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Veröffentlicht am 04.11.2025

Ein Blick ins Moskau der frühen 2000er

Moscow Mule
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Meine Meinung

"Moscow Mule" von Maya Rosa ist nicht nur aufgrund des schönen Covers ein echter Blickfang. Für mich ist es ein Buch, das Sprache, Atmosphäre und Figuren auf eine Weise verbindet, die ich ...

Meine Meinung

"Moscow Mule" von Maya Rosa ist nicht nur aufgrund des schönen Covers ein echter Blickfang. Für mich ist es ein Buch, das Sprache, Atmosphäre und Figuren auf eine Weise verbindet, die ich selten so überzeugend erlebt habe.

Die Darstellung des Moskau der frühen 2000er Jahre wirkt glaubwürdig und lebendig. Man spürt die Widersprüche dieser Stadt in den Augen der jungen Frauen Karina und Tonya, ihre Sehnsucht nach Freiheit, die Enge ihrer Umgebung und die Einschränkungen des Alltags.

Ich habe mich sofort in die Figuren hineinversetzt gefühlt, besonders in Karina, deren Trotz und Lebensenergie die Geschichte trägt. Ihre Freundschaft zu Tonya fand ich spannend, authentisch und emotional nachvollziehbar, weil sie Nähe und Distanz gleichermaßen spiegelt.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist der Stil. Maya Rosa schreibt klar und echt direkt, schafft es aber trotzdem ein tolles Gespür für die Sprache zu haben, da sie eine gute Mischung aus Humor und Ernst wählt.

Die Szenen wirken wie Momentaufnahmen, die trotzdem ein stimmiges Ganzes ergeben.

Gut stellt die Autorin auch die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen Russlands dar. Es gibt Momente, in denen die Handlung etwas langsamer wirkt, was mich persönlich nicht sehr gestört hat.

Insgesamt hat mich Moscow Mule als Debüt sprachlich und inhaltlich sehr gut unterhalten können.


Klappentext

Karina und Tonya teilen alles — ihr Studium an einer Moskauer Uni, betrunkene Männer, leere Geldbörsen, aber vor allem: das ambitionierte Ziel, nach Europa auszuwandern. Während im jungen neuen Jahrtausend der eine Teil der russischen Gesellschaft zwischen Luxusautos und Kaviar versinkt, schummelt sich der andere mittellos durchs Leben. Auch Karina hat gelernt, mit Witz und Wahnsinn jede Situation zu meistern und an ihren Träumen festzuhalten, komme, was wolle. Doch mehr und mehr schieben sich ihre Träume vor die Freundschaft mit Tonya, und was einst nach einem großen ›Für immer‹ klang, wird plötzlich brüchig.


Über die Autorin

Maya Rosa, Jahrgang 1987, ist in Russland geboren und aufgewachsen. Sie hat in Moskau und Berlin studiert und ist Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. »Moscow Mule« ist ihr Debutroman. Maya Rosa lebt mit ihrer Familie in Berlin.


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Veröffentlicht am 03.11.2025

Die Wurzeln des Wahnsinns – Familiengeschichte als Psychogramm

Botanik des Wahnsinns
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Meine Meinung

Leon Englers Roman konnte mich augrund der wilden Mischung aus persönlicher Familiengeschichte und psychologischer Reflexion wirklich packen. Ich habe die Erzählerperspektive sehr direkt ...

Meine Meinung

Leon Englers Roman konnte mich augrund der wilden Mischung aus persönlicher Familiengeschichte und psychologischer Reflexion wirklich packen. Ich habe die Erzählerperspektive sehr direkt erlebt. Es geht um einen jungen Psychologen, der auf eine Familie blickt, in der über Generationen psychische Erkrankungen und Abhängigkeiten präsent sind, und fragt sich deshalb immer wieder, ob er selbst irgendwann betroffen sein wird.

Für mich war es beeindruckend, wie Engler diese Ängste und Beobachtungen nicht nur erzählt, sondern zugleich analytisch reflektiert.

Was mich besonders angesprochen hat, ist der Ton des Buches. Engler bleibt sachlich, fast lakonisch, aber gleichzeitig sehr nah an den Menschen und ihren Eigenheiten.

Gleichzeitig habe ich gespürt, dass der Roman kein dramatisches Geschehen liefern will. Das schafft er wegen der nüchternen Erzählung auch ganz hervorragend. Die Episoden springen zwischen Generationen, zwischen Klinikalltag und Reflexionen, und manchmal musste ich mich darauf einlassen, dass nicht alles eine klare emotionale Klammer hat.

