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Veröffentlicht am 17.11.2025

Queere Sports Romance

Ippon für die Liebe
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Ich habe schon einige Sports Romance gelesen, von Football (wo ich wirklich keine Ahnung habe) bis hin zu Fechten (da habe ich zumindest eine grobe Vorstellung).
Judo war für mich allerdings völliges ...

Ich habe schon einige Sports Romance gelesen, von Football (wo ich wirklich keine Ahnung habe) bis hin zu Fechten (da habe ich zumindest eine grobe Vorstellung).
Judo war für mich allerdings völliges Neuland. Ich habe den Sport nie selbst gemacht und wusste entsprechend gar nicht, was mich erwartet. Trotzdem hat Saskia es geschafft, den sportlichen Aspekt so spannend und verständlich zu gestalten, dass ich nie das Gefühl hatte, etwas nicht nachvollziehen zu können. Im Buch wird zwar empfohlen, sich die Wurftechniken auf YouTube anzuschauen, aber ich wollte bewusst ohne zusätzliche Recherche lesen, um zu sehen, ob ich mir die Bewegungen allein durch die Beschreibungen vorstellen kann. Und das hat erstaunlich gut funktioniert.

Das Buch ist angenehm kurz und verliert sich nicht in unnötigen Längen. Die Romance steht im Mittelpunkt, aber ohne dabei kitschig oder überzogen zu sein. Genau das, was ich an Romance so gern mag: ein glaubhaftes Sich-Verlieben, kleine Momente des Über-sich-Hinauswachsens und eine Beziehung, die sich gegenseitig stärkt und wertschätzt.
Auch die Nebencharaktere sind wunderbar getroffen. Ich freue mich jetzt schon sehr auf die nächsten Bände und darauf, wie auch sie ihr Happy End bekommen.

Insgesamt ein schönes, leichtes Buch, das einen mit einem guten Gefühl zurücklässt. Ein Sport, den ich nicht kannte, wurde mir interessant und anschaulich vermittelt, und die Romance war genau das, was ich gesucht habe.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Musikalische Dark Fantasy

Liminal Creatures
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Liminal Creatures ist Fantasy der ganz anderen Art.
Man ist es ja gewohnt, dass in Büchern Landschaften, Gerüche oder Geräusche beschrieben werden. Hier steht jedoch Musik im Zentrum. Ich hab einen musikalischen ...

Liminal Creatures ist Fantasy der ganz anderen Art.
Man ist es ja gewohnt, dass in Büchern Landschaften, Gerüche oder Geräusche beschrieben werden. Hier steht jedoch Musik im Zentrum. Ich hab einen musikalischen Hintergrund und hatte keinerlei Probleme mir das so vorzustellen - ich weiß nicht wie es jemandem geht, der 0 Ahnung von Musik hat. Der Roman ist bestimmt trotzdem klasse, kickt aber natürlich besonders wenn man das beschriebene vorm inneren Ohr hört.

Was das Buch jedoch wirklich herausragen lässt, ist sein queerer Fokus. Selten habe ich ein Werk gelesen, das so selbstverständlich und vielfältig queere Identitäten abbildet: Bi-Representation, Ace-Rep und eine Fülle an Neopronomen fügen sich organisch in die Welt ein. Große Liebe dafür von mir!

Besonders berührt hat mich die Darstellung von Depressionen. Die Worte treffen eine Tiefe und Ehrlichkeit, die ich so bisher in keinem anderen Buch gefunden habe. Es gelang der Autorin, etwas in Worte zu fassen, das für viele schwer erklärbar ist.

Das Magie-System finde ich gut durchdacht und hat mir sehr gefallen. Der große Figuren-Cast wirkt nie überladen, denn viele der Nebenfiguren erhalten eigene Handlungsstränge und wachsen einem schnell ans Herz. Besonders hilfreich ist das Personenregister zu Beginn, das beim Einstieg in die Fülle der Charaktere enorm unterstützt (oder bestimmt auch wenn man länger braucht um das Buch zu lesen, ich hab es innerhalb weniger Tage verschlungen.

Wichtig zu erwähnen sind die Content Notes, die jedem Kapitel vorangestellt sind. Gerade weil das Buch sich in die dunkelsten Winkel der Persönlichkeit vorwagt und Themen wie psychische Erkrankungen oder belastende Erfahrungen aufgreift, sollte man darauf achten. Wer sich in einer akuten depressiven Phase befindet, dem würde ich die Lektüre eher nicht empfehlen. Auch der deutlich spürbare Spice-Anteil, der jedoch stets handlungsrelevant bleibt, macht das Buch weniger geeignet für Lesende, die intime Szenen vermeiden möchten.

Im Kern erzählt Liminal Creatures von Entscheidungen, ihren Konsequenzen und den Schatten, die sie über Jahre werfen können. Es ist düstere, emotionale Fantasy, die mich sehr aufgewühlt hat. Das Ende hat mich mit feuchten Augen zurückgelassen.

Eine absolute Empfehlung für alle, die ernsthafte, atmosphärische und queere Fantasy jenseits des Mainstreams suchen.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Gelungener Abschluss

The Sweetest Betrayal
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Der Titel des Buches hat mir im Vorfeld ein bisschen Angst gemacht, vor allem wegen dem Wort Betrayal. Ich mag die ganze Crew einfach viel zu gerne, und bei so einem Titel befürchtet man sofort, dass jemand ...

