie, im Gegensatz zu ihren anderen 5 Schwestern, ein wenig aus der Reihe. Sie ist von der kath. Schule geflogen und seit dem besucht sie die Highschool. Zusammen mit ihren beiden besten Freundinnen: Taylor und Riley macht sie die Gegend unsicher, ist jedoch immer darauf bedacht, keine feste Bindung einzugehen, denn in ihren Augen gibt es so etwas wie die wahre Liebe nicht. Luc ist das genaue Gegenteil von Frannie. Er ist düster, sexy und ein Stück unheimlich, denn er ist ein Dämon vom Teufel gesandt um Seelen für die Hölle zu makieren. Doch hinter seiner harten Fassade verbirgt sich ein junger Mann, der den alltäglichen Trott ziemlich satt hat. Als die Beiden aufeinandertreffen, verändert sich ihr Leben schlagartig. Denn beide erfahren vom Anderen Facetten an sich selbst, die sie niemals, so entdeckt hätten. Als jedoch dann der Saubermann Gabe, zusätzlich in das Leben der Beiden stolpert, ein gesandter des Himmels, ist das Chaos vorprogrammiert. Für Luc bietet er einen spannenden Wettlauf, und somit ein Kräftemessen um die Seele von Frannie und für Frannie wirkt er gleichsam anziehend. Was mich jedoch bei Gabe, besonders gestört hat war, dass er einfach ein viel zu glatter und perfekter Charakter ist. Bei ihm ist alles weiß, sauber und heilig. Nach einer Weile hat mich dies irgendwie leicht verrückt gemacht, denn ein Wesen ohne jegliche Fehler, finde ich doch ein wenig langweilig. Zudem empfand ich es nach der Hälfte des Buches als äußerst Nerven aufreibend, dass Frannie immer so extrem hin und her schwankt, zwischen Gabe und Luc. Ich hätte mir wohl eher gewünscht, dass sie schneller zu ihrer Entscheidung findet, denn mit der Zeit geht dieses Verhalten dann doch ganz schön an die Geduld des Lesers. Aber ansonsten fand ich, hat die Autorin hier ein gutes Gleichgewicht und damit eine perfekte Mischung an Charakteren erschaffen, die es dem Leser nicht langweilig werden lassen.

Cover/Innengestaltung:
Cover wie auch Innengestaltung sind hier, genau wie der Schreibstil, eher schlicht gehalten. Verzierungen im Buch, sind kaum bis gar nicht vorhanden. Lediglich wird durch eine Namensüberschrift klar, welcher Charakter gerade erzählt und durch etwas verzierte Überschriften, in welchem Kapitel man sich gerade befindet. Ansonsten hat dises Buch keine besonderen Merkmale in der Gestaltung aufzuweisen. Jedoch habe ich auch keine Elemente vermisst, denn diese schlichte und leichte Gestaltung gefällt mir doch recht gut und am Ende kommt es ja doch mehr auf den Inhalt an.
Das Cover des Buches ist ebenso schlicht und leicht gehalten, jedoch passt es durchaus zu der Geschichte, denn die Hauptfigur Frannie, hat wirklich ganz tiefblaue Augen. Jedoch macht dieses Cover, seine Leser auch nicht gerade neugierig, da es nicht gerade ein "Blickfang" ist. Jedoch auch die englischen Cover, die durchaus aufwendiger sind, gefallen mir nicht besser. Denn die dargestellten Personen, greifen doch sehr in die Fantasiewelt ein. Denn ich habe mir besonders Frannie, ganz anders vorgetsellt, als sie hier verbildlicht wurde. Deshalb halte ich fest, dass alle Cover nicht gerade sehr gut umgesetzt wurden, aber hier deutlich das deutsche Cover siegt: einfach weil es zum Inhalt passt und nicht zu sehr in die Fantasiewelt des Lesers eingreift.

Fazit:
"Angel Eyes: Zwischen Himmel und Hölle" von Lisa Desrochers ist ein grandioser Auftakt einer neuen und spannenden Serie. Dabei überzeugt die Autorin ihre Leser vorallem durch eine durchdachte, aufwühlende, erfrischend neue und spannende Grundidee, die auch durch ihre Umsetzung siegt. Denn durch den leichten Schreibstil fällt es einem nicht schwer, sich augenblicklich hinter den Seiten und somit mitten im Abenteuer wiederzufinden. Stattdessen wird man mitgerissen in die Welt von Frannie, Luc und Gabe und vergisst schnell seine Umgebung sowie sein Gefühl für Zeit und Raum. Man taucht mit Haut und Haaren in eine neue Welt, für die man nur gerne den Alltag ein paar Stunden hinter sich lässt. Mich konnte dieser Roman auf voller Linie überzuegen und somit lege ich ihn jedem ans Herz, der den Klauen von Vampiren, Werwölfen und Co. für ein paar Stunden entfliehen möchte und sich nach einem Abenteuer sehnt, das einen spannenden Mix für Jedermann bietet. Denn "Angel Eyes: Zwischen Himmel und Hölle" packt seine Leser und lässt sie, selbst nach der letzten Seite noch nicht los - definitv Suchtmacher-Potential!