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Veröffentlicht am 19.11.2025

Ein richtiges Sachbuchhighlight!

Weihnachten – Traditionen aus aller Welt
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Wusstet ihr, dass die Menschen in Mexiko Kunstwerke aus Radieschen schnitzen, die dann am 23. Dezember in der Nacht der Radieschen ausgestellt werden?

Oder dass Ukrainischer Weihnachtsbaumschmuck oft ...

Wusstet ihr, dass die Menschen in Mexiko Kunstwerke aus Radieschen schnitzen, die dann am 23. Dezember in der Nacht der Radieschen ausgestellt werden?

Oder dass Ukrainischer Weihnachtsbaumschmuck oft die Form von Spinnen und deren Netzen hat?

Und dass in Südafrika frittierte Raupen eine echte Weihnachtsdelikatesse sind?

All dies und noch ganz viel mehr erfahren wir in diesem super gelungenen Buch über die verschiedenen Weihnachtstraditionen, die es auf der ganzen Welt gibt. Die Bräuche sind in verschiedene Themenkomplexe sortiert, so gibt es beispielsweise ein Kapitel über Lichter, eines zu Weihnachtsessen, eines über Paraden und eines über das Schenken! Die Illustrationen sind verlagstypisch sehr farbenfroh und es bereitet Freude durch das Buch zu Blättern!

Besonders schön finde ich es, dass es am Ende ein Weihnachtsquiz gibt, in dem man testen kann, ob man sich die Bräuche gut eingeprägt hat. Außerdem besitzt das Buch ein Länderverzeichnis, sodass wir nach Bräuchen aus einem bestimmten Land suchen können!

Meine liebste Tradition stammt eindeutig aus Island: Dort ist es nämlich Tradition, sich Bücher zu schenken, um diese dann gemeinsam zu lesen.

Je nach Land und Region gibt es so viele unterschiedliche Traditionen und Bräuche und dies wird in diesem Buch eindrücklich gezeigt.

Ich finde es toll, dass Kinder hier einen Eindruck davon bekommen, wie vielfältig Weihnachten gefeiert wird, denn sofern kein persönlicher Bezug zu dem jeweiligen anderen Land besteht, kriegt man von den Bräuchen in der Regel wenig mit.

Für mich ist es eines der besten Weihnachtssachbücher, die ich kenne und bietet insbesondere für Schulen eine wertvolle Ergänzung für die Projektarbeit in der Weihnachtszeit!

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Eine gelungene Kombi für alle Sinne!

Mein Fingerpuppen-Soundbuch - Kleiner Affe im Dschungel
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Da wir einen riesengroßen Affenfan zuhause haben passte „Kleiner Affe im Dschungel“ für uns perfekt!
Das Buch erzählt vom kleinen Affen, der seinem Opa eine Freude zum Geburtstag machen möchte. Dafür stellt ...

Da wir einen riesengroßen Affenfan zuhause haben passte „Kleiner Affe im Dschungel“ für uns perfekt!
Das Buch erzählt vom kleinen Affen, der seinem Opa eine Freude zum Geburtstag machen möchte. Dafür stellt er ein Orchester aus den Tieren des Dschungels zusammen, deren besondere Melodien wir zunächst einzeln und schließlich beim großen Geburtstagskonzert gemeinsam kennenlernen dürfen.

Das besondere an dem Buch ist, dass es nicht nur ein Soundbuch ist sondern gleichzeitig mit der Fingerpuppe gespielt werden kann! Dadurch entsteht ein Erlebnis für (fast) alle Sinne und ein Riesenspaß für Groß und Klein!

Die Geräusche sind eine Kombination aus dem Tiergeräusch und einer vom Tier inspirierten passenden musikalischen Begleitung, beispielsweise Trompeten für Elefanten, was ich schön finde, da Kinder so lernen, wie durch Musik eine Geschichte erzählt werden kann. Die Illustrationen des Buches sind passend für die Altersgruppe recht einfach gehalten, der Fokus liegt auf dem Sound und dem Spiel mit der Fingerpuppe, es gibt aber dennoch einige kleine Details oder andere Tiere zu entdecken und zu benennen.