Für mich ist Botanik des Wahnsinns ist ein tolles anspruchsvolles gutes Debüt, das mich am Ende auch nachdenklich gestimmt hat.Das Ende ist rund und man erkennt alle Zusammenhänge.


Über den Autor

LEON ENGLER wuchs in München auf und studierte Theater-, Film-, Medien-, Kulturwissenschaft und Psychologie in Wien, Paris und Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele und Kurzgeschichten und wurde 2022 mit dem 3sat-Preis beim Bachmann-Wettbewerb ausgezeichnet. Er ist tätig als Autor, Psychologe und Dozent für Psychologie und Literarisches Schreiben. ›Botanik des Wahnsinns‹ ist sein Debütroman.


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Veröffentlicht am 03.11.2025

Ein Roman über Erschöpfung, Anpassung und Sinnsuche

Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen
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Meine Meinung

Kikuko Tsumuras Roman "Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" ist schon allein wegen des Titels ein wirklicher "Catcher". Das Buch erzählt von einer Frau, die nach einem Burnout ...

Meine Meinung

Kikuko Tsumuras Roman "Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" ist schon allein wegen des Titels ein wirklicher "Catcher". Das Buch erzählt von einer Frau, die nach einem Burnout einfache Jobs sucht – Arbeiten ohne Verantwortung, ohne Druck, ohne Ehrgeiz. Doch schnell merkt sie, dass selbst die vermeintlich leichten Tätigkeiten schwer werden, wenn man sie tagtäglich ausführt.

Tsumura beschreibt diese Suche nach Ruhe mit einem kühlen, präzisen Blick. Ihre Sprache ist schlicht, oft trocken. In alltäglichen Szenen zeigt sich die tiefe Erschöpfung einer Gesellschaft, in der Arbeit Identität geworden ist.

Das Buch hat keinen dramatischen Verlauf, keine lauten Wendungen. Es lebt von der Wiederholung (wirkt aber nicht langweilig), vom leisen Stillstand, von kleinen Beobachtungen, den neuen Aufgaben und Herausforderungen.

"Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" ist ein zurückhaltendes, unterhaltsames, kluges Buch über Müdigkeit, Anpassung und den Wunsch nach einem Leben, das weniger verlangt und dennoch nie wirklich einfach wird.


Über die Autorin

Kikuko Tsumura stammt aus Osaka in Japan. Sie gewann den PEN/ROBERT J. DAU SHORT STORY PRIZE und wurde mit diversen japanischen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. mit dem AKUTAGAWA PRIZE, dem NOMA LITERARY PRIZE, dem DAZAI OSAMU PRIZE und dem NEW ARTIST AWARD der japanischen Regierung.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 22.10.2025

Freiheit und Suche nach Zugehörigkeit - poetischer Roman

Schwanentage
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Meine Meinung

"Schwanentage" von der Autorin Zhang Yueran hat mich aufgrund Klappentext und Cover neugierig gemacht. Meiner Meinung nach es ein nachdenklicher, fast poetischer Roman, der sich um die ...

Meine Meinung

"Schwanentage" von der Autorin Zhang Yueran hat mich aufgrund Klappentext und Cover neugierig gemacht. Meiner Meinung nach es ein nachdenklicher, fast poetischer Roman, der sich um die Suche einer jungen Frau nach ihrer Identität dreht.

In der Geschichte begleiten wir die Protagonistin von ihrer Kindheit bis ins Erwachsenenalter und stellt dabei Fragen zu Familie, Kultur und Selbstverständnis. Die Schwäne im Titel stehen dabei als Symbol für Freiheit und das ständige Suchen nach Zugehörigkeit.

Was den Roman besonders macht, ist die komplexe, nicht immer einfache Beziehung zwischen der Erzählerin und ihrer Mutter. Es ist keine idealisierte Mutter-Tochter-Geschichte, sondern ein Band, das sowohl Liebe als auch Enttäuschung beinhaltet. Ich finde es wirkt sehr authentisch. Diese ambivalente Darstellung bringt dazu auch noch Tiefe in die Erzählung und macht die Charaktere realer und greifbarer.