Der Titel des Buches hat mir im Vorfeld ein bisschen Angst gemacht, vor allem wegen dem Wort Betrayal. Ich mag die ganze Crew einfach viel zu gerne, und bei so einem Titel befürchtet man sofort, dass jemand jemanden verraten könnte. Das hat für mich auch einen Großteil der Spannung ausgemacht: Die Figuren sind mir im Laufe der Reihe so ans Herz gewachsen, dass ich unbedingt wollte, dass sie sich nicht spalten und nichts Schlimmes zwischen ihnen passiert.

Ich liebe den Vibe der Serie. Die Atmosphäre fühlt sich jedes Mal richtig stimmig an. Die Welt, die Kleidung, das Essen – alles wird so beschrieben, dass man es vor Augen hat, aber nie so ausführlich, dass es sich zieht.

Zahru wirkt stellenweise noch sehr unbeholfen und naiv. Das passt zwar zu ihr und ist auch konsistent mit dem ersten Teil, und eigentlich ist ja gar nicht so viel Zeit vergangen. Trotzdem ertappt man sich ab und zu dabei zu denken: Nach all dem, was sie schon erlebt hat, könnte sie ruhig ein bisschen gerissener sein. Am Schluss merkt man jedoch schon, dass sie sich entwickelt vom sehr unbedarften Mädchen im ersten Teil hin zu jemandem, die an ihren Aufgaben wächst. Und nicht nur sie – alle Charaktere im engeren Kreis machen eine Entwicklung durch, was ich richtig gut fand.

In diesem Teil ist auch deutlich mehr Romance als zuvor. Während die ersten Bände in dieser Hinsicht eher zurückhaltend waren, merkt man hier ganz klar: Ja, das ist Romantasy.

Man sollte außerdem im Hinterkopf behalten, dass die Reihe insgesamt eher für ein jüngeres Publikum geschrieben ist. Es gibt Tod und Krieg und Verluste, aber es ist nicht so düster oder kompromisslos wie andere Fantasyreihen. Wenn man etwas Gritty-Dark erwartet, geht man mit den falschen Erwartungen rein.

Alles in allem ist es ein toller Abschluss der Reihe gewesen. Ich habe mich beim Lesen in dieser Welt einfach rundum wohlgefühlt und bin mir sicher, dass ich die Reihe irgendwann nochmal lesen werde.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Hammer Dark Fantasy

Owned by a God
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Ich bin ja total eine Vibe-Leserin – und OMG, dieses Buch hat einen Vibe! Wirklich, der Hammer.

Ich spiele keine Geige, aber das tut dem Ganzen überhaupt keinen Abbruch – emotional leidet man trotzdem ...

Ich bin ja total eine Vibe-Leserin – und OMG, dieses Buch hat einen Vibe! Wirklich, der Hammer.

Ich spiele keine Geige, aber das tut dem Ganzen überhaupt keinen Abbruch – emotional leidet man trotzdem mit der Hauptfigur mit und kann die Entwicklung der Hauptfigur nachvollziehen.

Das Konzept von Han – diesem tief verwurzelten koreanischen Gefühl aus Wut und Trauer – werde ich wohl nie ganz verstehen können (da es eine tief verwurzeltes koreanisches empfinden ist). Aber Trauer an sich…wir kennen uns. Und in diesem Buch wurden so viele kluge und schöne Dinge dazu gesagt, dass ich sehr viel markiert habe.

Das Buch geht auf jeden Fall in Richtung Horror. Ich bin ein ziemlicher Schisser und war nicht komplett darauf vorbereitet. Jajaja, ich hab die Content Notes gelesen und wusste, dass es Dark Fantasy ist – aber damit hab ich trotzdem nicht gerechnet. Wenn ihr also einen empfindlichen Magen habt, seid lieber vorsichtig.

Es gibt zwar eine Liebesgeschichte, aber das hier ist keine Romantasy und auch nicht spicy. Stattdessen geht es viel um Gefühle wie Wut und Trauer und um Persönlichkeitsentwicklung.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung – für alle, die Dark Fantasy mögen und keine Angst davor haben, auch mal ein bisschen tiefer in die Dunkelheit zu schauen.

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Veröffentlicht am 23.10.2025

Romantasy im Korea-Setting

Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed
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Ich mochte die Protagonistin von Anfang an – sie ist stark, mutig und doch angenehm menschlich in ihren Zweifeln und Entscheidungen. Obwohl das Buch häufig mit K-Dramas verglichen wird, kann ich das selbst ...

Ich mochte die Protagonistin von Anfang an – sie ist stark, mutig und doch angenehm menschlich in ihren Zweifeln und Entscheidungen. Obwohl das Buch häufig mit K-Dramas verglichen wird, kann ich das selbst nicht beurteilen, da ich bisher keines gesehen habe – aber die emotionalen Höhen und Tiefen, die Spannung und die besondere Atmosphäre lassen erahnen, warum dieser Vergleich gezogen wird. Was mich besonders begeistert hat, ist, dass Prinzessin der tausend Diebe sich deutlich von anderen Romantasy-Büchern abhebt. Das Setting ist faszinierend und eben anders; zudem eine Mischung aus Urban Fantasy und Low Fantasy, mit traumgleichen – oder in den meisten Fällen albtraumhaften – Prüfungen. Beim Lesen hatte ich nie das Gefühl, zu wissen, wohin die Reise führt. Die Handlung ist für mich absolut unvorhersehbar, was die Spannung bis zum Schluss aufrechterhält. Schon jetzt bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht, und freue mich riesig auf den zweiten Teil – den werde ich auf jeden Fall lesen!

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