Insgesamt gefällt uns das Buch wirklich gut und ist perfekt für Kinder von 1-3 Jahren geeignet!

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Gelebte Inklusion

Maris Märchen
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Märchen sind in der Regel eher altbacken, meistens wird ein armes, wunderschönes Mädchen am Ende von einem Prinzen gerettet. Hier werden Märchen mal anders erzählt, denn die Protagonistinnen der Märchen ...

Märchen sind in der Regel eher altbacken, meistens wird ein armes, wunderschönes Mädchen am Ende von einem Prinzen gerettet. Hier werden Märchen mal anders erzählt, denn die Protagonistinnen der Märchen in diesem Buch haben alle eine Behinderung und stehen auch noch für sich selbst ein - wer will denn schon, dass ein Prinz einen abschlabbert nur weil man ein kleines Schläfchen hält? Von Downröschen bis Handykäppchen werden bekannte Märchen hier inklusiv neu interpretiert.

Wie im Einleitungstext des Buches beschrieben wird, hat Mari, die Tochter des Autor
innenpaars, das Angelman-Syndrom. Ihr zu Ehren haben Shari und André Dietz nun Märchen geschrieben in denen Menschen mit Behinderungen die Hauptrolle spielen. Auch Mari selbst taucht in zwei der Märchen auf.

Das Buch zeigt uns in den sechs Märchen, dass jeder Mensch besonders ist und einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leistet. Es erinnert uns daran, dass Andersartigkeit etwas gutes ist und Menschen mit Behinderung nicht weniger wert sind als Menschen ohne Behinderung. In jedem Märchen werden die individuellen Stärken der Protagonistinnen betont und aufgezeigt, wie diese sie zu den Heldinnen ihrer eigenen Geschichte macht.

Durch die Geschichten können Kinder mit Behinderung Märchen erleben in denen die Protagonist*innen ihnen ähneln, während für Kinder ohne Behinderungen Barrieren abgebaut werden und gezeigt wird, wie einfach Inklusion sein kann, sodass im besten Fall überhaupt keine Barrieren entstehen und Inklusion von Anfang an gelebt wird.

Das Buch ist kindgerecht in einfachen, humorvollen Sätzen verfasst und wird durch passende bunte Illustrationen ergänzt.

Besonders schön finde ich, dass auch in Bezug auf die Märchentitel am Ende nochmal erklärt wird, dass viele Menschen mit Behinderungen Begriffe, wie Downie oder Handycap ablehnen, manche diese aber auch gut finden und man Menschen am besten immer Fragen sollte, wie man sie bezeichnen darf. Die für Kinder unbekannteren Begriffe werden zudem am Ende des Buches nochmal beleuchtet.

Mit Maris Märchen wurde ein zeitgenössisches Märchenbuch geschaffen, dass einen wichtigen Beitrag für eine inklusivere und offenere Gesellschaft leistet und gleichzeitig unheimlich Spaß beim (Vor)lesen bereitet. Große Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Japan-Wissen für Erstleser*innen

Die Tokio-Detektive: Yoshi und Ben ermitteln
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Mit „Die Tokio-Detektive -Yoshi und Ben ermitteln“ hat Henrik Siebold nun einen Krimi für Erstleserinnen geschrieben. Während er die Zielgruppe wechselt hat auch das Erstlesebuch Japanbezug, denn Siebold ...

Mit „Die Tokio-Detektive -Yoshi und Ben ermitteln“ hat Henrik Siebold nun einen Krimi für Erstleserinnen geschrieben. Während er die Zielgruppe wechselt hat auch das Erstlesebuch Japanbezug, denn Siebold ist selbst in Japan aufgewachsen.

Als Bens Eltern ihm eröffnen, das sie nach Tokio ziehen ist dieser gar nicht glücklich, schließlich kann er kein japanisch sprechen und wie soll man so Freunde finden. Doch dann taucht der Nachbarsjunge Yoshi vor seiner Tür auf und trotz sprachlicher und kultureller Barriere werden die beiden die besten Freunde. Die beiden probieren das Essen der jeweils anderen Familie, lernen die Unterschiede zwischen ihren Schriftsystemen kennen und erleben ein echtes Detektivabenteuer.