Der Schreibstil ist ruhig und nachdenklich, mit einer fast melancholischen/poetischen Schönheit. Es gibt viel Raum für Reflexion, und die Erzählung lässt den Leser über die eigene Suche nach Zugehörigkeit und Identität nachdenken. Tolles Buch


Klappentext

Das Kindermädchen Yu Ling arbeitet für ein wohlhabendes Ehepaar der chinesischen Elite und kümmert sich hingebungsvoll um deren siebenjährigen Sohn. Yu Ling kennt die Geheimnisse der Familie bis ins Detail, ihre Arbeitgeber hingegen ahnen nicht, dass auch sie einiges verbirgt. Eines Tages plant Yu Ling in der Hoffnung auf Lösegeld und ein besseres Leben, den Jungen zu entführen. Doch es kommt ganz anders: Großvater und Vater des Jungen werden wegen Korruptionsverdachts verhaftet, die Mutter verschwindet spurlos – und Yu Ling ist plötzlich gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die weit in die Zukunft reichen, für sich wie für den Jungen …


Über die Autorin

Zhang Yueran ist eine der einflussreichsten Autorinnen Chinas und eine der wichtigsten Stimmen junger urbaner Literatur. Schon 2012 zählte sie das taiwanische Unitas-Magazin zu den 20 wichtigsten Schreibenden unter 40. Ihre Romane und Erzählungen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ihr Roman »Cocoon« wurde von der New York Times zu den besten Büchern 2022 gewählt und gewann in Frankreich den Prix Transfuge 2019 für den besten asiatischen Roman.

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Ausgeklügelter Psychothriller / Die dunkle Präsenz

Die Gruppe der Acht - Dark King:
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Meine Meinung

Buchempfehlung für alle, die "Split"/ "Unbreakable" / "Glass" mochten.

„Die Gruppe der Acht“ von Roland Hebesberger ist ein aufregender Psychothriller, der tief (sehr tief) in die Psyche ...

Meine Meinung

Buchempfehlung für alle, die "Split"/ "Unbreakable" / "Glass" mochten.

„Die Gruppe der Acht“ von Roland Hebesberger ist ein aufregender Psychothriller, der tief (sehr tief) in die Psyche seines Protagonisten eintaucht und stellenweise deutlich über das Normale hinausgeht. Der Autor vermischt Realität, Wahn und fast filmreife Spannung zu einer Geschichte, die manchmal so weit hergeholt wirkt, dass sie gerade dadurch fasziniert. Es ist kein nüchterner Psychothriller, sondern einer, der bewusst überdreht, überzeichnet und Grenzen austestet. Als Leserin habe ich selbst mitgefiebert, was wohl mit dem Protagonisten Richard Langberger passiert.

Richard ist eine zerrissene Figur, gefangen in einem Geflecht aus Erinnerungen, Gewalt und Schuld. Die Handlung driftet stellenweise in Richtungen, die man so nicht erwartet hätte, und einige Passagen wirken für mich etwas zu weit hergeholt oder zu leicht dargestellt.

Der Schreibstil bleibt dabei klar und temporeich. Hebesberger versteht es, Szenen zuzuspitzen und Leserinnen und Leser in Bewegung zu halten. Die kurzen Kapitel und die ständigen Perspektivwechsel erzeugen Dynamik, manchmal fast Hektik.

Insgesamt fand ich die Geschichte packend, auch wenn sie stellenweise etwas "zu kreativ" und weit hergeholt ist. Sie zieht den Leser in ihren Bann und sorgt für ein intensives, teils ungewohntes Leseerlebnis. Die Auflösung was eigentlich die Gruppe der Acht ist fand ich gelungen.


Klappentext

Eine traumatische Vergangenheit zwingt den Nerd Richard Langberger dazu, ein abgeschiedenes Leben als Einzelgänger zu führen. Als ihn eine Nachrichtenübertragung triggert, verliert er die Kontrolle und wacht nach einem Blackout im Krankenhaus auf. Die Selbsthilfegruppe namens "Die Gruppe der Acht" scheint nicht mehr genug zu sein. Eine Therapie bei der angesehenen Psychologin Lydia Bader soll Richard helfen, den Grund für seine Erinnerungslücken zu finden. Je tiefer er in seinen Erinnerungen gräbt, desto mehr zweifelt er an seinem Verstand. Was ist real und was Einbildung? Richard muss sich seinen eigenen Dämonen stellen, denn tief in seiner dunklen Seele lauert ein schreckliches Geheimnis, das sein ganzes Leben verändern wird.


Über den Autor

Roland Hebesberger wurde 1986 in Tamsweg/Land Salzburg geboren. Bereits als Jugendlicher schrieb er Fanfiction und virtuelle Serien. Dabei entdeckte er seine Liebe für den Thriller. Mit der »Divinus-Saga« startete er 2019 seine Autorenkarriere und bewies sein Talent, spannende Geschichten mit interessanten Charakteren zu erschaffen. »Die Vernehmung« ist sein Debüt im Empire-Verlag und der Start der Profiler-Crime-Reihe »Die Fallanalysten«. Roland Hebesberger steht für hohes Pacing, spannende Prämissen, undurchsichtige Charaktere und unerwartete Plot-Twists.

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