Daneben lernt Ben auch einiges über japanisches Brauchtum und die Obake (böse Geister), die im Buch eine größere Rolle spielen.

Das Buch ist in kurzen Sätzen gehalten und hat große Schrift, womit es der 2. Lesestufe entspricht und sich für geübtere Leser
innen (ca. 2. Klasse) eignet. Passend zum Japan-Bezug ist es im Manga-Stil illustriert und besitzt auch einige Passagen, in denen Konversationen mittels Sprechblasen dargestellt werden.

Richtig schön finde ich, dass zu Beginn und Ende des Buches einige japanische Wörter genannt werden, die sowohl in Lautsprache als auch in Form von Schriftzeichen gezeigt werden, sodass interessierte Kinder ersten Kontakt zu einem anderen Schriftsystem haben können.

Da die japanische Kultur und Sprache im Buch eine größere Rolle spielen würde ich das Buch insbesondere Kindern empfehlen, die sich sehr für andere Kulturen interessieren. Insgesamt macht es Spaß zu lesen, besitzt einige humorvolle Stellen und bietet die Möglichkeit ganz viel über Japan zu erfahren! Es zeigt zudem, dass Freundschaft keine Grenzen kennt und unabhängig von Sprache und Kultur möglich ist, was eine schöne Botschaft für Kinder ist!

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Ein wertvolles Buch zur Missbrauchsprävention

Stopp-Schutz-Schild
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Das „Stopp-Schutzschild“ ist Teil der Reihe um Familie Weißbescheid und widmet sich den Themen Körperbewusstsein und Selbstschutz. Wir haben bereits „Expedition nach Genitalien“ zuhause und sind nun auch ...

Das „Stopp-Schutzschild“ ist Teil der Reihe um Familie Weißbescheid und widmet sich den Themen Körperbewusstsein und Selbstschutz. Wir haben bereits „Expedition nach Genitalien“ zuhause und sind nun auch vom Stopp-Schutzschild ganz begeistert.

Für das Buch hat Dr. med. Konstantin Wagner mit dem MuT-Zentrum für Gewaltprävention zusammengearbeitet. Wie hinten auf dem Buch treffend beworben wird gibt es hier keine falsche Höflichkeit, sondern anschauliche Situationen und klare Ansagen. Das Buch erzählt erneut aus dem Leben der fünfjährigen Mathilda, dem zweijährigen Lasse und ihren Eltern.

Als ein fremdes Mädchen Lasse helfen möchte am Brunnen hochzuklettern und ungefragt seinen Po greift um ihn hochzuheben reagieren die beiden Kinder mit dem STOPP-Schutzschild, denn ungefragt möchte Lasse nicht von anderen Menschen angefasst werden, schließlich ist es sein Körper. Auch Tante Magdas feuchte Küsse sind zwar gut gemeint aber überschreiten die Grenzen der Kinder. Anhand von Praxissituationen werden Kindern so Selbstschutzstrategien vermittelt. Für Bezugspersonen gibt es QR-Codes mit deren Hilfe Videos abgerufen werden können, die weitere Hilfestellung bieten.

Besonders schön ist, dass die Eltern Lasse und Mathilda stets sehr einfühlsam begleiten und die Situationen mit den Kindern reflektieren. Und auch Tante Magda fühlt sich zunächst zwar durch das STOPP-Schutzschild vor den Kopf gestoßen, entschuldigt sich aber schließlich bei den Kindern für ihr Verhalten und verspricht in Zukunft zu fragen, wie die beiden begrüßt werden möchten.

Im Buch geht es zudem um den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen und darum, dass auch schwierige Gefühle okay sind.

Das Buch wird ab zwei Jahren empfohlen, auf Grund der eher großen Menge an Text würde ich es eher ab drei empfehlen oder es in Abschnitten mit Kindern lesen.

Ich finde es unheimlich wichtig Kindern früh beizubringen für sich selbst und ihren Körper einzustehen und übergriffiges Verhalten zu stoppen, denn diese Fähigkeit ist essenziell für die Missbrauchsprävention. Ich kann das Buch daher allen Familien mit Kleinkindern sehr ans Herz legen.

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